December 11, 2008

Die fremde eigene Stimme

Filed under: Wissen - luclog @ 1:19 am

Es gibt noch etwas in der Musik, was eigentlich selten erklärt wird und was viele insbesondere junge Menschen davon abhält Musik zu machen. Meistens ist die erste Form der musikalischen Äußerung beim Kind das Singen. Und das ist natürlich immer erst völlig untrainiert. Wenn Kinder aber nun eine Aufnahme ihrer eigenen Stimme machen sind sie entsetzt: das ist nicht die Stimme, die sie von sich kennen. Diese Stimme wirkt fremd. Und das ist auch bei Jugendlichen und Erwachsenen so, es ist für die meisten äußerst schwer die eigene Stimme in einer Aufnahme zu ertragen, dazu braucht es eine Menge Gewöhnung. Viele erinnern sich an das Erste mal als sie diese fremde Stimme gehört haben und werden durch den Schock auf ewig davon abgehalten je wieder so etwas zu versuchen. Und die meisten sind zeitlebens unsicher über die Wirkung der eigenen Stimme, außer irgendeine Autorität wie etwa der Leiter des Kirchenchors oder Dieter Bohlen versichert ihnen, daß ihre Stimme gut ist. Deswegen können sich Menschen denen von Kindheit an erzählt worden ist, daß ihre Stimme gut ist, wie Madonna (Kinderstar), völlig frei damit umgehen – auch wenn diese Stimme, wenn man mal wirklich hinhört, im Vergleich zu der anderer Sängerinnen völlig Belanglos ist.

Bei Spektrum Direkt ist dieses Phänomen ganz gut erklärt:

Die Erklärung für diesen Effekt liegt vielmehr in unserem Kopf. Denn die Schallwellen, die wir beim Sprechen in unserem Kehlkopf erzeugen, nehmen zwei unterschiedliche Wege zu unserem Gehör. Der so genannte Luftschall gelangt aus unserem Mund durch die Luft zurück in unseren Gehörgang - inklusive der Reflexion an Wänden oder Gegenständen in unserer Umgebung. Diese Schallwellen kennen unsere Gesprächspartner als unsere Stimme.

Der zweite Weg des Schalls verläuft durch die Knochen unseres Kopfes, die durch die Wellen in Vibration versetzt werden. Dieser Knochenschall gelangt direkt über den Kiefer ins Innere der Ohren, wo die Informationen an das Gehirn weitergeleitet werden. Hält man sich beide Ohren zu und spricht leise etwas, dann kann man diesen Knochenschall "hören". Denn obwohl wir keinen Luftschall wahrnehmen können, erfahren wir trotzdem über den Knochenschall das Gesagte. Für uns selbst besteht somit die eigene Stimme aus zwei Schallkomponenten.

Wir kennen unsere Stimme in erster Linie als die Stimme die sich aus Knochenschall plus Luftschall ergibt, und das klingt anders als das was die anderen hören die nur den Luftschall wahrnehmen. Und dadurch, daß Menschen heute viel öfter und viel früher mit einer Sprachaufnahme konfrontiert werden, die sie dann befremdet, haben die meisten Menschen oft ein schlechtes Verhältniss zum Gesang und ihrer eigenen Stimme. Und selbst das Singen in der Badewanne wird nur noch durchgeführt wenn keiner zuhause ist.

Eigentlich ist es aber völlig anders. Die meisten Stimmen empfinden wir als schön, es gibt kaum Stimmen die wir ablehnen. Stimmen sind uns meist völlig unaufällig, es gibt kaum den Fall, daß wir Menschen über die Stimme sortieren. Und innerhalb der Hall of Fame der Rock und Pop Musik wimmelt es von Weltstars die nach herkömmlichen Kriterien von “guter Stimme” oder aktzentuiertem Gesang alles falsch machen und es nicht können. Aber da teilt sich auch die Meinung wie in allen Problemfällen von Ästhetik. Was ist schön? Des einen Eule, ist des anderen Nachtigall.  Das kennt man ja auch von sich selber, manche Stimmen findet man unerträglich obwohl sie Weltruhm erlangen, mir geht es so mit “Lou Reed”, und “David Bowie”, dabei finde ich die mit diesen Personen verbundenen Titel und die Musik oft sogar gut. Viele Titel von Lou Reed sind richtig klasse, unter der Bedingung, daß sie von anderen Sängern interpretiert werden.

Bei Frauenstimmen ist mir als Mann aber alles egal, da finde ich eigentlich alles gut solange es nicht zu penetrant kreischt, was aber eher ein Form der Anwendung ist und nicht die Stimme selber. Auch so eine merkwürdige Sache, da müßte sich mal eine Frau äußern die auf sowas achtet, ob das andersherum auch so ist. Auch ändert der Sprechgesang alles, bei Sprechgesang ist mir die Stimme verblüffenderweise völlig unwichtig. Wohl ähnlich wie bei Radiostimmen oder Politikerreden habe ich dabei überhaupt keine stimmlichen Präferenzen. Und auch näselnde Stimmen wie von Udo Lindenberg oder Jan Phillip Eißfeldt werden scheinbar gemocht.

Ich hoffe damit einigen Menschen Mut zu machen, wieder in der Badewanne zu singen und das kurzfristige Ziel Supersstar für Deutschland wieder ins Auge zu fassen. Bohlen hin, Bohlen her, der kann im übrigen auch nicht singen und hat eine näselnde Stimme (achtet mal drauf). Die Qualitäten für Welthits sind wohl doch scheinbar ganz andere, als die der Stimme.

December 4, 2008

Musik und Stil

Filed under: Wissen - luclog @ 1:56 am

Musikstile sind lustig. Der Siegeszug der Musikrichtung "Müll" ist uns ja noch allen in Erinnerung. Aber auch der Jazz hat wohl scheinbar eine ziemlich unfeine Herkunft, dazu steht bei Wikipedia: "Möglicherweise ist er abgeleitet aus einem Wort „jass“ aus dem kreolischen Patois, „jass“, für „tatkräftige Aktivität“, im speziellen Sexualverkehr." Also auch wieder mal sowas wie Ficken. Das gibt es dann in Neotradionalistischer oder auch in der Downtown oder Acid Version. Aber auch andere Musikrichtung sind grob Obszön. Z.B die sich geschickt als unverdächtig tarnende Pop-Musik. So richtig sauber sind eigentlich nur die Klassik und die Metall Musik.

June 4, 2008

Aristoteles war doch ein Grieche

Filed under: Zeitgeist, Wissen - luclog @ 10:01 pm

Wahnsinn. In Frankreich erschien ein Buch das die eigentlich allgemein anerkannte Lesart der Geschichte vertritt, daß die westliche Zivilisation nicht über den Austausch mit arabischer Wissenschaft entstanden ist, sondern doch viel mehr mit in direkter Vermittlung der Originalquellen über Klöster und der Verbreitung von Schriften nach dem Untergang Konstantinopel zu tun hat. Wie es aber mit der Ideologie und ideologisch induzierten Geschichtsverfälschungen so ist, werden diese bis aufs Messer verteidigt. Und der Historiker Gouguenheim der eigentlich nur altbekannte Wahrheiten ausspricht, wird nun mit den typischen Anfeindungen eingedeckt. Was er behauptet wäre “Antiislamisch” oder gar “verschwörerisch”. Dabei gibt es wirklich nur eine ganz offensichtliche Verschwörung gegen jede Form von Wahrheit, und das ist die Umschreibung der Geschichte um damit ideologische Thesen wie Gendermainstreaming, Multikulturalismus, oder anderen ähnlichen Unsinn zu unterfüttern. Üblicherweise werden dazu allerhand Legenden bemüht, zum Beispiel das leuchtende Vorbild Andalusiens in dem sogar Juden als Sklaven geduldet waren. Also utopistische Träumerei, die mit der geschichtlichen Wirklichkeit nichts zu tun hat.

Interessanterweise werfen die Ideologen den eigentlich ideologiefreien Beschreibern der Wirklichkeit als allererstes Ideologie vor: Zweihundert Dozierende sollen sich von den "ideologischen" Werturteilen Gouguenheims distanziert haben. Die Universität von Lyon hat immerhin 5500 Professoren und unter denen kriegt man schnell 200 Stimmen zusammen wenn man die Frage nur richtig zu stellen weiß.

Und eine besonders feine Kritik ist dann die vom Fachkollegen Alain de Libera, der schlicht sagt, “Gouguenheim präsentiere keine neuen Fakten”. Eben, eigentlich ist das alles längst Stand der Forschung worüber man sich hier aufregt. Man weiß es zwar, aber es sollte doch nicht allzusehr über Publikationen ins öffentliche Bewußtsein rücken. Denn das Letzte was Forschung leisten soll ist Aufklärung mit Bezug zum sachlich Richtigem, das stört nur die Utopie. Und utopische Ideale zu stören ist neuerdings "ideologisch und ohne wissenschaftlichen Anspruch". Rosarot ist hingegen die neue Farbe der Realität. Welcher Ideologie aber Gouguenheim anhängen soll bleibt völlig im Dunkeln, der bösen Ideologie der wissenschaftlichen Korrektheit vielleicht.

Siehe auch: Historische Verklärung (Mit weiterführenden Links zum Thema)

Und: Mohammed erfand das Schießpulver

Und auch Neues dazu bei Gudrum Eussner, die diesem Fall einige hintergrundreiche Artikel gewidmet hat:

Sylvain Gouguenheim: Der Historiker zum Abschießen

May 24, 2008

Wieviel Meter steigt das Meer?

Filed under: Wissen, Erderwärmung - luclog @ 12:00 am

Ein bißchen Hintergrund zum Anstieg des Meeresspiegels, von Nils-Axel Mörner.

Mojib Latif warnt ja vor dem Anstieg des Meeresspiegels, und auch Rahmstorf warnt vor Sturmfluten und einem gewaltigen Anstieg von 1.40 bis 2010. Das wird aber eng, seh ich gerade, 2010 ist ja schon in 2 Jahren, der Rahmstorf weiß immer noch nicht wie es geht, der Latif ist da schon schlauer und hat alles auf 2030 verlegt. Das hat mehrere Vorteile. zum einen erinnert sich dann mit etwas Glück niemand mehr an einen Latif, weil ein großer Wirtschaftszusammenbruch, Krieg, Vulkanausbruch, oder ein neuer Superstar  dazwischenkommt, oder die eigene Karriere ist dann sowieso beendet, die Kinder sind aus dem Haus, und das Eigenheim abbezahlt (Hervorragender Kauf an der Nordseeküste?).

Niels-Axel Mörner einer, wenn nicht der wichtigste Fachmann, auf dem Gebiet der Geowissenschaft wenn es sich um Fragen des Meeresspiegels dreht, sieht die Sache völlig anders. Es gibt keinen Trend:

EIR: In einer ihrer  Arbeiten, erklären sie wie die Erhöhung des Meeresspiegels die Erdrotation in andere Zustände versetzen würde.

Mörner: Ja, aber es ist wirklich schwer solche Arbeiten zu veröffentlichen. Die Wissenschaftsverlage vergleichen es mit der IPCC-Modellierung, und sagen, “Oh, das ist nicht IPCC.” Gut, zum Glück ist es das nicht! Aber das kann man nicht sagen.

Und natürlich gibt es zu Nils-Axel Mörner, genau wie eigentlich über alles was sich im Widerspruch zur zivilisationsmüden Endzeitkatastrophisitik aufgrund des  CO2-Chaostheorie-Schmetterlingseffekts befindet, keinen Hinweis in der deutschsprachigen Wikipedia.

April 30, 2008

Huris

Filed under: Wissen - luclog @ 1:44 pm

Es gibt manchmal Sachen die sind so eindeutig, daß es da eigentlich nichts zu deuteln gibt. Es wird aber dennoch gedeutelt. Beispielsweise bei den Huris. Immer wieder liest man die lustige Geschichte, daß den islamischen Märtyrern im Paradies "Huris" versprochen werden und damit dann eigentlich “Weintrauben" gemeint sind. Die Möchtegern-Märtyrer und eigentlich auch jeder Mohammedaner wüssten es aber besser, wenn man sie nur fragen würde. Und auch wenn man sich den Koran anschaut, ist die Sache völlig eindeutig. Wenn man die Quellen aber nicht nachschlägt, ist vom reinen Wort “Huri” her sicher eine solche Deutung möglich. Vielleicht liegt sie ja auch nah, so wie im Ruhrgebiets-Slang Jugendliche früher von der “Perle” geredet haben wenn sie die Freundin meinten. Und die Aussage "Jemand habe einem Anderen die Perle ausgespannt" könnte in späteren Jahrhunderten zu ähnlich großer Verwirrung führen. Der Koran bezieht sich aber eindeutig wenn man den Kontext liest auf Frauen als Belohnung, wenn von “Huris” die Rede ist. Hier ein Beispiel (55. Al-Rahman):

Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide da leugnen?
Darin sind gute und schöne (Mädchen).
Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide da leugnen?
(Es sind) Huris, wohlbehütet in Zelten.
Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide da leugnen?
Vor ihnen haben weder Menschen noch Dschinn sie (die Mädchen) berührt.

Leider halten viele das Naheliegende gerne für falsch, oder meinen wenn sie etwas besonders Skurriles hören, daß dies auch bestimmt wahr sein muss. Aber leider ist manchmal ein Tisch einfach nur ein Tisch und mit Huris sind einfach nur Frauen gemeint. Weil viele aber nicht in der Lage sind etwas nachzuschlagen oder auch nur einwenig länger über das was ihnen erzählt wird nachzudenken gibt es haufenweise Seiten im Netz die Geschichte weitererzählen das die 72 Jungfrauen, die den Märtyrer erwarten eigentlich nur 72 Weintrauben sind. Schon auf die Frage, warum die Weintrauben im Paradies abgezählt werden müssen, kommt keiner dieser Oberschlaumeier.

Da schreibt zum Beispiel Telepolis:

Ein plakatives Beispiel für die Übersetzungsfehler sind die "Huris", die berühmten Jungfrauen, die im Paradies den Selbstmordattentätern, den Märtyrern versprochen werden. In Wirklichkeit sind es nur "weiße Weintrauben als symbolische Ausstattung des christlichen Paradieses in Anlehnung an das Abendmahl des Evangeliums".

Und man kann sich sicher sein, bei Heise geht die Recherche nicht so weit sich die Suren des Koran im Original anzusehen, nicht mal in deutscher Übersetzung. Die Geschichte mit den Huris geht im Übrigen auf das Pseudonym  “Christoph Luxenberg” zurück, und hat also keinerlei wirkliche wissenschaftliche Reputation. Veröffentlicht wurden die Thesen zusammen mit Karlheinz Ohlig, einem umtriebigen katholischem Professor für katholische Theologie. Die eigentliche Idee dahinter ist scheinbar den Islam zu einer Abspaltung des Christentums umzudeuten.

April 24, 2008

Historische Verklärung

Filed under: Zeitgeist, Wissen - luclog @ 2:02 pm

Ein Interview über die merkwürdige Sicht des Westens auf die eigene Vergangenheit. Die Leistung von Aufklärung und technologischer Moderne wird in der modernen westlichen Welt nicht mehr geschätzt. Wir lieben  und schätzen aber dafür alle anderen “Kulturen” wie Indianerstämme die ihren Opfern das Herz bei lebendigem Leib herausgeschnitten haben. Und so sind fast alle Kultursendungen in den öffentlich rechtlichen Sendern fast immer antiaufklärerische Pamphlete, wenn es um alte Geschichte geht. Entweder es werden alte Religionsmärchen abgefeiert (Ägypten), oder man macht direkt, die Zeit der Aufklärung im Westen nieder, die der eigentliche Grund dafür ist, daß heutzutage so viele Menschen den Planeten bevölkern können wie nie zuvor. Vom elektrischen Licht, über das Auto, bis zum Computer, alles Westliche ist von Übel. Die kommunistische Variante eines Pol-Pot erscheint dagegen als attraktiver Gesellschaftsentwurf, wie auch jede fundamental religiöse Diktatur. Der brutale ausbeuterische Westen mit seiner medizinischen Versorgung und dem schon erwähntem elektrischem Licht ist beileibe nicht so charmant.

Es wird in den meisten Fällen in Europa ein durch durch ideologisches Geschichtsbild vertreten, das antiwestlich und selbstgeißelnd daherkommt. Und der eigentliche Grund dafür ist banal und stammt aus dem Fundus der revolutionären Demagogie, die bis heute nichts anderes tut als mit den Bildern die sie entwirft, einer Gesellschaft zu schaden die sie nicht will. Die Religion ist diesmal unschuldig an der grassierenden Antiaufklärung, es sind eigentlich die sozialistischen Gegner der Moderne die mit ihrer ständigen Propaganda gegen den Westen einen solchen Erfolg haben und hatten; die es geschafft haben einen Zweifel zu sähen, der jetzt in eine Modernitätsfeindlichkeit umschlägt die auch eigentlich bei Marx schon so angelegt war.

Eine lesenswerte Quelle dazu ist auch der Text von Fjordman: Islam, die Griechen und wissenschaftliche Revolution (Drei Teile).

Siehe auch:

Mohammed erfand das Schiesspulver

Die Bio Bestie

Mord und Totschlag

April 23, 2008

Schmetterlinge in den Wolken

Filed under: Wissen - luclog @ 4:22 pm

Edward Lorenz der Vater der Chaostheorie ist gestorben. Und den in diesem Zusammenhang überall erscheinenden Jubelartikeln muss auch mal etwas Kritisches entgegengesetzt werden (Chaostheorie Kritik).

Den Schmetterlingseffekt ist eine der ganz wichtigen esoterischen Kerntheorien der heutigen Zeit (Kritscher Bericht darüber beim Spiegel). Sie wird vor allem immer dann bemüht wenn die Logik bestritten werden soll. Und zwar obwohl die eigentliche Aussage längst und auch mathematische widerlegt ist. Besonders beliebt ist die Chaostheorie bei quasi wissenschaftlichen Garnierungen von Herleitungen, daß der Mensch mit mittels minimalstem Einfluss die Natur zerstört. Da kippt dann "die Natur", "der See" oder uns allen am meisten bekannt: "das Klima". Und wenn erstmal etwas kippt ist alles verloren, und "kippen" tut immer der Mensch.

Denn der Schmetterlingseffekt ist eigentlich nichts anderes, als ein übertriebener Kausalitäts-Gedanke. Er projeziert einen Domionoeffekt auf ein Geschehen in dem sich eigentlich kein Ursache-Wirkungs Verbindung mehr festlegen lässt. In Wirklichkeit löst kein Schmetterling irgendwo irgendetwas aus, da überall auf der Welt gleichzeitig viele Ereignisse von dieser kleinteiligen Dimension stattfinden, die sich gegenseitig  beeinflussen und aufheben. Es ist immer noch alles beim Alten, kleine Dinge haben eine kleine Wirkung und große Dinge eine große. Der Schmetterling überlebt es nicht, wenn der Mensch ihn willentlich mit einer Dampfwalze überfährt. Die vielen kleinen Bewegungen und Zufälligkeiten von Partikeln und Atomen sind nicht der Auslöser von großen Ereignissen, sondern große Ereignisse wie beispielsweise ein Vulkanausbruch oder eine Veränderung im Bahnverlauf der Erde um die Sonne, verändern die Umwelt viel entscheidender und ebnen alle lustigen kleine Schmetterlingseffekte auf einen Schlag ein. Ein Meteoriteneinschlag ist immer noch wichtiger als jeder Minimaleinfluss in kleinteiligen Prozessen. Die Schläge der Schmetterlingsflügel werden in Wirklichkeit schon durch die anderen kleinen Effekte eliminiert.

Und, daß sich in Prozessen, wo sich die kleinsten Wirkungen nicht mehr feststellen lassen, das was passiert nicht voraussagen lässt, da die einwirkenden Zufälligkeiten nicht mehr zu berechnen sind, ist eigentlich alles andere als überraschend. Wenn die einflussnehmenden Faktoren nicht mehr klar zu fassen sind, nicht mehr zu übersehen sind, können wir das Geschehen nicht vorausberechnen. Eigentlich eine Plattitüde. Aber so wie es dann in unsere modernen Wissenschaftserzählung aufgenommen wurde, ist es zu etwas völlig anderem mutiert.

Der Schmetterlingseffekt der zuerst in in der Sience Fiction auftaucht, beschreibt die Idee das geringste Effekte größte Auswirkungen haben. Ray Bradbury hat sowas zu allererst in einer Zeitreise-Geschichte beschrieben. Und das führt uns in sofort in die Welt der Unlogik und des Absurden die damit verbunden ist. Und sie ist nicht fälschlicherweise damit verbunden, der Zusammenhang kommt aus der dahinterliegenden Geisteshaltung, er ist Philosophie. Zeitreise und viele Welten, hunderte von Dimensionen, Zeit ist Raum, Zeit ist nicht vorhanden, all diese Ideen von völlig fantasielosen Wirklichkeitsverächtern. Die Chaostheorie gilt nicht umsonst als der  Todesstoß für die Kausalität. Viele Menschen begreifen bis heute nicht wie sehr die Wissenschaft von esoterischer Spekulation durchsetzt ist, die im Endeffekt von anderen Formen der Gottsuche kaum mehr unterscheidbar ist. Und die Gottsuche in der Welt der mathematischen Wissenschaft ist eine ganz besonders merkwürdige Hartnäckigkeit des 20. Jahrhunderts.

Das sind beliebte Wissenschafts-Topoi unserer Gegenwartskultur: Zeitreise, Urknall, Chaostheorie, und Schwarze Löcher. Man sieht schon an der Liste, daß zuallererst der einfache kindliche Gedanke zählt, der auf jeder Ebenen der Intellektualität, schnell zu begreifen ist. Und letztlich pflanzt sich das fort, was schon immer viral vorhanden war und so auf fruchtbaren Boden fällt. Und der fruchtbare Boden ist der den die menschliche Wissensgenese vorgibt, er ist religiös. Es sind die religiösen Muster und Mythen die immer und unerbittliche weiter verfolgt werden. Schöpfung wird so zu Urknall. Auch in der Wissenschaft sind meistenteils Gottsucher am Werk, die eigentlich nichts anderes wollen als “letzte Fragen” klären. Der ganz große Wurf, wie die Vereinheitlichung von Allem, muss es da schon sein – die große “Welttheorie”. Und dann klappt es wieder nicht. Und immer wieder tauchen neue Fragen auf und immer wieder passt das Gemessene nicht zum Gedachtem. Eigentlich ist es ganz wunderbar, denn immer wenn etwas nicht passt müsste es eigentlich zu tieferer Erkenntnis führen. Leider steht dem die Theorie entgegen, denn die Theorie ist längst, etwas geworden, an das die Wirklichkeit angepasst wird. Sie verkehrt. Die Dinge werden genau entgegengesetzt zu ihrer eigentlichen Aussage aufgelöst. Wie bei der Chaostheorie: eine eigentlich übertriebene Kausalitätsidee wird letztlich dazu benutzt, die Kausalität in aller Gundsätzlichkeit zu negieren.

April 21, 2008

Führers Geburtstag?

Filed under: Wissen - luclog @ 1:15 pm

Manchmal gibt es komische Zufälle, der Geburtstag Mohammeds wird scheinbar von einigen auf den 20. April datiert.

April 12, 2008

Tibetanische Kultur

Filed under: Zeitgeist, Wissen, Faschismus - luclog @ 12:00 pm

Eine kleine Bildergalerie über tibetanische Kultur. Nicht nur der Dalai Lama auch Himmler hätte an dieser Galerie seine Freude gehabt. Deswegen hier noch eine Krishna-Seite zur Vertiefung. War mir übrigens auch neu das der alte Dalai Lama – der ja wiedergeboren immer noch weitermacht – seinen Yak-Tee aus Menscheschädeln getrunken hat. Da könnte man wenn man in Inkarnationen glaubt doch eigentlich dem zeitgenössischem Dalai Lama den Prozess machen. Und hier dann noch ein Link, der ein wenig auf die Bezüge zur Theosophie, Helga Blavatsky und den Wurzelrassen eingeht. Darin ist auch ein Abschnitt enthalten der die Frauenfeindlichkeit das tibetischen Buddhismus schildert.

Siehe auch:

Die Schwarze Sonne

April 6, 2008

Peer Review Ideologie

Filed under: Wissen, Erderwärmung - luclog @ 11:36 am

Über Forschung und die Wirkung von Peer-Reviews steht ein sehr lesenswerter Artikel bei Brand-Eins, der mal ein Augenmerk darauf wirft, was für ein Inzuchtbetrieb die heutige Forschung inzwischen geworden ist – bei der sich mittlerweile verdächtige Parallelen zum mittelalterlichen Kirchendogmatismus entdecken lassen. Das fällt mittlerweile sogar dem Laien auf, wie in der Wissenschaft vieles Widersprüchliche und höchst Merkwürdige als ultimative Weisheit verkauft wird. Meine Lieblingswissenschaftsideologie ist ja die Idee der menschlichen Erderwärmung, bei der es vorne und hinten nicht stimmt. Die es aber gerade und immer schafft, sich durch das Argument des Peer-Reviewed-Papers also (begutachteter Texte), gegen jede Kritik abzuschirmen. Selbstverständlich weiß man bei begutachteten Texten besser was man zu erwarten hat. Besonders wenn dort eine Gruppe begutachtet, die einer bestimmten Meinung mehrheitlich angehört.

Die Begutachtung zieht sich dann durch bis auf lexikalische Quellen wie Wikipedia. Auch dort wird immer die Hauptströmung, die Gruppe die es geschafft hat, in einem völlig undurchsichtigem und auch nicht demokratischem oder der Wahrheit verpflichtetem Prozess, als die einzige Wahrheit verkündet.  Der Zweifel, einst der Ursprung aller Wissenschaft ist nicht mehr erlaubt, und kann immer durch den Hinweis auf die Eminenzen des Wissenschaftsbetriebes niedergebügelt werden. Und die Schar der Laien ist es völlig gewohnt ist nichts zu hinterfragen, akzeptiert sowieso alles was ihnen aus berufenem Munde präsentiert wird. Der Glaube an die Seriosität und Überparteilichkeit der Wissenschaft ist ein Mythos der seltenst hinterfragt wird.

Beim Global-Warming scheint es ziemlich sicher so zu sein, daß dahinter eine mehr politische als wissenschaftliche Bewegung steht, die sich genau mit dieser Theorie wichtig machen will, und die diesen Wissenschaftszweig genau über dieses Thema gekapert hat. Und dahinter liegt völlig offensichtlich eine Naturbewegung die in Wirklichkeit, und das schon seit "New-Age und" "Club of Rome" Zeiten, quasi-religiös und idealistisch, antihuman, weltverbessernd unterwegs ist. Wenn Zeitgeist und Wissenschaft sich so trefflich ergänzen dann stimmt etwas nicht. Und das ist immer so.

Aber auch in der Physik gibt es da einiges an Theorie was verdächtig gut dem modischen Zeitgeist entspricht. Auch dort wird einiges Theoretische verkauft, das sich direkt von religiösen Vorstellungen abzuleiten scheint.

(Wolf Lotter)"Forscher sind auch nur Menschen. Nur ihr Außenbild ist extrem edel und gut. Intrigen, Fälschungen, Eifersucht - das ganze Repertoire menschlicher Unzulänglichkeiten - herrscht in den akademischen Fluren mindestens genauso wie anderswo auch. Ruhm, Geld und Karriere gehören auch im Reich der Weisen zu wichtigen Parametern. Die Impact-Starken sind die Kings in dieser Welt: Wer viel veröffentlicht, gilt viel.”

Das Peer-Review Verfahren gibt es auch erst seit der Mitte des 20sten Jahrhunderts und mit ihm erlebten wir den Niedergang der Theorie. Seitdem bewegt sich in den meisten Fakultäten nichts mehr. Einstein wurde nur von Max Plank gegengelesen, das waren noch Zeiten in denen Theorien entwickelt werden konnten. Heutzutage ist das schon strukturell in der Wissenschaft unmöglich. Neue Theorien sind seit fast hundert Jahren nicht mehr möglich. Jeder Fortschritt entsteht also mittelerweile von Praktikern und an der Theorie vorbei (Computer, etc.). Die Theorien selbst, und damit bezeichnet man meist Thesen (wie die menschliche Erderwärmung, die überhaupt keine stimmige physikalische Theorie aufweisen) haben immer mehr religiöse oder quasi religiösen gesellschaftliche Funktion, und ersetzen das fragende Forschen durch feste Dogmen und ein unerschütterliches Weltbild, das vorgibt schon alles erkannt zu haben.

Siehe auch:

Die Ablehnung der Zukunft. 

Die Botschaft von Antikythera