July 16, 2008

Wissenswertes über den Buddhismus

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 3:26 pm

Wie Leser dieses Blogs eigentlich schon längst wissen müßten, ist auch der Buddhismus nicht ohne. Die esoterischen Verstrickungen des Faschismus zum Buddhismus sind ja ohnehin sehr bemerkenswert. Victor und Victoris Trimondi haben sich nun in der Welt mit den Endzeitvisionen des Buddhismus einwenig auseinandergesetzt. Und nochwas zum Kalchakra-Tantra dessen Ritual erst 2002 in Graz öffentlich durchgeführt wurde. Kalchakra bedeutet "Rad der Zeit", etwas das wir auch in Deutschland mit einem mittlerweile verbotenen Symbol in Verbindung bringen können.

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18 Comments »

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  1. Erstaunlich, dass der tibetische Buddhismus repräsentativ für den gesamten Buddhismus sein soll. Das ist ungefähr so, als ob die Zeugen Jehovas für das Christentum repräsentativ wären.

    Comment by lebowski — July 16, 2008 @ 9:38 pm

  2. Möglicherweise weil Tibet das zentrale Land für die Überlieferung des Buddhismus in der buddhistischen Geschichte war. Was ein wenig der Rolle Roms in der Christenheit entspricht.

    Soweit ich das überschaue, gibt es zwar sehr verschiedene Schulen im Buddhismus aber alle berufen sich auf Schriften in Sanskrit (Einer toten indischen Sprache). Bei der Sprache Sanskrit hat man dann auch die merkwürdige Querverbindung zum arischen die ja nicht nur Erfindung ist. Zum Erwachen dem “Bhodi” gibt es in den westlichen Religionen auch eine Entsprechung die “Gnosis”. Ein Zusammenhang der sich ja eigentlich durch die gesamte westliche Kulturtradition zieht (Tip: Weltrevolution der Seele. Ein Lese- und Arbeitsbuch der Gnosis von der Spätantike bis zur Gegenwart (mit Thomas Macho), 2 Bände Artemis & Winkler, München/Zürich 1993).

    Comment by luclog — July 17, 2008 @ 12:18 am

  3. “Möglicherweise weil Tibet das zentrale Land für die Überlieferung des Buddhismus in der buddhistischen Geschichte war. Was ein wenig der Rolle Roms in der Christenheit entspricht.

    Das höre ich zum ersten Mal und will es auch nicht glauben. Ich bin aber zugegebenermaßen kein Experte für buddhistische Geschichte.
    Hast Du einen Link?

    Nach meiner Kenntnis gibt es so viele buddhistische Schulen, dass niemand mehr den Überblick behalten kann. Grundsätzlich wird aber zwischen dem Hinayana- und dem Mahayana-Buddhismus unterschieden. Der Hinayana-B. ist in Südasien verbreitet, während der Mahayana-Buddhismus in Ostasien stark ist. An dem einen Ende des Mahayana steht der tibetische Buddhismus, der sehr esoterisch ist, am anderen Ende der Zen-Buddhismus, der (vermeintlich) auf viel rituellen Schnickschnack verzichtet hat.

    Der tibetische Buddhismus verdankt seine Prominenz ausschließlich dem Dalai Lama, ansonsten scheint er mir eine wenig bedeutende Sekte innerhalb des Buddhismus zu sein.

    Comment by lebowski — July 17, 2008 @ 7:53 am

  4. Der Vergleich mit Rom hinkt natürlich ein wenig. Aber wenn man sich die Geschichte grob betrachtet, ist der Anfang des Buddhismus in Indien, dann breitet er sich aus - auch bis nach Europa. Aus Indien wird er dann verdrängt, auch in Europa kann er sich nicht halten. Das Zentrum und die alten Schriften konzentriert sich dann in Tibet und von Tibet aus wird dann bis hin nach Japan missioniert. Die einzelnen Schulen bilden dann aber auch wieder ihre eigenen Traditionen aus. Bei den Christen und Rom ist das ähnlich es gibt auch unglaublich viele “Schulen” also “Kirchen”, aber da die Tradition aller Kirchen viel mit Rom zu tun hat und das römisch katholisch eine große Guppe bildet, schauen alle auch immer auf den Papst.

    Comment by luclog — July 17, 2008 @ 11:12 am

  5. Noch ein kleiner Nachtrag: Nach weiterer Internet Recherche habe ich herausgefunden, das der Dalai Lama selbst wohl der Rudra Chakrin sein soll der die blutige Endzeitschlacht gegen die semitischen Religionen anführen soll.

    http://www.sopos.org/aufsaetze/46f7d93eae9c8/1.phtml

    Die Teilnehmer an einer vom Dalai Lama durchgeführten Kalachakra-Einweihung erhalten das zweifelhafte Privileg, als “Shambhala-Krieger” in “der letzten Schlacht gegen die Mächte der Finsternis” reinkarnieren zu dürfen. Sie werden dann in dem prophezeiten Weltkrieg als “Soldaten Buddhas” gegen die “Feinde der Lehre” kämpfen. Nach einer Vision des Lamas Kamtrul Rinpoche ist es der Dalai Lama selber, der als reinkarnierter Shambhala-König Rudra Chakrin die buddhistische Endzeitarmee anführt.

    Comment by luclog — July 17, 2008 @ 11:59 am

  6. Ich muß der Kritik zustimmen: Der Buddhismus ist weit mehr als die tibetanische Ausprägung! Der tibetanische Buddhismus hat den Buddhismus mit der ursprünglichen Religion in Tibet, der Bön-Religion, aus welcher die kritisierten “blutigen” Rituale kommen, vermischt.

    Letztlich ist es falsch, aufgrund dieser eine Buddismus-Kritik zu konstruieren, da davon wirklich niemals in den Urschriften, den Lehrreden des Erleuchteten, die Rede war. Die Lehrreden wurden übrigens in Pali niedergeschrieben, einem (fernen) Verwandten des Sankrites. Sollte aber eigentlich nicht mit dem klassischen Sankrit verwechselt werden, dazu ist es zu eigen, oder offen gesagt empfinde ich das Verwechseln oder Zusammenwerfen beider als falsch. Die heiligen Schriften der Hindus, die Veden, sind jedoch im Sanskrit, die jedoch mit dem Buddhismus nichts zu tun haben, da diese erheblich älter sind.

    Die Trimondis sind nicht seriös! Es sind Kommunisten, was für mich alles aussagt! Letztlich erfinden sie eine große Geschichte um ein Zusammentreffen einer NS-Expedition nach Tibet mit dem Dalai Dama! Aber was bitte sollte man denn damals erwarten? Wenn einer einen langen Weg in die Einöde Tibets unternimmt, Interesse an der Kultur zeigt, dann wird er freundlich aufgenommen, egal ob er Nazi oder was weiß ich ist! Trimondis machen daraus einen Verschwörungstheoretischen Abwasch.

    Es wird immer die blutige Geschichte Tibets unter der Lamaregentschaft hervorgeholt, ohne überhaupt zu sagen, ob dies alles im modernen tibetanischen Buddhismus immer noch so ist oder ob er sich reformiert hat? Das ist ja eigentlich die Frage, die interessiert!

    Ausgewogene Kritik verkauft sich nicht und langweilt den europäischen Durchschnitt. Da kommen abstruse Vergleiche und Schlußfolgerungen, nur anhand von Indizien, erheblich besser an!

    Noch zu Deiner Swastika-Spitze: Eigentlich müßten die Deutschen den Hindus (es ist ein Hindu-Symbol, auch die Falun-Gong-Bewegung in China benutzt es heute) dafür Lizenzgebühren zahlen, es für ihre Sache mißbraucht zu haben! Irgendein Vorwurf daraus zu machen, dass eben die alten Inder es weiterhin nutzen und nutzen werden, ist grotesk!

    Comment by geisteswelt — July 17, 2008 @ 8:32 pm

  7. Man kann die Geschichte des Buddhismus ja grob bei Wikipedia nachlesen, und dabei kann man erkennen das Tibet für die Entwicklung des Buddhismus eben ein wichtiges Zentrum ist und wahr. Die Vermittlung des Buddhismus ging über Tibet nachdem der Buddhismus aus Europa und Indien verdrängt wurde. In Tibet wurden die alten Schriften versteckt und von dort aus weitergeleitet. Wenn man sich über die einzelnen Unterarten des Buddhismus informiert sind die Einflüsse über Tibet eigentlich ziemlich offenkundig und geschichtlich gesichert. Und das ist halt die Antwort, die ich darauf gegeben habe, warum der tibetanische Buddhismus innerhalb der buddhistischen Welt eine solche Bedeutung hat. Vieles in der Tradition der anderen Buddhistischen Lehren ist eben traditionell mit Tibet verbunden.

    Natürlich gibt es Unterschiede in den verschiedenen Ausprägungen des Buddhismus aber der tibetische Buddhismus ist eine der wichtigsten Ausprägungen die anderen Arten entschieden beeinflusst hat und nicht irgend eine kleinere Abspaltung wie die Zeugen Jehovas. Aufs Christentum projiziert ist hier eher ein Unterschied wie zwischen Katholiken, Protestanten und Orthodoxen zu erkennen. Wobei der tibetanische Buddhismus die einzige Gruppe ist die über eine solche zentrale Personifizierung wie den Dalai Lama verfügt eine solchen zentralen Werbeträger hat im Christentum nur die katholische Kirche mit dem Papst (Auch hier passt eigentlich der Anfangsvergleich im Artikel).

    Das es in den Traditionen der verschiedenen Ausprägungen einer Religion auch zu Vermischungen mit traditionellem Volksglauben kommt, passiert wohl in jeder Religion. Davon ist das katholische Christentum genauso wenig frei, wie der japanische Zen-Buddhismus.

    Die ursprüngliche Version Buddhas existiert schon lange nicht mehr, und es ist natürlich ein ewiger Streitfall wer dann im Detail Recht hat. Wie ist es zum Beispiel mit der Aum Sekte, und dem Giftgas-Anschlag in der U-Bahn von Tokio. Hier hatte der Sektenführer seinen Status eben durch Empfehlungen des Dalai Lama. Wie die Geschichte jetzt im einzelnen war ist dabei eigentlich nebensächlich. Aber mir sagt dieser Umstand, das der Dalai Lama auch in den andern Regionen des Bhuddismus etwas gilt. Und eben nicht eine kleine Nebenspur repräsentiert wie es im Christentum die Zeugen-Jehovas sind.

    Und natürlich sind die Trimondis parteiisch, aber sie werden bei mir dennoch unter seriös geführt. Weder das Prädikat Christ noch das Prädikat Kommunist ist für mich ein genügendes Ausschlusskriterium.

    Und das Interesse z.B. Himmlers an Tibet und allerhand anderer Esoterik ist gut belegt und erforscht.

    http://books.google.de/books?id=L_nNI1jT9BYC&pg=PA145&lpg=PA145&dq=Himmler+Tibet&source=web&ots=cBVIveA6Ry&sig=Tf10kroeDxUyVj9oYV0CSmMEFZ8&hl=de&sa=X&oi=book_result&resnum=4&ct=result

    Natürlich darf man das auch nicht überbewerten denn diese Art von Esoterik wie auch das ganze Ariertum waren auch einfach zeitgeistig modern damals. Das war wie man heute sagen würde: “Echt, Kultig”. Aber da beißt die Maus keinen Faden ab, das Hakenkreuz und die und die Ariosophie sind mit Tibet verbunden.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Swastika

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ariosophie

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ariosophie#Die_okkulten_Wurzeln_des_Nationalsozialismus

    Und wenn Du das als Vorwurf gegen den Buddhismus siehst dann ist dieser Vorwurf eigentlich ein ganz anderer. Und er richtet sich gegen die esoterischen Strömungen wie sie bis heute hier in unserer Mitte erfolgreich auf diese Ideen zurückgreifen und sich dabei gerade auch immer auf Tibet berufen. Wie etwa bei der Sanyasin Bewegung, die Theosophie, oder die Anthrosophie.

    http://luclog.blogsome.com/2007/11/19/die-schwarze-sonne/

    http://de.wikipedia.org/wiki/Theosophie

    Comment by luclog — July 18, 2008 @ 12:44 pm

  8. Richtig ist, dass der tibetische Buddhismus oder eigentlich Lamaismus in Europa überstark vertreten ist. In Asien selber ist eine Rolle eher untergeordnet. Klassische buddhistische Länder, Sri Lanka oder Birma, orientieren sich nicht an Tibet, so wie der Dalai Lama höchster Vertreter der Tibeter ist und nicht „der Buddhisten“. Gewisse Dinge im Lamaismus sind auch eher unbuddhistisch, wie der Gedanke an eine apokalypstische Endauseinandersetzung der Religionen. Solche Wunschphantasien sind eher typisch für monotheistische Religionsgebäude, Islam, Christentum, Judentum. Das der Lamaismus diese aufgreift, hat geschichtliche Gründe, da er eine intensive islamische Bereicherung erfuhr und so einen ihm eigenen Selbsterhaltungswillen entwickelte. Das Geschichtsbild des Buddhismus ist aber klassischerweise hingegen periodisch. Man nimmt nicht an, dass der Lauf der Geschichte linear verläuft, sozusagen von der Schöpfung bis zu einem jüngsten Gericht. Das Leben ist unendlich und verläuft in Perioden.

    Da ist eine Variante des Buddhismus wie der Lamaismus verständlicher für den Westeuropäer, wie Du sagst, ähnlich dem Katholizismus. Übrigens haben die Theosophen (Blavatsky) sich ihnen Nektar auch aus Tibet geholt. „Geheime Bibliotheken“ und „Wissen“ war nach deren schwärmerischen Geschmack. Letztlich haben sie dann das alles so umgepolt, dass es ihren Zwecken diente! Reinkarnation haben sie als etwas positives hingestellt, wobei klar sein sollte, dass das im klassischen Buddhismus negativ gesehen wurde. Eigentlich kann man Buddhismus auch nicht als Religion sehen, weil er den Menschen von dem Gotteswahn heilt. Er ist eine Lebensphilosophie ohne Gottesfiktion und mit einer negativen Erlösungsphilosophie. Nirwana ist nichts oder das, was von einer Flamme übrigbleibt, wenn sie erloschen ist. Ein Abendländer kann dies nicht wirklich verstehen, sondern greift nach Nebensächlichkeiten, wie jetzt irgendwelchen ollen Riten aus dem hinterletzten Winkel Asiens (Tibet) und baut sich daraus seine Räuberpistolen. Sicher gehören zu solchen „Experten“ hier vor allem die Groupies des New Ages, aber auch eben die Kritiker, die sich aufgrund von „Arbeiten“ wie denen der Trimondis, die eine Hitler-Krishna-Buddha-Konnektion ausmachen wollen, informieren. Lies Dir den Mist durch, den „van Helsing“ geschrieben hat und vergleiche dazu die Machart der Trimondis. Es ist Junk, Entertainment, der, wie gesagt. Sensationsgier befriedigt und die Trimondis werden meist genau dort diskutiert, wo auch „van Helsing“ zum Standard gehört. Und dieser Himmler mit seinem Okkultismus!! Lies mal Fest, die Hitler-Biographie!! Der wurde doch von den anderen Großnazis nicht für voll genommen!

    Was die Trimondis hier betreiben ist ungefähr vergleichbar mit manchen Leuten, die den heutigen Papst mit Kreuzzügen und Hexenverfolgung in Zusammenhang bringen wollen. Sie befriedigen eine Art Gafflust des Publikums, welches nicht in der Lage ist fair zu sein. Wahrscheinlich wird nach dem Tod des jetzigen Dalai Lamas kein weiterer mehr kommen. Mit ihm wird eine Tradition untergehen, die einem Volk lange Zeit Identität gab. Sollen wir uns jetzt wirklich fürchten, dass er als Shambala-Krieger in der Endzeit bittere Rache nimmt oder uns freuen, dass eine Kultur plattgemacht worden ist? Ich weiß nicht, worauf das hinauslaufen soll?

    Comment by geisteswelt — July 18, 2008 @ 7:31 pm

  9. Wenn man Wikipedia glauben darf, zeichnet sich der tibetische Buddhismus durch seine esoterischen Lehren aus.
    Damit zieht er naturgemäß einen Haufen Spinner an.

    Dass der tibetische Buddhismus nur eine marginale Rolle in der buddhistischen Geistesgeschichte spielt, glaube ich weiterhin.
    Laut Wikipedia wurde der Buddhismus in Tibet durch indische Mönche verbreitet, die im 9. und 11. Jahrhundert nach Tibet kamen.
    Zu dieser Zeit lagen die Zentren des Buddhismus aber längst woanders, zB in China, und Indien hatte sich wieder dem Hinduismus zugewandt.

    Comment by lebowski — July 18, 2008 @ 10:41 pm

  10. Hier sind übrigens noch zwei interessante polemische Texte zum Thema:
    http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=a4
    http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=wirsindalletibeter&jahr=2008&mon=07

    Comment by lebowski — July 18, 2008 @ 10:50 pm

  11. Colin Goldner: >> Plötzlich erscheint er als das, als wasER sich vorkommt: als Vajradhara, Weltenführer und höchster der Buddhas, dem es um nichts anderes geht als um das Erringen unumschränkter und allumfassender Macht; um den zielstrebigen Ausbau von Einfluß und letztlich (auch wenn das noch ein paar Inkarnationen dauern sollte) um die Errichtung einer weltenumspannenden Buddhokratie.>>

    Würde man sich nur ein bißchen auskennen, würde man wissen, dass ein Buddha gerade kein Weltenherrscher sein will und als Buddha sich auch nicht mehr inkarniert. Der Begriff „Buddhokratie“ ist auch nur ein westliches Kunstwort ohne Sinn und Verstand, auch in Hinblick auf die „Machtbasis“ des Dalai Lamas völlig abstrus. Seltsamerweise wird Colin Goldner in Wikipedia als „Sachbuchautor“ ausgegeben.

    Selbstredend, dass auch die Theosophen dann gleich Rassisten sind. In dem Wiki-Artikel über Ariosophie steht aber zu der Entwicklung der „Rassenlehre“ unter anderem:

    >>Dabei werden Teile des Gedankenguts Blavatskys von ihrer zentralen Hauptlehre abgetrennt, welche die Begründung der “Bruderschaft der Menschheit ohne Unterschied der Rasse” als unabänderliches Ziel anstrebt, und die Höherentwicklung der Menschheit in der Verschmelzung aller Rassen sieht.>>

    Also eher doch Humanisten, so wie übrigens, würde man sich mit Theosophen unterhalten, es auch allgemeinhin gilt. Die Theosophische Gesellschaft war auch in Deutschland im 3. Reich verboten, aber das scheint kein Grund zu sein, mal kräftig die Nazikeule gegen sie zu schwingen ohne sich schäbig vorzukommen.

    Schaut man sich bei Wiki an, wer Colin Goldner ist, dann findet man, dass er außer für „konkret“ auch für „Junge Welt“ und die „taz“ schreibt! Also alles sehr „renomierte“, weltanschaulich „unabhängige“ Adressen. Ich wette darauf, dass, ganz im Gegensatz zu der Erbsenzählerrei gegenüber dem Dalai Lama, die Agenda der „Muslimbruderschaft“ dort kein Thema ist, ebenso, dass Marx ein übler Antisemit war. Otto Schily hat dann auch meines Erachtens recht:
    >>Wer solche Fragen stelle […] habe “Haß im Denken”, mit solchen Leuten gebe er sich grundsätzlich nicht ab.>>.

    Comment by geisteswelt — July 19, 2008 @ 8:13 am

  12. @ Geisteswelt

    Das Schily Zitat kommt jetzt aus welchem Zusammenhang?

    (Dir ist dabei auch klar das Schily z.B. Antroposoph ist?)

    Comment by luclog — July 19, 2008 @ 12:31 pm

  13. @ Geisteswelt

    Nun, ein Van Helsing ist da schon ein ganz anderes Kaliber als die Trimondis. Ich finde eine solche Gleichstellung mächtig übertrieben.

    Zum anderen muß man bei einer solchen Geschichte immer im Auge behalten, daß es überhaupt keine objektiven Quellen gibt. Wenn man sich mit solchen Themen beschäftigt, bekommt man zum einen Quellen aus der Anhängerschaft der von Esoterik oder eben aus dem Umfeld der Atheisten die dann weltanschaulich zu fast immer zu irgendwelchen Ideologien tendieren. Da kommt man nicht umhin selber zu bewerten.

    Und die päpstliche Tradition hat natürlich auch einen geschichtlichen Hintergrund, und dazu gehört auch die Hexenverfolgung auch das ist aus meiner Sicht heraus nicht zu leugnen. Interessant finde ich am Katholizismus aber eher die Anpassungsfähigkeit über die Zeiten hinweg. Der Katholizismus ist ein religiöses Konzept das vieles aufgesogen hat und sich über die Zeit dabei schon mehrfach wandeln konnte und auch immer fähig war andere Vorstellungen zu integrieren. Wenn man die Sache so betrachtet ist vielleicht gerade das der christliche Kern und der Hintergrund, der auch die westliche Moderne ermöglicht hat. Es ist gerade die Schwäche der christlichen Religion ihre ständige Ambivalenz so gesehen das was ihre Stärke ausmacht, die Inkonsistenz schafft in sich einen ständigen Rechtfertigungsdruck der dann die Entwicklung allgemein beflügelt. Ähnlich wie man den Juden unterstellt ewig über Gesetze debattieren zu müssen, könnte man den Christen unterstellen andauernd nach Sinn zu suchen.

    Nun das mit der Reinkarnation ist nicht so einfach wie Du es hier darstellst, es gibt erstmal das Streben nach einer besseren Inkarnierung. Und bei verschiedenen Heiligen Führern ist die Inkarnation dann auch etwas was zum Herrschen berechtigt oder auch Belohnung oder Strafe sein kann.

    Auch irrt man sich wenn man denkt, daß es nur im alten Tibet diese buddhistischen Brutalitäten gegeben hat. Auch die anderen buddhistischen Gebiete, wie China, Japan, oder Thailand sind davon nicht frei. Ich möchte hier nur auf die unglaubliche Brutalität des Khmer Regimes verweisen und Pol Pot war eben genau in einer solchen Gesellschaft möglich. Was sagt uns das wohl über die früheren buddhistischen Gesellschaften dort?

    Comment by luclog — July 19, 2008 @ 1:01 pm

  14. @ Lebowski

    Ich finde desto mehr ich darüber lese desto schwerer fällt es mir den tibetischen Buddhismus von den anderen zu trennen. Denn im Buddhismus sind die einzelnen Schulen weit mehr ineinander verwoben als in Europa die Kirchen, die sich gegenseitig aus gutem Grund fast feindlich gegenüber stehen. Bei den Buddhisten scheint der Druck der äusseren Feinde einen stärkeren Zusammenhalt der verschiedenen Richtungen herausgebildet zu haben. Es liegt aber auch sicher im buddhistischen System selbst, das eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Schulen und auch Mischformen erlaubt und scheinbar auch fördert.

    Comment by luclog — July 19, 2008 @ 1:10 pm

  15. Polpot war zwar sicher als Kind in einer buddhistischen Klosterschule, wurde dann aber zweifelsfrei Kommunist, bevor er Massenmörder wurde. Für einen Kommunisten, wenn er an die Macht kommt, nicht sehr ungewöhnlich.

    >>Nun das mit der Reinkarnation ist nicht so einfach wie Du es hier darstellst, es gibt erstmal das Streben nach einer besseren Inkarnierung. Und bei verschiedenen Heiligen Führern ist die Inkarnation dann auch etwas was zum Herrschen berechtigt oder auch Belohnung oder Strafe sein kann.>>
    Das ist schon richtig, aber ist man als so ein “bewußt (besser) Inkarnierter” kein Buddha. Der Dalai Lama ist auch kein Buddha, sondern kann nur Bodhisattva sein, also einer, der Buddha sein könnte, darauf aber verzichtet um sie wieder zu verkörpern. Ist alles sehr genau definiert. Habe ein nettes Büchlein mit einigen Reden aus dem Pali-Kanon. Das hilft besser zu verstehen, als Trimondi und Co einfach zu glauben.

    => http://www.palikanon.de/

    Wenn man sich wirklich für den Buddhismus interessiert, sollte man sowas lesen, da sonst die persönliche Wahrnehmung zu sehr eine “Schlagseite” bekommt. Besser wäre es jedoch eine kommentierte Ausgabe der Reden zu kaufen, da das Pali nur schwer zu übersetzen geht. Eine, wie auch Chinesisch, umschreibende Sprache, die aber, wenn man weiß, was sie bedeutet schon als mathematisch exakt benannt werden kann. Man braucht etwas Zeit, um sich einzuarbeiten.

    Comment by geisteswelt — July 20, 2008 @ 9:51 am

  16. @ Geisteswelt

    Es ist wirklich nicht so, daß man um sich über etwas zu äußern, sich immer gleich das gesamte auslegungsbedürftige Schriftwerk antun muß. Das ist auch beim Christentum nicht möglich. Wir haben ja viele Berichte von Zeitzeugen und sogar Fotografien auf denen man sehen kann wie der realexistierende Buddhismus gewirkt hat.

    Soweit ich mich erinnern kann war Stalin auch Klosterschüler.

    Ach ja, ein Schmankerl am Rande, die Geschichte von Robert von Ungern-Sternberg und der war ein richtiger Kommunistenfresser. Der wurde vom damaligen Dalai Lama auch als Wiedergeburt des Dschingis Khan anerkannt.

    Comment by luclog — July 20, 2008 @ 1:22 pm

  17. @luclog: Sicher muß man nicht alles lesen. Aber zum einen gibt es Kritik, die heraussucht um zu kritisieren und dann Kritik, die kritisiert um zu verstehen. Kritik die vorwirft, der Buddhismus täte nichts, um die materielle Welt der Menschen zu verbessern zielt und trifft zwar. Aber der Buddhismus erhebt auch überhaupt keinen Anspruch darauf das zu machen. Somit unterstellt man dem Buddhismus Versagen in Problemen, die er nicht als sein Problem definiert.

    Ja Stalin war Klosterschüler, Claudia Roth ging auch auf eine katholische Schule! Was sagt uns das? Dass auch religiöse Erziehungen oft auf ihre Grenzen stoßen?

    Comment by geisteswelt — July 22, 2008 @ 10:21 pm

  18. @ Geisteswelt

    Ich sehe immer einen Zusammenhang zwischen den geschichtlichen Tatsachen, dem was passiert, den einzelnen Lebensläufen und dem gesellschaftlichem Kontext. Und ein entscheidender Faktor für das gesellschaftliche Umfeld bildet nun mal die Religion mit der man direkt aufwächst. Ich finde nicht, daß man sagen kann, daß die Religion nur für die guten Ideen wichtig wäre. Religiöse Ideen haben sich in erster Linie immer stark ausgebreitet weil sie es schafften gesellschaftliche Strukturen auszubilden die anderen Gruppen überlegen waren und dabei war überwiegend die militärische Überlegenheit der Hauptfaktor für Macht und Verbreitung. Unabhängig von den Geschichtchen die einem im Religionsunterricht erzählt werden, haben die Christen auch alle anderen Glaubensrichtungen innerhalb des Christentums unerbittlich und blutig verfolgt. Da können wir uns hierzulande noch sehr gut an den 30 Jährigen Krieg erinnern. Aber auch die Manichäer (Eine Religion die Buddhismus und Christentum verband) sind überall blutigst verfolgt worden, obwohl sie zu ihrer Blütezeitzeit bis Frankreich verbreitet waren. Auch die Kartharer waren mal ein große Glaubengemeinschaft, und auch diese ist mit Stumpf und Stiel ausgerottet worden.

    Comment by luclog — July 23, 2008 @ 11:54 am

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