April 30, 2008

Huris

Filed under: Wissen - luclog @ 1:44 pm

Es gibt manchmal Sachen die sind so eindeutig, daß es da eigentlich nichts zu deuteln gibt. Es wird aber dennoch gedeutelt. Beispielsweise bei den Huris. Immer wieder liest man die lustige Geschichte, daß den islamischen Märtyrern im Paradies "Huris" versprochen werden und damit dann eigentlich “Weintrauben" gemeint sind. Die Möchtegern-Märtyrer und eigentlich auch jeder Mohammedaner wüssten es aber besser, wenn man sie nur fragen würde. Und auch wenn man sich den Koran anschaut, ist die Sache völlig eindeutig. Wenn man die Quellen aber nicht nachschlägt, ist vom reinen Wort “Huri” her sicher eine solche Deutung möglich. Vielleicht liegt sie ja auch nah, so wie im Ruhrgebiets-Slang Jugendliche früher von der “Perle” geredet haben wenn sie die Freundin meinten. Und die Aussage "Jemand habe einem Anderen die Perle ausgespannt" könnte in späteren Jahrhunderten zu ähnlich großer Verwirrung führen. Der Koran bezieht sich aber eindeutig wenn man den Kontext liest auf Frauen als Belohnung, wenn von “Huris” die Rede ist. Hier ein Beispiel (55. Al-Rahman):

Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide da leugnen?
Darin sind gute und schöne (Mädchen).
Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide da leugnen?
(Es sind) Huris, wohlbehütet in Zelten.
Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide da leugnen?
Vor ihnen haben weder Menschen noch Dschinn sie (die Mädchen) berührt.

Leider halten viele das Naheliegende gerne für falsch, oder meinen wenn sie etwas besonders Skurriles hören, daß dies auch bestimmt wahr sein muss. Aber leider ist manchmal ein Tisch einfach nur ein Tisch und mit Huris sind einfach nur Frauen gemeint. Weil viele aber nicht in der Lage sind etwas nachzuschlagen oder auch nur einwenig länger über das was ihnen erzählt wird nachzudenken gibt es haufenweise Seiten im Netz die Geschichte weitererzählen das die 72 Jungfrauen, die den Märtyrer erwarten eigentlich nur 72 Weintrauben sind. Schon auf die Frage, warum die Weintrauben im Paradies abgezählt werden müssen, kommt keiner dieser Oberschlaumeier.

Da schreibt zum Beispiel Telepolis:

Ein plakatives Beispiel für die Übersetzungsfehler sind die "Huris", die berühmten Jungfrauen, die im Paradies den Selbstmordattentätern, den Märtyrern versprochen werden. In Wirklichkeit sind es nur "weiße Weintrauben als symbolische Ausstattung des christlichen Paradieses in Anlehnung an das Abendmahl des Evangeliums".

Und man kann sich sicher sein, bei Heise geht die Recherche nicht so weit sich die Suren des Koran im Original anzusehen, nicht mal in deutscher Übersetzung. Die Geschichte mit den Huris geht im Übrigen auf das Pseudonym  “Christoph Luxenberg” zurück, und hat also keinerlei wirkliche wissenschaftliche Reputation. Veröffentlicht wurden die Thesen zusammen mit Karlheinz Ohlig, einem umtriebigen katholischem Professor für katholische Theologie. Die eigentliche Idee dahinter ist scheinbar den Islam zu einer Abspaltung des Christentums umzudeuten.

April 24, 2008

Historische Verklärung

Filed under: Zeitgeist, Wissen - luclog @ 2:02 pm

Ein Interview über die merkwürdige Sicht des Westens auf die eigene Vergangenheit. Die Leistung von Aufklärung und technologischer Moderne wird in der modernen westlichen Welt nicht mehr geschätzt. Wir lieben  und schätzen aber dafür alle anderen “Kulturen” wie Indianerstämme die ihren Opfern das Herz bei lebendigem Leib herausgeschnitten haben. Und so sind fast alle Kultursendungen in den öffentlich rechtlichen Sendern fast immer antiaufklärerische Pamphlete, wenn es um alte Geschichte geht. Entweder es werden alte Religionsmärchen abgefeiert (Ägypten), oder man macht direkt, die Zeit der Aufklärung im Westen nieder, die der eigentliche Grund dafür ist, daß heutzutage so viele Menschen den Planeten bevölkern können wie nie zuvor. Vom elektrischen Licht, über das Auto, bis zum Computer, alles Westliche ist von Übel. Die kommunistische Variante eines Pol-Pot erscheint dagegen als attraktiver Gesellschaftsentwurf, wie auch jede fundamental religiöse Diktatur. Der brutale ausbeuterische Westen mit seiner medizinischen Versorgung und dem schon erwähntem elektrischem Licht ist beileibe nicht so charmant.

Es wird in den meisten Fällen in Europa ein durch durch ideologisches Geschichtsbild vertreten, das antiwestlich und selbstgeißelnd daherkommt. Und der eigentliche Grund dafür ist banal und stammt aus dem Fundus der revolutionären Demagogie, die bis heute nichts anderes tut als mit den Bildern die sie entwirft, einer Gesellschaft zu schaden die sie nicht will. Die Religion ist diesmal unschuldig an der grassierenden Antiaufklärung, es sind eigentlich die sozialistischen Gegner der Moderne die mit ihrer ständigen Propaganda gegen den Westen einen solchen Erfolg haben und hatten; die es geschafft haben einen Zweifel zu sähen, der jetzt in eine Modernitätsfeindlichkeit umschlägt die auch eigentlich bei Marx schon so angelegt war.

Eine lesenswerte Quelle dazu ist auch der Text von Fjordman: Islam, die Griechen und wissenschaftliche Revolution (Drei Teile).

Siehe auch:

Mohammed erfand das Schiesspulver

Die Bio Bestie

Mord und Totschlag

April 23, 2008

Schmetterlinge in den Wolken

Filed under: Wissen - luclog @ 4:22 pm

Edward Lorenz der Vater der Chaostheorie ist gestorben. Und den in diesem Zusammenhang überall erscheinenden Jubelartikeln muss auch mal etwas Kritisches entgegengesetzt werden (Chaostheorie Kritik).

Den Schmetterlingseffekt ist eine der ganz wichtigen esoterischen Kerntheorien der heutigen Zeit (Kritscher Bericht darüber beim Spiegel). Sie wird vor allem immer dann bemüht wenn die Logik bestritten werden soll. Und zwar das obwohl die eigentliche Aussage längst und auch mathematische widerlegt ist. Besonders beliebt ist die Chaostheorie bei quasi wissenschaftlichen Garnierungen von Herleitungen, daß der Mensch mit mittels minimalstem Einfluss die Natur zerstört. Da kippt dann "die Natur", "der See" oder uns allen am meisten bekannt: "das Klima". Und wenn erstmal etwas kippt ist alles verloren, und "kippen" tut immer der Mensch.

Denn der Schmetterlingseffekt ist eigentlich nichts anderes, als ein übertriebener Kausalitäts-Gedanke. Er projeziert einen Domionoeffekt auf ein Geschehen in dem sich eigentlich kein Ursache-Wirkungs Verbindung mehr festlegen lässt. In Wirklichkeit löst kein Schmetterling irgendwo irgendetwas aus, da überall auf der Welt gleichzeitig viele Ereignisse von dieser kleinteiligen Dimension stattfinden, die sich gegenseitig  beeinflussen und aufheben. Es ist immer noch alles beim Alten, kleine Dinge haben eine kleine Wirkung und große Dinge eine große. Der Schmetterling überlebt es nicht wenn der Mensch ihn willentlich mit einer Dampfwalze überfährt. Die vielen kleinen Bewegungen und Zufälligkeiten von Partikeln und Atomen sind nicht der Auslöser von großen Ereignissen, sondern große Ereignisse wie beispielsweise ein Vulkanausbruch oder eine Veränderung im Bahnverlauf der Erde um die Sonne, verändern die Umwelt viel entscheidender und ebnen alle lustigen kleine Schmetterlingseffekte auf einen Schlag ein. Ein Meteoriteneinschlag ist immer noch wichtiger als jeder Minimaleinfluss in kleinteiligen Prozessen. Die Schläge der Schmetterlingsflügel werden in Wirklichkeit schon durch die anderen kleinen Effekte eliminiert.

Und, daß sich in Prozessen, wo sich die kleinsten Wirkungen nicht mehr feststellen lassen, das was passiert nicht voraussagen lässt, da die einwirkenden Zufälligkeiten nicht mehr zu berechnen sind, ist eigentlich alles andere als überraschend. Wenn die einflussnehmenden Faktoren nicht mehr klar zu fassen sind, nicht mehr zu übersehen sind, können wir das Geschehen nicht vorausberechnen. Eigentlich eine Plattitüde. Aber so wie es dann in unsere modernen Wissenschaftserzählung aufgenommen wurde, ist es zu etwas völlig anderem mutiert.

Der Schmetterlingseffekt der zuerst in in der Sience Fiction auftaucht, beschreibt die Idee das geringste Effekte größte Auswirkungen haben. Ray Bradbury hat sowas zu allererst in einer Zeitreise-Geschichte beschrieben. Und das führt uns in sofort in die Welt der Unlogik und des Absurden die damit Verbunden ist. Und sie ist nicht fälschlicherweise damit verbunden, der Zusammenhang kommt aus der dahinterliegenden Geisteshaltung, er ist Philosophie. Zeitreise und viele Welten, hunderte von Dimensionen, Zeit ist Raum, Zeit ist nicht vorhanden, all diese Ideen von völlig fantasielosen Wirklichkeitsverächtern. Die Chaostheorie gilt nicht umsonst als der  Todesstoß für die Kausalität. Viele Menschen begreifen bis heute nicht wie sehr die Wissenschaft von esoterischer Spekulation durchsetzt ist, die im Endeffekt von anderen Formen der Gottsuche kaum mehr unterscheidbar ist. Und die Gottsuche in der Welt der mathematischen Wissenschaft ist eine ganz besonders merkwürdige Hartnäckigkeit des 20. Jahrhunderts.

Das sind beliebte Wissenschafts-Topoi unserer Gegenwartskultur: Zeitreise, Urknall, Chaostheorie, und Schwarze Löcher. Man sieht schon an der Liste, daß zuallererst der einfache kindliche Gedanke zählt, der auf jeder Ebenen der Intellektualität, schnell zu begreifen ist. Und letztlich pflanzt sich das fort, was schon immer viral vorhanden war und so auf fruchtbaren Boden fällt. Und der fruchtbare Boden ist der den die menschliche Wissensgenese vorgibt, er ist religiös. Es sind die religiösen Muster und Mythen die immer und unerbittliche weiter verfolgt werden. Schöpfung wird so zu Urknall. Auch in der Wissenschaft sind meistenteils Gottsucher am Werk, die eigentlich nichts anderes wollen als “letzte Fragen” klären. Der ganz große Wurf, wie die Vereinheitlichung von Allem, muss es da schon sein – die große “Welttheorie”. Und dann klappt es wieder nicht. Und immer wieder tauchen neue Fragen auf und immer wieder passt das Gemessene nicht zum Gedachtem. Eigentlich ist es ganz wunderbar, denn immer wenn etwas nicht passt müsste es eigentlich zu tieferer Erkenntnis führen. Leider steht dem die Theorie entgegen, denn die Theorie ist längst, etwas geworden, an das die Wirklichkeit angepasst wird. Sie verkehrt. Die Dinge werden genau entgegengesetzt zu ihrer eigentlichen Aussage aufgelöst. Wie bei der Chaostheorie: eine eigentlich übertriebene Kausalitätsidee wird letztlich dazu benutzt, die Kausalität in aller Gundsätzlichkeit zu negieren.

April 21, 2008

Führers Geburtstag?

Filed under: Wissen - luclog @ 1:15 pm

Manchmal gibt es komische Zufälle, der Geburtstag Mohammeds wird scheinbar von einigen auf den 20. April datiert.

April 12, 2008

Tibetanische Kultur

Filed under: Zeitgeist, Wissen, Faschismus - luclog @ 12:00 pm

Eine kleine Bildergalerie über tibetanische Kultur. Nicht nur der Dalai Lama auch Himmler hätte an dieser Galerie seine Freude gehabt. Deswegen hier noch eine Krishna-Seite zur Vertiefung. War mir übrigens auch neu das der alte Dalai Lama – der ja wiedergeboren immer noch weitermacht – seinen Yak-Tee aus Menscheschädeln getrunken hat. Da könnte man wenn man in Inkarnationen glaubt doch eigentlich dem zeitgenössischem Dalai Lama den Prozess machen. Und hier dann noch ein Link, der ein wenig auf die Bezüge zur Theosophie, Helga Blavatsky und den Wurzelrassen eingeht. Darin ist auch ein Abschnitt enthalten der die Frauenfeindlichkeit das tibetischen Buddhismus schildert.

Siehe auch:

Die Schwarze Sonne

April 6, 2008

Peer Review Ideologie

Filed under: Wissen, Erderwärmung - luclog @ 11:36 am

Über Forschung und die Wirkung von Peer-Reviews steht ein sehr lesenswerter Artikel bei Brand-Eins, der mal ein Augenmerk darauf wirft, was für ein Inzuchtbetrieb die heutige Forschung inzwischen geworden ist – bei der sich mittlerweile verdächtige Parallelen zum mittelalterlichen Kirchendogmatismus entdecken lassen. Das fällt mittlerweile sogar dem Laien auf, wie in der Wissenschaft vieles Widersprüchliche und höchst Merkwürdige als ultimative Weisheit verkauft wird. Meine Lieblingswissenschaftsideologie ist ja die Idee der menschlichen Erderwärmung, bei der es vorne und hinten nicht stimmt. Die es aber gerade und immer schafft, sich durch das Argument des Peer-Reviewed-Papers also (begutachteter Texte), gegen jede Kritik abzuschirmen. Selbstverständlich weiß man bei begutachteten Texten besser was man zu erwarten hat. Besonders wenn dort eine Gruppe begutachtet, die einer bestimmten Meinung mehrheitlich angehört.

Die Begutachtung zieht sich dann durch bis auf lexikalische Quellen wie Wikipedia. Auch dort wird immer die Hauptströmung, die Gruppe die es geschafft hat, in einem völlig undurchsichtigem und auch nicht demokratischem oder der Wahrheit verpflichtetem Prozess, als die einzige Wahrheit verkündet.  Der Zweifel, einst der Ursprung aller Wissenschaft ist nicht mehr erlaubt, und kann immer durch den Hinweis auf die Eminenzen des Wissenschaftsbetriebes niedergebügelt werden. Und die Schar der Laien ist es völlig gewohnt ist nichts zu hinterfragen, akzeptiert sowieso alles was ihnen aus berufenem Munde präsentiert wird. Der Glaube an die Seriosität und Überparteilichkeit der Wissenschaft ist ein Mythos der seltenst hinterfragt wird.

Beim Global-Warming scheint es ziemlich sicher so zu sein, daß dahinter eine mehr politische als wissenschaftliche Bewegung steht, die sich genau mit dieser Theorie wichtig machen will, und die diesen Wissenschaftszweig genau über dieses Thema gekapert hat. Und dahinter liegt völlig offensichtlich eine Naturbewegung die in Wirklichkeit, und das schon seit "New-Age und" "Club of Rome" Zeiten, quasi-religiös und idealistisch, antihuman, weltverbessernd unterwegs ist. Wenn Zeitgeist und Wissenschaft sich so trefflich ergänzen dann stimmt etwas nicht. Und das ist immer so.

Aber auch in der Physik gibt es da einiges an Theorie was verdächtig gut dem modischen Zeitgeist entspricht. Auch dort wird einiges Theoretische verkauft, das sich direkt von religiösen Vorstellungen abzuleiten scheint.

(Wolf Lotter)"Forscher sind auch nur Menschen. Nur ihr Außenbild ist extrem edel und gut. Intrigen, Fälschungen, Eifersucht - das ganze Repertoire menschlicher Unzulänglichkeiten - herrscht in den akademischen Fluren mindestens genauso wie anderswo auch. Ruhm, Geld und Karriere gehören auch im Reich der Weisen zu wichtigen Parametern. Die Impact-Starken sind die Kings in dieser Welt: Wer viel veröffentlicht, gilt viel.”

Das Peer-Review Verfahren gibt es auch erst seit der Mitte des 20sten Jahrhunderts und mit ihm erlebten wir den Niedergang der Theorie. Seitdem bewegt sich in den meisten Fakultäten nichts mehr. Einstein wurde nur von Max Plank gegengelesen, das waren noch Zeiten in denen Theorien entwickelt werden konnten. Heutzutage ist das schon strukturell in der Wissenschaft unmöglich. Neue Theorien sind seit fast hundert Jahren nicht mehr möglich. Jeder Fortschritt entsteht also mittelerweile von Praktikern und an der Theorie vorbei (Computer, etc.). Die Theorien selbst, und damit bezeichnet man meist Thesen (wie die menschliche Erderwärmung, die überhaupt keine stimmige physikalische Theorie aufweisen) haben immer mehr religiöse oder quasi religiösen gesellschaftliche Funktion, und ersetzen das fragende Forschen durch feste Dogmen und ein unerschütterliches Weltbild, das vorgibt schon alles erkannt zu haben.

Siehe auch:

Die Ablehnung der Zukunft. 

Die Botschaft von Antikythera

April 3, 2008

Mord und Totschlag

Filed under: Zeitgeist, Wissen - luclog @ 12:22 pm

Eine kleine Erweiterung zu dem was Religion ist und sein kann sieht man in solchen Sätzen.

Der Autor ist Professor an einer renommierten europäischen Universität. Aus Sicherheitsgründen schreibt er unter einem Pseudonym.

So endet der lesenswerter Artikel Rene Marcus: "Tötet sie!".

Und eine wirklich gute Eweiterung zu diesem Text bieten die Texte von Taran Dursun. Dieser türkische Autor schrieb nicht unter Pseudonym war selber mal islamischer Geistlicher und wurde dann auch für sein religionskritsches Schreiben ermordet, womit er aber gerechnet hat. Da bekommt man mal Einblick wie eine Religion des Friedens so gestrickt wurde, und das Religionen nicht alle gleich sind.

Man kann den Mut mancher Türken einfach nur bewundern, und hier verläuft auch die wirkliche Trennlinie: bei der Religion –  bei Menschen die solche religiösen Texte ernsthaft als Anleitung für ihr Leben hernehmen und den anderen. Insbesondere ist den Leuten die sich als Links bezeichnen und sich vor eine solch gefährliche Ideologie stellen der Vorwurf zu machen, daß sie längst nicht mehr für eine humane Welt und für Aufklärung stehen. Sie stehen mittlerweile für einen Augenzu-unddurch Konservatismus, der nur noch Idealen verpflichtet ist die in Wolkenkuckucksheim erdacht wurden. Alle Menschen werden Brüder. Sicher sicher. Aber vorher werden alle Ideen der Humanität für die einst die Linke stand vom Planeten verschwinden, wenn sie so weitermacht und für keine Idee der Humanität mehr einzustehen bereit ist, falls diese mit der stärkeren Religion kollidiert. Es gibt eigentlich keine stärkere Niederlage für Aufklärung und moderne Sozialvorstellungen als diese: Das Einknicken vor jeder Religion. Die Aufgabe des Materialismus der einst Kernpunkt der Moderne war vor jeglichem Sektenunfug. Und diese Aufgabe des Materialismus ist nicht nur in dem vorauseilendem devoten Verhalten vor jeder Religion erkennbar, sondern sie zieht sich durch alle Bereiche der Wissenschaft und nachmodernen Ideenwelt. Es geht wieder Abwärts, überall hat der Hokuspokus Hochkonjunktur. In jeder Buchhandlung sind die Reihen der Bücher die sich mit Hokuspokus beschäftigen mittlerweile 20 mal so breit wie die kleine schamhaft Ecke die sich mit Information oder Wissenschaft beschäftigt, und das was sich in dieser schamhaften Wissenschaftsecke befindet ist dann meist auch nur wissenschaftlich verbrämter Hokuspokus, der den Zusammenhang von Religion und Quantenphysik erklärt. Der neue Zauberglaube ist die wirkliche Gefahr für die Moderne. Hier lebt sich die Dekadenz wie immer zuallererst aus. Und das ist der fruchtbare Boden der schon so oft in der Geschichte der Menschheit zu den allerschlimmsten Fanatismen geführt hat.

April 2, 2008

Namen und Religion

Filed under: Wissen - luclog @ 4:09 pm

Und wo ich schon mal bei Namen bin, hab ich mir dann noch die Namen von Religionsstiftern angeschaut und finde deren Sinngehalt äusserst verdächtig.

Nun, daß viele Leute Haushofmeister oder Paul (Der Kleine) heißen irritiert ja nicht weiter. Aber, daß Religionsstifter immer direkt mit Vornamen wie Mohammed (Der Gepriesene), Jesus (Gottes-Rettung), Moses (Gotteskind*) , Siddharta Gautama (Schwer: Vollkommener Siegfried?) aufwarten ist für mich ein wenig viel des Namens-Zufalls. Also entweder hat man mit einem Namen wie Paul einfach immer schon jegliches Recht auf Religionsstiftung verwirkt, oder (und das ist meine Meinung) es geht bei der Sache einfach nicht mit rechten Dingen zu, und die Geschichten rund um die Religionsstifterei sind immer schon nachträglich schwer verzehrt worden und nicht wirklich historisch korrekt überliefert.

*In Ägypten taucht Moses immer als Nachtrag in Verbindung mit einem Gottesnamen (wie Tuthmoses) auf.

Namensbedeutung

Filed under: Wissen, Nützliche Links - luclog @ 2:52 pm

Erst kürzlich bin ich auf eine Seite gestossen, die Bedeutung und Herkunft von Namen erklärt. Hier kann man dem Hintergrund von vielen Namen nachspüren und man lernt schnell, daß die Ursprünge von Namen meist recht profan sind. Zum Beispiel Harald, Henryk, Heinrich, Enrico, und Henning, bedeutet alle ein und dasselbe “Hausherrscher”. Ich bin mir aber noch nicht sicher ob “Pantoffelheld” oder “Hausmeister” den darin enthaltenen Sinn am besten übersetzt.

February 8, 2008

O Brother where are Thou?

Filed under: Wissen - luclog @ 8:07 pm

Und mal wieder ein kleiner Beserwisser-Artikel über die merkwürdigen Tücken der Wahrnehmung. Da in vielen amerikanischen und englischen Betrieben das "You" benutzt wird denken viele die vom Klangbild her ausegehend: Yu = Du. Es ist aber genau andersherum wie ich auch überascht über USA-Erklärt erfahren habe.

Wikipedia die man in fast allen unpolitischen Besserwissenfragen bedenkenlos benutzen kann schreibt dazu:

Früher unterschied das Englische zwischen Singular und Plural. Thou bedeutete dasselbe wie du und you dasselbe wie euch. Später wurde you ein förmliches Pronomen wie das deutsche Sie. Man kann dies in einem Durchgang von Shakespeares Hamlet sehen:

    Queen: “Hamlet, thou hast thy father much offended.” („Hamlet, du hast deinen Vater sehr verletzt.“)
    Hamlet: “Mother, you have my father much offended.” („Mutter, Ihr habt meinen Vater sehr verletzt.“)

Lustig wird es aber eigentlich erst dadurch für mich, daß diese Sache schon wieder eine kompletten Überschlag gemacht hat. Denn gerne wird in deutschen Betrieben und Runden – die sich dem Englischen gerne anpassen möchten – die allgemeine Duzerei, also die Verniedlichung des Gegenüber, zu der modernen Umgangsform erklärt. Oftmals eben mit dem Verweis auf die USA. Dabei ist es genau entgegengesetzt, die angloamerikanische Kultur die hier nachgeahmt werden soll, ist viel höflicher und siezt alles. Und ich denke bei dem Zugang zu freien Waffen über Jahrhunderte hat das z.B. in den USA auch triftigen Grund. Das aber in Deuschland eine eigentlich respektlose und beleidigende Verniedlichung und Verkindlichung der Person, als modern und charmant angesehen wird, ist wohl auch wieder nur Symptom für die allgemeine Anfälligkeit der deutschen Nachkriegsgesellschaft für jede Infantilitiät (Oder auch ein Zeichen für die Übermacht von Parteien in denen das Genossen-Du überwiegt).