March 18, 2008

Ackermann weint

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 10:17 am

Ackermann schreit um Hilfe. Und wer soll der Wirtschaft helfen? Aufeinmal der nichtsnutzige Staat. Und was sagt Ackermann: “Die Regierung soll Einfluss nehmen auf die Märkte.” Huch. Ackermann will den starken Staat. Naja, so schlimm ist es nicht. Ackermann will mal wieder nur das Geld anderer Leute. Oder anders gesagt: fremde Leute sollen ihm für seine Fehlentscheidungen Geld geben. Und das kann in einem solchen Fall sogar helfen. Denn anders als bei normalen Firmen oder Personen, sind von den Fehlentscheidungen von Banken immer gleich eine Masse von Personen betroffen. Und die kann er als Geiseln vorweisen. Er kann also immer auf Kinder von Kunden zeigen, und die Frage stellen: Wollen sie, daß dieses Kind hungern muss? Und ausserdem sind die Banker an der Finanzkrise wie immer als Letzte schuld. Schuld trifft die Politik. Und irgendwelche Arbeitnehmer mit absurden Lohnforderungen, die dann auch noch nicht genug konsumieren.

Noch ein Update dazu: Entmachtet die Banker

12 Comments »

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  1. Anarchieexperiment noch vor Beginn gescheitert.

    Comment by NUB — March 18, 2008 @ 10:56 am

  2. Ja, es sieht so aus. Eine Ikone des Wirtschaftsliberalismus ist gefallen “Die deutsche Bank”. Gibt es eigentlich schon Artikel dazu von der wirtschaftslibertären Front? Artikel die Ackermann geißeln und in diesem Fall nach weniger Staat rufen? Eigentlich sollte sich die amerikanische Notenbank hier doch strikt raushalten. So eine ausgewachsene Depression ist doch fast der Königsweg zur Anarchie.

    Comment by luclog — March 18, 2008 @ 11:22 am

  3. Wenn ich jetzt Staat wäre - würde ich so arbeiten wie die Wirtschaft und Hilfe gegen Anteile tauschen.

    Comment by luclog — March 18, 2008 @ 11:25 am

  4. Man kann die Sache so lösen, einige Banken pleite gehen zu lassen und vielleicht noch einiges mehr, das sie mitnehmen, dann ist die Sache überstanden. Mit Rumdoktorn verschafft man der Branche kein neues Vertrauen schiebt den großen Knall ggf. nur vor sich her.

    Comment by NUB — March 18, 2008 @ 1:23 pm

  5. Es wird häufiger bemängelt, manch einer, der liberale Töne spucke, sei in Wirklichkeit nur wirtschaftsliberal und ansonsten kein bisschen liberal. Bei vielen Wirtschaftsgrößen ist es noch anders: Sie sind nicht mal nur wirtschaftsliberal, sondern opportunistisch (Euphemismus: anpassungsfähig, flexibel), heißt selektiv wirtschaftsliberal, wo es gerade den eigenen Interessen nutzt; oder wie Bernd Stromberg meinte: Als Chef musst Du Wiesel sein. Solche Leute können mit jedem System. Und in jedem.

    Comment by NUB — March 18, 2008 @ 1:27 pm

  6. Man kann die Sache so lösen, einige Banken pleite gehen zu lassen und vielleicht noch einiges mehr

    Na, das sehe ich aber nicht so. Durch staatliche Eingriffe sind schon einige Krisen abgewehrt worden, und das ist auch gut so. Ich habe nämlich keine Lust auf Anarchie. Aber wenn die die “Heuschrecken” – die sich ansonsten schon öfter als die grössten Feinde des Staates erwiesen haben – schon mal in Bedrängniss sind, dann sollte der Staat diese Situation nutzen, und – jetzt wo es möglich ist – seine Macht zementieren, einfach größeren Einfluss geltend machen und auch durchsetzen. Denn das macht die Wirtschaft andersherum genauso, die Erpressen jetzt schon seit Jahren, Staat und Bevölkerung. Und wir sehen nun wohin das führt. Wenn der Erpresser aber Angst hat, kann man das Spiel auch mal in die andere Richtung spielen. In solchen Situation stecken also auch Chancen. Und hier in einer solchen Situation liegt die große Chance die Wirtschaft wieder in sozialverträgliche Bahnen zu zwingen und ihnen ihre “Wirtschaft existiert außerhalb über Staat und Gesetz” Spinnereien auszutreiben.

    Comment by luclog — March 18, 2008 @ 1:40 pm

  7. Aber wenn die die “Heuschrecken” – die sich ansonsten schon öfter als die grössten Feinde des Staates erwiesen haben – schon mal in Bedrängniss sind, dann sollte der Staat diese Situation nutzen, und – jetzt wo es möglich ist – seine Macht zementieren

    Es ist ein bisschen umgekehrt, durch Begünstigungen wurden die Heuschrecken staatlicherseits eingeladen zum Abgrasen. Und nun hat man die wenig Substanziellen Biester am Hals. Heute morgen hat ein FH-Prof im TV gefordert, die Begünstigungen zu streichen und zwar kurzfristig.

    Comment by NUB — March 18, 2008 @ 1:51 pm

  8. - Steuerbefreiung der Gewinne bei Verkäufen von Unternehmen und Unternehmensteilen

    Darum geht es v.a.

    Comment by NUB — March 18, 2008 @ 1:53 pm

  9. Man kann einiges tun und sich vorstellen. Banken verstaatlichen, privaten Regress von Bankern fordern und sie auf Hartz vier zurückstufen fände ich zum Beispiel viel lustiger. Dann können sie mal zeigen wie sie mit ihrem Fleiß da wieder rauskommen.

    Comment by luclog — March 18, 2008 @ 2:13 pm

  10. sie auf Hartz vier zurückstufen fände ich zum Beispiel viel lustiger. Dann können sie mal zeigen wie sie mit ihrem Fleiß da wieder rauskommen.

    Du willst den Ackermann sehen, wie er die Straße kehrt?

    Ist schon witzig, manchmal überholst Du die komplette Bloglandschaft noch links. :-D

    Comment by NUB — March 18, 2008 @ 2:19 pm

  11. Habe gerade noch einen weiteren Artikel vom Spiegel als Update hinzugefügt.

    Comment by luclog — March 18, 2008 @ 2:30 pm

  12. Und im Moment sieht es doch genau andersherum aus, die grössten Versager werden für ihr Versagen auch noch großzügig belohnt. Man schaue nur auf den Fall IKB Bank und Stefan Ortseifen. In welchem anderen Beruf ist sowas möglich? Jeder Elektriker trägt ein höheres Haftungsrisiko.

    Comment by luclog — March 18, 2008 @ 2:48 pm

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