March 11, 2008

Und jetzt die Psychologie

Filed under: Automatisation - luclog @ 5:14 pm

Die Automatisation erwischt alle. Jetzt wird sogar der Therapeut (Eigentlich: Gottsucher) automatisiert, das Ergebnis heißt Mind Mentor (passt). Ein Beruf der bei Menschen ein langes Studium und umfangreiche Kenntnisse von Fachliteratur voraussetzt, wird durch einen Maschine ersetzt. Das muss aber ein ganz ausgekniffenes Programm sein. Und dieses Programm kann tolle Sachen, es programmiert Menschen und zwar mit der neurolinguistischen Programmierung (NLP). Und am besten kuriert das Programm, man höre und staune, Schlaflosigkeit. Und der Erfolg des Programms ist enorm, fast 50 Prozent der Kunden die es einmal benutzt haben, schwören dannach sie sind geheilt. Das schaffen ansonsten nur sehr unangenehme menschliche Therapeuten.

Obwohl mir ist das viel zu viel Technik. Im Sinne des Klimaschutzes würde es doch auch einfach reichen eine Topfpflanze irgendwo hinzustellen, der man dann seine diversen Probleme erzählen kann. Ich schätze bei Schlaflosigkeit erreicht man damit eine Spontanheilungsquote von bis zu 90 Prozent.

Via: Golem

November 22, 2007

Der Massenarbeiter

Filed under: Zeitgeist, Automatisation - luclog @ 2:45 pm

An dem Fallbeispiel "freier Journalismus" kann man auch sehr schön sehen, wie es in einer weitestgehend liberalisierten Wirtschaft so weiter geht. Das eigentliche Problem der Gesellschaft ist und bleibt die Automatisation, das ist schon seit ca. 200 Jahren so und verschärft sich immer weiter. Was machen die Zugfüher wenn es das Berufsbild nicht mehr gibt, oder man jeden dahinstellen kann um den Totmannschalter zu bedienen? Dadurch, daß sich die Massen der Industriearbeiter aufgelöst haben, sind auch die Gewerkschaften als Vertretung des Arbeiters massiv geschwächt. Arbeiter die in keiner ständischen Statistik einer, bspw. Metaller, Gewerkschaft auftauchen sind auch keine mehr. Die Masse der spezialisierten und aufgeteilten Berufe, lässt sich kaum noch zu einer gesellschaftlichen Kraft bündeln.

Jedes Versagen eines Einzelnen, wird nur noch als Einzelschicksal gewertet, als Versagen des Individuums, das die Gruppe nicht betrifft. Was es dann bestenfalls gibt, sind gute Ratschläge: "Sie müssen beweglich sein". Da arbeiten hunderttausende, ohne Netz und doppelten Boden, nur auf das Versprechen und den möglichen Durchbruch hin (Wenn es erstmal läuft), am Rande des wirtschaftlichen Abgrundes. Und durch die Veränderungen im Sozialsystem, haben sie wenn sie einmal abrutschen auch fast keine Möglichkeit mehr, dieser Situation zu entkommen (Krankheiten darf es nicht geben). Sie werden das, was die Gesellschaft von Bürokraten aus ihnen machen will: Verwaltungsgegenstände. Die meisten aber wollen das als Allerletztes sein, und so wird eine Wut produziert die sich dann irgend wann gegen dieses gesellschaftliche System richtet. Vorbei an Parteien und Gewerkschaften die man nicht mehr als Vertretungen der eigenen Interessen wahrnimmt.

Noch funktioniert es zwar, daß man jede persönliche Geschichte des wirtschaftlichen Nichterfolgs als eine Bündelung individueller Fehler darstellen kann. Aber irgendwann werden es einfach zu viele, um diese Geschichte noch weiter zu glauben. Die Fälle wie der von Gabriele Bärtels häufen sich und werden sich weiter häufen. Sie werden sich auch weiter in anderen Berufsgruppen häufen, da immer mehr Berufe und immer spezialisiertere Tätigkeiten durch die Automatisation, nicht sofort verdrängt, aber genügend gestrafft werden. Auch das Management wird weniger, alle sind davon betroffen, daß sich immer mehr um immer weniger werdende Arbeitsplätze streiten.

Und eine Liberalisierung, die man oft als das gute Wirken freier Kräfte am Markt idealisiert, hilft keineswegs. Die Grundlage einer solchen Vorstellungswelt ist ganz einfach. Es ist das Gesetz des Stärkeren was sich bei einer radikal liberalisierten Gesellschaft durchsetzt. Nichts Anderes. Das ist ein Widerspruch zu jeder Zivilisation, und im traditionellen Bild, eines "Zurück zum urtümlichen freien Wirtschaften", sogar sehr ähnlich zum Marxismus, und noch ähnlicher zu den wirren Vorstellungen eines Bakunin. Es gibt leider kein Zurück in eine vortechnologische Gesellschaft, und wenn man die technologische Gesellschaft sozialverträglich gestalten will, muss man letztlich umverteilen. Wenn das nicht einigermassen gerecht geschieht, wird es für die Gesellschaft insgesamt gefährlich. Es bilden sich ansonsten große Wirtschaftsmonopole die, am Staat vorbei, ihre Macht solange bündeln bis das gesamte System kollabiert. Denn die Wirtschaft schafft es ihre Interessen zu bündeln und zu vertreten. Berufsgruppen die keine mehr sind schaffen das nicht. Und die Wirtschaft hat eines nie gelernt und wird es nie lernen, für eine vernünftige Wirtschaft ist eine funktionierende Gesellschaft das Hauptziel. In der Wirtschaft denkt man immer noch das Gewinnmaximierung ein Ziel wäre. Gewinn ist aber völlig substanzlos wenn die Gesellschaft nicht funktioniert.

Weitere Texte dazu:

1) Automatisierung

2) Überflüssige Menschen durch chinesische Konkurrenz

November 10, 2007

Auch andere machen sich Sorgen

Filed under: Zeitgeist, Automatisation - luclog @ 2:03 am

Hier noch was Mark Stein von der Zukunftsfähigkeit der europäischen Moderne hält. Der Selbstmord Europas, von Mark Stein. Da ist die Automatisation noch eines der kleineren Probleme. So findet dann alles zueinander, und ergibt ein erfreulich spektakuläres Gesamtbild für das was wir Zukunft nennen. Da kauf ich doch gleich mal Aktien von Sicherheitsunternehmen. In dem Zusammenhang sollte man üblicherweise auch beachten was der Goldpreis macht.

September 12, 2006

Überflüssige Menschen durch chinesische Konkurrenz

Filed under: Zeitgeist, Automatisation - luclog @ 5:47 pm

Was ich schon immer gesagt habe, die wirkliche Arbeitslosigkeit ist weit höher als es uns weisgemacht werden soll. Die Älteren und diejenigen die im familieren Umfeld unterkriechen (Das nennt man dann Hausfrau oder Hausmann) werden garnicht gezählt. Menschen werden durch Automatisation (1.2.) überflüssig und um das zu kaschieren gibt es in Deutschland allerhand Projekte und Massnahmen. Viele dieser Massnahmen tun nicht mehr als die Statistik zu verschönern. In dieser Situation noch mehr meistenteils unausgebildete Einwanderer ins Land zu holen ist politisch und wirtschaftlicher Wahnsinn. Auch Computerinder dienen nur dazu die Löhne, bei Spezialisten zu drücken und werden nicht gebraucht. Was mir dabei auch noch einfällt wirtschaftliche Liberalisierung ist darauf die schlechteste der möglichen Antworten, die führt nur zu einem globalisiertem Monopolkapitalismus.

(Spiegel)“Auf dem neuen Weltarbeitsmarkt herrscht Arbeiterüberschuss. Mittlerweile sind 18 Millionen Europäer von Arbeitslosigkeit betroffen. Rechnet man die ins Privatleben abgedrängten Frauen und die Älteren dazu, die man gegen ihren Willen in den Ruhestand schickte, sind mehr als 30 Millionen Menschen arbeitslos. Dieses europäische Heer der Stillgelegten entspricht der Einwohnerschaft von Berlin, Paris, London, Madrid, Brüssel, Rom, Lissabon und Athen. Ulrich Beck nennt diese Menschen die "strukturell Überflüssigen".

Erst wenn man die Menschen mit den Nulllöhnen und die verbliebenen Arbeiter und Angestellten zusammen betrachtet, sieht man die tatsächlichen Schrumpflöhne in Europa. Wer nur die Noch-Beschäftigten betrachtet, bleibt blind. Die Lohnsumme aber fällt in Wahrheit deutlich schneller, als es uns die Einkommensstatistik weismachen will. Auf dem Weltarbeitsmarkt findet ein Lohnverfall statt, mit dem im Westen keiner gerechnet hatte.

September 6, 2006

Mehr Einwanderer als je zuvor

Filed under: Zeitgeist, Automatisation - luclog @ 10:42 pm

Arbeitsplätze sind beliebig vermehrbar und vermehren sich ganz natürlich in den westlichen Ländern von daher besteht keinerlei Problem. Die Automatisierung tut das Übrige um die Situation zu entspannen. Wir wissen alle: Einwanderung bringt nur Vorteile und keine Kosten. Computerinder sind umgeschulten Langzeitarbeitslosen vorzuziehen und bei denen braucht man die Bewerbung auch nicht auf Lücken oder formale Fehler im Lebenslauf hin untersuchen. Die werden ja über ehrliche Institute vermittelt.

Im englischen Manchester arbeiten mehr malawische Ärzte als im südostafrikanischen Malawi mit seinen elf Millionen Einwohnern.

August 1, 2006

Hallo, Herr Literat

Filed under: Zeitgeist, Automatisation - luclog @ 3:38 pm

Die elektronische Revolution lässt nichts aus. Und das ist auch richtig so. Dachten doch zuerst alle Geistesarbeiter, sie wären von der Automatisierung nicht betroffen, es würden nur einfache Arbeiten wie das Fensterputzen automatisiert werden. Über den Umweg der Kopie werden aber auch immer mehr eigentlich hochstehende individuelle Arbeiten in den Bereich der Automatisation verschoben. Waren es auch erst nur Vereinfachungen die auch den Medienarbeiter erfreuten: Man konnte kopieren, Zitate einfacher auffinden und abspeichern, etc., und dadurch selbst ein Vielfaches von dem produzieren was vorher möglich war. Und dabei war man dann auch nicht mehr auf ein Team von Lektoren und Setzern angewiesen.

Da aber das  genuin Eigene, bei den meisten dieser Arbeiten, eigentlich nur den geringsten Anteil ausmacht und der eigentliche Inhalt, das Individuelle, die Meinung, viel weniger gefragt ist als gemeinhin gedacht, wird es immer überflüssiger. Die Idee ist nicht das was zählt, sie ist auch immer nur die Variation von Altbekanntem. Die Idee ist ein Massenphänomen, eine Bewegung innerhalb der vorgegebenen Variationsbreite des längst narrativ innerhalb des Ideenpools Vorgegebenen. Die flotte Schreibe bekommt mehr und mehr die Bedeutung von Ausdruckstanz.

Eigentlich ist es so, jeder der lesenden Kunden erfeut sich schon lange einer eigenen Meinung. Wer hat schon keine und wer hat schon nicht die Beste aller? Obwohl es auch dort eine immer bestehende Freude an der Wiederholung und Paraphrasierung gibt, an kleinen Detailverschiebungen, ein Abnicken der Egozentrik, wird auch diese letztlich durch die Masse erdrückt, die Masse der Namen, und die Masse der Meinungen die mit den Namen zu verbinden sind. Ein paar Querverbindungen und Assoziationen sind zwar schick, müssen aber nicht.

BuchdruckDa aber der Bordieusche Effekt der Distinktion in allen Bereichen eigentlich nur über Klassik hergestellt werden kann, ist hier der eigentliche Punkt des Interesses. Die wichtigen Neuigkeiten kommen über Newsticker. Der Rest ist Kampf um Deutungshoheit ein Kampf um die Masse, die Mehrheit, die zusehends desinteressiert ist, angesichts der Probleme die das Leben selbst schon zur Genüge bereit stellt und eher für einfachste Parolen immer anfälliger wird. Wenn die Klassiker aber mehr und mehr frei zu beziehen sind, reicht das aber schon für mehrere ausgefüllte Leben an Lesezeit.

Und nun kann sich jeder über einfachste Möglichkeiten, wie Blogs, auch noch frech selbstverlegen. Da kommt noch ein grosser Batzen an Lese und Ideenstoff hinzu. Und: Das ist alles immer noch erst in den Anfängen.

Da passt dann die Meldung bei Heise, daß nun Bücher "subversiv" kostenlos am Urheberecht vorbei bereitgestellt werden. Auch die Schreiberzunft längst durch den grossen Erfolg und die Verkaufszahlen belanglosester Popkulturderivate wie Dan Brown oder Stephen King verschreckt, wird sich mit einer Position weit unter der Wichtigkeit ererbten Geldes abfinden müssen. Bildende Kunst, Musik und Theater sind sowieso nur noch wandelnde Leichen, und sich ihrer subventionierten Nichtbedeutung nur noch nicht bewusst.

May 8, 2006

Götz Werner

Filed under: Zeitgeist, Automatisation - luclog @ 10:34 am

Radikale Probleme brauchen radikale Lösungen. Die Automatisierung wird mehr und mehr als Problem für unser altes Wirtschaftssystem erkannt. Die Debatte dazu ist eigentlich aber schon älter. Zu dem Problem der Automatisierung erschien schon 1995 ein Buch von Jeremy Rifkin, "Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft". Und die Debatte dazu ist noch älter, aber jetzt nach über zehn Jahren erreicht sie auch die politische Elite in Deutschland. Für unsere Verhältnisse war das eigentlich sogar schnell.

Leider steht eine starke Fraktion dagegen, die hier im Staat und in den Parteien den Lobbyismus verteidigen. Es ist auch schwer etwas durchzusetzen was die Steuerberater und Steuerbeamten arbeitslos macht wenn die halbe Parteienlandschaft aus eben solchen besteht.

Götz WernerGötz Werner seines Zeichens erfolgreicher Kapitalist und Erfinder der Drogeriemarktketten mit seiner Firma DM, bietet eine Querdenker Lösung, die wirklich radikal erscheint. Aber im Grunde hat er Recht, das verschwinden der Arbeit auf breiter Front erfordert ein Umdenken. Auch eine noch so prosperierende libertäre Wirtschaft wird die Massenarbeitsplätze nicht mehr zurück bringen. Und davon das einer Haare schneidet und der nächste diesem die Steuererklärung macht kann eine Gesellschaft nicht leben.

Selbst auf auf Platz 78 der Liste der reichsten Deutschen, plädiert Götz Werner für ein bedingungsloses Grundeinkommen, das über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 48% finanziert werden soll. gleichzeitig sollen fast alle anderen Steuern abgeschafft werden. Dazu hat er die Initiative "Unternimm die Zukunft" ins Leben gerufen.

Das wäre natürlich auch ein harter Schlag gegen diejenigen, deren  Lebenssinn es ist andere zu verwalten. Und gerade hier sehe ich den Hauptwiderstand gegen ein solches Konzept. Damit werden auf einen Schlag auch ganze Armeen von Menschen ihres verwaltenden Lebenssinnes beraubt.

April 25, 2006

Automatisierung

Filed under: Zeitgeist, Automatisation - luclog @ 12:57 pm

Die Automatisierung ist noch längst nicht richtig ausgereizt. Man sollte die Automatisierung nicht nur kritisieren, sondern auch mal die Vorteile in Betracht ziehen. Gut, es hat viele Arbeiter erwischt: Hafenarbeiter und Monteure, dann die Setzer in den Verlagen. Der Fensterputzer ist in Arbeit. Auch der Haushaltsroboter, sowie der Postbote, der Zulieferer, der Bäumestutzer, der "Müll im Waldsucher", der Bauer und der Polizist, kommen sicher bald als 1.0 Version auf den Markt. Aber da macht es nicht halt, und da soll es ja auch nicht haltmachen. Längst gibt es Programme die Musik komponieren und Bilder erstellen. Auch andere Berufe müssen endlich automatisiert werden. Kleine Roboter, die alles und jedes fotografieren, könnten alle Fotografen ersetzen. Das Copyright verbleibt dann beim Autor, insoweit wie der Roboter fähig ist seine Bildrechte ordentlich zu vertreten.

Dafür gibt es dann Anwaltsroboter die, in voller Kenntnis der Gesetzesdatenbanken, vorformulierte Reden schwingen. Daß vieles davon nichts als "Copy and Paste" ist, wissen wir doch alle. Und wenn es die Juristen erwischt (Man muss sie nur davon abhalten vorher ein Gesetz dagegen zu erwirken), soll es aber auch die Lehrer erwischen. Denn – das Runterspulen des Stoffes vom letzten Jahr ist auch perfekt für die Automatisierung geeignet. Ausserdem stört es den Roboter nicht wenn er angespuckt wird und er vergibt Noten ohne irgendwelche persönlichen Gefühle und Rachegelüste.

Und wenn diese beiden Berufsgruppen automatisiert sind, haben wir eigentlich schon den Bundestag komplett. Also kann auch hier die Automatisierung leicht eingeführt werden, schon jetzt ist ein Politiker ja in erster Linie eine völlig rückgratlose Phrasendreschmaschine. Programmierer an die Arbeit.

March 20, 2006

EU Robotik ganz weit vorn

Filed under: Zeitgeist, Automatisation - luclog @ 12:20 pm

Ich finde Fortschritte bei der Miniaturisierung und bei Robotern eigentlich grundsätzlich gut. Obwohl diese Dinge wohl auf Dauer den Menschen noch entbehrlicher machen und als Automatisierung dann auch ein Hauptfaktor für Arbeitslosigkeit sind. Nun werden im EU I-Swarm Projekt Roboter auf drei Millimeter verkleinert und sollen dann auf der Fläche eines A4 Blattes operieren. Daß aber den Wissenschaftlern hier nichts anderes als Anwendung einfällt, als mit Mikrorobotern den Mars zu erkunden, zeigt eine gewisse Weltabgewandtheit der EU Forscher. Auch die Geländeerkundung wird bei so kleinen Robotern, eher eine langwierige Angelegenheit sein. Verbesserung von Satelliten erscheint da eigentlich naheliegender.

March 15, 2006

Angst vor dem Abstieg

Filed under: Zeitgeist, Automatisation - luclog @ 7:29 pm

Mal wieder steht Deutschland eine düstere Zukunft bevor. Als hätte ich es nicht geahnt. Nachdem der saure Regen uns die Wälder wegeätzt hat und die Erderwärmung die Menschen, Strassen und Häuser unter Schnee begräbt, kommt jetzt der dicke Bevölkerungshammer: Deutschland überaltert. Na, neu ist das nicht gerade. Und es ist auch Unsinn. Eine ständig wachsende Bevölkerung, bei der es ständig mehr junge als alte Menschen gibt, wäre auch grauenvoll. Und wenn man sich Deutschland mal genau anschaut ist es hoffnungslos übervölkert. Es gibt hier kaum mal eine freie Wiese, überall strömen Massen, kaum das die Sonne scheint. Wälder müssen in Sperrgebiete umgewandelt werden, damit überhaupt noch etwas Grünes übrig bleibt. So gesehen sind Enklaven mit etwas weniger Menschen wenn auch nur im Osten etwas durchaus positives. Auch verbrauchen weniger Menschen weniger Ressourcen, und das ist sparsam und somit gut für diese Ressourcen, sie bleiben länger erhalten.

BevölkerungDer Mensch als Selbstzweck oder als wichtiges Seelengefäss von dem es nicht genug geben kann, wäre eher eine religiöse Variante: Wachset und mehret euch. Das geht wirklich nur bis zu einem bestimmten Grad, dann treten sich alle auf die Füsse und die Tierwelt kommt dabei auch unter die Räder. Also war und ist die Idee von endlosem Wachstum immer zum Scheitern verurteilt.

Deutschland ist eines der dicht bevölkertsten Länder der Erde. Hier in dieser Liste Platz 35, wobei die ersten 5 (Vatikanstaat, Monaco, noch stark die Statistik verzerren).

Und eine grosse Bevölkerungsdichte bedeutet für den Einzelnen immer ein Verlust an Lebensqualität, und das ist vielleicht auch ein Grund für die Vermehrungsunlust, der aufeinander gedrängten Bevölkerung. Neben den anderen bekannten Faktoren, wie sozialer und finanzieller  Unsicherheit, die viele dazu bringt ihren Kinderwunsch immer weiter hinauszuzögern bis es nicht mehr geht. Letztlich ist aber das Setzen auf immer weiteres fortlaufendes Wachstum ein Pyramidenspiel (die Form von verbotenen Glücksspiel bei dem es immer mehr Einzahler braucht um den Gewinn für die Spitze der Pyramide zu decken). Das muss scheitern und wird auch immer scheitern.

Was passiert aber, wenn es immer weniger Junge gibt? Wird sich die Jugend auf Dauer durch einen überalterten Staat, dazu erpressen lassen erdrückende Lasten zu tragen, Schulden die weit vor ihrer Geburt erwirtschaftet worden sind abzutragen, und das wo es für sie selbst dann kein Versprechen für die Zukunft mehr gibt? Was, wenn die staatlichen Zuwendungen immer mehr abgebaut werden, und die Infrastruktur bei Schulen und Kindergärten, noch schlechter und noch teurer wird, wie auch die gesamte andere Infrastruktur? Wenn die Arbeit noch weniger wird? Wenn es dabei immer mehr Junge gibt, Junge die die überhaupt nicht in die Arbeitswelt integriert werden können. Weil sie keine Chancen sehen und keine Perspektive? Weder mit noch ohne Arbeit. Und wenn die welche Arbeit haben zu der noch kleineren Minderheit gehören, die dann alles bezahlen soll, und die Masse völlig ausrangiert daneben steht und als nutzlos gilt? Was dann?

Ich denke das Bevölkerungswachstum, ist dabei das kleinste Problem. Das zögert die Probleme eher heraus. Die Arbeitslosenzahlen bei einer noch grösseren Bevölkerung wären erschreckend. Der Pillenknick ist hier der Freund der Politik, dadurch wird kaschiert wie wenig Arbeit überhaupt da ist. Und bei weitergehender Automatisierung und Abgängen in Billiglohnländer wird es noch schlimmer. Das jammern der Wirtschaft das Kunden wegfallen, ist zu ertragen, Arbeitslose sind sowieso keine guten Kunden. Das es mehr freie Natur gibt ist auch nicht schlecht. Das Wohnungsmieten fallen, ärgert nur den Hausbesitzer. Das eigentliche Problem ist, daß die Technik die gesamte traditionelle Wirtschaft langfristig bedroht. Die moderne Welt schafft den Menschen als Arbeiter ab aber braucht ihn als Kunden. Und hier wird die Wirtschaft paradox.