Grundsätzliches zum Wirtschaftsliberalismus
Wenn man Anarchie ordentlich umsetzen will, landet man letztlich bei der sozialen Marktwirtschaft. (FGL)
Wenn man Anarchie ordentlich umsetzen will, landet man letztlich bei der sozialen Marktwirtschaft. (FGL)
Hemingway, sagen 99,99 Prozent von denen die überhaupt wissen worum es geht, Simmel, sagen 99,99 Prozen von denen denen die das Andere zu kennen glauben.
Und ich wollte das mit der Insel immer mal nachschlagen, weil ich es dem Simmel doch nie so recht zugetraut habe. Und nun gehöre ich zu einer neuerlichen Minderheit, die weiß, das die Herkunft beider Zitate bei John Donne liegt. Da hat man es mal wieder, immer nur alter Wein in neuen Schläuchen. Man kann an der Kultur schier verzweifeln, wenn man bemerkt wie langweilig und substanzlos immer nur ewig Gleiches dahergebrabbelt wird. Und das selbst intelektuelle und gebildete Leute häufig nicht mitbekommen, was das Neue und was das Alte ist. Das Gut und Schlecht unterscheidbar ist, kann man da dann noch viel weniger erwarten.
"Niemand ist eine Insel" und: "Wem die Stunde schlägt" sind beides Zitate von John Donne. Wenn der nicht auch schon geklaut hat. Denn, desto weiter man zurück geht desto schwieriger sind die Klaurereien ja nachzuweisen, wie man schon anhand der großen religiösen Texte sieht..
Immer wenn in letzter Zeit längere Fahrten anstehen, wird neuerdings mit einem Fernsehzitat abgewehrt:
"Autobahn, das geht aber jetzt garnicht." (Volksmund/J.B Kerner Show)
Vom Film 300, der im antiken Griechenland angesiedelt ist und sich um Sparta dreht, kann man schon ein paar Vorfilmchen im Netz sehen. Die Spartaner selbst sind für ihren "lakonischen" Humor angesichts des Gefechts bekannt. Der Ausdruck lakonisch selbst verweist noch heute auf diesen speziellen Humor der Spartaner. Eine Form der ich auch immer sehr zugetan war.
Auf die Warnung hin, dass die Pfeile der Perser die Sonne verdunkeln würden, soll der Spartaner Dienekes damals geantwortet haben: Fein, dann kämpfen wir im Schatten.
Bei USA erklärt wird diese Form des Humors in der angelsächsischen Tradition beleuchtet.(Mich würde davon ab aber eher interessieren warum Vorflilmchen, mittlerweile überall Abspann (Trailer) heissen)
Ein anderes Beispiel:
"Wenn ich euch besiegt habe, werden eure Häuser brennen, eure Städte in Flammen stehen und eure Frauen zu Witwen."
Antwort der Spartaner in der lakonischen Redekunst:
"Wenn."
Interessant ist der Rückgriff auf Sparta in Hollywood, sicher auch im geistesgeschichtlichem Kontext. Die Spartaner transportieren schon mit ihrem Namen alleine ein stoisches Idealbild. Auf diese Kriegerkultur wurde immer gerne in Bedrohungslagen verwiesen. Auch die NS Kultur griff gerne auf das spartanisch hellinistische Ideal zurück, denen schwebte auch eine sehr ähnlicher Kriegerkult mit ewigem stählendem Kampf vor (Sehr unangenehm, wenn man so leben müsste). Die Nationalsozialisten sahen sich im Rückgriff auf die Antike mehr als Nachfolger Spartas. Die USA haben eigentlich mehr erkennbare traditionelle Bezüge zum antiken Rom.
Und noch ein Lesehinweis, diesmal auf einen Artikel, von von Michael Miersch in der Weltwoche, der sich mit der in Deutschland weit verbreiteten modischen Zukunftsangst befasst. Depression ist ein Meister aus Deutschland (Luc), möchte man meinen. Und wo ich schon bei Zitaten bin: In dem Artikel ist mir ein Bonmot aufgefallen das wahrscheinlich jeder kennt und das oft fälschlich Helmut Kohl zugeordnet wird. Michaels Miersch hat nun eine mir völlig neue Quelle angegeben: "Niels Bohr". Meistens wird der Spruch aber, was noch früher gewesen wäre, Mark Twain zugeordnet, obwohl es sein könnte, daß auch der das irgendwo nur aufgeschnappt hat. Ich würde bei sowas immer zuallerst einen Römer oder Griechen verdächtigen, den keiner von uns hier auf der Rechnung hat.
Und so meandert es durch die Zeit:
Mark Twain:
"Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen"
Ca. hundert Jahre später Niels Bohr:
"Vorhersagen sind immer schwierig - vor allem über die Zukunft."
Helmut Kohls, fremdwortgewandter Mix:
"Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen"
„Seit über fünf Jahrhunderten haben die Regeln und Theorien eines alten Araberscheichs und die unsinnigen Auslegungen von Generationen schmutziger und unwissender Pfaffen in der Türkei sämtliche Einzelheiten des Zivil- und Strafrechts festgelegt. Sie haben die Form der Verfassung, die geringsten Handlungen und Gesten im Leben eines jeden Bürgers festgesetzt, seine Nahrung, die Stunden für Wachen und Schlafen, den Schnitt seiner Kleidung, was er in der Schule lernt, seine Sitten und Gewohnheiten und selbst die intimsten Gedanken. Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen, ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet. Er ist nichts anderes als eine entwürdigende und tote Sache.”
Mustafa Kemal Atatürk (Jacques Benoist-Méchin, “Mustafa Kemal. La mort d’un Empire”, 1954
Gefunden bei FF
Ein wenig Hintergrund zum Moscheebau in Berlin bietet Ralf Schuler von der Märkischen Allgemeinen:
Die multikulturelle Gesellschaft kommt in Heinersdorf an - nicht wie "Der Grieche", der heute hierher gehört und den ehemaligen "Krug" an der Kreuzung bewirtschaftet, sondern sie schlägt ein wie ein finsterer Meteorit.
Popper sagt im Grunde das was schon immer meine Rede über diese Leute war:
“Ich kann solche Leute wie Adorno und Habermas nicht lesen, weil sie nur Trivialitäten sagen, in der Sprache des Hexeneinmaleins. […] Aber was viel schlimmer ist: es stellt sich heraus, daß sie, und ihre Schüler, gelernt haben, was Wissenschaft ist: Trivialitäten so kompliziert auszudrücken, daß sie eindrucksvoll werden.” (Karl Popper an Hans Albert, 12.5.1970)
“Was den Jargon dieser Schule angeht, der sich so gut dazu eignet, Trivialitäten aufzubauschen und undurchsichtig zu machen, so kämpfen wir hier alle dagegen. Aber Du weißt: das ist eine alte deutsche Krankheit! Von ihr sind nicht nur die Frankfurter befallen, sondern z.B. auch die Heidegger-Leute, z.B. Gadamer, dessen geradezu unerträgliche Abschiedsvorlesung ich vor einiger Zeit gehört habe.” (Hans Albert an Karl Popper, 14.5.1970)
Der Dank für die Zitate geht an Statler.