April 12, 2008

Tibetanische Kultur

Filed under: Zeitgeist, Wissen, Faschismus - luclog @ 12:00 pm

Eine kleine Bildergalerie über tibetanische Kultur. Nicht nur der Dalai Lama auch Himmler hätte an dieser Galerie seine Freude gehabt. Deswegen hier noch eine Krishna-Seite zur Vertiefung. War mir übrigens auch neu das der alte Dalai Lama – der ja wiedergeboren immer noch weitermacht – seinen Yak-Tee aus Menscheschädeln getrunken hat. Da könnte man wenn man in Inkarnationen glaubt doch eigentlich dem zeitgenössischem Dalai Lama den Prozess machen. Und hier dann noch ein Link, der ein wenig auf die Bezüge zur Theosophie, Helga Blavatsky und den Wurzelrassen eingeht. Darin ist auch ein Abschnitt enthalten der die Frauenfeindlichkeit das tibetischen Buddhismus schildert.

Siehe auch:

Die Schwarze Sonne

November 19, 2007

Die Schwarze Sonne

Filed under: Zeitgeist, Wissen, Faschismus - luclog @ 8:54 pm

Absolut sehenswert und sehr passend zu den vorherigen Artikeln. Man beachte im Film, daß immer wieder Lichtsymbolik auftaucht, und auch der Begriff der Schwarzen Sonne. Die Schwarze Sonne ist das Endsymbol (Deus Ex Machina) in dem Kinodreiteiler Matrix. Das ist die Popkultur unserer vordergründig vom Neuheidentum befreiten Gesellschaft. Diese gefährlichen Ideen sind längst noch nicht verschwunden, sie sind immer noch wach und modern und sie haben sich kaum gewandelt. Dort finden sich auch die mythologischen Grundlagen der Nazis. Hier noch etwas zu Helena Bavatsky und dem Hakenkreuz, besonders interessant finde ich auch die Verbindung zur heute noch sehr beliebten und gesellschaftlich angesehenen Antropsosophie. Die anderen Begriffe die noch damit zusammen hängen sind, die Gnosis, oder auch Gnostizismus und es lassen sich sogar Verbindungen zu den modernen Kabbalisten entdecken. Das ist in seiner Gesamtheit ein immer noch kaum zu durchschauendes und völlig bizarres esoterisches Durcheinander, das aber seine Wirkungen bis in die moderne Philosophie entfaltet. Nur mit Kenntnis dieser Vorstellungswelten sind überhaupt erst deutsche Philosophen wie Nietzsche verständlich (Und damit auch Sloterdijk oder Bolz). Sich damit zu befassen, führt wirklich zu einem Moment der Erkenntnis (Gnosis), nur ist diese Erkenntnis keine Gute. Mir ist dadurch erst wirklich klar geworden wie wichtig die Funktion der Kirchen ist. Denn, was da lauert wurde nie wirklich gezähmt. Vielleicht lässt sich auch darüber besser verstehen, daß die Nazis kein dummer Schwachmatenhaufen waren, abgesehen von dem Anteil an schwachköpfiger Dummheit den jede Massenbewegung braucht. Dahinter stecken ungeheuer gefährlich Ideen, die auf andere Weise immer noch weiter tradiert werden und jederzeit wieder erwachen können. Und auch deshalb sind die Experimente am offenen Herzen die wir aus ideologischen, theoretischen und geschäftlichen Erwägungen an der Gesellschaft vornehmen auch so brisant.

Film via: Winkelried.

October 29, 2007

Rauchverbot und Widerstand

Filed under: Zeitgeist, Faschismus - luclog @ 1:48 am

Die Kriminalisierung der Raucher ist eine interessante Sache. Es ist natürlich ein völliger Unsinn zu vermuten, daß die Nichtraucher die Kneipen bevölkern werden, wenn man die Raucher verscheucht. Wäre es so hätte es längst ohne irgendein Gesetz schon überall Nichtraucher Kneipen gegeben. Die dogmatischen Nichtraucher sind ungefähr so lebenslustig wie die dogmatischen Nichttrinker. Und die Nichttrinker sind oft Nichtraucher. Überhaupt ist der Konsumverächter immer der Feind des Lebens. Auch das Joggen und andere Lebenszeitfresser zur Lebensverlängerung, sind nur Lebensverneinungsstrategien, die die Flucht in eine vermeintliche gute Körperlichkeit suchen, die einem Ideal nachhängt welches im Kern nichts anderes ist als purer Faschismus. Der Mensch soll nicht nur Ziellos leben, er soll es möglichst gesund tun, und möglichst still.

Und es geht ja noch weiter, nicht nur in festen Räumlichkeiten soll das Rauchen unterbunden werden, nein, auch Heizpilze, an denen sich Leute die vor der Tür rauchen wärmen könnten, sollen verboten werden. Es geht natürlich bei alledem nicht um die Gesundheit. Der Raucher soll möglichst auf dem Balkon erfrieren oder wenn es geht an Nikotinvergiftung durch die nichtdosierbaren Nikotinkaugummis sterben. Es geht einfach darum, daß es eine Mehrheit gibt die eine Minderheit schikanieren kann, weil diese Minderheit keinen Schutz hat. Die Nichtraucher werden auch weiterhin nicht in Kneipen gehen, in die sie sonst auch nicht gegangen wären. Eine Gesundheitsgefahr die davon ausgeht, daß man gelegentlicher Passivraucher ist, ist absolut nicht existent. Der letztlich verstorbene älteste Mann der Welt, war Raucher. Wenn man als aktiver Raucher der älteste Mann der Welt werden kann, oder nur so alt und aktiv wie Helmut Schmidt, ist es völlig evident, das die Gefahr durch passives Rauchen, bei gelegentlichem Besuch von Raucherräumen, eine völlig an den Haaren herbeigezogene Behauptung, zum Zwecke der puren Schikane von anderen Menschen, ist, die irgendwann und irgendwie zu Süchtigen geworden sind.

October 10, 2007

Das dritte Reich ausklammern

Filed under: Zeitgeist, Faschismus - luclog @ 4:42 pm

Eigentlich wollte ich ja gar nichts mehr zu Eva Herman schreiben. Mir war die ganze Sache längst zu dumm. Diese Hin- und Hergerissenheit zwischen der Mutterfront und der Kämpfer gegen Hitler war mir einfach zuviel. Da donnern die Kanonen, und in den Stacheldrahtverhauen der politischen Korrektheit, hatten sich die Truppen schon fest eingegraben. Jetzt sind im Verlauf des Gesprächs bei Kerner noch ein paar "Nono’s" dazu gekommen: "Autobahn" und "Gleichgeschaltet". Wer Jehova sagt, muss gesteinigt werden, das kennen wir von Monthy Phyton. Auch das gleichgeschaltete: "Wir sind doch alle Individuen!, konterkariert von einem einzelnen "Ich nicht".

(Hierzu auch, Gegenstimme: Herman bei Kerner)

Der ritualisierte Irrsinn ist das eigentlich Faszinosum an dieser Geschichte:

(H.M. Broder) Als Eva Herman nach genau 55 Minuten von Kerner aus dem Studio komplimentiert wurde ("Ich entscheide mich für die anderen drei Gäste und verabschiede mich von Eva Herman"), hatten sich alle Selbstgerechten nicht nur am falschen Objekt abgearbeitet, es endete auch eine der längsten Antifa-Sitzungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Es ist ein Antifaschismus, der sich von seinem eigentlichen Gegenstand längst verabschiedet hat und dort am besten gedeiht, wo es keinen Faschismus gibt: in einem virtuellen Raum des wohlfeilen Widerstands.

(Dazu Neues und Bekanntes: Das Quotensteigerungstribunal)

Und hier fehlt eigentlich nur noch die klare Feststellung der offenkundigen Tatsache, daß sich ein linkes Bildungsbürgertum über eine solche ritualisierte Empörung, immer nur selbst immunisiert. Hier wird das Gewissen durch symbolische Handlung und Aufregung gereinigt; man war direkt zu Besuch bei einem säkularen Reinigungsritual.

Und dieses quasireligiöse Moment ist genau das worin sich auch Eva Herman verirrt. Sie kann eben nicht sagen was sie sagen will, ohne auf die Verbindung zur 68er Ideologie zu verweisen, und die 68er beziehen ihre Legitimation aus einem postfaschistischem Widerstand gegen den Faschismus. Man steckt also mittendrin in gesellschaftlichen Traumata, und einer genauso traumatischen Gegenreaktion. Eva Herman kann dem nicht ausweichen, sie kann nur aufgeben. Wenn sie aber nicht aufgibt, kann sie auch nur versuchen gegen die aufgestellten Verbindungen: Mutter häuslich = Drittes Reich, anzugehen. Wie man sieht hat sie keine Chance, jede Bewegung, in diesem vor langer Zeit schon aufgehängtem Netz, kann sie nur weiter verstricken.

Auch das Abschwören – was noch in den früheren Zeiten ein Möglichkeit war – ist heutzutage keine mögliche Handlungsalternative mehr. Abschwören bedeutet heutzutage nur noch, der Gegenseite recht geben und dadurch jeglichen Status, selbst den des ernst zu nehmenden Kontrahenten zu verlieren. Anfeindungen und deren Konsequenzen werden so nicht verringert, es kommt höchsten erschwerend hinzu, daß man ja zugegeben hat, etwas falsches gesagt zu haben, und der Vorwurf des Verschlagenheit und einer allgemeinen Unglaubhaftigkeit käme direkt hinterher.

Steinigungshügel. Jede Menge Frauen mit Bart.

Steinigungsmeister:
Matthias, Sohn des Dagronominus Gasa?
Matthias:
Was muß ich sagen? Ja?
Wache:
Ja.
Matthias:
Ja.
Steinigungsmeister:
Du wurdest für schuldig befunden durch den Ältestenrat unserer Stadt, den Namen unseres
allmächtigen Herrn geschmäht zu haben. Du lästertest Gott auf unglaublich infame Weise.
Frauen:
Uhhhh!
Steinigungsmeister:
Und wirst somit zu Tode gesteinigt.
Frauen:
Jajaja.
Matthias:
Hören sie. Wir hatten ein wundervolles Abendessen und ich habe nur zu meiner Frau
gesagt, dieses Stück Heilbutt wäre grad gutgenug für Jehova gewesen.
Frauen:
Ohh!
Steinigungsmeister:
Blasphemie! Er wiederholt seine Sünde.
Frauen:
Ja.
Steinigungsmeister:
Habt ihr es gehört.
Frauen:
Ja, wir haben es gehört.
Frau:
[mit hoher Stimme] Ja wir haben es…
Steinigungsmeister:
Kann es sein, daß Weibsvolk anwesend ist?
Frauen:
Nein…
Steinigungsmeister:
Nunwohldann. Ich verkünde nun, Kraft des mir verliehenen Amtes, daß der hier
anwesende…
Matthias:
Autsch! Wir haben doch noch gar nicht angefangen.
Steinigungsmeister:
Wer war das? Wer warf den Stein? Wer hat ihn geworfen? Ich will es wissen.
Frauen:
Sie hat, sie hat. Er hat, er hat.
Frau:
Verzeihung. Ich dachte wir hätten schon angefangen.
Steinigungsmeister:
Abmarsch nach hinten.
Frau:
Pööö.
Steinigungsmeister:
Einer tanzt immer aus der Reihe. Also, wo waren wir?
Matthias:
Hören sie. Ich weiß nicht, was daran Blasphemie sein soll, wenn man nur Jehova sagt.
Frauen:
Ahh.
Steinigungsmeister:
Du machst alles nur noch schlimmer für dich, Elender.
Matthias:
NOCH schlimmer? Was kann denn noch schlimmer sein, hä? Jehova! Jehova! Jehova!

September 13, 2007

Der Ursprung des Faschismus II

Filed under: Wissen, Faschismus - luclog @ 6:45 pm

Ich hatte mich ja schon mal hier über Italien als Ursprungsland des Faschismus ausgelassen. Man kann aber noch tiefer in die Betrachtung der Ideengeschichte eingehen. Und dann wird es erst richtig spannend. Denn man muss dann erkennen, daß Kommunismus und Faschismus und Anarchismus nicht nur zentral ideengeschichtlich verbunden sind, sondern auch auf den gleichen Quellen und Anlässen beruhen. Dies berührt natürlich auch die extrem radikal liberalen Ableger, die sich ideengeschichtlich auch auf dieselben Quellen beziehen.

Das eigentlich Zentrum der Ideen ist in Frankreich und dort natürlich in Paris. Hier stösst der junge Filippo Tomasso Marinetti auf die Personen die ihn eigentlich beeinflussen. Als wichtigste und zentrale Figur ist hier wohl Georges Sorel zu nennen. Georges Sorel ist bis heute ein einflussreicher Denker. Auch in dem erst kürzlich von mir verlinkten Text, von Norbert Bolz wird auf den bei George Sorel zentralen Begriff der Dekadenz verwiesen. Wenn man auf die bis heute beliebten Zusammenhänge des Denkens von Marx bis Nietzsche schaut, wird man immer auf die gleichen Zusammenhänge stossen, bei Bolz wie Sloterdijk, oder auch bei allen anderen heutigen gesellschaftsrelevanten Theoretikern: es ist immer das Ende des 19ten und das frühe 20ste Jahrhundert und die dortigen, geistesgeschichtlichen Entwicklungen die uns bis heute bewegen.*

Tomasso Marinetti, George Sorel, und Julius Evola sind die Ideengeber des Nationalsozialimus. Denn auch der heutige Diskurs ist immer noch ein Nachläufer des dort beginnenden Ideenstreites. Hier haben sich alle großen ideologischen Vorstellungen ausserhalb der Religion gebildet, die bis heute Bestand haben. Demokratie oder Freiheit sind nicht die Begriffe die uns bewegen, es geht immer um Masse und Massenbewegung im modernen Diskurs. Um Popularität. Um eine Popkultur des Denkens, die eigentlich die Revolution nur als pitoreskes Spiel versteht; und die die Ernsthaftigkeit der Gefahr, der ein hochfragiles modernes politisches System ausgesetzt ist, nicht mehr erkennt.

Im Kampf der Ideologien die sich in Geschichte und Herkunft so sehr ähneln, geht es schlussendlich nur um’s Rechthaben im Diskurs – die Wirklichkeit ist eine platonische Gegenwelt. Und mittlerweile bleibt selbst die dümmste Idee, der das Versagen schon im Kern anzusehen ist weiter virulent (wenn sie sich nur als Ideal, zur Ideologie formen lässt**). Eine Idee muss nur genügend Übermittler haben die sie an weitere Staffelträger des Unsinns übergibt. Selbst der Ökologismus wird so zu einem Religions und Sinnstiftungsersatz und speist sich direkt aus diesen alten Quellen.

* Das liegt auch ganz einfach am Zitationssystem innerhalb des wissenschaftlichen Diskurses, in späteren Zeiten wurde einfach soviel publiziert, das keiner mehr durchkommt, und sich keine verbindlichen Denktraditionen mehr herausbildeten die sich auf Schriften berufen konnten. Besonders da diese Schriften heutzutage ja quasi wissenschaftlich Zwanghaft aus Zitationen bestehen, und schon von daher kaum mal eine Argumentation ausbilden und oft einfach unleserlich bleiben. Denn kein Gedanke und kein Text wird mehr als orginär wahrgenommen. Die schlimmsten Auswüchse dessen, sind natürlich heutzutage Webseiten die mitten im Text aufeinander verlinken und so überhaupt nicht mehr ins Zitat zu übertragen sind.

** F. Wegener (Das Atlantidische Weltbild): Sorel erkennt in Anbetracht der enormen Wirkung, die der Mythos der Apokalypse für die Entstehungsgeschichte des Christentums hatte, die Relevanz der Mythen für soziale Bewegungen. Mythen, „in denen sich die kräftigsten Tendenzen eines Volkes … wiederfi nden: um Tendenzen, die sich unter sämtlichen Lebensumständen dem Geiste mit der Beständigkeit von Instinkten darstellen, und die den Hoffnungen nahe bevorstehender Handlungen … volle reale Anschaulichkeit verleihen.“ Die Teilelemente des Mythos seien ohne Bedeutung, wichtig sei „die in dem Gefüge enthaltene Idee“, das Bild, das während der Vorbereitung zur Revolution „ein Element der Kraft ersten Ranges“ darstellen könne. Die „bewegende Kraft“ der Idee sei dabei so groß, dass sie die Geister, die Seelen in Besitz nehme.

July 30, 2007

Rassismus ist eine Zeichnung aus Frankreich

Filed under: Zeitgeist, Faschismus, Egalität - luclog @ 4:11 pm

Lange habe ich beim Rassismus in die völlig falsch Richtung geblickt. Immer hatte ich direkt den Ku-Klux-Klan, den Faschismus oder George Bush im Verdacht. Bis mir der Fall Mister Wong die Augen geöffnet hat.

Rassismus ist ein Meister aus Frankreich. Woher kommen, denn diese Stereotypen von Schlitzaugen und dicklippigen Schwarzen? Es ist ein großes und sich über viele Bände erstreckendes Machwerk, aus Frankreich, das den Rassismus bis heute direkt in Köpfe und Herzen der Kinder transportiert. Das Zentrum des bösen in Europa ist Asterix. Ein rassistisches Machwerk von äusserster Brisanz. Dort wird nicht nur der Kapitalismus kritisiert, wie in "Obelix Gmbh&CoKg" "oder die "Trabantenstadt" – Es wimmelt geradezu von rassistischen Stereotypen und Witzchen. Man stösst dort auf hakennasige Griechen, wie man sie heute noch in Griechenland finden kann, und auch die Spanier oder Italiener haben dort ihre eigene  Physiognomie. Der Deutsche ist ein Trottel der gerne marschiert, und die Belgier essen gerne. In Frankreich werden sogar die einzelnen Landsmannschaften mit ihren Eigenheiten dargestellt. Das entspräche in Deutschland der Karikatur eines Schwaben als sparsam, während der Bayer als Biertrinker dargestellt wird. Und eben diese Stereotypen, die es längst nicht mehr gibt, werden immer noch unschuldigen Kindern trickreich über den Umweg von vordergründig lustigen Zeichnungen in die Köpfe gehämmert.

Eine echte Kultur die diesen Ausdruck auch verdient, würde alle Unterschiede einebnen, so daß ein wunderbares einheitliches Grau entsteht, und an diesem Ideal waren der Faschismsus und auch die DDR eigentlich schon sehr nah dran. Aber der neue moderne Ansatz über "Ismusse", "Rechtsweg" und "Theorie" erscheint mir auch nicht schlecht.

Rettet die Ungleichheit 

October 31, 2006

Intellektuelle Explosion

Filed under: Zeitgeist, Faschismus - luclog @ 2:25 pm

Die Bevölkerung explodiert machmal … eben wegen zu wenig Bildung … blabla.

Zum Thema Youth Bulge, Kriege und Konflikte: Die Beobachtung die Gunnar Heinsohn, Huntington und schon viele andere vorher gemacht haben ist so richtig wie altbekannt (schätzungsweise Millionen, davon haben es aber sicher nur tausende  in Büchern niedergeschrieben): Um Krieg zu führen braucht es viele Kinder.

Andersherum wird es auch gerne formuliert, dann sagt man: Viele Kinder führen zu kriegerischen Konflikten. Alles so richtig wie banal. Aber, hier stossen wir auch wieder, wie fast immer auf ein zentrales, Problem westlicher moderner Dialektik. Auf das man nicht nur in der soziologischen, philosophischen Fakultät tifft, sondern welches bis hin zur Physik und Mathematik Anlass zu allerhand Streit bietet. Wahrscheinlich das zentrale Motiv des 20 Jahrhunderts auf dem fast aller akademischer Streit aufbaut: "Was war zuerst, die Henne oder das Ei".

Was ist Schuld? Die Ideologie die viele Kinder erzwingt, um Sich agressiv zu verbreiten, oder die Kinder? Ich würde doch eher die Ideologie verantwortlich machen.

PS: Mal davon abgesehen, das sich viele Ideologien dessen bedienen und bedient haben (Islam, Faschismus, Christentum) ist es ein viel älteres Wissen. Daß man für eine grosse Armee Kinder braucht ist wirklich nicht sehr originell und ungefähr bei "Dann hole ich meine fünf Brüder" einzuordnen – und das war sicher schon vor der Erfindung des Rades bekannt. Möglicherweise gibt es sogar einen biologischen Reflex mit dem Populationen mit hohen Geburten auf Bedrohungen reagieren.

March 20, 2006

Rettet die Ungleichheit.

Filed under: Zeitgeist, Faschismus, Egalität - luclog @ 8:00 pm

Es gibt nichts Schlimmeres, als die Propaganda, daß alle Menschen gleich sind. Das ist absolut falsch. Menschen sind nicht gleich, nichtmal vor dem Gesetz. Selbst als Ideal ist Gleichheit eine fürchterliche Sache. Niemand will gleich sein, jeder ist auf seine Individualität aus. Jeder stellt seine ganz besondere Persönlichkeit in den Vordergrund, seine Fähigkeiten, seinen Geschmack oder seine Frisur – was nicht immer gut ist.

Gleich, wird er dann in der Masse, als Fan einer Rockband oder als Wagnerianer,
als Hip-Hopper verliert er dann jede Individualität. Und alle Charakteristika lassen sich sprachlich fassen. Der Wagnerfreund spricht: Hiphopper sind doof. Das ist erstmal korrekt, denn der Wagnerhörer hat wie jeder entschiedene Musikhörer eine Wahl. Ausserdem ist der Wagnerfreund, ein Anpasser und süchtig nach Beifall, und von daher viel dümmer und kann dem Hiphopper so leicht zum Opfer werden – von der körperlichen Verfasstheit will ich hier garnicht erst anfangen; oder hat schon mal jemand einen Wagnerhörer breakdancen sehen? Alles fette Schwuchteln, um auch noch eine dritte Randgruppe einzubringen.

Rollstuhlfahrer sind doof, wäre hingegen eine bedenkliche Verbindung zwischen einem Gebrechen, das jeden treffen kann und dem Grad der Intelligenz. Wenn man aber viele schlechte Erfahrungen mit Rollstuhlfahrern gemacht hat, sollte selbst das im Rahmen der Freien Rede erlaubt sein. Bestimmte Bezeichnungen zur Unterscheidung changieren auch: Der Neger, was ja Schwarzer bedeutet, wechselt z.B seine Bezeichnung häufig, seit er die Bezeichnungshoheit über sich selbst erlangt hat – eine Sache die der dumme Weisse (Weißbrot) nie schaffen wird. Hier sieht man einen klaren intellektuellen Vorteil im Diskurs. Das böse ist weiß männlich und heisst Georg Bush. Frauen sind dahingegen schon mehr gut, auch wenn sie z.B Bush heissen.

Diese Vorteilsposition wollen auch manche Religionen erlangen, indem sie jede Kritik an Glaubensgenossen als Rassismus deklarieren. Das ist der katholischen Kirche in noch nicht eingefallen, hier hängt sie hinterher, aber es gibt durchaus ein paar zaghafte Versuche auf die Seite der Verfolgten zu wechseln. Ist ja auch eigentlich eine ureigene christliche Position, worauf nur nicht rechtzeitig Patent angemeldet wurde – aber das Argument einer katholischen, evangelischen oder (noch mehr erweitert) buddhistischen Rasse erscheint wohl doch zu absurd.

Nun ist es aber so, daß der Mensch sich genetisch unterscheidet und daß dies auch zu Klassifizierungen führt. Was erstmal wissenschaftlich korrekt ist. Der Gleichheitsvertreter sagt dann zwar: "Ja aber, 99 Prozent des genetischen Codes sind gleich", aber das bringt nichts, denn es kommt immer auf die Unterschiede an die in dem letzten Prozent versteckt sind. 99 % des genetischen Codes sind auch bei einer Stubenfliege zum Menschen hin gleich. Und 99,999 % sind dann gleich mit der Frau am Kaffeetisch neben mir, trotzdem bekommt sie Kinder und ich nicht. Und die verschiedenen ethnischen Gruppen unterscheiden sich so sehr, daß mittlerweile ethnospezifische Medikamente hergestellt werden.

Das mit der Gleichheit ist eine unausrottbare Mär. Die Dinge – wie auch Menschen – sind immer nur gleich, wenn man die Ansicht vergröbert. Gleichheit ist Grobheit. Dann hat man Äpfel und Birnen in einem Korb, das bekannte Obst. Alle Menschen fallen unter den Sammelbegriff Mensch. Keiner ist blöd, keiner hat eine grosse Nase. Aber auf dieser groben Ebene lässt sich eben keinerlei Aussage treffen, man kann so auch keine Witze machen und keine Bücher schreiben, erst die feinen und feinsten Unterscheidungen machen die Rede interessant. Nur ist dieses freie Reden mittlerweile in eine arge Bedrängnis gekommen, da mittlerweile jeder Volltrottel gelernt hat, bestimmte Unworte und verbotene Worte zu kennzeichen, besonders wirkungsvoll in Deutschland, denn da kommt dann direkt der Faschismusvorwurf hinterher; ausser im kleinen Kreis, da reden die Leute dann anders, da wird mir dann Angst und Bange während diejenigen die nach aussen die Maske des Gutmenschen tragen nach zwei Bier, bedenklich mutieren.

February 28, 2006

Der Ursprung des Faschismus

Filed under: Wissen, Faschismus - luclog @ 4:57 pm

Um mal ein wenig kulturelles Wissen einzustreuen: Der Erfinder des Faschismus ist mittlerweile völlig in Vergessenheit geraten, das war weder Hitler noch Mussolini, der Ideengeber war ein Dichter:  Filippo Tommaso Marinetti. Der ursprüngliche Faschismus hatte auch nichts mit Antisemitismus zu tun, sondern war eine Verherrlichung der Moderne, des Massenmenschen, des Krieges und der barbarischen Urtriebe.

Auch die moderne Kunst, die hinterher von den Faschisten verfemt wurde, hatte eigentlich den gleichen Ursprung, vom Kubismus bis zum Dadaismus lässt sich alles auf diesen futuristischen Ursprung zurückführen. Marinetti war auch ein grosser Freund von Kunstuniformen, dieses Auftreten in Kunstuniformen hat den Faschismus, in seiner Wirkung, bis zuletzt geprägt. Er ist der eigentliche Vordenker der faschistischen Massenpropaganda und deren Wirkungen, etwas was heutzutage meist Goebbels zugesprochen wird. Er hat der  ursprüngliche Symbol der "Fasche" Symbolik im Rückgriff auf das römische Reich erdacht (Rutenbündel=Fasche) und damit den Begriff Faschismus für die Bewegung Mussolinis überhaupt erst ermöglicht.

Marinetti hat auch, mit seiner Vorstellung der Metallugisierung des Körpers, Gedanken vorweg genommen, die sich dann in "Hart wie Kruppstahl" wiederfinden und sich auch bis hin zu Vorstellungen von humanoiden Robotern heute noch erkennen lassen – bis hin zu den metallischen Mensch-Maschinen in modernen Mangas.

Eigentlich ungeheuerlich: ohne Marinetti wäre Mussolini undenkbar gewesen und ohne Mussolini kein Hitler. Ohne diesen Vordenker des Faschismus , hätte es keinen zweiten Weltkrieg gegeben. Aber kaum einer kennt diese zentrale Figur.

Siehe auch: Der Usprung des Faschismus II