Aristoteles war doch ein Grieche
Wahnsinn. In Frankreich erschien ein Buch das die eigentlich allgemein anerkannte Lesart der Geschichte vertritt, daß die westliche Zivilisation nicht über den Austausch mit arabischer Wissenschaft entstanden ist, sondern doch viel mehr mit in direkter Vermittlung der Originalquellen über Klöster und der Verbreitung von Schriften nach dem Untergang Konstantinopel zu tun hat. Wie es aber mit der Ideologie und ideologisch induzierten Geschichtsverfälschungen so ist, werden diese bis aufs Messer verteidigt. Und der Historiker Gouguenheim der eigentlich nur altbekannte Wahrheiten ausspricht, wird nun mit den typischen Anfeindungen eingedeckt. Was er behauptet wäre “Antiislamisch” oder gar “verschwörerisch”. Dabei gibt es wirklich nur eine ganz offensichtliche Verschwörung gegen jede Form von Wahrheit, und das ist die Umschreibung der Geschichte um damit ideologische Thesen wie Gendermainstreaming, Multikulturalismus, oder anderen ähnlichen Unsinn zu unterfüttern. Üblicherweise werden dazu allerhand Legenden bemüht, zum Beispiel das leuchtende Vorbild Andalusiens in dem sogar Juden als Sklaven geduldet waren. Also utopistische Träumerei, die mit der geschichtlichen Wirklichkeit nichts zu tun hat.
Interessanterweise werfen die Ideologen den eigentlich ideologiefreien Beschreibern der Wirklichkeit als allererstes Ideologie vor: Zweihundert Dozierende sollen sich von den "ideologischen" Werturteilen Gouguenheims distanziert haben. Die Universität von Lyon hat immerhin 5500 Professoren und unter denen kriegt man schnell 200 Stimmen zusammen wenn man die Frage nur richtig zu stellen weiß.
Und eine besonders feine Kritik ist dann die vom Fachkollegen Alain de Libera, der schlicht sagt, “Gouguenheim präsentiere keine neuen Fakten”. Eben, eigentlich ist das alles längst Stand der Forschung worüber man sich hier aufregt. Man weiß es zwar, aber es sollte doch nicht allzusehr über Publikationen ins öffentliche Bewußtsein rücken. Denn das Letzte was Forschung leisten soll ist Aufklärung mit Bezug zum sachlich Richtigem, das stört nur die Utopie. Und utopische Ideale zu stören ist neuerdings "ideologisch und ohne wissenschaftlichen Anspruch". Rosarot ist hingegen die neue Farbe der Realität. Welcher Ideologie aber Gouguenheim anhängen soll bleibt völlig im Dunkeln, der bösen Ideologie der wissenschaftlichen Korrektheit vielleicht.
Siehe auch: Historische Verklärung (Mit weiterführenden Links zum Thema)
Und: Mohammed erfand das Schießpulver
Und auch Neues dazu bei Gudrum Eussner, die diesem Fall einige hintergrundreiche Artikel gewidmet hat:

Das das alles bekannt war, heißt ja nicht, das es wahr ist. Zumindest in dieser Ausschließlichkeit nicht. Genauso gut könnte man natürlich auch Gouguenheim vorwerfen, er würde altes hervorhohlen ohne eine bessere Begründung zu bringen, was das richtig sei.
Comment by Serdar Günes — June 15, 2008 @ 4:48 pm
Also hier meint bekannt, wahr und auch richtig. Natürlich immer mit den Vorbehalten denen gerade so quellengebundenen Wissenschaften wie die Geschichte immer unterworfen sind.
Comment by luclog — June 15, 2008 @ 8:33 pm
Ich habe darüber einiges geschrieben, vielleicht interessiert’s. Gerade auch, um Kommentatoren wie Serdar Günes entgegenzutreten. In der Al-Azhar-Universität wird gelehrt, daß Europa und seine Kultur sich auf 800-jährige Formation durch den Islam gegründet hätte. Wer’s nicht glaubt lese “Les Vraies Racine De L´europe. Par Dr. Zeinab Abdel Aziz, articlesbase, 17 avril 2007″, der Link ist als Quelle # 16 unter dem Artikel. Die Frau war bis zu ihrer Emeritierung Professorin für französische Zivilisation - ja, richtig gelesen, die Franzosen haben keine Kultur, die haben nur Zivilisation. Die Kultur haben die Muslime, denn nur was vom Islam stammt, ist Kultur. Die Kuffar lernen dies, einige täglich und sehr schmerzhaft, in Israel beispielsweise.
Comment by Gudrun Eussner — July 23, 2008 @ 12:51 pm
Hallo Gudrun, schön Dich auch mal hier im Kommentarbereich zu haben. Da Du ja viele französische Quellen liest, kannst Du vielleicht auch etwas darüber berichten wie es mit der Geschichte um Gouguenheim weitergegangen ist. (Im Übrigen bist Du jetzt freigeschaltet, und Deine Kommentare warten nun nicht mehr in der Moderation, Du brauchst also nichts mehr mehrfach abzuschicken)
Comment by luclog — July 23, 2008 @ 1:09 pm
Ups, ich muss wohl doch erstmal den neuen Artikel lesen. Gerade erst angeklickt.
Comment by luclog — July 23, 2008 @ 1:15 pm
In einer Fernsehsendung wurde mal über eine schwarze christliche Sekte in den USA berichtet, die behauptet, die bedeutsamen historischen Gestalten seien Schwarze gewesen, inkl. Jesus natürlich. Dabei schimmert “schwarz = gut”, “weiß = böse” heraus, der eine Prediger der Sekte zeigte dann eine Zeichnung, die einen britischen König zeigte. Die Zeichnung sah aus irgendeinem Grund so aus, dass man die Hautfarbe des Gezeichneten durchaus als Schwarz interpretieren könnte. Das ist nicht nur lustig, weil wir ja wissen, dass die britischen Könige wohl eher Weiße waren. Es ist lustig, weil es etwas über die Überlieferung und das Lesen in der Geschichte aussagt.
Immer wenn man etwas nicht so genau weiß, nehmen die Leute die Position ein, die ihnen jeweils passt. Es kann natürlich sein, dass in 100 Jahren Kinder bei uns in der Schule lernen, Muslime hätten die Glühbirne, das Telefon, den Fernseher, den Computer und vieles andere ursprünglich erfunden und erdacht. Es kann aber auch sein, dass etwas anderes berichtet wird. Alle Geschichtsschreibung stützt sich auf bekannte Überlieferungen und Dokumente, Fundstücke, die ja nicht vollständig sein müssen und die vielleicht nicht das ganze Bild, vielleicht in manchen Fällen dreiste Lügen vermitteln. Wer weiß das schon so genau.
Comment by NUB — July 23, 2008 @ 7:13 pm
Es muss meines Erachtens auch keiner den Beweis führen, dass die Muslime nun überhaupt nichts beigetragen hätten. Die wissenschaftliche Übermacht der nichtmuslimischen Forscher und Erfinder spricht für sich.
Comment by NUB — July 23, 2008 @ 7:15 pm