Die Schwarze Sonne
Absolut sehenswert und sehr passend zu den vorherigen Artikeln. Man beachte im Film, daß immer wieder Lichtsymbolik auftaucht, und auch der Begriff der Schwarzen Sonne. Die Schwarze Sonne ist das Endsymbol (Deus Ex Machina) in dem Kinodreiteiler Matrix. Das ist die Popkultur unserer vordergründig vom Neuheidentum befreiten Gesellschaft. Diese gefährlichen Ideen sind längst noch nicht verschwunden, sie sind immer noch wach und modern und sie haben sich kaum gewandelt. Dort finden sich auch die mythologischen Grundlagen der Nazis. Hier noch etwas zu Helena Bavatsky und dem Hakenkreuz, besonders interessant finde ich auch die Verbindung zur heute noch sehr beliebten und gesellschaftlich angesehenen Antropsosophie. Die anderen Begriffe die noch damit zusammen hängen sind, die Gnosis, oder auch Gnostizismus und es lassen sich sogar Verbindungen zu den modernen Kabbalisten entdecken. Das ist in seiner Gesamtheit ein immer noch kaum zu durchschauendes und völlig bizarres esoterisches Durcheinander, das aber seine Wirkungen bis in die moderne Philosophie entfaltet. Nur mit Kenntnis dieser Vorstellungswelten sind überhaupt erst deutsche Philosophen wie Nietzsche verständlich (Und damit auch Sloterdijk oder Bolz). Sich damit zu befassen, führt wirklich zu einem Moment der Erkenntnis (Gnosis), nur ist diese Erkenntnis keine Gute. Mir ist dadurch erst wirklich klar geworden wie wichtig die Funktion der Kirchen ist. Denn, was da lauert wurde nie wirklich gezähmt. Vielleicht lässt sich auch darüber besser verstehen, daß die Nazis kein dummer Schwachmatenhaufen waren, abgesehen von dem Anteil an schwachköpfiger Dummheit den jede Massenbewegung braucht. Dahinter stecken ungeheuer gefährlich Ideen, die auf andere Weise immer noch weiter tradiert werden und jederzeit wieder erwachen können. Und auch deshalb sind die Experimente am offenen Herzen die wir aus ideologischen, theoretischen und geschäftlichen Erwägungen an der Gesellschaft vornehmen auch so brisant.
Film via: Winkelried.
