April 14, 2008

Über die falschen Schurken

Filed under: Zeitgeist, Egalität - luclog @ 2:08 pm

Das zehnte Gebot von M&M, ist mal wieder in vollem Umfang bestätigt:

Wisse, die Schuld ist weiß, männlich, christlich und westlich! Die Unschuld ist eine Urwaldindianerin.

Und da Robert Mugabe schwarz ist, ist er schon erheblich mehr gut, als andere Potentaten, die irgendwie eine direkte Verbindung zu George Bush aufweisen. Mir sind da zwar keine bekannt, aber komischerweise ist die Welt vom CIA und George Bush beherrscht. Und das obwohl alle merkwürdigen Potentaten auf der Welt ob religiös oder steinzeikommunistisch verblüffenderweise keine Verbindung zu George Bush oder dem CIA haben. Ausser natürlich, man sucht in der Vergangenheit der USA nach irgendwelchen Verbindungen, die sich irgendwie auch immer finden lassen, und verbindet das in der liebevollen und uns bekannten Weise: Öl, Bush, Krieg, oder auch: Bush, Krieg, Öl. Eine einfache Formel die jeder der in Deutschland lebt mittlerweile auswendig kennt. Simplifizierung des Weltbildes ist eine Grundfertigkeit der modernen politischen Bildung. Googeln wir da ein bisschen weiter, stoßen wir auf alle anderen Verschwörungstheorien die zur Grundlage des modernen “aufgeklärten” Weltbildes in Deutschland gehören.

PS: Im Übrigen sind alle linken Wirrköpfe und Verschwörungstheoretiker keine Wirrköpfe oder Verschwörungstheoretiker, dafür hat sich in Deutschland schon seit hundert Jahren der Begriff Intellektueller etabliert.

October 29, 2007

Die Bio-Bestie

Filed under: Zeitgeist, Wissen, Erderwärmung, Egalität - luclog @ 12:10 am

Die Angst vor dem Weltuntergang ist sicher älter als unsere schriftlichen Berichte über die Zivilisation. Das Motiv an sich ist ein religiöses und fast alle Zeitalter kannten es und haben sich damit beschäftigt. Weltuntergang und Angst ist ein zentrales Thema des Lebens selbst. Scheinbar weil der Mensch sich zu sehr der Zufälligkeit und Überraschung bewusst ist, daß er als Individuum in der Welt existiert. Das ist für jeden Menschen der wirklich sonderbarste Zufall der Weltgeschichte, seine eigene Existenz. Und damit auch ganz egozentristisch die Existenz der Welt an sich. Aus diesem Umstand entwickelt sich alle Religion und auch alle Ideologie. Es geht um den Sinn. Und dieser Sinn ist dann niemals in sich selbst schlüssig und gesetzt, sondern er muss immer auf etwas Höheres abzielen.

Aber da der Mensch nun nicht sehr fantasiebegabt ist (besonders wenn es um größere Zahlen von Menschen geht), wirken immer nur die ganz einfachen Ideen. Und bei den Ideen gibt es dann kaum Entwicklung. Die meisten Ideen entwickeln sich nur formal. Die größten Denker des 19ten und 20ten Jahrhunderts, bieten meist nicht mehr an, als neue Terminologie und sprachliche ausufernde individuelle Konstruktion, während sich die Inhalte oft auf kaum mehr erkennbare, aber eigentlich simple, allgemeine Erkenntnisse beziehen. Die wahre Entwicklung geht daran völlig vorbei und ist nie eine theoretische, sondern immer eine technische. Und die technische Errungenschaft, und jeder technische Fortschritt, wird und wurde zu jeder Zeit verachtet und beklagt. Gleichzeitig wird er aber auch immer sofort und gern genutzt. Aber obwohl wir Dinge wie das elektrische Licht gerne und sofort nutzen, finden wir es zuallererst schrecklich in einer Welt Leben zu müssen, in der man die Sterne nicht mehr so gut sieht, und ausserdem war es doch früher mit den Kerzen viel gemütlicher - auch wenn das mit den Bränden die ganze Städte verwüsteten schon ein bisschen lästig war.

Kirchen wie die Katholische Kirche saugen alle Ideen, der Wissensgeschichte auf und verdichten sie zu einem nicht mehr zu entwirrendem Knäul, in dem letztlich jede Wahrheit enthalten ist, auch der völlige Widerspruch zu dem was eigentlich die Aussage der eigenen Religion ist. Aber dies betrifft nicht nur die Katholische Kirche auch alle anderen religiösen und auch areligiösen Weltvorstellungen haben dieses Problem. Und in der Zeit ändern sie sich immer so sehr hin zum Zeitgeist, daß ihr Wahrheitsanspruch auch immer dem zeitgemässem Wahrheitsempfinden gerecht wird. Das Wahrheitsempfinden ist dann aber immer ein Massenempfinden und nichts ist der Wahrheit ein grösserer Feind als die Masse.

Ideen sind immer nur insofern auf die Zukunft gerichtet, daß sie die Zukunft einem der Vergangenheit entnommenem Ideal angleichen wollen. Das ist eigentlich auch so in der Physik, auch die Physik kennt eigentlich nur die Berechnung der Vergangenheit, selbst wenn sie vorgibt die Zukunft zu berechnen. Auch wenn der Mensch plant, greift er nur auf die Vergangenheit zurück, das was sich in der Vergangenheit als richtig erwiesen hat, wird als Muster genommen um sich Zukunft zu erdenken.

Wenn wir uns aber den heutigen Zeitgeist anschauen, dann sehen wir zwei größere Komplexe die aufeinander prallen und beide sind theologischer Natur. Der eine ist der Glaube an die Soziale Idee der Gleichheit, der andere ist der Glaube an die soziale Idee Gottes. Beide Ideenwelten sind obwohl sie es ablehnen, im Kern zum verwechseln ähnlich. Denn beide haben ein Paradies der Gleichheit zum Ziel. Beide sehen das eigentlich unerträgliche Ideal der Egalität als erstrebenswert an. Und beide Ideen wollen es nicht etwa in einer abstrakten Gegenwelt realisieren, sondern das Ziel soll schon auf Erden Realität sein. Herausragen sollen immer nur die Verkünder und die Hüter des reinen Glaubens. Priester und Parteioffiziere.

Schon bei Marx ist die eigentliche Idee einer säkularen Kirche, klar ausgebildet. Ein Kirche die ihre eigenen Ideen als Gesetz verkündet und zwar als ein Gesetz der Geschichte, bei dem das ideale Endziel wie immer schon eine geträumte paradiesische Welt ist. Eine Welt die er nicht etwas aus der Moderne und dem technischen Fortschritt ableitet, sondern ganz und gar maschinenstürmerisch aus einem frei gedachtem "Guten Wilden" heraus dekliniert. Der Prozess der Geschichte läuft bei Marx erstmal in die falsche Richtung, der Steinzeitmensch war frei, dann kam die Unfreiheit durch die Zivilisation die es ermöglichte zu unterdrücken. Die Unterdrückung wird als erstes dadurch möglich, daß der Mensch, Technologie entwickelt. Technologie, das ist der Sündenfall. Die Verarmung der Weber kommt durch die Maschine. Die Maschine ist es, die uns unfrei macht und uns der Natürlichkeit entfremdet. Und dieses Zurück zur Natur zur barbarischen Wildheit, die Verachtung der Maschine, das ist der ideologische Kern fast aller großen politischen Parteien in Europa. Unser Zeitgeist feiert die Barbarei vor der Zivilisation und die Zivilisation ist das, was uns vom Leben abhält.

Die Grüne treffen den religiösen Kern des Marxismus eigentlich viel besser und viel radikaler als die Gruppierungen, die sich nur auf den Sozialismus im Sinne von Lobbyismus für die Arbeiterschaft berufen und auch als die konservativen Parteien die ihren utopischen und sozialrevolutionären Ursprung kaum mehr kennen. Auch macht Technologie die Arbeiterschaft, und die arbeitenden Massen immer mehr zu eine aussterbenden Gruppe, der arbeitenden Minderheit in der Gesellschaft  Eine Gesellschaft deren Hauptgruppen immer mehr durch moderne Plebejer ersetzt werden, deren eigentlicher Daseinszweck nur noch das funktionieren als Wahlvolk ohne Lebenssinn in irgendeine Richtung ist.  Nicht möglichst frei, sondern möglichst ruhig. So wird auch die Demokratie zu einer reinen Kulthandlung ohne Zweck. Das Leben selbst und auch der Staat hat nur noch einen hedonistischen Sinn.

Wenn jetzt aber wieder die alten Ideen der Maschinenstürmerei beschworen werden und immer mehr Menschen durch andauernde Ideologisierung in den Massenmedien vergessen, was sie der Technologie und der Wissenschaft zu verdanken haben, kann es für die Moderne durchaus gefährlich werden. Und, daß die gefährlichen utopischen Ideen in Deutschland mittlerweile nicht nur zum Guten Ton gehören, sondern durchaus in allen Parteien ihre Mehrheiten finden, ist eine gefährliche Entwicklung. Denn wenn man die Bedingungen der sozialen Ruhe all zu sehr angreift, kann es durchaus passieren, daß die Natürlichkeit die geweckt werden soll wirklich erwacht. Denn die meisten die die Natürlichkeit beschwören, haben einfach vergessen, was für ein altes böses Biest die Natur wirklich ist.

Dazu noch ein Leseangebot: Vorwärts Fremder bei Brand Eins. Brand Eins hat im Übrigen ein schöne Bibliothek aller älteren Ausgaben im Netz, es gibt also noch was zu tun falls man alle Netzartikel von heute in deutsch und englisch, alle Leihbibliotheken, Wikipediaartikel, und Gutenbergprojekte schon durch hat.

October 25, 2007

Der gute Rassismus

Filed under: Zeitgeist, Egalität - luclog @ 2:14 pm

Wie ist es wenn Täter selbst einen "Migrationshintergrund" haben, ist das noch Rassismus? Ähnlich wie bei dem Fall, des Rabbiners Zalman Gurevitch der auf offener Strasse niedergestochen wurde, wird jede Gewalttat, wenn sie von Linksextremen oder von der falschen Ethnie begangen wird, nicht als Rassismus oder Antisemitismus gewertet. Man muss in Deutschland schon als biologisch deutsch erkannt werden, um des Rassismus überhaupt nur verdächtig zu sein. Alle anderen Gruppierungen leben ihren Rassismus und ihre Gewalt aus, ohne mit einem Aufstand der Anständigen rechnen zu müssen. Auch "Tal der Wölfe" ist ein Film der nur im Schutze der modernen Rassismus-Auslegung Rassismus betreiben kann, und dann auch noch in allen Kinos läuft.

Die Reaktion auf den Rassismus, wenn er nicht in der üblichen "Onkel Toms Hütte" Version vorkommt, ist dann immer betretenes Schweigen. Der Täter muss weiß sein, und einer als rassistisch bekannten Rasse zugehören. Der Rassismus der Schwarzen ist ebensowenig Thema, wie der Rassismus von Asiaten, oder der Rassismus von jeglicher Rasse oder Landsmannschaft die nicht europäisch reinrassig weiß ist. Das bedeutet natürlich in erster Linie eins: diese Art den Rassismus auszulegen und zu zelebrieren ist selbst Rassismus.

Man kann tun was man will, immer wenn man mit irgendeiner Landsmannschaft zusammensitzt seien es Griechen, Engländer, Amerikaner, Italiener, Türken, Franzosen oder Koreanern, irgendwann wird die Aufzählung der eigenen Vorzüge Thema. Selbst bei Frauen deren Vorzüge ich eigentlich ganz gut kenne, kommt es oft dazu, daß sie denken mir irgendwann die Vorzüglichkeit von Frauen darlegen zu müssen – obwohl sie dabei eigentlich immer die falschen Argumente anführen.

Es gibt eigentlich nur eine völlig ungeschützte Minderheit in der Realität: Der weiße Mann ohne Sektenzugehörigkeit und ohne Geld.

Der Bundesstaatsanwalt (Siehe Kai Nehm) lässt, im Falle von nicht reinem rassedeutschem Rassimus, dann auch die Täter nicht mit dem Hubschrauber abholen, und der Fall führt auch zu keiner Raserei in den Medien und in den Blogs. Andersherum wäre es sicher so gekommen, z. B. für die TAZ war ohne irgendein Wissen über die näheren Umstände erstmal alles klar – aber jetzt wo es nicht mehr in das eigene dümmliche Raster passt, ist die Reaktion eisiges Schweigen, und das in fast allen Medien. Wäre der Fall aber im Kern rassisch rein gewesen, wäre ein Sturm der Entrüstung losgebrannt. (Und ich bin mir sicher bei den TAZ Lesern, und fast allen anderen Zeitungslesern wird auch nichts anderes als der Inhalt dieses Artikels von der Meldung übrigbleiben)

Der Rassismus Begriff ist längst zu einer Farce geworden. Der Rassismusvorwurf ist nicht s weiter als eine politische Waffe, die wie auch alle anderen Minderheiten Schutzbegriffe nur noch dem Lobbyismus von sich ständig unterdrückt fühlenden aber de Facto völlig gleichberechtigten und eigentlich sogar bevorzugten Gruppen dienen.

Das böse ist immer weiß und männlich, und um das abzuwehren, lässt man sich am besten die Stammestätowierung der Buri-Buri Indianer in den Oberarm ritzen, schätzt die Weisheiten von Medizinmännern aus dem Senegal über denen der europäischen Aufkärung, und verachtet die Segnungen der technische Zivilisation, wenn man mit einem möglichst energiesparendem Auto im Stau auf der Autobahn zum nächsten Weltrevolutionsmeeting steht, und auf CD die Gesänge der weisen Schoschi genießt.

Die Meldung dazu beim Tagesspiegel:

Auch Spandauer Politiker taten sich zunächst schwer damit, den Vorfall als rassistisch zu bewerten. „Zumindest handelte es sich nicht um typische rechtsradikale Schläger“, sagte Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU): „Wie ich gehört habe, sollen zwei der Täter selbst einen Migrationshintergrund haben.“

„Das schließt doch ein rassistisches Motiv nicht aus“, meint hingegen das Opfer Antoine I. „Die Schläger sind Berliner, sie wohnen in Spandau und sie sind auf mich losgegangen, weil ich dunkelhäutig bin.“ Der aus Baltimore im US-Bundesstaat Maryland stammende Barkeeper hatte in der Tatnacht seine Freundin nach Hause begleiten wollen. „Die jungen Männer standen vor einem Haus“, erzählt er, „und waren offenbar auf Randale aus. Sie beleidigten meine Freundin mit unflätigen Ausdrücken, warfen Bierflaschen nach uns und verfolgten mich. Einer – er war ganz in Weiß gekleidet – zog seinen Gürtel aus der Hose und drosch mit den Worten: ,Lasst uns den Nigger fertigmachen’ auf mich ein. Als ich stolperte und mitten auf die Fahrbahn fiel, schlugen und traten sie mich – bis plötzlich ein Auto kam. Ich habe versucht, es anzuhalten, um Hilfe gerufen, aber der Fahrer hat Gas gegeben und ist vorbeigefahren. Dann haben sie wieder auf mich eingedroschen, meine Brille ging kaputt, ich konnte nichts mehr sehen. Und immer beschimpften sie mich als dreckigen Nigger.“

Andere Beiträge zu diesem Thema:

Rettet die Ungleichheit 

Sex und Hitler

Kai Nehm vs Björn Liebscher: 

Auch du bist Kay Nehm 

L und M zwei zerstörte Lebensläufe

Björn Liebscher im Interview 

 

July 30, 2007

Rassismus ist eine Zeichnung aus Frankreich

Filed under: Zeitgeist, Faschismus, Egalität - luclog @ 4:11 pm

Lange habe ich beim Rassismus in die völlig falsch Richtung geblickt. Immer hatte ich direkt den Ku-Klux-Klan, den Faschismus oder George Bush im Verdacht. Bis mir der Fall Mister Wong die Augen geöffnet hat.

Rassismus ist ein Meister aus Frankreich. Woher kommen, denn diese Stereotypen von Schlitzaugen und dicklippigen Schwarzen? Es ist ein großes und sich über viele Bände erstreckendes Machwerk, aus Frankreich, das den Rassismus bis heute direkt in Köpfe und Herzen der Kinder transportiert. Das Zentrum des bösen in Europa ist Asterix. Ein rassistisches Machwerk von äusserster Brisanz. Dort wird nicht nur der Kapitalismus kritisiert, wie in "Obelix Gmbh&CoKg" "oder die "Trabantenstadt" – Es wimmelt geradezu von rassistischen Stereotypen und Witzchen. Man stösst dort auf hakennasige Griechen, wie man sie heute noch in Griechenland finden kann, und auch die Spanier oder Italiener haben dort ihre eigene  Physiognomie. Der Deutsche ist ein Trottel der gerne marschiert, und die Belgier essen gerne. In Frankreich werden sogar die einzelnen Landsmannschaften mit ihren Eigenheiten dargestellt. Das entspräche in Deutschland der Karikatur eines Schwaben als sparsam, während der Bayer als Biertrinker dargestellt wird. Und eben diese Stereotypen, die es längst nicht mehr gibt, werden immer noch unschuldigen Kindern trickreich über den Umweg von vordergründig lustigen Zeichnungen in die Köpfe gehämmert.

Eine echte Kultur die diesen Ausdruck auch verdient, würde alle Unterschiede einebnen, so daß ein wunderbares einheitliches Grau entsteht, und an diesem Ideal waren der Faschismsus und auch die DDR eigentlich schon sehr nah dran. Aber der neue moderne Ansatz über "Ismusse", "Rechtsweg" und "Theorie" erscheint mir auch nicht schlecht.

Rettet die Ungleichheit 

December 16, 2006

Die Intoleranz der Toleranz

Filed under: Zeitgeist, Egalität - luclog @ 5:41 am

Von Greg Kouki

Vermutlich hat kein Konzept mehr Reputation in unserer politisch-korrekten Kultur als der Begriff der Toleranz. Unglücklicherweise, wird eine von Amerikas grössten Tugenden dadurch so verzerrt, daß sie zu etwas Schlechtem wird.

Es gibt ein Wort, was einen von Aufrichtigkeit abhalten kann. Dieses Wort heißt "intolerant".

Diese Idee ist bei den Postmodernisten, den Epigonen der radikalen Skeptiker sehr populär, jetzt fordern deren Ideen unberechtigte Anerkennung in den Universitäten von Heute. Ihrem Kampfruf, „Es gibt keine Wahrheit,“ folgt man oft mit einem Appell an die Toleranz.

Eine tolerante Person besetzt angeblich neutralen Boden, einen Ort kompletter Überparteilichkeit, an dem jeder die Erlaubnis hat für sich selbst zu entscheiden. Urteile sind nicht erlaubt. Kein "Zwang"  bei persönlichen Meinungen. Daß alle Meinungen unterschiedslos gültig sind, ist die feste Annahmen einer Gesellschaft, die sich am Relativismus festmacht. Und das ist ein Mythos.

Für ihre selbstgerechte Forderung, brauchen die Relativisten in Wirklichkeit zwei Wahrheiten, eine rationale und eine moralische. Die erste ist die rationale „Wahrheit“, daß es keine Wahrheit gibt – ein Widerspruch in sich. Die Zweite ist die moralische Wahrheit, daß man andere Weltanschauungen tolerieren soll. Ihr Standpunkt, der auf mindestens zweierlei Art in sich widersprüchlich ist, dient als Warnung, daß die moderne Nutzung des Begriffes Toleranz überaus irreführend ist.

Der Toleranz-Trick

Durch die moderne Definition von Toleranz ist verdrehterweise niemand tolerant oder kann es überhaupt sein. Mein Freund Francis Beckwith nennt es den "passiv-agressiven Toleranztrick".  Ein Zurück zum klassischen Verständnis von Toleranz wäre die einzige Möglichkeit,  die nützliche Bedeutung des Wortes wieder herzustellen. Ich gebe dazu mal ein reales  Lehrbeispiel

Anfang dieses Jahres sprach ich mit einer Klasse von Studenten der Christlichen Universität Des Moines in Iowa. Ich wollte sie, auf diesem "Toleranztrick", aufmerksam machen, aber auch zeigen wie stark sie ihn bereits verinnerlicht hatten. Ich fing an, indem ich zwei Sätze an die Tafel schrieb. Der erste zeigt das gegenwärtige Verständnis von Toleranz:

"Alle Überzeugungen sind gleichwertig und man soll keine besser bewerten als andere"

Alle nickten in einträchtig. Keinerlei Widerspruch. Dann schrieb ich den zweiten Satz:

"Jesus ist der Messias und das Judentum ist falsch weil es dies verneint."

Sofort flogen Hände nach oben. „Das können Sie nicht sagen,“ Erlerntes abrufend, offensichtlich provoziert. „Das ist beleidigend". Wie würden sie sich fühlen, wenn jemand sagen würde, sie seien im Irrtum?“

"Das passiert mir andauernd“ entgegnete ich, " Genau jetzt, auch mit dir. Aber warum  sollte es mich stören, daß jemand denkt, ich sei im Irrtum?"

"Es ist intolerant", sagte sie und bemerkte, daß die zweite Aussage die erste Aussage verletzte. Was sie nicht sah, war, daß die erste Aussage auch schon einen Konflikt enthielt

Ich zeigte auf die erste Aussage und fragte, "Ist das eine Ansicht, die Idee, alle Überzeugungen sind gleichwertig und man soll keine besser bewerten als andere?" Sie stimmten alle zu.

Dann zeigte ich auf die zweite Aussage, Die "Intolerante" und stellte die gleiche Frage: "Ist das eine Überzeugung?" Sie studierten den Satz einen Moment lang. Langsam fing es an ihnen zu dämmern. Sie waren durch den Toleranztrick verwirrt worden.

Wenn alle Überzeugungen gleichwertig sind, dann ist die Überzeugung, daß Christen über Jesus eine bessere Überzeugung vertreten als die Juden genauso richtig, wie die Idee, daß Juden eine bessere Überzeugung über Jesus vertreten als die Christen. Aber das ist völlig unvereinbar. Wenn der erste Satz sagt was Toleranz ist, dann kann niemand tolerant sein, weil "Toleranz" zu Blabla wird.

Heraus aus der Falle

"Wollt ihr wissen wie ihr diesem Dilemma entkommt?", fragte ich. Sie nickten. "Ihr müsst die moderne Verdrehung von Toleranz verneinen und zur klassischen Ansicht zurückkehren." Dann schrieb ich folgende zwei Grundregeln auf das Brett:

1) Sei egalitär gegenüber Personen.

2) Sei elitär gegenüber Ideen.

"Egalitär" war ein neues Wort für sie. Denkt an "Gleichheit", sagte ich. Behandelt Andere als wären sie gleich in in ihrer Position und in ihrem Wert. Sie wussten, was eine  "Elite" war, und dachten das sei jemand der denkt er sei besser als andere. "Richtig", sagte ich. Wenn man "elitär" in Bezug auf Ideen ist, sagt man, daß einige Ideen besser sind als andere. Und das sie sind. Wir behandeln nicht alle Ideen, als wären sie gleich wertvoll, aus Furcht auf Widerspruch zu stossen. Einige Ideen sind gut, einige sind schlecht. Einige sind zutreffend, einige sind falsch. Einige sind brillant, andere sind einfach dumm.“

Die erste Grundregel, die man "Höflichkeit" nennt, liegt im Zentrum der klassischen Ansicht von Toleranz. Diese kann man einfach mit dem Wort "Respekt" gleichstellen. Toleranz zeigt sich darin, wie wir Leute behandeln die anderer Meinung sind, nicht wie wir Ideen behandeln, von denen wir denken daß sie falsch sind.

Wir respektieren die, die eine andere Auffassung haben, indem wir  höflich mit ihnen umgehen und ihren Ansichten einen Platz im allgemeinen Diskurs einräumen. Wir können bei ihren Ideen stark gegenteiliger Ansicht sein und dagegen öffentlich stark angehen, aber wir zeigen noch Respekt für die Person trotz unserer Unterschiede.

Klassische Toleranz fordert, daß jeder Person die Freiheit zugestanden wird, ihre Ideen ohne Furcht vor Repressalien zu formulieren, egal welche Idee – sie fordert nicht, daß alle Ideen gleichen Wert, Gehalt oder Wahrheit haben.

Diese zwei Kategorien werden, im durch den Mythos der Toleranz ursächlich verwirrtem Denken, häufig verschmolzen. Die Ansicht, daß die Ideen einer Person nicht besser oder realer als die einer anderen sind, ist einfach absurd und widersprüchlich. Zu sagen, daß einige Ansichten falsch sind, unmoralisch,  oder einfach nur dumm, ist kein Angriff auf irgendeine sinnvolle Definition oder einen Standard von Toleranz.

Beachtet, daß Respekt hier mit der Person verbunden wird. Ob ein Verhalten toleriert werden kann, ist ein völlig anderes Problem. Unsere Gesetze zeigen, daß ein Mann glauben kann, was er will  – und er normalerweise die Freiheit hat diesem Glauben Ausdruck zu geben – aber er darf sich nicht benehmen wie er will. Manches Verhalten ist eine Bedrohung für die Allgemeinheit. Anstatt es zu tolerieren (zu erlauben), wird es durch Gesetze eingeschränkt. Historisch hat unsere Kultur Toleranz (Respekt) gegenüber jeder Person, aber nie Toleranz gegenüber jedem Verhalten hervorgehoben. In den Worten Lincolns: "Es gibt kein Recht, falsches zu tun."

Auf den Kopf gestellt

Die moderne Definition von Toleranz stellt die klassische Formel für Toleranz auf den Kopf:

1) Sei egalitär gegenüber Ideen.

2) Sei elitär gegenüber Personen.

Wenn du eine fremde Idee negierst, wirst du automatisch respektlosem Behandeln von Personen beschuldigt (Wie der Student es mit mir tat). Bei dieser neuen Vorstellung von Toleranz kann keine Idee und kein Verhalten abgelehnt werden – auch nicht höflich – ohne sich den Vorwurf der Beleidigung einzuhandeln.

Zu sagen, ich bin intolerant zu einer Person, weil ich ihren Ideen widerspreche ist verwirrend.  Ironischerweise ergibt das Elitarismus in Bezug auf Personen. Wenn ich denke meine Ideen sind besser als die eines anderen, kann ich als Person als krank behandelt werden, öffentlich an den Rand gedrängt und als bigott geschmäht werden, als: respektlos, unwissend, schamlos und – können sie es glauben? – intolerant.  Manchmal kann ich von Gesetzes wegen sogar verklagt werden, bestraft werden, oder gezwungen werden soziale Ausbildungs-Programme zu besuchen..

Toleranz wurde folglich auf den Kopf gestellt: Toleriert die Ideen der Mehrheit, aber toleriert nicht (zeigt Respekt vor denen) die die Ausnahmen machen bei diesen Ideen. Andere Meinungen werden beschriftet mit: "Deine Ansicht anderen aufzwingen“ und damit schnell zum Schweigen gebracht.

Das ist Unsinn und sollte aufhören. Der Mythos der Toleranz zwingt jeden in ein unvermeidliches "Catch-22", weil jede Person in jeder möglichen Debatte einen Gesichtspunkt hat, von dem er denkt dieser ist richtig.

Catch-22

Klassische Toleranz bezieht drei Elemente mit ein: (1) ermöglichen oder erlauben (2) eine Schluss oder einen Gesichtspunkt bei dem man anderer Meinung ist (3) Respektieren der Person im Prozeß.

Beachtet, daß wir niemanden tolerieren können, es sei denn wir sind mit ihm anderer Meinung. Das ist kritisch. Wir "tolerieren" keine Leute die unsere Ansichten teilen. Sie sind auf unserer Seite. Es gibt nichts zu dulden. Toleranz ist für die reserviert von denen wir denken sie liegen falsch,  und dennoch beschließen wir sie  anständig und mit Respekt zu behandeln.

Dieses wesentliche Element des klassischen Toleranz  Widerspruchs (Elitismus betreffend Ideen)  ist vollständig in der modernen Verdrehung des Konzeptes verloren gegangen. Wenn du heutzutage denkst, jemand hat unrecht, nennt man dich intolerant, egal wie du ihn behandelst.

Das ist ein merkwürdiges Problem. Jemand muss zuerst denken, daß ein anderer falsch liegt um dann ehrliche Toleranz zu zeigen, wenn er es dennoch sagt wird er der Intoleranz angeklagt. Das ist ein "Catch-22", denn in jeder Debatte hat eine Person eine Ansicht von der sie denkt diese wäre richtig.

Intellektuelle Feigheit

Die meiste was heutzutage als Toleranz durchgeht ist nichts als intellektuelle Feigheit, eine Furcht vor intelligenter Engagiertheit. Die, die mit dem Wort "Intoleranz" rumfuchteln, wollen nicht durch andere Ansichten herausgefordert werden, oder sich mit konträren Meinungen herumschlagen, oder sich sogar mit diesen auseinandersetzen.

Es ist einfacher zu beleidigen "du intoleranter Frömmler" als gegen eine Idee anzugehen und sie entweder zu widerlegen, oder durch sie selbst geändert zu werden. In der modernen Zeit wurde "Toleranz" zur Intoleranz.

Wann immer du der Intoleranz beschuldigt wirst, bitte um eine Definition. Wenn Toleranz Neutralität bedeutet, sind alle Ansichten gleich gültig und gleich wahr, dann ist überhaupt niemand tolerant, weil überhaupt niemand in seinen Ansichten neutral ist. Betone den Widerspruch der durch die neue Definition geschaffen wird. Betone, daß die freundliche Toleranz ein Mythos ist.

(Übertragung ins Deutsche von mir)

Orginal

Via: ADG

March 20, 2006

Rettet die Ungleichheit.

Filed under: Zeitgeist, Faschismus, Egalität - luclog @ 8:00 pm

Es gibt nichts Schlimmeres, als die Propaganda, daß alle Menschen gleich sind. Das ist absolut falsch. Menschen sind nicht gleich, nichtmal vor dem Gesetz. Selbst als Ideal ist Gleichheit eine fürchterliche Sache. Niemand will gleich sein, jeder ist auf seine Individualität aus. Jeder stellt seine ganz besondere Persönlichkeit in den Vordergrund, seine Fähigkeiten, seinen Geschmack oder seine Frisur – was nicht immer gut ist.

Gleich, wird er dann in der Masse, als Fan einer Rockband oder als Wagnerianer,
als Hip-Hopper verliert er dann jede Individualität. Und alle Charakteristika lassen sich sprachlich fassen. Der Wagnerfreund spricht: Hiphopper sind doof. Das ist erstmal korrekt, denn der Wagnerhörer hat wie jeder entschiedene Musikhörer eine Wahl. Ausserdem ist der Wagnerfreund, ein Anpasser und süchtig nach Beifall, und von daher viel dümmer und kann dem Hiphopper so leicht zum Opfer werden – von der körperlichen Verfasstheit will ich hier garnicht erst anfangen; oder hat schon mal jemand einen Wagnerhörer breakdancen sehen? Alles fette Schwuchteln, um auch noch eine dritte Randgruppe einzubringen.

Rollstuhlfahrer sind doof, wäre hingegen eine bedenkliche Verbindung zwischen einem Gebrechen, das jeden treffen kann und dem Grad der Intelligenz. Wenn man aber viele schlechte Erfahrungen mit Rollstuhlfahrern gemacht hat, sollte selbst das im Rahmen der Freien Rede erlaubt sein. Bestimmte Bezeichnungen zur Unterscheidung changieren auch: Der Neger, was ja Schwarzer bedeutet, wechselt z.B seine Bezeichnung häufig, seit er die Bezeichnungshoheit über sich selbst erlangt hat – eine Sache die der dumme Weisse (Weißbrot) nie schaffen wird. Hier sieht man einen klaren intellektuellen Vorteil im Diskurs. Das böse ist weiß männlich und heisst Georg Bush. Frauen sind dahingegen schon mehr gut, auch wenn sie z.B Bush heissen.

Diese Vorteilsposition wollen auch manche Religionen erlangen, indem sie jede Kritik an Glaubensgenossen als Rassismus deklarieren. Das ist der katholischen Kirche in noch nicht eingefallen, hier hängt sie hinterher, aber es gibt durchaus ein paar zaghafte Versuche auf die Seite der Verfolgten zu wechseln. Ist ja auch eigentlich eine ureigene christliche Position, worauf nur nicht rechtzeitig Patent angemeldet wurde – aber das Argument einer katholischen, evangelischen oder (noch mehr erweitert) buddhistischen Rasse erscheint wohl doch zu absurd.

Nun ist es aber so, daß der Mensch sich genetisch unterscheidet und daß dies auch zu Klassifizierungen führt. Was erstmal wissenschaftlich korrekt ist. Der Gleichheitsvertreter sagt dann zwar: "Ja aber, 99 Prozent des genetischen Codes sind gleich", aber das bringt nichts, denn es kommt immer auf die Unterschiede an die in dem letzten Prozent versteckt sind. 99 % des genetischen Codes sind auch bei einer Stubenfliege zum Menschen hin gleich. Und 99,999 % sind dann gleich mit der Frau am Kaffeetisch neben mir, trotzdem bekommt sie Kinder und ich nicht. Und die verschiedenen ethnischen Gruppen unterscheiden sich so sehr, daß mittlerweile ethnospezifische Medikamente hergestellt werden.

Das mit der Gleichheit ist eine unausrottbare Mär. Die Dinge – wie auch Menschen – sind immer nur gleich, wenn man die Ansicht vergröbert. Gleichheit ist Grobheit. Dann hat man Äpfel und Birnen in einem Korb, das bekannte Obst. Alle Menschen fallen unter den Sammelbegriff Mensch. Keiner ist blöd, keiner hat eine grosse Nase. Aber auf dieser groben Ebene lässt sich eben keinerlei Aussage treffen, man kann so auch keine Witze machen und keine Bücher schreiben, erst die feinen und feinsten Unterscheidungen machen die Rede interessant. Nur ist dieses freie Reden mittlerweile in eine arge Bedrängnis gekommen, da mittlerweile jeder Volltrottel gelernt hat, bestimmte Unworte und verbotene Worte zu kennzeichen, besonders wirkungsvoll in Deutschland, denn da kommt dann direkt der Faschismusvorwurf hinterher; ausser im kleinen Kreis, da reden die Leute dann anders, da wird mir dann Angst und Bange während diejenigen die nach aussen die Maske des Gutmenschen tragen nach zwei Bier, bedenklich mutieren.