April 8, 2008

Tibetische Autonomie in Europa

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 12:32 pm

Es sind immer diese merkwürdigen Doppelstandarts die uns beschäftigen. In dem einen Fall sind Rassen und Ethnien gut, und das merkwürdigerweise desto erfolgloser ihre Kultur in der Geschichte der Menschheit und im Prozess der Zivilisation war, und in andern Fällen sind alle ethnischen Gruppen und alle wissenschaftlichen, kulturellen und religiösen Ideen immer schlecht und das besonders dann, wenn sie erfolgeich waren. Besonders erfolgreich war im Prozess der Zivilisation die westliche Welt mit ihren Entwicklungen die in die Moderne führten. Moderne Wissenschaft, Literatur und Kunst, die gesamte Palette der Technologie beruht darauf. Das ändert aber nichts daran, daß die Menschen in Europa und Amerika nicht müde werden ihre eigene Kultur schlecht zu reden. Die Weisheit die in dem Satz steckt "Dont shit where you eat" ist dem gerne fremdelnden europäischem Intellektuellem nicht mehr verständlich.

Denn es werden ja immer besonders diejenigen als intellektuell wertvoll hervorgehoben, die kritsch sind. Aber kritisch meint heutzutage nicht mehr die Mehrheitsmeinung zu hinterfragen oder überhaupt irgendwas zu hinterfragen: Hinter dem "Kritisch" wie es heutzutage benutzt wird verbirgt sich mittlerweile einer Massenmeinung zu folgen die sich einem utopischen Ideal verpflichtet fühlt. Kritisch heißt heutzutage: Weltabgewandt. Egal auf welche Weise die ideologische Weltabgewandheit dann zelebriert wird, ob relligiös, oder ideologisch, katholisch, kommunistisch, oder anarchistisch, sie muss den ganz großen Wurf beschwören. Das Ideal. Eine Welt neben der Welt. Eine Welt neben der Spur. Eine Welt ohne Verbindung zur Realität. Dann ist es gut, dann fleßen die Visionen im indianischen Schwitzzelt.

Daß die Menschen aber begreifen, daß sich ein Weltbevölkerung die milliarden Menschen zählt, sich nicht vom selbsbestimmten Fischfang oder der Büffeljagd ernähren kann ist heutzutage scheinbar schon zuviel verlangt. Die Gefahr für die Moderne lag immer in dieser Übertreibung. In der Negierung der Realität. Das ist eine Übertreibung vor der auch die großen Kirchen warnen, die Übertreibung die auch in den modernen Ideologien immer noch virulent ist. Das Spannungsfeld zwischen Realität und oft verlogenem Anspruch, zieht sich durch unser ganzes Leben. Die Gefahr beginnt dann wenn Menschen anfangen die Ideologie, den großen Plan, mehr zu schätzen als die Wirklichkeit.

 
Zur Frage der Autonomie von ethnischen, also rassischen Minderheit in großen mulikulturellen Staatsgebilden ist ein sehr lesenwertes Traktat von Fjordmann bei PI erschienen.

Siehe auch:

Der gute Rassismus

Die Eskalation des Einfachen

Die Bio Bestie

2 Comments »

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  1. Viel tragischer finde ich die daraus folgende Schaffung eines Klimas, in dem es erwünscht ist, überhaupt keine Meinung zu haben. Meinung ist störend, dysharmonisch, Meinung ist verletzend, ärgerlich. Maltes und Frédéric verkörpern das in ziemlich reiner Form. Sie schaffen es, absolut niemandem auf den Schlips zu treten, weil sie sich zu einem Thema äußern können, ohne über das Thema zu reden. Andere schafften es wenigstens noch, Bush zu beleidigen, wenn es um Terroristen ging. Oder die Islamkritiker zu kritisieren, sie hatten jedenfalls ansatzweise eine Meinung, wenn auch nicht unbedingt eine originelle. Das Klima der Nichtmeinung ist aber noch eine Stufe schädlicher. Weil dort die Nichterkenntnis, die Lüge, die Täuschung beweihräuchert wird, die Form vor dem Inhalt, nicht mal ein Ideal, sondern ein gewollter Zustand, der als fest und unveränderlich angenommen wird. “Es ist alles gut, es läuft. Daumen hoch.” ist die Standardantwort auf alles.

    Comment by NUB — April 8, 2008 @ 2:20 pm

  2. Der alte Widerstreit zwischen den Optimisten und den Pessimisten kling da an. Ich kenne da auch ein paar. Die Extreme sind eigentlich immer schlecht. Völlig unkritische Optimisten sind genauso schlimm wie Pessimisten die alles schlecht reden. Die meisten aber wollen wie Du es ja auch anklingen lässt, einfach ihre Ruhe haben. Schlimm finde ich aber, daß Leute aus dieser Haltung, die eigentlich eine Nichthaltung zu allem und jedem ist, andere kritisieren die noch eine Meinung haben und äussern. Schlimm fand ich bei Malte und Frederic eigentlich die völlig naive Ahnungslosigkeit die dann in der Selbstwahrnehmung auch noch zur Besserwisserei ausreichend zu legitimieren scheint. Von nichts eine Ahnung, aber eine Meinung die dann auch noch, in “Alles egal, alle doof, wird schon werden” gipfelt.

    Comment by luclog — April 8, 2008 @ 4:34 pm

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