November 29, 2007

Die Teddy Affäre

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 8:21 pm

Da muß ich die islamische Gerichtsbarkeit auch einmal loben, allen die sich dort rumtreiben, gehört der Arsch versohlt. Schon aus Prinzip. Hätte vielleicht auch bei denen was genutzt, die dann entführt worden sind. Osthoff, etc. Die Begründung ist völlig egal. Es soll ihnen eine Lehre sein. Das die britischen Außenministerin entäuscht ist, läßt sich verschmerzen.

November 27, 2007

Wieder nichts passiert

Filed under: Nichts passiert - luclog @ 5:09 pm

In Paris brennen die Strassen weil zwei nette Jungs von Nebenan mit einem geklauten Motorrad einem Polizeiauto die Vorfahrt genommen haben und es dabei gerumst hat. Die beiden Motorraddiebe hatten keinen Helm, kein Nummernschild und weder die richtige Schutzkleidung noch einen Führerschein und dann noch Pech, sie sind gestorben. Man sieht aber einen Fall, bei dem sofort klar ist, die Polizei ist schuld, Motorraddiebe haben in manchen Vierteln Vorfahrt (Insbesondere wenn sie die richtige Abstammung und Religion haben). Daraufhin wurde folgerichtig von Jugendlichen (Jungs von Nebenan - keiner über 15) erstmal ein Viertel angesteckt. Die Polizisten in dem demolierten Polizeiauto sollen keine Hilfe geleistet haben, meldet die deutsche Presse feierllich – und fast erscheint es, als sei so alles erklärt, denn der eigentliche Skandal ist: diese Polizisten haben sich feige und unanständig der Lynchjustiz entzogen. Logischerweise brennen nun auch weitere Pariser Viertel. Und die Jugendlichen sind zurecht empört und greifen zu ihren Schusswaffen, Polizisten werden jetzt von großkalibrigen Geschossen aus den Waffen der Jugendliche getroffen, während sie versuchten die imperialistischen Löschtruppen zu schützen. 25 Verwundete durch Schusswaffen, aus den Reihen der empörten Jugendlichen, sprechen die Sprache eines verständlichen Zorns über diese brutalen Eingriffe mittels Brandabwehr, in die natürliche Selbstverwaltung der Banlieues. Folgerichtig beendet T-Mobile auch das Radsport Sponsoring bei der Tour de France. Wichtiger ist aber in der deutschen Presse, und das zurecht: Oswald Metzgers Eingebung, daß er eigentlich doch in der falschen Partei war. Ausserdem: Der Norden Deutschlands ist privat bis über beide Ohren verschuldet (Das ist die heimtückische Hoffnung auf den Wirtschaftszusammenbruch, der genau an den Orten am meisten betrieben wird, wo sich laut Karte die meisten Privatschulden häufen). Zum Glück ist aber wenigstens Verlass auf die Inflation, die hat ihr 13 Jahreshoch erreicht (Der Plan der Schuldenmacher könnte also aufgehen).

Grundsätzliches zum Wirtschaftsliberalismus

Filed under: Zitate - luclog @ 4:22 pm

Wenn man Anarchie ordentlich umsetzen will, landet man letztlich bei der sozialen Marktwirtschaft. (FGL)

November 22, 2007

Der Massenarbeiter

Filed under: Zeitgeist, Automatisation - luclog @ 2:45 pm

An dem Fallbeispiel "freier Journalismus" kann man auch sehr schön sehen, wie es in einer weitestgehend liberalisierten Wirtschaft so weiter geht. Das eigentliche Problem der Gesellschaft ist und bleibt die Automatisation, das ist schon seit ca. 200 Jahren so und verschärft sich immer weiter. Was machen die Zugfüher wenn es das Berufsbild nicht mehr gibt, oder man jeden dahinstellen kann um den Totmannschalter zu bedienen? Dadurch, daß sich die Massen der Industriearbeiter aufgelöst haben, sind auch die Gewerkschaften als Vertretung des Arbeiters massiv geschwächt. Arbeiter die in keiner ständischen Statistik einer, bspw. Metaller, Gewerkschaft auftauchen sind auch keine mehr. Die Masse der spezialisierten und aufgeteilten Berufe, lässt sich kaum noch zu einer gesellschaftlichen Kraft bündeln.

Jedes Versagen eines Einzelnen, wird nur noch als Einzelschicksal gewertet, als Versagen des Individuums, das die Gruppe nicht betrifft. Was es dann bestenfalls gibt, sind gute Ratschläge: "Sie müssen beweglich sein". Da arbeiten hunderttausende, ohne Netz und doppelten Boden, nur auf das Versprechen und den möglichen Durchbruch hin (Wenn es erstmal läuft), am Rande des wirtschaftlichen Abgrundes. Und durch die Veränderungen im Sozialsystem, haben sie wenn sie einmal abrutschen auch fast keine Möglichkeit mehr, dieser Situation zu entkommen (Krankheiten darf es nicht geben). Sie werden das, was die Gesellschaft von Bürokraten aus ihnen machen will: Verwaltungsgegenstände. Die meisten aber wollen das als Allerletztes sein, und so wird eine Wut produziert die sich dann irgend wann gegen dieses gesellschaftliche System richtet. Vorbei an Parteien und Gewerkschaften die man nicht mehr als Vertretungen der eigenen Interessen wahrnimmt.

Noch funktioniert es zwar, daß man jede persönliche Geschichte des wirtschaftlichen Nichterfolgs als eine Bündelung individueller Fehler darstellen kann. Aber irgendwann werden es einfach zu viele, um diese Geschichte noch weiter zu glauben. Die Fälle wie der von Gabriele Bärtels häufen sich und werden sich weiter häufen. Sie werden sich auch weiter in anderen Berufsgruppen häufen, da immer mehr Berufe und immer spezialisiertere Tätigkeiten durch die Automatisation, nicht sofort verdrängt, aber genügend gestrafft werden. Auch das Management wird weniger, alle sind davon betroffen, daß sich immer mehr um immer weniger werdende Arbeitsplätze streiten.

Und eine Liberalisierung, die man oft als das gute Wirken freier Kräfte am Markt idealisiert, hilft keineswegs. Die Grundlage einer solchen Vorstellungswelt ist ganz einfach. Es ist das Gesetz des Stärkeren was sich bei einer radikal liberalisierten Gesellschaft durchsetzt. Nichts Anderes. Das ist ein Widerspruch zu jeder Zivilisation, und im traditionellen Bild, eines "Zurück zum urtümlichen freien Wirtschaften", sogar sehr ähnlich zum Marxismus, und noch ähnlicher zu den wirren Vorstellungen eines Bakunin. Es gibt leider kein Zurück in eine vortechnologische Gesellschaft, und wenn man die technologische Gesellschaft sozialverträglich gestalten will, muss man letztlich umverteilen. Wenn das nicht einigermassen gerecht geschieht, wird es für die Gesellschaft insgesamt gefährlich. Es bilden sich ansonsten große Wirtschaftsmonopole die, am Staat vorbei, ihre Macht solange bündeln bis das gesamte System kollabiert. Denn die Wirtschaft schafft es ihre Interessen zu bündeln und zu vertreten. Berufsgruppen die keine mehr sind schaffen das nicht. Und die Wirtschaft hat eines nie gelernt und wird es nie lernen, für eine vernünftige Wirtschaft ist eine funktionierende Gesellschaft das Hauptziel. In der Wirtschaft denkt man immer noch das Gewinnmaximierung ein Ziel wäre. Gewinn ist aber völlig substanzlos wenn die Gesellschaft nicht funktioniert.

Weitere Texte dazu:

1) Automatisierung

2) Überflüssige Menschen durch chinesische Konkurrenz

Der arme Journalist

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 1:07 pm

Irgendwie bin ich sowieso, beim letzten Beitrag über den Fall des Amoklaufs von Köln der keiner war einwenig auf den Irrweg der Journalistenschelte abgedriftet. Aber machen wir uns nichts vor, der Journalismus ist ein hartes Brot. Und es gibt hundertausende die vorzüglich schreiben können, aber trotzdem nie dafür bezahlt werden. Und auch selbst bei denen die dafür bezahlt werden, sieht es, wenn sie es nicht in Festanstellung des besoldeten Redakteurs geschafft haben, garnicht so gut aus. Die wichtigen Posten innerhalb der Redaktionen sind sowieso von einer Elite belegt die meist alt ist und scheinbar einem anderen Karrierweg beschritten haben als den des freien Journalisten. Und bei vielen größeren Artikeln, werden dann auch noch ganz andere gefragt: Da schreibt dann ein bekannter Lobbyist aus der Wissenschaft über die Erderwärmung, oder ein Politiker über die Medienlandschaft, oder ein Naturforscher über den Regenwald. Und für die kleinen Meldungen werden eigentlich keine Journalisten gebraucht, da reicht ein Praktikant, der die Tickermeldungen einwenig in Form gebracht ins jeweilige Blatt setzt. Das Leben des einfachen Journalisten sieht, dann doch anders aus als man gemeinhin denkt. Und wer ist hier mal wieder verantwortlich? Es ist eigentlich die böse Technik die durch ihre Rationalisierung, die eigentliche Arbeit so vereinfacht, daß ein altes (nicht sehr alt, aber schon älter) Berufsbild immer stärker banalisiert wird. Und außerdem wird der Konkurrenzdruck erhöht, weil die eigentliche Arbeit auch für Berufsfremde immer leichter ausfzuführen ist. Hier ein eindrücklicher Bericht aus der Zeit von Gabriele Bärtels.

Siehe auch:

1) Hallo, Herr Literat 

2) Presse gegen Blog 

3) Geschändete Medien

November 20, 2007

Presse im Amokfieber

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 2:31 pm

Wenn ich noch mehr von diesen Panikartikeln lese laufe ich Amok. Und ich habe auch schon eine Blumenspritze im Haus, die ich dann mit brutal hartem Wasser füllen werde. Es war auch wirklich zu schön, die vermeintlichen Täter endlich mal wieder: weiß, männlich, deutsch und Versager. Schon bei der Präsentation der Fotos der angeblichen Tatwerkzeuge läuteten bei mir die Alarmglocken: Einen Pfeilpistole? Da wäre ja eigentlich jedes Butterbrotmesser geeigneter zum Massenmord. Aber die Presse hatte sich bei dieser politisch korrekten Fallstudie schnell auf Panik eingeschossen und kommt auch scheinbar bis jetzt nicht mehr davon weg – die ganzen vorbereiteten Artikel, mit den teuren Telefoninterviews mit Leitern von Instituten für Gewaltprävention, müssen ja irgendwo untergebracht werden.

Richtigstellungen die den Namen auch verdienen würden gibt es hingegen in unserer Presse nicht. Es gibt auch eigentlich kaum etwas was so völlig ohne Selbstkritik vor sich hinarbeitet wie unsere Presse. Da wird ein solcher Unsinn verbreitet, daß einem beim Lesen die Augen tränen; Selbstkritik kann man aber von den Premiumerzeugnissen und ihren Edelfedern nicht erwarten. Da schimpft man lieber gegen Blogs, die aber nach meinem Befinden ihre Quellen oft besser recherchieren und absichern als unsere Premiumpulikationen. Schon bei Ansicht des präsentierten Waffenarsenals hätte doch eigentlich jeder stutzig werden müssen. Insbesondere ein Kriminalist der seinen Namen verdient, oder auch ein Journalist der zwei und zwei zusammenzählen kann. Dieser Fall erhöht nicht gerade das Vertrauen in diese beiden Berufsgruppen, die eigentlich sehr wichtige gesellschaftliche Aufgaben wahrnehmen; und ansonsten (wie gern in Film und Fernsehen dargestellt) an liegengebliebenen umgestürzten Vasen, mittels detektivischem Scharfsinn, die verworrendsten Fälle lösen. Er passt aber mal wieder mehr zu der Wirklichkeit in der ich lebe, bei der in allen möglichen Fällen Akten verschlurt werden oder Spuren zertrampelt.

Der eigentliche Fall stellt sich so dar:

Ein Schüler wird von seiner Klasse verpfiffen, weil er wahrscheinlich mit Amoklaufdrohungen aufgefallen ist. Soweit so richtig und gut. Daraufhin wird er zum Rektor berufen, der – auch richtig – führt mit ihm eines dieser einfühlsamen Gespräche für die unsere Pädagogen psychologisch ausgebildet sind. Kurz danach bringt sich der vermeintliche Amokläufer um – dabei wollte er sich wahrscheinlich nur wichtig machen und Angst verbreiten (was ihm gelungen ist). Er tötet sich nach diesem Gespräch (bei dem, wie ich dann wieder späteren Meldungen entnehme, auch die Polizei zugegen war) dann selbst, indem er sich vor eine Bahn wirft. Die Polizei untersucht seine Wohnung und findet Verbindungen zu einem Freund. Dieser wird erstmal verhaftet, die Meldung "Amoklauf von der Polizei verhindert" wird an die Presse gebracht, und versetzt Deutschland in Angst und Schrecken und die Presse in nichtendenwollende, wohlige Panik. Fotos des furchteinflößenden Sportwaffenarsenals gehen an die Presse (Paintballpistolen, und eine Sportarmbrust). Deutschland ist entsetzt, denn das erscheint alles als sehr gefährlich. Und die Quelle ist ja amtlich.

Später wird dann gemeldet:

Reuters:

Die beiden Jugendlichen, die nach ersten Ermittlungen den Amoklauf an einer Schule geplant haben sollen, hatten ihr Vorhaben nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits vor [Anm.: genauer, einen Monat davor] ihrer Entdeckung durch die Polizei wieder aufgegeben. Die Aussage eines festgenommenen 18-jährigen Schülers, die Tat abgelehnt zu haben, habe sich bestätigt, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Alf Willwacher am Montag. Danach habe auch sein mutmaßlicher Komplize allein keinen Amoklauf verüben wollen. Eine sichergestellte Armbrust sei zudem nicht zu gebrauchen gewesen.

                                 

Noch am Wochenende hatte die Polizei bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz berichtet, einen Amoklauf in letzter Minute verhindert zu haben. Dabei habe es sich um einen "Schnellschuss" gehandelt, räumte Willwacher nun ein.

                                 

Der 18-Jährige sei auf Grundlage der neuen Erkenntnisse gar nicht mehr dem Haftrichter vorgeführt worden, sagte der Staatsanwalt weiter. Er halte sich nun auf eigenen Wunsch in der Psychiatrie auf.

                                 
 

Nun gibt es jede Menge Panik hinterher: In Karst setzt ein weiterer Verdacht eine Hundertschaft der Polizei in Bewegung. Hier kommt der Tipp von finnischen Sicherheitsbhörden. Die müssen sich ja an deutschen Schulen auskennen, das ist sofort evident. Die Schule wurde geräumt, die Presse ist in Aufruhr. Panik macht sich breit, jeder fühlt sich in Gefahr. Und bei weiterer Chatraumüberwachung wird es wahrscheinlich noch mehr solcher Einsätze geben. Denn man wird durch noch mehr und verbesserte Überwachung solcher Chaträume auf noch mehr Geschwätz stossen. Das ist als würde man in jedem Kinderzimmer mithören. Was sich Schüler aber in ihren Phantasien ausmalen und womit sie sich in elektronischen, vermeintlich annonymen Räumen weltweit wichtig tun, kann keine Grundlage für solche Einsätze sein. Da sollten schon stärkere Verdachtsmomente bestehen. Diese Form von Panik führt nur dazu, daß psychisch labile Jugendliche merken, daß sie mit solchen Drohungen etwas bewirken können, und zwar große mediale Aufmerksamkeit und Angst bei Erwachsenen. Nachahmungstäter werden das ausnutzen und sind weiter zu erwarten. Es ist natürlich absolut notwendig, daß einem solchen Verdacht erstmal nachgegangen wird. Aber man sollte sich der Presse gegenüber etwas vorsichtiger äussern und solche Sachen vielleicht auch erstmal einwenig tiefer hängen – bis man Klarheit hat.

                                 
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Die alten Panikversionen über den Fall in Köln stehen aber immer noch so im Netz. Ein Link auf ein Update, und die neue Sachlage, ist für Zeitungen im Netz technisch noch nicht lösbar: Beispiel Netzzeitung.

 

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Aktualisierung: Mir ist dann noch nachträglich eine Variante der positiven Verschwörung eingefallen, bei der ein äußerst gerissener Medienstab bei der Polizei das alles völlig bewusst duchdacht lanciert hat, und die Presse dabei dann mitspielte. Als die Polizei wusste, daß sich der Täter das Leben genommen hat, hat dort jemand erkannt, daß dies eine gute Warnung für alle ist, die mit solchen Gedanken herumspielen und sich damit im Internet oder auf Schulhöfen profilieren. Daraufhin wurde die Tat für die Medien aufbereitet und in dramatisierter Form weitergegeben. Wohl wissend, daß nichts älter ist als die Zeitung von Gestern und das Drama hängen bleibt. Und zum Heldenepos taugt diese traurige  Geschichte auch nicht. Man sollte die Polizei nie unterschätzen

Italien

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 12:43 pm

Mal ein Ausblick auf Italien(NZZ) und die dortige Einwanderungsdebatte, die irgendwie keine richtige ist, weil in Italien, um allen Vorurteilen gerecht zu werden, wie immer alles durcheinandergeht und es auch dort natürlich keinerlei validen Zahlen gibt um das Problem zu beziffern. Und natürlich gibt es in Italien auch eine traditionell sehr starke antiklerikale Linke, die sich mit jedem verbündet den man als Gegner der Kirche sieht.

(Mario Scialoja, Mitglied des Islamischen Rats Italiens, vormals Botschafter in Saudiarabien und Uno-Vertreter, der 1987 zum Islam konvertierte über die Linke in Italien: «Sie betrachten gewisse islamische Bewegungen als die Vertreter der wirklichen Basis, des echten Proletariats», sie sähen im Islamismus «eine antiimperialistische und antiamerikanische Bewegung».(kommt einem bekannt vor)

November 19, 2007

Die Schwarze Sonne

Filed under: Zeitgeist, Wissen, Faschismus - luclog @ 8:54 pm

Absolut sehenswert und sehr passend zu den vorherigen Artikeln. Man beachte im Film, daß immer wieder Lichtsymbolik auftaucht, und auch der Begriff der Schwarzen Sonne. Die Schwarze Sonne ist das Endsymbol (Deus Ex Machina) in dem Kinodreiteiler Matrix. Das ist die Popkultur unserer vordergründig vom Neuheidentum befreiten Gesellschaft. Diese gefährlichen Ideen sind längst noch nicht verschwunden, sie sind immer noch wach und modern und sie haben sich kaum gewandelt. Dort finden sich auch die mythologischen Grundlagen der Nazis. Hier noch etwas zu Helena Bavatsky und dem Hakenkreuz, besonders interessant finde ich auch die Verbindung zur heute noch sehr beliebten und gesellschaftlich angesehenen Antropsosophie. Die anderen Begriffe die noch damit zusammen hängen sind, die Gnosis, oder auch Gnostizismus und es lassen sich sogar Verbindungen zu den modernen Kabbalisten entdecken. Das ist in seiner Gesamtheit ein immer noch kaum zu durchschauendes und völlig bizarres esoterisches Durcheinander, das aber seine Wirkungen bis in die moderne Philosophie entfaltet. Nur mit Kenntnis dieser Vorstellungswelten sind überhaupt erst deutsche Philosophen wie Nietzsche verständlich (Und damit auch Sloterdijk oder Bolz). Sich damit zu befassen, führt wirklich zu einem Moment der Erkenntnis (Gnosis), nur ist diese Erkenntnis keine Gute. Mir ist dadurch erst wirklich klar geworden wie wichtig die Funktion der Kirchen ist. Denn, was da lauert wurde nie wirklich gezähmt. Vielleicht lässt sich auch darüber besser verstehen, daß die Nazis kein dummer Schwachmatenhaufen waren, abgesehen von dem Anteil an schwachköpfiger Dummheit den jede Massenbewegung braucht. Dahinter stecken ungeheuer gefährlich Ideen, die auf andere Weise immer noch weiter tradiert werden und jederzeit wieder erwachen können. Und auch deshalb sind die Experimente am offenen Herzen die wir aus ideologischen, theoretischen und geschäftlichen Erwägungen an der Gesellschaft vornehmen auch so brisant.

Film via: Winkelried.

Die Natur ist Liebe

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 5:26 pm

Eine wunderbare Erweiterung zu Zensur und Zeitgeist. Nun will Beck, Kardinal Meißner Hassprediger nennen dürfen. Hierzulande ist jedes Mittel recht um in die Schlagzeilen zu kommen. Die Hassprediger die zur Gewalt aufrufen sind wirklich ganz andere, und die verurteilen nicht nur homosexuelle Lebensweise, die lassen auch Taten folgen und hängen Homosexuelle oder pfählen sie, aber dagegen protestieren solche Gestalten wie Beck natürlich nicht. Und natürlich ist sowas kein Zufall, hier soll gezielt das Wort Hassprediger relativiert werden, um von den wirklichen Gefahren der Religion, die unser Moderne bedroht, abzulenken. Aber das ist ja das eigentliche Ziel einer grünen Parte: die Zivilisation zurückverwandeln in ein marxistisches vorindustrielles Paradies. Hier kämpft eine primitive, sich seiner selbst unbewusste, Religionsvorstellung, gegen den viel mächtigeren und intellektuell ausgereiften alten Gegner. Das taten die Nazis genauso und mussten es auch genauso tun, und man sieht wieder: alle Idologie schöpft immer aus den gleichen Quellen. Dazu passt dann auch die Meldung das der Kannibale von Rothenburg, Armin Meiwes, nun einer Grünen Knastgruppe beigetreten ist. Das passt ja nun wirklich wunderbar, Maschinenstürmerei, Lust an jeder primitiven Gesellschaft, da fühlt sich selbst der Kannibale angesprochen und wird auch aufgenommen. Alles was in den Menschen an dunklen Seiten lauert muss unbedingt befreit und ausgelebt werden, die Zivilisation hingegen ist ein schrecklicher Irrtum, der den Menschen von der Natur entfremdet; dieser schönen Natur, wo man sich schnell den Tod holen kann und um das Essen noch richtig kämpft.

Paranoia, Angst und Zensurschreihälse

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 2:29 pm

So ganz nebenbei befinden wir uns in einer Sprachdebatte denn ohne es wirklich bewußt so gedacht zu haben, haben die beiden Fernsehclowns Schmidt und Pocher es ausgelöst. Nach dem sie ein paar lustige Gasofenwitze mit Bezug zum Nazimeter in ihrer Sendung angebracht haben, gab es schnell zwei Seiten: die eine begrüßte Gasofenwitze ausdrücklich und war hocherfreut, daß sowas wieder On-Vogue ist, andere (und dazu gehöre ich) spielten den Spassverderber. Und ich tat es nicht, weil ich nicht etwa verstünde, daß der Tabubruch immer auch zum Lachen reizt, sondern weil der Tabubruch in Deutschland offensichtlich nur in bestimmte Richtungen praktiziert wirklich lustig ist. Er ist es immer nur dann, wenn er die Mehrheit bestätigt, und eine Minderheit belästigt. Natürlich hat jede Minderheit ein Recht darauf verarscht zu werden, aber mir gefällt nicht, daß es immer nur gegen bestimmte Minderheiten funktioniert.

Hier befreit sich eine wirklich primitive Form des Humors, der "Alte Gasofenwitz" den ich eigentlich noch nicht so schnell wiedererwartet hatte. Andererseits muss man hier auch sehen, daß die Witze von Schmidt und Pocher eine Reaktion auf die Eva Herman Debatte waren und gerade dadurch, daß sie das Naziworttabu noch weiter übertreibend und verschärfend aufnehmen, diese Diskussion überspitzen, zeigen sie wie lächerlich die Vorwürfe gegen Eva Herman in der Show von Johannes B. Kerner waren. "Sie hat Autobahn gesagt". Wahrscheinlich war das auch die eigentliche Idee dahinter, denn soviel Intellektualität trau ich S&P schon zu, daß sie hier eigentlich auf die Bigotterie in der Eva Herman Debatte anspielen wollten, und das hier ihre Satire ansetzt.

Leider wird es aber in meiner Wahrnehmung so von der Masse der Zuschauer nicht verstanden. Verstanden und bedient wird die übelste und primitivste Form von menschenverachtendem Gasofenwitz. Und das ist es was mir nicht gefällt, und besonders gefällt mir nicht, daß es eben in diese Richtung hin ausartet, oder um einen weiteren unerlaubten Begriff zu benutzen, entartet. Der Angriff gegen die Benutzung des Begriffes Entartet war eigentlich noch dümmer und wirklich eine äusserst bösartige Interpretation, bei der man die Freude über das hineingefundene Fressen in den Kolumnen immer noch nachlesen kann.

Aber trotzdem kann man an den Debatten ablesen, daß es eine echte (befohlene) Gleichschaltung der Presse nicht gibt. Was es gibt ist eine weitgehende Konformität, innerhalb der Gesellschaft. Und diese Konformität ist eine die von der Elite, innerhalb von Politik und Medien ausgeht, aber auch mehrheitsfähig ist. Diese Konformität ist so mächtig, daß sie von einer von oben befohlenen Gleichsschaltung in den Fällen die man als politisch inkorrekt bezeichntet aber auch eigentlich kaum zu unterscheiden ist. Dort steht dann ein kritischer Artikel oder eine kritische Publikation gegen hundert konforme. Und meinungsprägend sind ausserordentlich linksschlagseitige Publikationen und Medienerzeugnisse. Und auch die Rechten sind auf ihrer intellektuellen Ebene Links, sie sind für Volk, und mehr Staat, ganz ähnlich wie auch die Linke. Die einen wollen einen Führer die anderen einen großen Vorsitzenden. Und im Antiamerikanismus und Antijudaismus treffen sich beide Extreme so stark, daß für jemanden der die spezifischen Terminologien bei der Betrachtung ausschaltet, eigentlich kein relevanter Unterschied besteht.

Man braucht keine Gleichschaltung zu bemühen, wenn sich die Meinung selbst auf bizarre Weise gleichschaltet. Das ist etwas das in allen Gesellschaften immer wieder passiert, in der Psychologie gibt es dafür den Begriff Konformitätsdruck. Es ist eine der schwersten Sachen eine eigene Meinung zu besitzen, aufrechtzuerhalten und diese von Fakten abhängig zu gestalten. Denn "Niemand ist eine Insel" um mal wieder John Donne zu bemühen.

Es ist doch klar zu erkennen wie viele der Gedanken von Traditionen geprägt sind und die meisten Ideen eben nicht im luftleeren Raum entstehen. Und wichtiger für die Meinungen wie sie in Gesellschaften existieren ist die ganz private familiäre Tradition, viel wichtiger als alles zusätzlich Erlesene. Wenn der Faschismus eine Tradition in der Familie hat, bricht er auch in den Formen die nicht dem historischen Faschismus entsprechen. Es sucht sich das gesellschaftliche Ventil das erlaubt ist. Und es stehen ja genügend Angebote zur Verfügung den Faschismus zu praktizieren, bei denen man sich gleichzeitig sogar als Antifaschist darstellen kann. Es ist wirklich die grösste Dummheit Faschismus anhand von Symbolik des dritten Reiches oder anhand von Hitlerbezug festmachen zu wollen. Selbst Antisemitismus oder Antiamerikanismus sind keine hinreichenden Kriterien. Es gibt nur zwei Begriffe die wirklich auf Faschismus hinweisen: Rasse und Volk. Und diese Begriffe kommen zuallerst aus der Religion und stecken so tief in jeder mythologischen Tradition (Besonders in der Bibel), daß sie langfristig immer wieder als Konflikt losbrechen werden. Wie sich das Ganze dann modern nennt, ist nur eine Frage des Zeitgeistes.

Update: Die Natur ist Liebe