November 9, 2007

Simmel, Hemingway und John Donne

Filed under: Zitate - luclog @ 2:08 am

Hemingway, sagen 99,99 Prozent von denen die überhaupt wissen worum es geht,  Simmel, sagen 99,99 Prozen von denen denen die das Andere zu kennen glauben.

Und ich wollte das mit der Insel immer mal nachschlagen, weil ich es dem Simmel doch nie so recht zugetraut habe. Und nun gehöre ich zu einer neuerlichen Minderheit, die weiß, das die Herkunft beider Zitate bei John Donne liegt. Da hat man es mal wieder, immer nur alter Wein in neuen Schläuchen. Man kann an der Kultur schier verzweifeln, wenn man bemerkt wie langweilig und substanzlos immer nur ewig Gleiches dahergebrabbelt wird. Und das selbst intelektuelle und gebildete Leute häufig nicht mitbekommen, was das Neue und was das Alte ist. Das Gut und Schlecht unterscheidbar ist, kann man da dann noch viel weniger erwarten.

"Niemand ist eine Insel" und: "Wem die Stunde schlägt" sind beides Zitate von John Donne. Wenn der nicht auch schon geklaut hat. Denn, desto weiter man zurück geht desto schwieriger sind die Klaurereien ja nachzuweisen, wie man schon anhand der großen religiösen Texte sieht..

3 Comments »

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  1. Man kennt Münz- und Kunstfälscher beispielsweise aus dem Mittelalter. Warum sollen da nicht auch (Kichen-)Geschichte, religiöse Texte und Zitate gefälscht sein? Wir werden sicherlich über viele Begebenheiten aus der Vergangenheit niemals mehr die Wahrheit erfahren.

    Und interessant wäre dann auch zu wissen, wie unsere heutige Gegenwart in Zukunft vielleicht mal verklärt und verfälscht wird.

    Comment by NUB — November 9, 2007 @ 11:15 am

  2. Das ist doch schon so, z.B. sind die bekannten Adenauer Zitate und die bekannten Kohl Zitate nicht von Adenauer oder von Kohl. Über Kohls “Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen” hatte ich mich schon in dem Artikel “Zum Jahresende redende Organbankschweine” geäußert. Bei Adenauer ist es mir nur aufgefallen.

    Comment by luclog — November 9, 2007 @ 12:17 pm

  3. Und wenn man sich die Sache mal ganz allgemein anschaut wird ja die gesamt deutsche Geschichte der Nachkriegszeit, während man sie beobachtet massisiv gefälscht. Insbesondere was das Wirken der 68er angeht, da sind ganze Armeen von Schreibern in Literatur und Zeitschriften damit beschäftigt ihre eigene Vergangenheit zu verklären. Und wenn man als Zeitgenosse dabei war, fällt einem immer wieder aus, das es so nicht war, und das besonders das Heroische, eher modisch, picklig, dümmlich war.

    Comment by luclog — November 9, 2007 @ 12:44 pm

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