June 20, 2008

Intelligenztest

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 7:06 pm

Es gibt unter den vielen Seiten im deutschsprachigen Internet eine Seite die wirklich hält was sie verspricht: Intelligenztest/de. Wer sich dort mit echter Adresse anmeldet und dann auch noch die versteckten Kosten zahlt, der hat den Intelligenztest nicht bestanden.

Es gibt haufenweise von solchen lustigen Seiten im Internet, bei denen man allerhand klicken und gewinnen oder lernen kann. Einige haben daraus ein Geschäftsmodell gemacht (genealogie/de, iqfight/de, Lebenserwartung/de, Routenplaner/de). Das sind Honigtopfseiten, bei denen Leute landen die etwas suchen was Leute oft suchen – irgendeine Information, oder irgendwelche anderen Kleinigkeiten. Da die Leute es gewohnt sind, daß fast alles im Internet kostenfrei ist, und gleichzeitig viele seriöse Seiten auch als erstes eine Eintragung mit Namen und Adresse verlangen, sind viele ehrliche Naturen im Internet völlig überfordert und leicht dazu zu bewegen ein Formular mit Namen Adresse und Email auszufüllen. Nun gibt es einige Abmahnseiten die sich das zu Nutze machen, und in den Fußnoten der Anmeldung Kosten verstecken.

Bei diesen Abzockseiten, die erstmal mit elektronischen Rechnungen und gleich darauf mit anwaltlichen Mahnungen operieren, fallen für die  Betreiber kaum Kosten an. Es gibt ein, zwei, Anwälte, in Deutschland die ihren Namen dafür hergegeben haben und auf den Abmahnbriefen erscheinen. Aber auch diese Anwälte sind nach kürzester Zeit nur noch auf der Flucht vor den Menschenmassen, die dann ihren Namen kennen. Die Hintermänner dieser Seiten, die von England oder Dubai aus operieren sind nicht bekannt. Die Spuren führen von Briefkastenfirma zu Briefkastenfirma. Eigentlich ein Fall für den Rechtsstaat, aber der Rechtsstaat hatte schon immer erhebliche Schwierigkeiten, die Bürger vor den Anwälten zu schützen. Und hier wird scheinbar nicht einmal gesehen, daß die Anwälte wie auch die ganze juristische Fakultät zum Opfer wird, weil sie eben durch solche Geschichten ihren sowieso schon angesschlagenen Ruf vollends verspielt. Und nach den Hintermännern sucht erst recht keiner und die sind mit ziemlicher Sicherheit gut organisiert.

Solche Seiten leben davon, das es Eines gibt wovor die Menschen in Deutschland völlig zurecht Angst haben, und das sind Rechtsstreitigkeiten und Anwälte.

Und daraus ergibt sich eigentlich, für alle die es noch nicht wissen, daß es im Internet gute Gründe gibt mit Emailadressen und Webseiten zu arbeiten die nicht direkt nachvollziehbar sind, wenn nicht nötig. Wenn möglich sollte man bei Formularen auch nie eine echte Adresse eintragen. Echte Adressen benutzt man im Internet nur bei wirklich vertrauensvoller Kommunikation, also bei der eigenen Bank, oder bei Geschäftspartenern oder Personen, die man kennt. Eine Sache die sicher auch bald verboten wird, und dann damit den Betrügern und Spammern erst ein wirkliches Einfallstor ins Private bietet.

4 Comments »

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  1. Bei der Lebenserwartungsgeschichte kann man auch emsig Daten sammeln und ggf. gewinnbringend weiterverkaufen…

    Comment by NUB — June 20, 2008 @ 8:58 pm

  2. Also bei Onlineshops ist man ja durchaus gezwungen, echte Adressdaten anzugeben, sonst erreicht die erworbene Ware nicht das Zuhause. :-)

    Ob Anonymität wirklich untersagt, sprich das gesamte Netz kontrolliert werden kann, ist fraglich. Die Masse der Seiten ist m.E. einfach nicht mehr in den Griff zu bekommen. Zumal man eine dicht und fünf neue aufmachen kann.

    Comment by NUB — June 20, 2008 @ 9:09 pm

  3. Wenn nötig, muss und kann man ja seine Adresse ruhig angeben. Wie zum Beispiel bei Shops. Ich habe selber auch bisher nur gute Erfahrungen mit Geschäften im Internet gemacht, auch mit Shops bei denen ich nur Kleinkram bestellt habe.

    Und mit dem Datensammeln, da habe ich eher fast keine Sorgen. Desto mehr Daten gesammelt sind, desto unsichtbarer wird der Einzelne. Die Leute sollen mehr Daten sammeln, das hält die Preise für Speichermedien niedrig, und ist auch ansonsten gut für die allgemeine Technikentwicklung.

    Wahrscheinlich sind hier die Leute die auf Massen-Daten scharf sind, die eigentlichen Dummköpfe, die meistens betrogen werden. An dieser übermässigen Liebe zu Daten ist wohl der unselige Statistikglaube der Neuzeit schuld.

    Comment by luclog — June 21, 2008 @ 1:15 am

  4. Statistiken sind sehr aussagekräftig, wenn man sie nicht irgendwie zurechtbiegt (da hatten wir doch schon so Pfeiffer-Fälle…), um zu einer vorher gewünschten Aussage zu kommen. Und: Der gläserne Bürger ist der gläserne Bürger. Wenn irgendwer z.B. Deine Gesundheitsrisiken kennt, kann er das ggf. künftig an Versicherer geben u.s.w.

    Comment by NUB — June 21, 2008 @ 3:33 pm

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