Der gute Rassismus
Wie ist es wenn Täter selbst einen "Migrationshintergrund" haben, ist das noch Rassismus? Ähnlich wie bei dem Fall, des Rabbiners Zalman Gurevitch der auf offener Strasse niedergestochen wurde, wird jede Gewalttat, wenn sie von Linksextremen oder von der falschen Ethnie begangen wird, nicht als Rassismus oder Antisemitismus gewertet. Man muss in Deutschland schon als biologisch deutsch erkannt werden, um des Rassismus überhaupt nur verdächtig zu sein. Alle anderen Gruppierungen leben ihren Rassismus und ihre Gewalt aus, ohne mit einem Aufstand der Anständigen rechnen zu müssen. Auch "Tal der Wölfe" ist ein Film der nur im Schutze der modernen Rassismus-Auslegung Rassismus betreiben kann, und dann auch noch in allen Kinos läuft.
Die Reaktion auf den Rassismus, wenn er nicht in der üblichen "Onkel Toms Hütte" Version vorkommt, ist dann immer betretenes Schweigen. Der Täter muss weiß sein, und einer als rassistisch bekannten Rasse zugehören. Der Rassismus der Schwarzen ist ebensowenig Thema, wie der Rassismus von Asiaten, oder der Rassismus von jeglicher Rasse oder Landsmannschaft die nicht europäisch reinrassig weiß ist. Das bedeutet natürlich in erster Linie eins: diese Art den Rassismus auszulegen und zu zelebrieren ist selbst Rassismus.
Man kann tun was man will, immer wenn man mit irgendeiner Landsmannschaft zusammensitzt seien es Griechen, Engländer, Amerikaner, Italiener, Türken, Franzosen oder Koreanern, irgendwann wird die Aufzählung der eigenen Vorzüge Thema. Selbst bei Frauen deren Vorzüge ich eigentlich ganz gut kenne, kommt es oft dazu, daß sie denken mir irgendwann die Vorzüglichkeit von Frauen darlegen zu müssen – obwohl sie dabei eigentlich immer die falschen Argumente anführen.
Es gibt eigentlich nur eine völlig ungeschützte Minderheit in der Realität: Der weiße Mann ohne Sektenzugehörigkeit und ohne Geld.
Der Bundesstaatsanwalt (Siehe Kai Nehm) lässt, im Falle von nicht reinem rassedeutschem Rassimus, dann auch die Täter nicht mit dem Hubschrauber abholen, und der Fall führt auch zu keiner Raserei in den Medien und in den Blogs. Andersherum wäre es sicher so gekommen, z. B. für die TAZ war ohne irgendein Wissen über die näheren Umstände erstmal alles klar – aber jetzt wo es nicht mehr in das eigene dümmliche Raster passt, ist die Reaktion eisiges Schweigen, und das in fast allen Medien. Wäre der Fall aber im Kern rassisch rein gewesen, wäre ein Sturm der Entrüstung losgebrannt. (Und ich bin mir sicher bei den TAZ Lesern, und fast allen anderen Zeitungslesern wird auch nichts anderes als der Inhalt dieses Artikels von der Meldung übrigbleiben)
Der Rassismus Begriff ist längst zu einer Farce geworden. Der Rassismusvorwurf ist nicht s weiter als eine politische Waffe, die wie auch alle anderen Minderheiten Schutzbegriffe nur noch dem Lobbyismus von sich ständig unterdrückt fühlenden aber de Facto völlig gleichberechtigten und eigentlich sogar bevorzugten Gruppen dienen.
Das böse ist immer weiß und männlich, und um das abzuwehren, lässt man sich am besten die Stammestätowierung der Buri-Buri Indianer in den Oberarm ritzen, schätzt die Weisheiten von Medizinmännern aus dem Senegal über denen der europäischen Aufkärung, und verachtet die Segnungen der technische Zivilisation, wenn man mit einem möglichst energiesparendem Auto im Stau auf der Autobahn zum nächsten Weltrevolutionsmeeting steht, und auf CD die Gesänge der weisen Schoschi genießt.
Die Meldung dazu beim Tagesspiegel:
Auch Spandauer Politiker taten sich zunächst schwer damit, den Vorfall als rassistisch zu bewerten. „Zumindest handelte es sich nicht um typische rechtsradikale Schläger“, sagte Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU): „Wie ich gehört habe, sollen zwei der Täter selbst einen Migrationshintergrund haben.“
„Das schließt doch ein rassistisches Motiv nicht aus“, meint hingegen das Opfer Antoine I. „Die Schläger sind Berliner, sie wohnen in Spandau und sie sind auf mich losgegangen, weil ich dunkelhäutig bin.“ Der aus Baltimore im US-Bundesstaat Maryland stammende Barkeeper hatte in der Tatnacht seine Freundin nach Hause begleiten wollen. „Die jungen Männer standen vor einem Haus“, erzählt er, „und waren offenbar auf Randale aus. Sie beleidigten meine Freundin mit unflätigen Ausdrücken, warfen Bierflaschen nach uns und verfolgten mich. Einer – er war ganz in Weiß gekleidet – zog seinen Gürtel aus der Hose und drosch mit den Worten: ,Lasst uns den Nigger fertigmachen’ auf mich ein. Als ich stolperte und mitten auf die Fahrbahn fiel, schlugen und traten sie mich – bis plötzlich ein Auto kam. Ich habe versucht, es anzuhalten, um Hilfe gerufen, aber der Fahrer hat Gas gegeben und ist vorbeigefahren. Dann haben sie wieder auf mich eingedroschen, meine Brille ging kaputt, ich konnte nichts mehr sehen. Und immer beschimpften sie mich als dreckigen Nigger.“
Andere Beiträge zu diesem Thema:
Kai Nehm vs Björn Liebscher:
L und M zwei zerstörte Lebensläufe

Dazu passend: Kristina Köhler
Die Ignoranz gegenüber Rassismus etwa gegen Deutsche ist keineswegs überall gegeben.
Zudem führt die Akzeptanz der Eigenschaften deutsch, weiß, christlich, jüdisch etc. als Ziele rassistischer Äußerungen oder Taten auch dazu, dass man verschiedene andere Gruppen in den Begriff miteinbeziehen muss: Schwule, Moslems, Obdachlose, Linke …
Nur jeweils seine Lieblingssammlung an Opfern rumzutragen, ist sehr albern. Und wird im Deutschen Bundestag in Reinform auch höchstens noch von der Linken vertreten.
Comment by NUB — October 25, 2007 @ 8:32 pm
Du solltest dabei auch Leugnung von Tabuisierung bzw. Beschwichtigung trennen. Gegen gewalttätige Migranten wird manchmal nur vorsichtig Kritik geübt oder von Rassismus gesprochen, weil man befürchtet, es könnte leicht Stimmung gegen Fremde gemacht werden. Das ist aber etwas anderes als sich seine Rassismusdefinition so zurechtzubasteln, dass z.B. eine Anfeindung gegen einen Amerikaner kein Rassismus sein kann.
Comment by NUB — October 25, 2007 @ 8:35 pm
Verstehe ich nicht. Wie soll die Anfeindung gegen einen Amerikaner Rassismus sein? Oder meintest Du jetzt einen schwarzen Amerikaner (Schon diese Benennung ist eng ausgelegt schon eine rassistische Tat). Ein Anfeindung gegen bspw. einen Irischstämmigen weißen Amerikaner, ist nie Rassismus, auch falls man ihn als “Weißbrot” und/oder “weiße Drecksau” bezeichnet.
Comment by luclog — October 25, 2007 @ 9:15 pm
So kann’s gehen. Ich habe in den ersten Link, erstmal viel zu schnell reingeschlinst. Der ist wirklich hochinteressant. Da wird auch der Rassismus gegen Weiße von Kristina Köhler mal als Rassismus thematisiert (Aber natürlich erstmal beim Fallbeispiel, weißes Mädchen). Das Anliegen ist natürlich, die letztlich die Verdrehung einer an sich schon völlig absurden Sache ins vollends Lächerliche. Und natürlich ist es so, daß wirklich ein Angehöriger jeder Gruppe, zum Opfer einer anderen Gruppe werden kann.
Man sieht hier eigentlich nur eins, nämlich wie absurd die ganze Idee von Anfang an war und ist. Eigentlich reichen die Gesetze die es schon lange vorher gab völlig aus, und sie sind wenn sie durchgesetzt werden, genau dafür geschaffen eine Bevölkerung ohne Ansehen der Herkunft zu befrieden. Es braucht keinerlei Sonderregelung für die verschiedensten unterschiedlichen Gruppierungen, nach Hautfarbe oder Ideologie. Erst die Einführungen von Unterscheidungen nach Hautfarbe, Rasse, Herkunft und Ideologie schaffen das Unrecht.
Und natürlich ist die Herangehensweise der CDU, so gerecht sie gedacht ist, nicht
Bestandteil dessen wie Rassismus allgemein gewertet wird. Weder in der Öffentlichen Rezeption noch in der Presse und auch nicht vor Gericht. Da brauch ich meinen Text noch nicht zu ändern. Das wäre erst so, wenn der Zorn der Entrüstung durch die Medien schwappt weil ein weißer von einem Chinesen geschlagen würde.
Comment by luclog — October 25, 2007 @ 11:21 pm
Man darf den Aspekt der Mehrheit und der Minderheit nicht vergessen. Gäbe es nicht mittlerweile Schulklassen, in denen die Minderheit weiß ist od. deutschstämmig, wäre sicher auch ein drangsaliertes weißes Kind nicht Medienthema oder Bundestagsthema. Um zu einem Thema zu werden, muss der Einzelfall entweder zu einer Reihe von Fällen gehören, so dass ein Schema erkennbar wird (z.B. Ausländer, die durch ostdeutsche Städte gejagt werden). Oder es muss mit einem anderen gesellschaftlich relevanten Thema verbunden sein (Integration, innere Sicherheit, Terrorismus). Obwohl ja mancherorts nicht gerade wenig Migranten leben, wird insgesamt immer noch von einer Minderheit gesprochen. Und es ist einfach eine politische Entwicklung der letzten Jahrzehnte, Minderheitenrechte und -anliegen zu stärken. Das macht in dem Moment einen Wandel durch, wo Minderheiten zumindest teilweise als Mehrheiten auftreten oder irgendeine dominante Position annehmen. Das bedeutet, Du musst das Hervorheben von Rassismus gegen Migranten, gegen Schwarze u.a. Minderheiten in Medien und Politik nicht nur unter dem Aspekt sehen, dass da Linke versuchen, den einen Rassismus zu sehen, während der andere vertuscht wird. Außerdem geht es nämlich um den Reflex oder um den Grundansatz, Minderheiten in Schutz zu nehmen, sie als schützenswerte Schwächere zu sehen. Wie gesagt kann sich so eine Betrachtung durch die Entwicklungen in der Gesellschaft aber auch verändern.
Comment by NUB — October 26, 2007 @ 12:25 pm
Ich denke da ist von Anfang an ein falscher Weg beschritten worden. Wenn man will, das die Menschen sich vor dem Gesetz gleich fühlen, darf man keine Sondergesetze für alles und jedes einführen. Der Aspekt der Mehrheit und Minderheit ist immer schon berücksichtigt. Und in vielen Fällen wird er zurecht ja, auch nicht berücksichtigt oder sogar positiv gewertet. Das Wesen der Demokratie ist ja eigentlich, daß die Mehrheit bestimmt. Aus der Idee aber, daß diejenigen die sich nicht so gut artikulieren können oder eine Minderheit bilden, besonderen Schutz brauchen, ließe sich auch ableiten, das bspw. kleinwüchsige Chinesen, wenn sie in der Minderzahl sind, bei Wahlen in der Demokratie zwei Stimmen bekommen.
Es ist und war schon ein Fehler auf diese Art zu Denken, in der Demokratie einzugehen. Es unterhöhlt den demokratischen Gedanken. Und diese Unterhöhlung wird, durch ein vordergründig moralische Argumentation betrieben. Da aber die Menschen den abstrakten Wert der Demokratie meist, gar nicht verstehen, verstehen sie auch nicht die Gefahr die in einer solchen Aufweichung, der (eigentlich sowieso schon utopischen) Gleichberechtigung vor dem Gesetz besteht.
Comment by luclog — October 26, 2007 @ 12:45 pm
Der Aspekt der Mehrheit und Minderheit ist immer schon berücksichtigt.
Wodurch? Der demokratische Ansatz bevorzugt ja zunächst mal immer die Mehrheit. Grundrechte verhindern, dass die Minderheiten ganz unter die Räder kommen… Aber ansonsten?!
Aus der Idee aber, daß diejenigen die sich nicht so gut artikulieren können oder eine Minderheit bilden, besonderen Schutz brauchen, ließe sich auch ableiten, das bspw. kleinwüchsige Chinesen, wenn sie in der Minderzahl sind, bei Wahlen in der Demokratie zwei Stimmen bekommen.
Es müssen ja nicht gleich zwei Stimmen sein. Ich verstehe schon was Du meinst. Aber Politik bedeutet doch meistens: Ich finde das Problem/das Thema wichtig, das ist mir gerade so wichtig, dass ich dafür ein anderes nicht anpacke… Politik muss zwangsläufig Prioritäten setzen. Wenn es manchen eben ein besonderes Anliegen ist, eine Minderheit zu fördern… Wenn die Minderheit den Versuch unternimmt, die Mehrheit zu dominieren, regt sich ja entsprechend Protest, so dass die Kräfte wieder irgendwie ausbalanciert werden.
Das folgende kann ich da nicht so ganz nachvollziehen:
Es unterhöhlt den demokratischen Gedanken. Und diese Unterhöhlung wird, durch ein vordergründig moralische Argumentation betrieben.
In gewisser Weise dürfte es dann gar keine Interessengruppen bzw. Lobbyisten geben, wenn ich Deine Aussage richtig zu Ende führe. Sobald bestimmte Gruppen irgendwas außerhalb der Demokratie wollen, würden sie diese ja unterhöhlen… Aber die Gesellschaft ist doch andererseits voll von Engagement, das an Demokratie vorbei geht. Und auch der GDL-Streik wäre dann ja streng genommen demokratiefeindlich, weil die ja durch keine Mehrheit legitimiert wurden, die Bahn lahmzulegen. Dass Menschen außerhalb der Demokratie Anliegen artikulieren, bis hin zum Rechtsweg, ist ja bei uns im Grunde normal. Ich sehe daher nicht, warum bestimmte Minderheiten es versäumen sollten, da mitzumachen, wenn es sich lohnt.
Comment by NUB — October 26, 2007 @ 1:10 pm
Es ist doch etwas anderes ob Lobbyismus betrieben wird, oder ob Sonderrechte für Gruppen geschaffen werden die sich dann nicht exakt bestimmen lassen. Jede Partei ist nichts anderes als Lobbyismus, eine Partei ist der Zusammenschluss einer Lobby. Parteien, und Flügel, und auch Einflussnahme von großen Gruppen auf Parteien sind Bestandteil der Demokratie.
Es gibt aber keinen Grund die Gesetze zu ändern um die Realität auf dem Papier an Ideologie anzupassen. Männer und Frauen, sind unterschiedlich, Chinesen und Europäer sind unterschiedlich, das kann man nicht durch Gesetzte ändern.Ein solches Ansinnen ist von Anfang an Dumm. Genauso Dumm wie die Gleichheit vor dem Gesetz und die Gleichheit der Möglichkeiten, mit echter Gleichheit zu verwechseln. Diese Verwechselung wird aber immer mehr Teil der öffentlichen Diskussion. Hier liegt ein Grundlegender Fehler in der Wahrnehmung der Wirklichkeit vor. Die Utopie ist die mehrheitsfähige Philosophie des heutigen Zeitgeistes. Aber leider nicht die positiver Utopie die sich auf Fortschritt ausrichtet. Sondern nur die dunkle Utopie die sich aus religiöser Paradiesvorstellung speist, in der die Löwen und die Lämmer beieinander liegen, und alles sich einer völligen Egalität auflöst.
Die Gesetze bieten schon alle Möglichkeiten ohne das Sondertatbestände im Sinne der Gleichheit geschaffen werden. Es sind ganz im Gegenteil diese Sondergesetze die Ungleichheit, Ungerechtigkeit und auf längere Sicht ein Bedrohung des sozialen Friedens schaffen.
Comment by luclog — October 26, 2007 @ 1:42 pm
Es sind ganz im Gegenteil diese Sondergesetze die Ungleichheit, Ungerechtigkeit und auf längere Sicht ein Bedrohung des sozialen Friedens schaffen.
Gesetze lassen sich ja auch wieder ändern. Wenn Du auf das Antidiskriminierungsgesetz anspielst, scheint ja die Mehrheit ganz gut damit leben zu können. Du kannst aber davon ausgehen, dass es keine Gruppe grenzenlos betreiben kann, anderen ihre Interessen zu beschädigen. Und darum geht es doch am Ende: Interessen.
Und es ist wahrscheinlich auch ein Irrtum zu glauben, mit der allseitigen Akzeptanz von Demokratie sei der soziale Frieden gesichert. Es zeigt sich doch immer wieder, dass Extremisten von der Demokratie Abstand nehmen und frustrierte Bürger nicht mehr an sie glauben, sobald sie meinen, dass ihre Anliegen in der Demokratie nicht (genügend) Berücksichtigung finden. Der soziale Frieden wird (bedauerlicherweise) gerade dadurch gesichert, dass man versucht, möglichst viele Leute einigermaßen “bei der Stange zu halten” und auf ihre Forderungen irgendwie einzugehen anstatt sie zu ignorieren. In einer idealen Demokratie wäre der soziale Frieden ja dadurch gesichert, dass die Menschen alle die Demokratie und das Recht akzeptieren und somit auch nicht versuchen, ihre eigenen Rechte zum Schaden anderer nutzen, um dadurch selber Vorteile zu erlangen. In der realen Welt sind die Menschen aber meistens von politischen Zuständen nur solange überzeugt, wie sie etwas davon haben. Das heißt, leider besteht die Utopie darin zu glauben, die Leute wären ruhig und friedlich, würden sie nicht ihre Extrawurst bekommen. Oder eine halbe Extrawurst.
Comment by NUB — October 26, 2007 @ 2:05 pm
Dass Demokratie mit Extrawürstchen operiert, kannst Du auch daran erkennen, dass Terroristen zu Verhandlungspartnern werden und ihre Forderungen (z.B. zum Nahostkonflikt) Beachtung finden, gerade weil sie durch Terror darauf aufmerksam machen. Das heißt, “aus der Reihe zu tanzen” (und Terror ist die wohl extremste Form der verweigerten Konformität) wird von der praktizierten Demokratie häufig noch belohnt! Die Alternative ist eben keine “gesündere Demokratie”, sondern sie besteht in der kompromisslosen Ausschaltung und Marginalisierung derjenigen, die aus der Reihe tanzen. Also in Unfrieden.
Comment by NUB — October 26, 2007 @ 2:08 pm
Ja, es ist schon wirklich komisch, dass diejenigen, die meinen, Weisse könnten niemals Opfer von Rassismus sein, sich damit unfreiwillig selbst als Rassisten outen.
Implizit gehen sie mit einer solchen Denke von einer rassischen Wertigkeit aus, die ganz den Kriterien der Nazis entspricht. An der Spitze ihrer Rassismuspyramide steht der weisse, blonde und blauäugige Mann. Der kann niemals Opfer sein. Dann kommen die mit mediterranem Teint, die Opfer von ersterem sein können und Täter gegenüber allen anderen wie Arabern, Asiaten und Schwarzen. Ganz unten auf der Skala der des Rassismus Verdächtigen dann schließlich Schwarze, die stets Opfer und niemals Täter sein können. Wer so denkt, ist selbst ein übler Rassist. Die wohlmeinende Absicht entlarvt ihn.
Comment by tresco — October 26, 2007 @ 6:32 pm
Teil II:
Dumm und ziemlich verwirrend für die rassistischen Antirassisten der jüngste Fall in Berlin: zwei jugendliche Deutsche, ein Türke und ein Portugiese, die auf einen Schwarzen losgehen, der zu allem Unglück, als wäre die Verwirrung nicht schon groß genug, auch noch US-Amerikaner (böse!) ist!
Vielleicht ließe sich nachweisen, dass die beiden Täter mit dem portugiesischen und türkischen Hintergrund nur deshalb so gehandelt haben, weil sie Opfer des Rassismus ihrer beiden deutschen Kumpel waren. Dann wäre die Welt wieder in Ordnung.
Schwulenvertreter haben jüngst in Amsterdam ganz ähnlich argumentiert, wo Schwule ein beliebtes Opfer von marokkanischen und türkischen Jugendbanden sind: sie würden nur deshalb Schwule klatschen, weil das eine Reaktion auf den Rassismus der weissen Mehrheitsgesellschaft sei, sie sich nur ein noch schwächeres Opfer suchten.
Comment by tresco — October 26, 2007 @ 7:33 pm
@ NUB
Und darum geht es doch am Ende: Interessen.
Ja, eben das ist doch meine Rede. Und deswegen ja auch der Blogkommentar, genau um das aufzuzeigen, habe ich die Beiträge geschrieben. Und natürlich geht es darum, Fehlentwicklungen und Übertreibungen im moderne Diskurs aufzuzeigen (Wenn ich das mal hier so überstrapaziert nennen darf). Das ist eigentlich sogar mein Hauptthema in diesem Blog - wo leiten die Ideen über ins Absurde, und was ist gerade der zeitgenössische Massenwahn. Und dadurch das ich meine Meinung in einen wenn auch sehr kleinen Öffentlichen Raum trage, bin ich schon sehr viel effektiver, als wenn ich nur konsumiere und Kreuzchen auf Zettelchen mache.
Comment by luclog — October 26, 2007 @ 7:34 pm
@ Tresco
Im Grunde siehst du den Kern des Problems ähnlich wie auch ich es dargestellt habe. Damit wären wir schon mal zwei. Aus der Tatsache, das Anti-Rassismus nur auf rassischer Argumentation beruht, ergibt sich zwingend der darin enthaltene umgekehrte Rassismus. Antirassismus wenn er in der Form von Rasssenlobbying betrieben wird, hilft also nicht gegen den Rassismus, sondern verschärft das Problem nur, da er rassische Argumentation verfestigt. Und wenn sich Menschen auf das Argument der Rasse berufen können und damit Erfolg haben, wird der Rassismus postitiv gestützt. Das führt nur zur weiteren Tradierung rassischer Konflikte.
Zu II
Mein Artikel und der Artikel im Tagesspiegel beziehen genau auf diesen Fall.
Comment by luclog — October 26, 2007 @ 8:15 pm
“Wäre der [Spandauer] Fall aber im Kern rassisch rein gewesen, wäre ein Sturm der Entrüstung losgebrannt.”
Das trifft es auf den Punkt genau.
Wären die Spandauer Täter “rassisch rein” oder vielmehr “rassisch hochwertig” gewesen, dann wäre die Republik Kopf gestanden.
Eine wichtige Präzisierung über den Rassismus, der ach so Wohlmeinenden, möchte ich noch einmal betonen: die sog. Antirassisten behaupten ja nicht einfach so, nur Weisse könnten rassistisch sein - sei es, weil es in ihren Genen läge oder ganz tief in ihrer Gesellschaft verankert sei - sondern weil sie in Kategorien von “rassisch minderwertig” und “rassisch hochwertig” denken ohne sich dessen bewußt zu sein. Für sie ist die Vorstellung, ein “rassisch Minderwertiger” könne Rassismus gegenüber “rassisch Hochwertigen” ausüben, absurd, geradezu denkunmöglich.
Das führt im übrigen dann auch dazu, dass ein Barack Obama oder ein Lewis Hamilton oder Halle Berry oder Tiger Woods oder Boris Beckers Ex-Frau (man könnte die Reihe unendlich fortsetzen) trotz eines weissen Elternteils automatisch ins Lager der Schwarzen gesteckt werden. Die gehören nicht zu “uns”, die gehören einer bedauernswerten Minderheit an. Warum zählt man sie nicht zu den Weissen, wenn sie doch auch eine weisse Mutter oder weissen Vater haben? Es ist die unbewußte Vorstellung, wo einmal ein schwarzer Farbklecks das Reine, die weisse Haut “verschmutzt” hat, da können noch so viele weisse Eltern- und Großelternteile nichts mehr retten. Ein Weiss, das einmal verschmutzt wurde, wird nie wieder strahlend weiss. Wer in Eltern-, Groß- oder Urgroßelterngeneration einen Schwarzen zu seinen Vorfahren zählen muss und sei es nur einziger, wird dann als “schwarzer Präsidentschaftskandidat”, “der erste schwarze Formel 1 Rennfahrer”, “schwarze Schauspielerin”, “schwarzer Golfspieler” geführt.
Comment by tresco — October 29, 2007 @ 10:54 am