October 29, 2007

Rauchverbot und Widerstand

Filed under: Zeitgeist, Faschismus - luclog @ 1:48 am

Die Kriminalisierung der Raucher ist eine interessante Sache. Es ist natürlich ein völliger Unsinn zu vermuten, daß die Nichtraucher die Kneipen bevölkern werden, wenn man die Raucher verscheucht. Wäre es so hätte es längst ohne irgendein Gesetz schon überall Nichtraucher Kneipen gegeben. Die dogmatischen Nichtraucher sind ungefähr so lebenslustig wie die dogmatischen Nichttrinker. Und die Nichttrinker sind oft Nichtraucher. Überhaupt ist der Konsumverächter immer der Feind des Lebens. Auch das Joggen und andere Lebenszeitfresser zur Lebensverlängerung, sind nur Lebensverneinungsstrategien, die die Flucht in eine vermeintliche gute Körperlichkeit suchen, die einem Ideal nachhängt welches im Kern nichts anderes ist als purer Faschismus. Der Mensch soll nicht nur Ziellos leben, er soll es möglichst gesund tun, und möglichst still.

Und es geht ja noch weiter, nicht nur in festen Räumlichkeiten soll das Rauchen unterbunden werden, nein, auch Heizpilze, an denen sich Leute die vor der Tür rauchen wärmen könnten, sollen verboten werden. Es geht natürlich bei alledem nicht um die Gesundheit. Der Raucher soll möglichst auf dem Balkon erfrieren oder wenn es geht an Nikotinvergiftung durch die nichtdosierbaren Nikotinkaugummis sterben. Es geht einfach darum, daß es eine Mehrheit gibt die eine Minderheit schikanieren kann, weil diese Minderheit keinen Schutz hat. Die Nichtraucher werden auch weiterhin nicht in Kneipen gehen, in die sie sonst auch nicht gegangen wären. Eine Gesundheitsgefahr die davon ausgeht, daß man gelegentlicher Passivraucher ist, ist absolut nicht existent. Der letztlich verstorbene älteste Mann der Welt, war Raucher. Wenn man als aktiver Raucher der älteste Mann der Welt werden kann, oder nur so alt und aktiv wie Helmut Schmidt, ist es völlig evident, das die Gefahr durch passives Rauchen, bei gelegentlichem Besuch von Raucherräumen, eine völlig an den Haaren herbeigezogene Behauptung, zum Zwecke der puren Schikane von anderen Menschen, ist, die irgendwann und irgendwie zu Süchtigen geworden sind.

17 Comments »

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  1. Die Nichtraucher sind ungefähr so Lebenslustig wie die Nichttrinker.

    Ich habe lange genug geraucht um zu wissen, dass zur Lebenslust der Glimmstengel nicht nötig ist.

    Wenn du richtigerweise gegen dieses Nichtrauchergesetz zu Felde ziehst, nimm doch bitte zur Kenntnis, dass auch Nichtraucher dagegen sein können. Nicht der Nichtraucher ist der Feind sondern der Bevormundungsstaat.

    Comment by Boche — October 29, 2007 @ 10:02 am

  2. “Es geht einfach darum, daß es eine Mehrheit gibt die eine Minderheit schikanieren kann, weil diese Minderheit keinen Schutz hat”

    Es ging den RAuchern nun darum als kleine militante Minderheit eine Mehrheit zu schikanieren. Weil eben nur Raucher eine Lobby hatten.

    Und die Behauptung das NR nicht in Kneipen gehen ist natürlich völliger Unsinn, oder andersrum gefragt;:

    warum waren 100% der Pleite gegangenen Kneipen Raucherkneipen und wo waren denn all die Horden von Rauchern? Es ging den Rauchern als nur um eine Bevormundung der NR.

    An Backpfeifen ist auch noch niemand gestorben, ergo darf ich selbige in Cafes an Fremde verteilen?

    Comment by stefan — October 29, 2007 @ 12:16 pm

  3. Ganz richtig Boche. Ich finde aber nicht, daß ich mit dem Satz den Nichtraucher und Nichttrinkern zuviel Ungemach antue, es geht natürlich um die Menschen die sich so definieren. Ich setze mal ein “dogmatisch” davor, damit es noch klarer wird wie es gemeint ist. Es ist dann aber nicht mehr schick zu lesen.

    Comment by luclog — October 29, 2007 @ 12:38 pm

  4. @ Stefan

    Merkst Du eigentlich nicht wie unlogisch Deine Vergleiche sind? Rauchen ist eine Sucht. Die Leute rauchen nicht, um damit irgendjemand anders zu schikanieren. Es ist eher so, daß die die sich schikaniert fühlen, sich über etwas Aufregen dem sie leicht ausweichen können. Und Rauchen ist ungefähr soviel Körperverletzung wie das aufstellen von Aromakerzen. Und es gibt auch keine “Backpfeifen-gebe-Sucht”

    Comment by luclog — October 29, 2007 @ 12:52 pm

  5. Man muss gar nicht auf die Sucht zu sprechen kommen. Es reicht die Feststellung, dass Kneipen privat zur Verfüpgung gestellte Räume sind. Warum der Staat da hineinregulieren darf, ist nicht zu begründen.
    Oder doch: Wenn man der Ansicht ist, dass der Bürger ein unmündiges, der Erziehung bedürftiges Wesen ist. Dann ja.

    Comment by Boche — October 29, 2007 @ 1:59 pm

  6. @ Boche

    Nein, eigentlich sieht man das es nicht reicht. Das Argument der Volksgesundheit ist wichtiger. Ein Argument, daß uns dann auch demnächst zum Frühsport vor einem Joschka Fischer Bildnis, um 5 Uhr Früh auf den Sportplatz zwingen wird. “Und jetzt machen wir eine weitausholende Armbewegung, als würden wir einen Pflasterstein schmeißen.”

    Comment by luclog — October 29, 2007 @ 2:25 pm

  7. Wenn das nicht reicht, hilft das Eingehen auf Bevormundungsargumente erst recht nicht mehr.

    Die Joschka-Fischer-Polemik finde ich etwas arg albern.

    Comment by Boche — October 29, 2007 @ 3:23 pm

  8. Oha, Humorkritik. Das geht aber jetzt garnicht.

    Comment by luclog — October 29, 2007 @ 3:41 pm

  9. Schmeiß mich doch raus und unterhalt dich nett mit deinen anderen Gästen.

    Comment by Boche — October 30, 2007 @ 9:39 am

  10. Lieber Boche,

    Erstens sind Kneipen nicht privat, sondern öffentlich zugängliche Räume (pub=public), warum also nicht einzusehen ist warum der Wirt in die Lungen von Gästen und Angestellten hereindiktieren will, und:

    “Die Leute rauchen nicht, um damit irgendjemand anders zu schikanieren.”

    Ach nein, warum rauchen Raucher dann immer wo NR sich aufhalten? Und in Kneipen muss man gehen (als Gast oder als Angestellten) rauchen muss man hingegen garnicht.

    Dann sollte man mal das alkoholisierte Fahren erlauben, und dann diejenigen Nichttrinker anprangern die sich darüber aufregen das andere sie auf der Straße gefährden obwohl sie dem ja “leicht ausweichen könnten”. Viel Spaß dem ausweichen vor Alkoholisierten Fahrern.

    Comment by stefan — October 30, 2007 @ 10:28 am

  11. Lieber Stefan,

    Erstens sind Kneipen nicht privat, sondern öffentlich zugängliche Räume (pub=public), warum also nicht einzusehen ist warum der Wirt in die Lungen von Gästen und Angestellten hereindiktieren will

    Das ist ja nun, mit Verlaub, Unsinn.
    Kneipen sind Privatbesitz. Privatbesitz, der für Publikum geöffnet wird.
    Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum der Besitzer nicht selbst entscheiden können darf, welches Publikum er empfangen möchte.

    Und in Kneipen muss man gehen (als Gast oder als Angestellten) rauchen muss man hingegen garnicht.

    Weder als Gast noch als Angestellter muss man in eine Kneipe gehen. Als Gast kannst du fernbleiben. Als Angestellter kündigen bzw. gar nicht erst die Anstellung antreten.

    Dann sollte man mal das alkoholisierte Fahren erlauben, und dann diejenigen Nichttrinker anprangern die sich darüber aufregen das andere sie auf der Straße gefährden obwohl sie dem ja “leicht ausweichen könnten”. Viel Spaß dem ausweichen vor Alkoholisierten Fahrern.

    Auf einer Straße muss ich mich tatsächlich bewegen. In eine Kneipe muss ich nichtmal bei Alkoholsucht gehen. Denn dann kaufe ich mir den Schnaps und trink ihn zu Hause. Und nach ein paar Flaschen bin ich dann vielleicht deiner Meinung, weil mein Verstand ausreichend benebelt ist.

    Comment by Boche — October 30, 2007 @ 11:39 am

  12. Sogar die TAZ probt den Aufstand: “Verpisst euch Gesundheitler.”

    Comment by luclog — October 30, 2007 @ 1:41 pm

  13. Also ich habe noch nie einen Raucher aufgefordert, seine Kippe auszumachen. Dazu bin ich zu liberal / tolerant. Aber Rauch beim Essen IST ekelig. Definitiv.

    Und gegen Joggen würde ich auch nichts sagen, mit den richtigen Sportschuhen ist das bestimmt nicht verkehrt. Es hilft beim Stressabbau — das gilt aber nur solange, wie man noch nicht übermäßig gestresst ist. Denn dann stresst einen alles, egal was man tut. Selbst in eine Kneipe zu gehen.

    Comment by NUB — November 1, 2007 @ 11:53 am

  14. @Boche

    “Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum der Besitzer nicht selbst entscheiden können darf, welches Publikum er empfangen möchte.”

    Das darf er immer noch! Der Besitzer hätte auch früher schon nur Nichtraucher reinlassen können. Luclog hat insofern Recht, weil die Besitzer um Einnahmen von Rauchern fürchteten und daher keine reinen Nichtraucherkneipen eröffneten. Demnach gingen sie davon aus, dass die Raucher die meisten “Partypeople” stellen.

    Comment by NUB — November 1, 2007 @ 11:58 am

  15. @NUB

    “Das darf er immer noch!”

    Wohl kaum. Raucher darf er nur empfangen, wenn er das Geld oder das Glück hat, einen gesonderten Raum verfügbar zu haben bzw. zu machen.

    Selbstverständlich hätte der Kneipenwirt auch früher schon ein reines Nichtraucherlokal betreiben können. Aber offensichtlich war der Bedarf nicht so groß, als dass er sich in ein allzu großes Angebot übersetzt hätte. In einem solchen Fall muss eine Lobby natürlich den Staat zu Hilfe rufen. Ist doch immer dasselbe.

    Comment by Boche — November 2, 2007 @ 9:40 am

  16. Boche

    Raucher darf er nur empfangen, wenn er das Geld oder das Glück hat, einen gesonderten Raum verfügbar zu haben bzw. zu machen.

    Stimmt nicht, er darf Raucher empfangen. Die dürfen dann bloß nicht drinnen rauchen. :-)

    Comment by NUB — November 2, 2007 @ 5:05 pm

  17. @NUB

    Ha, ha. Damit ist natürlich mein Argument widerlegt.

    Comment by Boche — November 5, 2007 @ 10:55 am

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