December 25, 2008

Sapperlott, Sakral, Salbader, Sakrament

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 1:33 am

Erstmal ein ganz großes weihnachtliches Fragezeichen. Was ist denn da schon wieder los? Der Benedikt eigentlich ein entschiedener Freund des Crossdressings, hat sich für die natürliche Art der Sexualität ausgesprochen. Nun das ist für einen Verein der eine gewissen Massenkompatibilität in Lebensfragen herstellen will, und dort auch eine gewisse traditionelle Beraterfunktion ausfüllt, eigentlich nicht sehr verwunderlich. Klingt eher nach Vernunft. Also, was ist da los?

Davon abgesehen, daß alles vernünftige Handeln und Denken mehr als verdächtig ist, scheint es hier um irgendein Prinzip zu gehen. Und das Prinzip scheint zu lauten, daß uralte gesellschaftliche Wahrheiten und Traditionen im Konflikt zu dem stehen was heutzutage so gerne als zeitgeistige Aufgeregtheit daherkommt. Aber, liebe Freunde der gleichgeschlechtlichen Liebe jenseits und dieseits des Ufers, die Kirche bietet schon seit Jahrtausenden mehr als eine passende Lösung und Antwort gerade auf euer Problem, sie macht es nur nicht zum Dogma. Und das ist auch gut so, denn es gäbe bald keinen Nachschub an Sexualkontakten wenn etwas anderes die Regel wäre, außer ihr habt eine prima Reagenzglaslösung kurz vor der Realisation.

Und was hat denn nun der Benedikt gesagt?

Die Menschheit solle auf "die Stimme der Schöpfung" hören, um die vorgegebenen Rollen von Mann und Frau zu verstehen. Alles andere käme "einer Selbstzerstörung des Menschen und der Zerstörung von Gottes Werk selbst" gleich.

Modern übersetzt lautet dieser Merksatz: Ohne normalen Sex und normale Familien funktioniert keine Gesellschaft. Und das sollte eigentlich jeder noch so sexuell Verstörte auch heute noch verstehen können. Es ist so: Punkt. Und es ist nichts besonderes, wenn der Führer einer gesellschaftlichen Gruppierung, die sich für gesellschaftliche mitmenschliche Fragen berufen fühlt, dies auch so feststellt, besonders wenn diese Gruppierung schon seit längerer Zeit im Geschäft ist und einen gewissen Überblick über gesellschaftliche und pseudophilosophische Fehlentwicklungen hat.

Auch äußert Benedikt:

Die lebenslange Verbindung von Mann und Frau sei ein "Sakrament der Schöpfung", erklärte der Papst - und erteilte damit jeder anderen Form des ehelichen Zusammenlebens, also vor allem der Homo-Ehe, eine Absage.

Na und? Entweder oder: Ehe, Kinderaufzucht, Sexualität, all diese Dinge haben eine einfache natürliche Wurzel und verfolgen eine Zweck. Leider wird das scheinbar nicht so oft bei MTV thematisiert, wie der Chemobrei der Folge und Auslöser von erotischer Verwirrung ist.

Und das ist alles ein “Sakrament der Schöpfung”. Auch hier muss man wohl wieder übersetzen – Sakrament bedeutet: “Gnadenmittel”. Naja, “Gnadenmittel” ist auch wenig fassbar. Also besser stehts bei Wikipedia:

“Als Sakrament bezeichnet man in der christlichen Theologie einen Ritus, wie zum Beispiel die Taufe, der als sichtbares Zeichen beziehungsweise als sichtbare Handlung eine unsichtbare Wirklichkeit Gottes bewirkt, sie vergegenwärtigt und an ihr Anteil gibt.”

Also eine Handlung, die im transzendenten unwirklichen Bereich, hinter der - Alice in Wonderland - Grenze “Glauben”, etwas bewirken soll und damit also auch im Umkehrschluss für jeden der “glaubt” auch absolut sicher etwas bewirkt. Denn festgelegte Riten vereinen. Und das ist dann auch das eigentliche Mysterium des Glaubens. Und wenn man das versteht, versteht man auch Weihnachten, und warum wir unter einem heidnischen Baum und eine antike Göttin mit Gottessohn anbeten, und dabei trotzdem alles Tradition und gut ist.

 

Via: Weihnachtssideserver

December 21, 2008

Der Nordpol schmilzt

Filed under: Erderwärmung - luclog @ 1:26 am

Schokoladenweihnachtsmänner schmelzen ja oft. Da war wohl die Idee nicht weit. Aus "rettet die Eisbären" wurde so ein "Greenpeace rettet den Weihnachtsmann". Währendessen werden allerorten zurzeit Schneerekorde gemeldet, so daß der arme Weihnachtsmann gar nicht weiß ob er nicht lieber in die Wüßte nach Las Vegas gehen soll. Am Nordpol ist es ja im Moment so warm.

 


 

Via: Whats up with that.

Siehe auch: Kippt das Klima?

December 13, 2008

Kyoto CO2

Filed under: Erderwärmung - luclog @ 6:40 pm

Wovon reden die überhaupt? Es wird jetzt soviel CO2 gespart, daß die Welt jetzt schon in vorauseilendem Gehorsam im Kälteschock erstarrt. Die Wirtschaftskrise ist das beste CO2 Programm, daß man sich überhaupt denken kann. Die Banker haben ihr grünes Herz entdeckt und sich selbstlos mit ein paar ganz mittelalterlichen Goldtalern in der Tasche auf den Weg in eine neue substanziellere Weltordnung gemacht. Durch die Wirtschaftskrise erreichen wir alle Klimaziele mit Links. Deswegen hat es ja auch schon überall angefangen zu schneien. Wir könnten auf dieser Überholspur in die Nachhaltigkeit ruhig wieder ein paar Filter von den Kraftwerken abmontieren. Wer braucht noch Filter, wenn der Schornstein gar nicht raucht?

Siehe auch:

Juhuu Wirtschaftkrise

Die Finanzkrise

December 11, 2008

Die fremde eigene Stimme

Filed under: Wissen - luclog @ 1:19 am

Es gibt noch etwas in der Musik, was eigentlich selten erklärt wird und was viele insbesondere junge Menschen davon abhält Musik zu machen. Meistens ist die erste Form der musikalischen Äußerung beim Kind das Singen. Und das ist natürlich immer erst völlig untrainiert. Wenn Kinder aber nun eine Aufnahme ihrer eigenen Stimme machen sind sie entsetzt: das ist nicht die Stimme, die sie von sich kennen. Diese Stimme wirkt fremd. Und das ist auch bei Jugendlichen und Erwachsenen so, es ist für die meisten äußerst schwer die eigene Stimme in einer Aufnahme zu ertragen, dazu braucht es eine Menge Gewöhnung. Viele erinnern sich an das Erste mal als sie diese fremde Stimme gehört haben und werden durch den Schock auf ewig davon abgehalten je wieder so etwas zu versuchen. Und die meisten sind zeitlebens unsicher über die Wirkung der eigenen Stimme, außer irgendeine Autorität wie etwa der Leiter des Kirchenchors oder Dieter Bohlen versichert ihnen, daß ihre Stimme gut ist. Deswegen können sich Menschen denen von Kindheit an erzählt worden ist, daß ihre Stimme gut ist, wie Madonna (Kinderstar), völlig frei damit umgehen – auch wenn diese Stimme, wenn man mal wirklich hinhört, im Vergleich zu der anderer Sängerinnen völlig Belanglos ist.

Bei Spektrum Direkt ist dieses Phänomen ganz gut erklärt:

Die Erklärung für diesen Effekt liegt vielmehr in unserem Kopf. Denn die Schallwellen, die wir beim Sprechen in unserem Kehlkopf erzeugen, nehmen zwei unterschiedliche Wege zu unserem Gehör. Der so genannte Luftschall gelangt aus unserem Mund durch die Luft zurück in unseren Gehörgang - inklusive der Reflexion an Wänden oder Gegenständen in unserer Umgebung. Diese Schallwellen kennen unsere Gesprächspartner als unsere Stimme.

Der zweite Weg des Schalls verläuft durch die Knochen unseres Kopfes, die durch die Wellen in Vibration versetzt werden. Dieser Knochenschall gelangt direkt über den Kiefer ins Innere der Ohren, wo die Informationen an das Gehirn weitergeleitet werden. Hält man sich beide Ohren zu und spricht leise etwas, dann kann man diesen Knochenschall "hören". Denn obwohl wir keinen Luftschall wahrnehmen können, erfahren wir trotzdem über den Knochenschall das Gesagte. Für uns selbst besteht somit die eigene Stimme aus zwei Schallkomponenten.

Wir kennen unsere Stimme in erster Linie als die Stimme die sich aus Knochenschall plus Luftschall ergibt, und das klingt anders als das was die anderen hören die nur den Luftschall wahrnehmen. Und dadurch, daß Menschen heute viel öfter und viel früher mit einer Sprachaufnahme konfrontiert werden, die sie dann befremdet, haben die meisten Menschen oft ein schlechtes Verhältniss zum Gesang und ihrer eigenen Stimme. Und selbst das Singen in der Badewanne wird nur noch durchgeführt wenn keiner zuhause ist.

Eigentlich ist es aber völlig anders. Die meisten Stimmen empfinden wir als schön, es gibt kaum Stimmen die wir ablehnen. Stimmen sind uns meist völlig unaufällig, es gibt kaum den Fall, daß wir Menschen über die Stimme sortieren. Und innerhalb der Hall of Fame der Rock und Pop Musik wimmelt es von Weltstars die nach herkömmlichen Kriterien von “guter Stimme” oder aktzentuiertem Gesang alles falsch machen und es nicht können. Aber da teilt sich auch die Meinung wie in allen Problemfällen von Ästhetik. Was ist schön? Des einen Eule, ist des anderen Nachtigall.  Das kennt man ja auch von sich selber, manche Stimmen findet man unerträglich obwohl sie Weltruhm erlangen, mir geht es so mit “Lou Reed”, und “David Bowie”, dabei finde ich die mit diesen Personen verbundenen Titel und die Musik oft sogar gut. Viele Titel von Lou Reed sind richtig klasse, unter der Bedingung, daß sie von anderen Sängern interpretiert werden.

Bei Frauenstimmen ist mir als Mann aber alles egal, da finde ich eigentlich alles gut solange es nicht zu penetrant kreischt, was aber eher ein Form der Anwendung ist und nicht die Stimme selber. Auch so eine merkwürdige Sache, da müßte sich mal eine Frau äußern die auf sowas achtet, ob das andersherum auch so ist. Auch ändert der Sprechgesang alles, bei Sprechgesang ist mir die Stimme verblüffenderweise völlig unwichtig. Wohl ähnlich wie bei Radiostimmen oder Politikerreden habe ich dabei überhaupt keine stimmlichen Präferenzen. Und auch näselnde Stimmen wie von Udo Lindenberg oder Jan Phillip Eißfeldt werden scheinbar gemocht.

Ich hoffe damit einigen Menschen Mut zu machen, wieder in der Badewanne zu singen und das kurzfristige Ziel Supersstar für Deutschland wieder ins Auge zu fassen. Bohlen hin, Bohlen her, der kann im übrigen auch nicht singen und hat eine näselnde Stimme (achtet mal drauf). Die Qualitäten für Welthits sind wohl doch scheinbar ganz andere, als die der Stimme.

December 10, 2008

Wirtschaftskrise erklärt

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 11:37 pm

Hier nochmal ein kleines Filmchen das sich mit den Ursachen der Wirtschaftskrise befasst und dabei ein mächtig schwarzes Bild zeichnet. Nichts für schlechte Nerven.

Kaufanreiz

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 12:55 pm

Joseph von Westphalen hat einen beachtenswerten Vorschlag gemacht. Verbraucher-Genugtuung als Kaufanreiz. Das hat was. Werft erstmal den Ackermann ins Gefängnis dann kauf ich mir eine von euren Aktienheizdecken.

Und wo ist die Gegengabe für all die unnötigen Einkäufe? Das betrogene Volk lechzt nach Genugtuung. Ein symbolisches Opfer muss her. Schuldfrage egal. Ackermann. Verhaftung im obersten Stock. Für den Spaß kauft man sich gern einen neuen Laptop und geht essen.

December 9, 2008

Ja, ja

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 4:39 pm

Ich muss mal wieder bei Vera Lengsfeld unterschreiben. Auf dem Weg ins Paradies kommen immer zuerst die Steuern. Ich überlege dann schon mal im Keller ein Lager mit 100 Watt Glühbirnen einzurichten, die wohl bald zu horrenden Schwarzmarkt-Preisen in dunklen Gassen gehandelt werden.

Update 2:

Und noch etwas Hintergrund

"Um das mit Energiesparlampen zu gewährleisten, sollten diese eine Wattlage höher gekauft werden als empfohlen. Zumal ihre Helligkeit mit der Zeit abnimmt: Im Test war von der Anfangshelligkeit nach 2.000 Betriebsstunden im Extremfall nur noch 43 Prozent übrig. Im Klartext: Sobald sich die Einsparung in der Haushaltskasse bemerkbar macht, verwandeln sich die angeblichen Sparmeister in Funzeln."

Update:

Hier, noch jemand dem aufgefallen ist, daß mit der Lebensdauerrechnung bei der Energiesparlampe etwas nicht stimmt.

Und auch noch etwas zur Ökobilanz bei NUB.

Und bei Ökologismus.de sind auch schon welche auf die Idee verfallen Glühbirnen zu horten.

December 4, 2008

Musik und Stil

Filed under: Wissen - luclog @ 1:56 am

Musikstile sind lustig. Der Siegeszug der Musikrichtung "Müll" ist uns ja noch allen in Erinnerung. Aber auch der Jazz hat wohl scheinbar eine ziemlich unfeine Herkunft, dazu steht bei Wikipedia: "Möglicherweise ist er abgeleitet aus einem Wort „jass“ aus dem kreolischen Patois, „jass“, für „tatkräftige Aktivität“, im speziellen Sexualverkehr." Also auch wieder mal sowas wie Ficken. Das gibt es dann in Neotradionalistischer oder auch in der Downtown oder Acid Version. Aber auch andere Musikrichtung sind grob Obszön. Z.B die sich geschickt als unverdächtig tarnende Pop-Musik. So richtig sauber sind eigentlich nur die Klassik und die Metall Musik.

December 2, 2008

Top Ten Suchbegriffe

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 1:21 pm

Da braucht man sich doch nun wirklich über nichts mehr zu wundern. Wenn ich mir die Top Ten der Suchbegriffe für  Deutschland so anschaue ergibt sich ein Bild des Grauens. Und man kann ablesen das Dieter Bohlen völlig richtig liegt. Das ist die Moderne. Die Moderne ist eine echte Verfeinerung des Massengeschmacks. Und der Massengeschmack ist genau das was bedient wird. Und man irrt auch wenn man wie viele Klassikfreunde es tun, die alten Zeiten dagegensetzt und zur kulturellen Wundertüte aufbläst. Das Alte ist alt, und wird auch immer alt bleiben. Das etwas Differenziertere, oder auch nur ein wenig Tiefsinnigere, ist für die Menge nicht zu erfassen. Das haben aber auch schon Bach, und Mozart erkannt und bedient. Jeder Gassenhauer der sich aus einer großen Oper heraus schält funktioniert so. Und jeder Merksatz von Goethe oder Schiller, jeder Reim von von Shakespeare. Jede griechische Tragödie. Bach hatte keinen Synthesizer und nur deswegen hat er keinen benutzt und auch keine Hit-CD produziert. Eigentlich wäre der Nobelpreis für Dieter Bohlen angebrachter, als für Günter Grass. Denn mit: "Du bist mein Herz, du bist meine Seele", hat Bohlen auch sprachlich einen Welthit gelandet. Eine Komprimierung und Verdichtung von tausenden von Seiten Literatur und großer Oper. Und die Melodie war auch noch gut, sowie völlig neu, und man konnte Disco-Fox dazu tanzen – was den Welthit erst wirklich ausmacht und was Slipknot nie verstehen werden.

Auch sieht man an den Top Ten der Suchbegriffe, daß die allermeisten Menschen bis heute noch nichtmal das Internet bedienen können. Lesezeichen (auch bekannt als Bookmarks)  sind für die meisten schon eine unzumutbare Hürde. Lieber wird nach Youtube gegoogelt. Wobei natürlich hinzuzufügen ist, daß immer noch die allermeisten um der Arbeit zu entfliehen nur vom Büro aus überhaupt das Internet nutzen. Und da wäre das Youtube-Lesezeichen auch ein wenig verräterisch.

Malen auf dem Display

Filed under: Technikwelt - luclog @ 11:17 am

Und noch eine gute Nachricht: Malen auf dem Display könnte bald billiger werden. Das Produkt "Duo for Laptop" könnte das Potential dazu haben. Es handelt sich dabei um einen schnurlosen Stift mit Batterie mit dem man auf dem Display zeichnen kann. Mit ca. 40 Euro wäre das eine echte preisliche Alternative zum 12er Bildschirm von Wacom für rund 1200 Euro, oder auch dem großen Stiftbildschirm von Wacom für 2000 Euro.