February 25, 2008

Viele Leute brauchen keinen Computer

Filed under: Zeitgeist, Technikwelt - luclog @ 2:52 pm

Das war absehbar. Seit langem nun tingelt Don Norman (Visionär), der Professor für Kognitionswissenschaften (was auch immer das für eine Wissenschaft sein soll) mit seinen komplett durchsichtig dummen Ideen durch die Gazetten. Er vermischt dabei vernünftige Kritik, an der Gestaltung von Betriebssystemen mit einer wirklich gefährlichen Idee, die aber erst im Hintergrund durchschimmert. Er will, daß die Geräte, einen einzigen Nutzen haben – wie Fernseher, und auch so einfach sind. Das klingt dann erstmal einleuchtend. Es impliziert aber eigentlich auch etwas anderes, und darüber spricht er nicht. Einen Rückschritt der Freiheit. Sie sollen auch dann wieder so kontrollierbar sein wie Fernseher und auch so medienabhängig wie Spielkonsolen.

Was hier angedacht ist und natürlich gerne von allen Medien aufgebauscht wird, sind kontrollierbare Endgeräte, die nur in Kleinstbereichen genutzt werden können, und somit bedingen, daß der Endkunde einen vergrößerten Gerätepark kaufen muss, der dann über den bekannten Weg der Kompatibilität (Bestens zu beobachten bei der Medien-Kompatibilität, und bei Autos), schnell veralten kann und dann wieder ersetzt werden muss. Ausserdem muss für jede sinnige Erweiterung dann ein weiteres Gerät gekauft und erlernt werden. Man hat also letztlich, nicht den Vorzug von weniger komplexen Geräten, sondern den Nachteil von viel kleinteiligem Elektroschrott. Elektroschrott den man dann immer wieder im kurzen Rhythmus erneut austauschen und erlernen muss. Wobei jede Firma ihr eigenes Benutzungssystem einführt das immer kundenfreundlichst inkompatibel zu allen anderen Benutzungssystemen ist.

Dazu kommt dann, daß die Medien wieder kontrollierbar sind und vom Endkunden geräteabhängig ersetzt werden müssen. Wie bei der Schallplatte zur CD, müssen dann die gesamten Medien, die man eigentlich schon mal gekauft hat, in einem gewissen Turnus wieder neu besorgt und bezahlt werden. Für die Industrie sicher eine sympathische Idee. Die Nintendo-Lösung wird deswegen der Computerlösung dort auch immer gerne vorgezogen.

Wie einfach eine solche Welt ist, sieht man sehr gut bei Handys. Einfach mal das Handy einer fremden Firma in die Hand nehmen, dann sieht man wie schön einfach kleinteilige Technikgeräte sind. Auch fremde Mikrowellen und Herde, sind gut dazu geeignet das Problem auf einfache Weise zu veranschaulichen. Auch wenn man sich mal kurz in ein fremdes Auto setzt, sieht man sehr schön was Diversifikation in diesem Sinne bedeutet. Und natürlich ist der Computer ein Schweizer Taschenmesser und in vielen Dingen für viele überfrachtet. Aber er zwingt die Menschen auch nicht alles zu nutzen. Und er hat den Vorzug, das man für die Grundfunktionen erstmal nur ein System lernen muss, und die Erweiterungen sich erstmal aus dem schon Gelerntem erschließen. Niemand braucht ein "Nur Lesegerät" das ein Abonnement bei einer bestimmten Firma einschließt und dann nur Kosten verursacht, wenn man sich mit einem viel günstigerem Gerät mit Lesestoff versorgen kann, der für mehrere Leben reicht. Was hier angedacht ist und was der Presse genauso entgegenkommt wie der Wirtschaft, ist der Gedanke den die Autoindustrie zuerst und bis zur Perfektion umgesetzt hat: Technologie muss verplombt werden können um den Kunden in wirklicher Abhängigkeit zu halten.

Der Kunde ist im Sinne der modernen Industrie nicht Besitzer, sondern Nutzer einer Sache, was ihn verpflichtet den Hersteller dieser Sache über die Sache in Zeitabständen zu informieren und dabei für die Gewährleistung der Funktion des Gerätes zu zahlen – und das über den gesamten Zeitraum der Nutzung; falls er möchte, daß sein Gerät funktioniert.

Es gibt um den Endverbrauchern ihre Geräte zu entwinden mehrere strategische Ansätze, einer davon geht über juristische Restriktionen (Nutzungsrechte) die den Eigentumsbegriff bis zur Unkenntlichkeit strecken, und ein anderer geht über diese " Wir machen euch alles viel einfacher Schiene". Und jeder Autofahrer müsste eigentlich wissen wieviel einfacher ein Auto heutzutage ist, und jeder Herdbesitzer weiß eigentlich wieviel einfacher ein Herd heutzutage ist. Und man kann sich denken wie viele Professoren für Kognitionswissenschaften an den Vereinfachungen unseres Lebens mit beteiligt waren. Vom elektrischem Licht, über das Kraftfahrzeug, bis zum Computer, überall waren die Denker der Kognitionswissenschaften ganz vorne mit dabei, eigentlich bei jeder Entwicklung die unser Leben heute angenehmer macht.

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