Moderne Arbeitswelt
Es ist eine merkwürdige Sache mit der Zeit. Alles war schon da. Und trotzdem tun die Leute so als wären die Probleme neu. Im Kern sind alle Ideen und Bewegungen, die das Wort Zukunft im Munde führen, immer an der Vergangenheit ausgerichtet. Oder wie ich in dem Beitrag die Bio-Bestie schrieb: Der Mensch ist nicht sehr fantasiebegabt.
Das eigentliche Problem der Moderne ist die Maschine. Und die Maschine steht in direkter Verbindung zu unserem spirituellem Wesen. Die Maschine befreit unser Leben vom Sinn, und wir wissen dann nicht wohin mit uns. Auch ein Leben das nur auf weitere Vermehrung ausgerichtet ist, bietet keine sinnvolle Erfüllung. Der Mensch will im Leben, und sei er noch so dumm, immer das Besondere schaffen, einzigartig sein, individuell. Die Werbung und die politische Propaganda wissen das zu nutzen. Eigentlich wissen auch alle, daß die eigentliche Erfüllung des Menschen im Endpunkt nur noch in der genetischen Botschaft liegt. Und diese Wahrheit ist eine unerbittliche Grausamkeit für jeden Propagandisten der Egalität. Doch das schizophrene Wesen unserer Kultur, bringt uns ständig davon ab, die Unvermeidlichkeiten der Moderne zu akzeptieren und auch nur zu durchdenken. Unsere politischen Parteien betreiben nur sinnlose Klientelpolitik und schnelllebigen Zeitgeistpopulismus, wobei gerade der dümmste und oberflächlichste Gedanke, als Masstab für Zukunftsfähigkeit gilt. Transrapid!
Leider erkennen die wenigsten die Tragweite dessen was die Technologische Revolution wirklich auslöst. Es werden immer noch Scheindebatten über Sozialneid und die Möglichkeit des Aufstiegs durch Arbeit geführt. Diese ist schon längst nicht mehr gegeben, besonders nicht in Europa wo die gesamten strukturellen Bedingungen auf den Schutz und die Vermehrung von altem Besitz ausgerichtet ist. Schon die Begrifflichkeit "Sozialneid" ist nichts als ein sprachlicher Trick. Nach allen Regeln auch des libertärsten Wirtschaftens, gibt es keinen Grund, Sozialneid zu diskreditieren. Das was man mit Sozialneid benennt ist der Motor des Wirtschaftens. Und in einer Gesellschaft geht es immer um Ausgleich, was ganz einfach bedeutet, daß die Menschen alle Möglichkeiten nutzen werden um an das zu kommen, von dem sie denken das es sie befriedigt oder glücklich macht. Und wenn es eben um Besitz geht, dann werden die Menschen, letztlich wenn sie keine andere Möglichkeit sehen, ihre Interessen politische bündeln, und versuchen so an das zu kommen was ihnen innerhalb des wirtschaftlichen Systems nicht gelingt.
So ist das mit der Freiheit der Demokratie, in ihr ist auch diese Freiheit enthalten. Und da die Vertreter der Wirtschaft das Primat der politischen Herrschaft nicht wirklich realisieren, rufen sie den Eklat geradezu herbei. Es ist immer das selbe seit hunderten von Jahren spitzt es sich immer auf diesen Konflikt zu, da die Elite der Besitzenden nicht erkennt, daß die Masse als Masse auch nach einer sinnvollen Existenz strebt und immer stärker sein wird als jede Macht die sich durch Geld definiert.
Die Menschen selbst erkennen unbewusst die Gefahr durch die Maschine. Die Maschine bedroht ihr Leben, sie ersetzt sie. Einerseits wird das Leben durch die Maschine und das elektrische Licht angenehmer, andererseits beraubt die Maschine uns des Sinnes unserer Existenz. Insbesondere wenn wir den Sinn unserer Existenz, durch unser Wirken und unsere Arbeit definieren, wie es gerade in Deutschland gut alte Tradition ist.
Die Menschen werden noch für ihren Status als Arbeitende bezahlen und eigentlich, tun sie es jetzt schon. Viele stecken mehr Geld in das was sie ihre Arbeit nennen, als sie herrausbekommen. Ich kenne selbst viele die kaum oder wenig erwirtschaften aber das ganze alte Geld der Familie in ihren Status stecken, den sie ihre Firma oder ihren Beruf nennen. Andere stecken ihr halbes Leben in das erlernen sinnloser Dinge, die ihnen den Status eines akademischen Titel verleiht, der dann aber auch niemals das erwirtschaftet was sie hineingekellnert haben, und ihnen auch oft bei ihrer weiteren Kellner Tätigkeit nichtmal nützlich ist. Andere bringen sich und ihre Familie um, wenn ihr Statusleben zusammenbricht. Kurzschluss. Sie können ihr Bild, und das Selbstbild nicht mehr aufrechterhalten. Und es geht nicht ums Verhungern - es geht um Lebensinn und Anerkennung. Es geht bis zum Letzten, es geht um Leben und Tod. Und hier irren auch alle Sozialhilfe und Menschenverwaltungsprojekte, nichts schafft mehr Hass, als Menschen ins Abseits zu stellen und karitativ verwaltend ihre Dankbarkeit zu erzwingen.
Das geht zwar noch solange wie man den Menschen einreden kann ihr Unglück sei selbst verschuldet und sie hätten eine Chance, aber wenn die Masse der Besitzlosen Verlierer mehr und mehr ansteigt, wird es auch dem letzten irgendwann auffallen, daß da irgendwas nicht stimmt. Zum Glück ist es aber lange nicht so weit, aber das ist die Gefahr der nahen Zukunft. Ein grosser gesellschaftlicher Umbau ist absehbar erforderlich, und wenn es die Politik nicht anfasst, wovon ich ausgehe, wird es explodieren. Gesellschaft und Politik kennen immer nur einen Lösungsansatz für alle Probleme, "Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht". Auch wenn an der Seitenlinie genügend Leute stehen die warnend ins Feld rufen, es wird erst etwas passieren wenn etwas passiert.
Und so nah ich mich den "Liberalen" in vielen gesellschaftlichen Programmpunkten fühle. In wirtschaftliche Hinsicht irren sie völlig, da sie das Wesen der Moderne welcher sich im maschinellen und technologischem Fortschritt bündelt, überhaupt nicht wahrnehmen. Ihre Ansichten über Gesellschaft sind schlicht nicht zukunftsfähig, und führen wenn es so weitergeht noch zu Mord und Totschlag.
Hier eine Liste von Beiträgen die sich mit diesem Problem beschäftigen:
