Rätselhafte Welt
Ich bin nicht allein. Gemeinsam sind wir viele. H. M. Broder rätselt über die gleichen Dinge wie ich auch.
Ich bin nicht allein. Gemeinsam sind wir viele. H. M. Broder rätselt über die gleichen Dinge wie ich auch.
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Also unsere Medien sind gerade mit anderen “Asozialen” beschäftigt, das geht nicht alles auf einmal…
Comment by NUB — February 19, 2008 @ 2:27 pm
“Gemeinsam sind wir viele” …
DDH: “Wir sind alle Steuerpatrioten!!! Doitschlaaaaaaaaand!”
Du bist Deutschland.
Comment by NUB — February 19, 2008 @ 2:49 pm
“Asozialen”
Au, den Begriff mag ich nun garnicht. Und ich würde ihn auch nicht auf Steuerhinterzieher verwenden. Familienfinanzpolitik muss ja nicht unbedingt unsozial sein. Auch ein kleiner Dieb hat sicher etwas gutes mit seinem Diebstahl vor, z.B. seiner Freundin eine neue Jacke kaufen. Das Geld ist ja nicht weg, es hat nur jemand anders.
Im Zusammenhang gesehen ist es aber so, daß der eine Fall auf eine groß Zahl von Leuten trifft, die gerade solche Geschichten gerne hören. Wenn große Leute stolpern, macht es den Kleinen doppelt Spaß. Und es passt eben auch perfekt zum allgemein linken Zeitgeist. Die Geschichte in Dänemark verweist hingegen auf soziale Probleme die ganz allgemein gerne verdrängt werden. Und verdrängt werden diese Geschichten weil sie eben nicht Glaubenskompatibel sind. Sie passen zu keinem der üblicherweise in Deutschland verbreiteten und geglaubten Idealismussysteme.
Comment by luclog — February 19, 2008 @ 2:59 pm
Sie passen zu keinem der üblicherweise in Deutschland verbreiteten und geglaubten Idealismussysteme.
Man könnte auch sagen, diese Probleme sind ein Anachronismus. Sie passen nicht in die Zeit, in der man zu leben glaubt. Ich würde nicht von Idealismussystem sprechen, eher von Realismussystem. Von der Vorstellung dessen, was vorherrschend und durchgesetzt sei. Passt auch zu der Okkultismus- und Esoterik-Klamotte, die Du da angeschnitten hast. Die Welt ist “unordentlich” und nicht so schön schematisch vernünftig, wie es der Vorstellung entspricht. Das kommt noch weit vor dem Idealismus, der aber dann bei so viel Chaos gar nicht mehr so leicht aufkommen kann. Das stimmt wohl.
Comment by NUB — February 19, 2008 @ 3:07 pm
Deutschland ist und bleibt das Land des Idealismus und der Idealismus ist eben das eigentliche Problem. Die Spaltung von pragmatischer und idealistischer Wirklichkeitsauffassung ist ein Grundkonflikt auf den sich die schlimmsten Vorfälle in der Geschichte zurückführen lassen. Alle fanatischen Glaubenswelten wollen immer zuerst Eines, ein Ideal verwirklichen. Die Unterschiedliche Auffassung dazu ist das Leben in einer fehlerhaften Welt, die sich in kleinen Schritten zum positiven verändern lässt. Diese fehlerhafte Welt kennt kein Paradies und kein Endziel. Von Endziel zu Endsieg ist und war es immer nur ein kleiner Schritt. In Deutschland wird – und das wird immer Schlimmer – nur noch in utopischen Kategorien gedacht. Das ist Idealismus. Der Glaube das man Religionskonflikte über Ignoranz bewältigen kann gehört da genauso zu wie die Idee, das man wenn man in Deutschland alle Kraftwerke abschaltet die Welt rettet. Lebensbewältigung mit Kartenlegen und Trommeltanz, genauso wie die Verehrung alles Primitiven, oder die Idee einer kommunistischen Weltrevolution oder einer funktionierenden libertären Anarchie.
Comment by luclog — February 19, 2008 @ 4:08 pm
Die Idee, dass das Land unterginge, weil ein paar Manager Steuern hinterziehen, ist aber auch eher aus dem Reich des Idealismus. Und: Es sagt ja auch keiner, wir hätten erst einen Rechtsstaat, wenn es 0 Morde, 0 Überfälle, 0 Vergewaltigungen etc. gäbe. In einer nichtidealen Welt gibt es auch Wirtschaftskriminalität.
Comment by NUB — February 19, 2008 @ 4:17 pm
Ach, das Land geht nicht unter, es kann doch schwimmen.
Comment by luclog — February 19, 2008 @ 5:25 pm
Aber mein gemütlicher Fernsehabend ist in Gefahr.
Comment by luclog — February 19, 2008 @ 5:28 pm