Voller Erfolg
Herr Niggemeier schreibt einen Hassartikel in der FAZ und kurz darauf wird der Betreiber des geschmähten Blogs mit dem Tode bedroht. Die Bildzeitung der Hauptgegenstand seiner Problemwelt wäre stolz auf ihn. Eine Solidaritätsadresse von Herrn Niggemeier gab es aber daraufhin nicht.
Auch gibt es allgemein keinen Aufstand der Anständigen in der Bloggszene, die ja ansonsten, bei solchen Grausamkeiten wie Abmahnungen aus der Wirtschaft, wie ein Mann zusammensteht. Auch die Blogs aus der liberalen Szene die ansonsten gerne mit dem moralischen Zeigefinger fuchteln interessieren diese Vorgänge eher wenig.
Die eher freiheitlich orientierten Stimmen innerhalb der Blogszene (Was an sich schon sehr wenige sind) haben sich durch die Umschmeichelung aus der antideutschen linken Szene komplett spalten lassen, und diese Spaltung auch bewusst ausgeführt (mit ganz einfach gestricktem persönlichen Kalkül). Aber man sieht ja auch: Erfolge und Preise, oder auch Karriere sind mit einer eher konservativ libertären Einstellung nicht zu machen. Das was kommt, kommt so wie es kommen muss, die Leute die zu gewagt an Dingen wie Wahrheit oder Freiheit hängen, werden an den rechten Rand gedrängt und marginalisiert. Das nutzt nur einer einzigen Gruppe, dem linken pseudo freiheitlichem Mainstream. Und in der Umkehrung dann, dem rechten Rand.
Kritik oder kritisches Denken ist heutzutage in Deutschland ein Emblem, das Protagonisten angeheftet wird, die sich nur in wohlfeiler Gemütlichkeit an Symbolen abarbeiten, die längst keine Bedeutung mehr haben. Ihre Popularität besteht nicht darin, daß sie Kritik betreiben, oder Kritisches äußern, sondern darin, daß sie die Massenmeinung und die Masse in ihrem gemütlichen Weltbild bestätigen. So ist Leuten wie Günter Wallraff* die noch echte Aufklärungsarbeit geleistet und Mut bewiesen haben, ihre kritische Arbeit entrissen worden und ist zu einem Klischee geworden (Ein Abziehbild seiner selbst), das nun den röhrenden Hirschen im Blogwohnzimmer des neuen Spießbürgers ersetzt (mit Erfolg und Popularität). Und der neue Spießbürger hat auch ein neues Hobby, neben dem Sammeln von Pornografie im Netz, gehört das Zeigen auf Abweichler nun zur neuen Populärkultur, und griffige Adjektive (Klimaleugner, islamophob) stellt die Popkultur der neuen Gleichschaltung gerne zur Verfügung.
*(Ja, der Günter Walraff, der auch von Islamisten mit dem Tode bedroht wird, ist das Vorbild für jemanden der Islamkritik abkanzelt)
Politically Incorrect selbst zur Bedrohung.
Reaktionen in der Blogszene bei PI.
Einige die sich als Liberal bezeichnen finden das lustig (für diesen Mut haben sie auch nichtmal Anfeindung zu befürchten)
Hier eine kleine Erinnerung an das, was man im bösen Westen als Aufklärung bezeichnet hat: Im Namen der Aufklärung (Tilman Krause).
Updates:
Siehe auch: Transatlantik Forum.
Siehe auch: Gegenstimme.
Link zum Niggemeier Text: Rebellog.
Nun auch das Orginal bei der FAZ.
Noch mehr Stimmen: Alexander und der Gordische Knoten, Geisteswelt.

Also erstens muss Niggemeiers Artikel und die behauptete Bedrohung in keinem Zusammenhang stehen, dann muss man auch nicht unbedingt von “Hassartikel” sprechen, Du weißt, dass Niggemeier u.a. einfach eine völlig andere Meinung haben. Wer wie PI kein Blatt vor den Mund nimmt und massivst austeilt, muss m.E. auch einstecken können. Das gehört zum Spiel. Im übrigen besteht ja einer der Fehler darin, im Kommentarbereich keine wirklich abweichenden Meinungen zu dulden und zu diskutieren. PI verwendet selber Methoden, die den Gegnern attestiert werden, z.B. die Verwendung von Kampfbegriffen wie Dhimmi und Gutmensch für alle, die eine andere Meinung haben. Nicht nur für die extremsten Verfechter eines Kuschelkurses gegenüber dem Islam. PI versucht mit vollem Kalkül permanent zu provozieren und zu polarisieren, so dass man nur noch dafür oder dagegen zur Auswahl haben soll. Für den Islam oder gegen den Islam. Für PI oder gegen PI. Mit politischer Diskussion bzw. einem Diskurs hat sowas nichts mehr zu tun. Aber es hatte dafür schon christlich-fundamentalistische und nationalistische Einfärbungen…. Ich bin als Befürworter der Meinungsfreiheit selbstverständlich gegen Zensur und will PI, Kewil u.a. nicht entfernt sehen, bloß weil sie für meinen Geschmack radikaler geworden sind, wie gesagt teilweise nationalistisch erscheinen u.a. Aber harte Kritik müssen sich diese Leute schon gefallen lassen, das gehört dazu. Und wie jeder weiß, kann eine kritische (erst recht eine extrem kritische) Meinung zum Islam wenn offen artikuliert zu Drohanrufen u.a. Bedrohungen führen, das muss doch nicht verwundern. Deswegen in die Richtung zu argumentieren, die scharfen Kritiker und Gegner von PI trügen eine Mitschuld, finde ich etwas seltsam.
Comment by NUB — October 23, 2007 @ 4:50 pm
Ich sehe gerade der Blog “Fakten und Fiktionen” bei dem der Artikel von Niggemeier aus der FAZ zu lesen war ist verschwunden. Was natürlich passieren kann, was aber auch hier den Zusammenhang etwas entstellt. ich werde mal schauen, was sich da machen lässt.
Ansonsten schrieb ich ja auch nicht, daß der Artikel von Niggemeier damit Kausal im Zusammenhang stehen muss. Ich finde nur die zeitliche Nähe der Bedrohung zu diesem Artikel bemerkenswert. Und die unmenschliche Stille, in den Blogs die sich ansonsten so human geben. Und ich sehe, daß solche Artikel wie der von Niggemeier natürlich dazu geeignet sind die Personen von PI zur Zielscheiben zu machen, auch zur Zielscheiben von Gewalt, und Niggemeier ist ja nicht der einzige, der da Auslöser sein kann. Ich finde es aber viel interessanter, daß diejenigen die ansonsten die Hochmoral gepachtet haben, und bei Anderen bis zum Komma genau hinschauen, bei der Bedrohung von Menschen, die nicht mit ihnen auf einer Linie sind, schnell wegschauen. Oder noch schlimmer, wie das Beispiel zeigt, das ich noch verlinkt habe; auch noch direkt – und das auch noch im Namen der Liberalität – nachtreten.
Auch verstehe ich nicht, was an den Begriffen Dhimmi oder Gutmensch nun so schlimm sein soll. Und es geht ja nicht um Entfernung, es geht um konkret Bedrohung. Du solltest vielleicht auch mal nach dem Namen Deines Blogs im Netz stöbern. Ich habe meinen Blog, den ich ja zum Glück halbwegs anonym führe, auch schon in merkwürdigen “Linken-Listen” finden könne. Dann steht da sowas dabei wie: rechter Hetzblog, gegen den man etwas unternehmen müsste. Das absolut Bizarre daran, so finde ich, ist, daß ich mich in keinster Weise als rechts empfinde, ich fühl mich noch nicht mal konservativ.
Und natürlich tragen auch immer die an der weiteren Radikalisierung der Gesellschaft Mitschuld, die zulassen, daß Meinungen und freie Rede ausgegrenzt werden: Die Diskurswächter. Diese Forderung nach Gleichschaltung und Problembewältigung durch Tabu, ist viel schlimmer als jede offene Diskussion. Der Kaiser wird nicht dadurch nackt, daß man es ausspricht.
Comment by luclog — October 23, 2007 @ 6:14 pm
Sagen wir mal so: Würdest Du Dich ins Fernsehen begeben oder in einer Zeitung einen Artikel schreiben und irgendeiner Gruppe damit massivst auf den Schlips treten. Du musst es gar nicht so meinen. Oder das ist auch nur eine kleine Sekte bzw. Splittergruppe… je mehr Verbreitung Deine Nachricht jedenfalls erfährt, umso größer wird doch die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest einer sich findet, der das gar nicht lustig findet und Dir gerne an den Kragen will. Und bei einem besonders frequentierten Blog geht das halt in dieselbe Richtung wie bei einer Radiostation oder einem TV-Sender etc. Ich glaube nicht, dass dort nie ein Spinner anruft und die Journalisten beschimpft. Oder droht. Nun gibt es wie erwähnt Themen, bei denen die Wahrscheinlichkeit, jemanden gegen sich aufzubringen, noch größer ist.
Auch verstehe ich nicht, was an den Begriffen Dhimmi oder Gutmensch nun so schlimm sein soll. Und es geht ja nicht um Entfernung, es geht um konkret Bedrohung.
Im PI-Blog werden Kommentare mit sehr PI-kritischen Meinungen oder auch nur etwas Kritik gelöscht, sehr radikale Äußerungen gegen Muslime wurden aber oft stehengelassen. Worin unterscheidet sich so eine selektive Meinungsfreiheit denn von dem politisch korrekten Gebräu der Gegner? Die eigenen Leute dulden, die anderen diffamieren und aussperren, nicht diskutieren wollen, sondern nur polemisieren und propagieren… Das ist bei Linksradikalen auch nicht anders. Wenn man sich hinstellt und die Gutmenschen, die Politisch Korrekten, die Multikultis, die Stalinismus-Freaks u.a. attackiert, dann ist es doch wohl zumindest sinnvoll selber ein Mindestmaß an Glaubwürdigkeit und Seriosität beizubehalten. Und da ist es eben kaum empfehlenswert, das selber zu tun, was man den Gegnern unterstellt. Einigen muss man auch auf’s Brot schmieren, dass ihre Kritik am Islamismus, wie irrational und dumm dieser doch sei - bei gleichzeitiger Verherrlichung für bestimmte Arten des christlichen Fundamentalismus oder Spielarten dieser - auch irrationalen - Ideen eigentlich ebenso recht unglaubwürdig ist. Entweder ich stelle mich hin und spreche für eine aufgeklärte westliche Gesellschaft. Oder ich plädiere für eine Theokratie. Dann das angebliche Bekenntnis von PI zum Grundgesetz bei gleichzeitigem Festhalten an oder Sympathisieren mit völkischen Ideen, wonach eben nicht der Pass bestimmt, wer Ausländer ist, sondern die Abstammung. Entweder ich stelle mich hin und sage, was absolut unter die Meinungsfreiheit fällt, ich sei mit dem Status quo dieser Republik und mit ihrer Verfassung so nicht einverstanden und wünsche mir etwas anderes. Man kann das Grundgesetz ja auch ändern. Mit Zweidrittelmehrheit. Oder ich stehe zum Grundgesetz. Nach dem Grundgesetz wäre es ok, wenn 90% der Deutschen schwarz wären oder türkischer Herkunft oder Moslems. Etc. pp. Es gibt da keine Kollision, wohingegen die Wirklichkeit da natürlich oft ethnische und religiöse Konflikte bereithält. Westlich und GG-konform ist aber niemals sich z.B. darüber aufzuregen, dass ein hier geborener Deutscher mit türkischem oder auch aghanischem Familienhintergrund z.B. in einer Meldung als Deutscher bezeichnet wird. Das ist halt so wie es hier ist. Es ist einfach verlogen so zu tun, als repräsentiere man das GG, wenn man das eben genau anfechtet. So gibt es halt einiges, das man an PI kritisieren kann und muss. Aber nochmal: Jeder sollte das Recht haben, frei seine Meinung zu äußern. Auch die Kritiker, auch PI, alle.
Comment by NUB — October 23, 2007 @ 8:21 pm
Ergänzung GG:
Artikel 3
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Artikel 4
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet. (http://dejure.org/gesetze/GG/)
Wenn nun jemand die Ansicht vertritt, für den Islam und die Muslime solle das so nicht gelten, dann will so jemand eben doch ein anderes GG bzw. sogar einen anderen Staat. Mir geht es darum, dass man dann ehrlich ist und das nicht irgendwie verschleiert. Man muss mit dem Staat und seinem GG ja nicht zwingend einverstanden sein.
Aber ich habe für mich entschieden, dass ich kein Problem damit habe, dass jemand einen anderen Glauben hat (bzw. auch eine andere Ideologie vertritt), solange er es nicht darauf abgesehen hat, meine Rechte zu verletzen … Außerdem habe ich für mich entschieden, dass es witzlos ist, sich aufzumachen, den Erhalt der Deutschen zu retten. Wenn jemand meint, es müsse mehr Deutsche in der Zukunft geben, dann auf: Kindermachen. (Und die Familie fördern.) Von irgendeiner wie auch immer gearteten “Bekämpfung der Islamisierung Deutschlands” gibt es keine deutschen Kinder.
Comment by NUB — October 23, 2007 @ 8:39 pm
@ NUB
Jetzt fährst Du aber ganz harte Geschütze auf und kommst sogar mit dem Grundgesetz. Gerade die Gleichheitsbehauptungen im Grundgesetz sind doch sowieso nur utopischer Unsinn. Natürlich ist ein jeder, wegen aller möglicher Dinge benachteiligt oder bevorzugt, selbst vor dem Gesetz ist Gleichheit ein unwahre Behauptung ein utopisches Ziel, daß mit der Wirklichkeit nichts gemein hat. Aber das hat hier eigentlich auch gar nichts zu suchen, weil es hier um ganz konkrete Dinge geht. Zum einen ist die Gruppe die sich bei PI versammelt nicht mein Verein, das muss man erstmal feststellen. Es gibt kein große Verbindung, nicht von der Geisteshaltung oder dem Weltverständnis. Und das wissen die Leute da ganz genau, und es wird von dort auch üblicherweise nicht auf Artikel von mir verlinkt, und es gibt auch keine Verbindung zu den dortigen Schreibern.
Und, selbstverständlich führt Popularität auch zu Gefährdung. Das ist ganz natürlich so, aber es ist nicht richtig, das einfach hinzunehmen; das kann niemals richtig sein. Und bei Personen die um einiges Populärer als das Personal von PI ist, wird das auch nicht so hingenommen. Aber hier steht auch der Rechtsstaat auf dem Prüfstand, denn der Staat begründet sich und sein Gewaltmonopol aus dem Schutz den er seinen Bürgern bietet. Und da ist es eigentlich nicht hinnehmbar, daß er diesen Schutz dann nicht gewährleistet. Aber da gibt es ja auch ganz andere Fälle von akuter Bedrohung bei dem der Staat lange argumentiert hat, er könne nur Eingreifen wenn wirklich etwas passiert (Viele aus dem Problemkreis den Pi behandeln will). Wenn der Staat aber seine Schutzfunktion nicht gewährleiste und die Menschen sich unsicher fühlen, fangen sie an sich zu bewaffnen. Das ist das was momentan passiert, überall laufen die Menschen mittlerweile mit Messern in den Taschen rum. Und ich halte die Tendenz für gefährlich, dies weist darauf hin, daß der Rechtsstaat sich immer weiter zurück zieht. Er zieht sich aber nicht aus bestimmten Gebieten zurück, sondern eher aus Einkommensschichten. Der Staat gibt sich damit an der Basis verloren, und desto mehr er das tut, desto riskanter wird es für seine eigene Legitimation, für die Ordnung. Aber eine solche Vertiefung führt hier auch einfach zu weit. Es ist ganz einfach: Dadurch das jemand bekannter wird, nimmt die Gefährdung natürlich zu, aber das ist nicht richtig und es ist auch nicht als Naturgesetz hinzunehmen.
Das Löschen in den Kommentaren ist das Recht eines jeden Betreibers, und da gerade bei PI alle möglichen Versuche gemacht worden sind den Kommentarbereich zu sabotieren, kann ich da jede Maßnahme verstehen, außer die ihn abzuschalten (weil es Traffic bringt). Niemand ist so dumm, oder ist erst dann gut, wenn er so dumm ist, sich diese Anfeindungen über längere Zeit in den eigenen Kommentaren bieten zu lassen. Das machen aber auch alle größeren Portale so, da kann man – seit die Rechtsprechung immer gefährlicher geworden ist – auch einfach nichts riskieren. Es besteht auch kein Bedarf, es gibt genügend Möglichkeiten im Netz zu diskutieren oder zu kommentieren, jeder der will kann kostenlos ein Blogs eröffnen und in die Diskussion eingreifen. Wie du auch selber feststellst, das ist auch bei den Linken nicht anders, es ist aber auch bei den Liberalen nicht anders wenn sie größer sind. Oder hast du bei der AdG neuerdings einen Kommentarbereich entdeckt?
Es ist, wie ich es auch schon in meinem letzten Artikel über Eva Hermann beschrieben habe: Bestimmte Vorwürfe sind für bestimmte Anliegen nicht zu umgehen. Schon wenn man ein Anliegen thematisiert, daß in einer solchen Weise mit Faschismus konnotiert werden kann, wie die Probleme die sich aus der momentanen Konfrontation mit einem aggressiven Islam ergeben, sitzt man in der Falle des Faschismusvorwurfs. Die einzige Möglichkeit die bleibt um dem zu entgehen ist das Thema zu vermeiden und damit sein Anliegen aufzugeben.
Ich sehe bei PI auch keine völkischen Ideen, dort schreiben vielmehr religiöse bewegte Leute. Und das ist etwas, was ich schon seit Jahren sehe, die großen gesellschaftlichen Bewegungen schaukeln sich auf und fangen an sich an zu sammeln, das ist das was passieren muss wenn die Religionen aufeinander prallen. Da kommt eigentlich nichts gegen an, außer man schafft es die Religionen zu trennen. Das sieht man in Israel seit fast hundert Jahren, es geht nicht. Religion akzeptiert kein gleichberechtigtes Nebeneinander, es gehört zum Gründungsmythos jeder Religion immer recht zu haben und immer Recht gehabt zu haben. Das ist ein Feature das jede Religion fest eingebaut hat. Die Überzeugung der Anderen ist der Kampf den jede Religion führt und das über Jahrtausende, und immer auch mit Gewalt. Da gibt es kein säkulares Kraut gegen. Nichts ist gefährlicher als die Sprengkraft der Begriffe Religion und Rasse zu ignorieren.
Die Entscheidung, das Du keine Probleme mit diesem Themenbereich hast, wird von jeder möglichen Entwicklung leider überhaupt nicht wahrgenommen. Und wir alle müssen lernen, daß wir immer von aussen in irgendwelche Säcke gesteckt werden. Da kommt man nicht raus, bestimmte Sachen, wie Aussehen, Familie und Herkunft kann man nicht abschütteln. Schon der Versuch führt zu den dramatischsten Lebensverläufen die man sich nur vorstellen kann. Da kann man ruhig mal den wirklich alten Quellen glauben schenken.
Comment by luclog — October 23, 2007 @ 11:47 pm
Vorweg möchte ich sagen, daß mir die Schwachpunkte von PI schon bewußt sind und daß daran auch gearbeitet werden muß ..
Nun, wenn ich mich richtig erinnere, bezeichnete Niggemeier die Leserschaft von PI als “rassistischen Mob”. Ich bin ein PI-Leser und ich habe auch schon Gastbeiträge für PI geschrieben.
Laut Niggemeiers Artikel “harte Kritik” solcher Machart gehört laut NUB anscheinend dazu müßte ich jetzt einem “rassistischen” Kollektiv angehören.
(@ NUB) Trotzdem habe ich überhaupt nicht das Gefühl mit der neulichen Übersetzung des Redeker-Interviews etwas Verwerfliches getan zu haben!
@ luclog
“Diese Forderung nach Gleichschaltung und Problembewältigung durch Tabu, ist viel schlimmer als jedwede offene Diskussion.
Wie recht ich Dir hier geben muß. Das war auch der Grund für meinen persönlich endgültigen Bruch mit den sogenannten “Antideutschen”. Sie wollen das strukturell ‘Faschistische’ einfach nicht sehen! Da sind mir sogar noch ‘Traditionslinke’, die für einen redlichen Diskurs offen sind, lieber!
[Luclog Moderationskommentar]:(Zuviel Html, plus Link, das hat dem Antispamprogramm zurecht nicht gepasst. Jetzt ist der Name aber hier bekannt und folgende Postings müssten direkt erscheinen.)
Comment by Feuervogel — October 24, 2007 @ 1:09 am
Feuervogel,
Niggemeier hat behauptet, im Kommentarbereich würden sich ungestört Rassisten tummeln. Da nicht jeder Leser kommentiert, ist die Verkollektivierung in diesem Fall völliger Blödsinn. Und dass nicht jeder Kommentar rassistisch ist, wird auch dem Niggemeier klar sein — der im übrigen spät “ein Fass aufmacht”…
Comment by NUB — October 24, 2007 @ 7:56 am
luclog
Gerade die Gleichheitsbehauptungen im Grundgesetz sind doch sowieso nur utopischer Unsinn. Natürlich ist ein jeder, wegen aller möglicher Dinge benachteiligt oder bevorzugt, selbst vor dem Gesetz ist Gleichheit ein unwahre Behauptung ein utopisches Ziel, daß mit der Wirklichkeit nichts gemein hat
Das GG behauptet ja nicht, dass es in allen Punkten perfekt umgesetzt ist. Es ist eine Richtschnur. Außerdem ging es ja nicht darum, dass alles tipptopp sei, bloß die Migranten seien benachteiligt, sondern es ging darum, dass einige bei PI und im Kommentarbereich von PI den Islam und die Muslime bei der Religionsfreiheit mit Hinweis auf die These, der Islam sei gar keine Religion, ausnehmen wollen. Für solche Ideen müsste man aber in der Tat das GG ändern, wie man auch ideologisch dazu steht… Ich habe immer dafür plädiert, dass es Islamkritik geben muss und dass auch die Kritiker geschützt werden müssen — durch den Staat. Den utopischen Ansatz, den Islam zu verbieten und die Muslime zu prinzipiell Kriminellen zu stempeln, kollektiv, habe ich aber nie ernsthaft so vertreten. Bei PI kommen solche Ideen mitunter durch.
Und bei Personen die um einiges Populärer als das Personal von PI ist, wird das auch nicht so hingenommen. Aber hier steht auch der Rechtsstaat auf dem Prüfstand, denn der Staat begründet sich und sein Gewaltmonopol aus dem Schutz den er seinen Bürgern bietet.
Genau so ist es. Wird die Meinungsfreiheit durch Drohungen de facto ausgehebelt, versagt der Staat. Aber auch das macht das GG nicht zu utopischem Unfug, sondern das Vorbild gilt immer noch, selbst wenn die, die es umsetzen sollten, Murks machen.
Dadurch das jemand bekannter wird, nimmt die Gefährdung natürlich zu, aber das ist nicht richtig und es ist auch nicht als Naturgesetz hinzunehmen.
Viele Promis laufen nur mit Bodyguard durch die Gegend. Weil sich immer ein Irrer finden könnte… Solange das wenige betrifft, also solange es sich um wenige Gefährdete handelt, wird der Staat das wohl immer dem Privaten überlassen. Fanatische Muslime sind wohl im Zweifelsfall besonders gefährlich — und in Holland ist ja auch schon mal ein rechter Politiker von einem Linksradikalen umgebracht worden. In diesen Extremfällen, wenn es wirklich um Leib und Leben geht, lassen sich die Täter auch nicht mit Argumenten umstimmen.
Das sieht man in Israel seit fast hundert Jahren, es geht nicht. Religion akzeptiert kein gleichberechtigtes Nebeneinander, es gehört zum Gründungsmythos jeder Religion immer recht zu haben und immer Recht gehabt zu haben. Das ist ein Feature das jede Religion fest eingebaut hat. Die Überzeugung der Anderen ist der Kampf den jede Religion führt und das über Jahrtausende, und immer auch mit Gewalt. Da gibt es kein säkulares Kraut gegen. Nichts ist gefährlicher als die Sprengkraft der Begriffe Religion und Rasse zu ignorieren.
Gut, aber man muss auch nicht unbedingt noch dazu beitragen, solche Auseinandersetzungen zu befeuern. Das ist ein feiner aber wichtiger Unterschied. Wenn ich kritisiere, dann nicht mit dem Anspruch, final etwas zu bewirken. Es bleibt den anderen überlassen, wegen mir können auch die Deutschen alle zum Islam konvertieren, ich kann das ja nicht ändern. Mir ist nur wichtig, dass offen diskutiert wird und Informationen (die es ja bei PI auch gibt) ausgetauscht werden können. Bei PI wird aber mitunter so getan, als sei der Islam so etwas wie ein zentral gesteuertes Dings und wenn nur genügend Leute gegen dieses Dings sind, dann wird es weiterziehen und wie ein Sturm an uns vorbeigehen. Da es ein Glauben ist, entscheidet aber in Wirklichkeit jeder Einzelne, was er damit anfängt, ob er Moslem bleibt, wird, sich radikalisiert etc. In dem Moment wo die Muslime in Europa leben, führt das zu Forderungen, die sie stellen und führt es zu Interessen, die sie haben und demokratisch vertreten sehen wollen, zunehmend. Hysterie führt doch bei sowas nur zu Verhältnissen wie auf dem Balkan. Kritik ja, Hysterie nein.
Comment by NUB — October 24, 2007 @ 8:16 am
@NUB
Es bleibt zu klären, ob der Islam eine Religion im Sinne der Verfassung (GG) ist. Immerhin widersprechen diverse Glaubenssätze des Islams dem GG, und die Verbände haben sich nicht dazu durchringen können, das zu bereinigen oder sich voll hinter das GG zu stellen. Der z.T. erfolgreiche Versuch, islamische Glaubenssätze zu Gesetz zu machen (Kopftuch, Schwimmen, Polygamie), könnte langfristig die Beurteilung des Islams verändern.
Man ist nicht gleich ein netter Kerl, bloss weil man “netter Kerl” auf die Visitenkarte druckt.
Comment by FreeSpeech — October 24, 2007 @ 8:25 am
luclog, FreeSpeech
FreeSpeech: Es bleibt zu klären, ob der Islam eine Religion im Sinne der Verfassung (GG) ist. Immerhin widersprechen diverse Glaubenssätze des Islams dem GG
Aha, siehst Du luclog, der Punkt ist äußerst relevant.
@FreeSpeech: Es dürfte wohl kaum erfolgversprechend juristisch (Bundesverfassungsgericht) durchzusetzen sein, den Islam von der GG-Definition auszunehmen.
Jetzt kann natürlich die PI-Gemeinde sagen, dass es am Dhimmigehabe der Richter läge, es wäre aber andererseits auch witzlos, Glaubensfreiheit zu versprechen, wenn die Gegner oder Kritiker eines Glaubens (!) darüber zu urteilen haben, ob das überhaupt eine ordentliche Religion ist. Anders herum könnten sich die Muslime ja auch hinstellen und behaupten, das Christentum sei in der Form keine Religion, sondern z.B. eine Verschwörung gegen die Moslems etc. pp. Der Ansatz definieren zu wollen, was eine Religion sein kann und was nicht, führt zu nix. Man muss es dabei belassen, dass jemand alles mögliche GLAUBEN kann, aber eben nicht alles in die Praxis umsetzen DARF!
Comment by NUB — October 24, 2007 @ 12:20 pm
@ NUB
1. Ich finde es ganz natürlich, daß es die verschiedensten Ideen gibt wie man auf die Konfrontation mit dem Islam reagieren soll. Ich halte es immer noch für das Beste, die säkularen Bemühungen, und Gruppen die selbst aus dem Islam kommen zu unterstützen. Bewegungen wie der Zentralrat der Exmuslime. Leider ist es im Moment so, daß eher merkwürdige religiöse Gruppierungen gestärkt und im “Dialog” aufgewertet werden, die zusätzlich noch massiv mit den Regierungen anderer Länder in Verbindung stehen.
Ich halte aber das Grundgesetz wie jedes funktionierende Rechtssystem unabhängig von den Verirrungen, die sich in solchen Dingen immer einschleichen für ein hohes Gut. Man sollte es aber auch nicht unnötig strapazieren. Und ich sehe auch gar keine Veranlassung dazu. Ich halte aber trotzdem einiges, was in den Grundlagen steckt, für philosophischen Murks (Das kümmert mich aber nur dann wenn jemand, darüber eine philosophisch grundsätzliche Diskussion führen möchte), oder auch für massiv unrealistisch in der Zielsetzung. Der fehlende philosophische Realitätsgehalt wirkt sich aber nicht so stark auf die wirkliche Gesetzgebung aus, obwohl es in den Fällen wo es umgesetzt werden soll, dann machmal doch massiv mit der Wirklichkeit kollidiert.
Das liegt m. E. daran, daß der Idealismus schon im Grundgesetz festgeschrieben ist. In der Realität haben wir aber kein Utopia, und wir werden es auch nicht durch hinschreiben frommer Präambelwünsche verwirklichen können. Utopie scheitert immer an der realen Welt. Wir leben aber in einer Gesellschaft, die in ihrer philosophischen Orientierung zuallererst der Utopie, und den Idealen, verpflichtet ist. Das ist leider eine lange Tradition in Deutschland, die Weltferne zieht sich durch alle Schichten. Und das pragmatisch Gute gilt nicht als gut genug. Zum Glück, und manchmal auch zum Unglück, stört das aber die Juristerei im Tagesbetrieb wenig. Da haben wir eher wieder das ganz normale ungerechte Walten der Natur, groß schlägt klein, Geld schlägt weniger Geld, die Kleinen “hängt” man, die großen lässt man laufen. Wobei natürlich die Außnahme des “durchgeknallten Staatsanwaltes” die Regel bestätigt.
2. Die Idee von Freespeech will ja so wie ich es sehe das Grundgesetz gegen den Islam nutzen. Und da sieht man mal wieder wie das so ist mit den Auslegungsstreitigkeiten: Was ist Religion? Warum gilt die Anthroposophie über ihren Ableger die Christengemeinschaft beispielsweise als anerkannte Religion? Die Siencetologen, obwohl ich die als eine sehr ähnliche Bewegung ansehe sind es bspw. nicht. Und zwischen der Aberkennung des Religionsstatus, und der Kriminalisierung des Kulte liegt noch mal ein weiter Weg. Ich sehe nicht, das die Anhänger staatlich nicht anerkannter Kulte hierzulande verfolgt werden. Sie haben nur kein Anrecht auf Dinge wie Steuervergünstigung und Religionsunterricht.
3. In Holland ist nicht nur ein schwuler Politiker (Der auch durch die Bezeichnung “rechts” zum Freiwild wurde) von einem linken Fanatiker ermordet, worden, sondern auch einem islamkritischen Filmemacher wurde ein Messer in den Bauch gerammt, auf dem der Name des nächsten Opfers stand – “Aryan Hirsi Ali”.
Man sieht aber an dem Fall, Theo van Gogh, wie Menschen zum Freiwild werden, wenn ihnen das Prädikat “Rechts” angeklebt wird, und das die Gefährdung real ist. Und das dadurch die Diskussion, die frei Rede, ganz real, massiv beeinträchtigt wird. Und diese Beeinträchtigung der Demokratie durch Terror ist real und gewollt. Jeder der mit seinem Klarnamen bestimmte Positionen im Diskurs besetzt ist massiv gefährdet, wenn ihm das Kainsmal rechts angeheftet wird, und das betrifft sogar Leute die sich über nichts weiter als Familienpolitik äussern, wie Eva Herman. Das fängt erstmal an mit der Bedrohung der Bürgerlichen Existenz durch Rufmord und kann auch den echten Mord einschließen. Wenn man das nicht aufgreift und sich dagegen wendet, steht jeder der nicht ausgesprochen links orientiert ist, bald allein. Und schon aus schierer Angst wird dann das Feld der Diskussion denen überlassen, die im Grunde die Feinde von Freiheit und Demokratie sind.
Comment by luclog — October 24, 2007 @ 2:27 pm