October 30, 2007

Klimakiller Internet

Filed under: Erderwärmung - luclog @ 11:51 am

Es ist nicht so, daß irgend was mal besser wird - da ist es wieder, das zukunftspessimistische Dekret. Der CO2 Ausstoss des Internets entspricht dem des internationalen Flugverkehrs, wird nun  gemeldet. Die Zahlen und die Rechnung ist natürlich haarsträubend. Claus Barthel vom Wuppertaler Institut von Klimaforschen meint "das stimmt abslolut nicht". Denn es sind mal wieder alle Äpfel und Birnen in einen Korb geworfen worden derer man habhaft werden konnte. zum Internet zählen bei dieser Rechnung alle Perepheriegeräte und auch alle Handys die irgenwo laufen. Die Idee dahinter ist wohl die immer gleiche Idee, daß man doch bitte endlich die Zivililsation abstellen soll. Wenn die Menschen, statt das Internet zu benutzen, wieder für alles und jedes weite Wege fahren würden das wäre dann sicher ganz toll für das CO2.

October 29, 2007

PC Woche bei Luclog

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 11:59 pm

Zum Thema der "Politischen Korrektheit", oder dem was heute noch gesagt werden kann ohne, daß die Festanstellung in Gefahr gerät, habe ich ja gerade erst ein paar Betrachtungen online gestellt. Hier kommt ein Verweis auf die neuste Ausgabe vom "Eigentümlich-Frei-Magazin" welches sich auch diesem Thema im Schwerpunkt widmet. Und wenn ich mal eine Prognose wagen darf, das ist ein Thema das uns noch länger beschäftigen wird. Vermeintlich befindet man sich mittlerweile auf völlig grotesken irrealen Veranstaltungen, wenn man öffentliche Diskussionen verfolgt, und dabei beobachten muss wie erwachsene Menschen schwitzend nach Worten ringen, und dann ein völlig undurchdringliches Gestrüpp von Andeutungen hervorbringen, nur weil sie keine Terminologie mehr besitzen um Probleme zu kennzeichnen.

Hier einige Betrachtungen(PDF) von Claus M. Wofschlag im Interview, die sich auch mit Problematiken beschäftigen die ich hier kürzlich erst aufgegriffen habe.

Autobahn

Filed under: Zitate - luclog @ 1:57 pm

Immer wenn in letzter Zeit längere Fahrten anstehen, wird neuerdings mit einem Fernsehzitat abgewehrt:

"Autobahn, das geht aber jetzt garnicht." (Volksmund/J.B Kerner Show)

Rauchverbot und Widerstand

Filed under: Zeitgeist, Faschismus - luclog @ 1:48 am

Die Kriminalisierung der Raucher ist eine interessante Sache. Es ist natürlich ein völliger Unsinn zu vermuten, daß die Nichtraucher die Kneipen bevölkern werden, wenn man die Raucher verscheucht. Wäre es so hätte es längst ohne irgendein Gesetz schon überall Nichtraucher Kneipen gegeben. Die dogmatischen Nichtraucher sind ungefähr so lebenslustig wie die dogmatischen Nichttrinker. Und die Nichttrinker sind oft Nichtraucher. Überhaupt ist der Konsumverächter immer der Feind des Lebens. Auch das Joggen und andere Lebenszeitfresser zur Lebensverlängerung, sind nur Lebensverneinungsstrategien, die die Flucht in eine vermeintliche gute Körperlichkeit suchen, die einem Ideal nachhängt welches im Kern nichts anderes ist als purer Faschismus. Der Mensch soll nicht nur Ziellos leben, er soll es möglichst gesund tun, und möglichst still.

Und es geht ja noch weiter, nicht nur in festen Räumlichkeiten soll das Rauchen unterbunden werden, nein, auch Heizpilze, an denen sich Leute die vor der Tür rauchen wärmen könnten, sollen verboten werden. Es geht natürlich bei alledem nicht um die Gesundheit. Der Raucher soll möglichst auf dem Balkon erfrieren oder wenn es geht an Nikotinvergiftung durch die nichtdosierbaren Nikotinkaugummis sterben. Es geht einfach darum, daß es eine Mehrheit gibt die eine Minderheit schikanieren kann, weil diese Minderheit keinen Schutz hat. Die Nichtraucher werden auch weiterhin nicht in Kneipen gehen, in die sie sonst auch nicht gegangen wären. Eine Gesundheitsgefahr die davon ausgeht, daß man gelegentlicher Passivraucher ist, ist absolut nicht existent. Der letztlich verstorbene älteste Mann der Welt, war Raucher. Wenn man als aktiver Raucher der älteste Mann der Welt werden kann, oder nur so alt und aktiv wie Helmut Schmidt, ist es völlig evident, das die Gefahr durch passives Rauchen, bei gelegentlichem Besuch von Raucherräumen, eine völlig an den Haaren herbeigezogene Behauptung, zum Zwecke der puren Schikane von anderen Menschen, ist, die irgendwann und irgendwie zu Süchtigen geworden sind.

Die Bio-Bestie

Filed under: Zeitgeist, Wissen, Erderwärmung, Egalität - luclog @ 12:10 am

Die Angst vor dem Weltuntergang ist sicher älter als unsere schriftlichen Berichte über die Zivilisation. Das Motiv an sich ist ein religiöses und fast alle Zeitalter kannten es und haben sich damit beschäftigt. Weltuntergang und Angst ist ein zentrales Thema des Lebens selbst. Scheinbar weil der Mensch sich zu sehr der Zufälligkeit und Überraschung bewusst ist, daß er als Individuum in der Welt existiert. Das ist für jeden Menschen der wirklich sonderbarste Zufall der Weltgeschichte, seine eigene Existenz. Und damit auch ganz egozentristisch die Existenz der Welt an sich. Aus diesem Umstand entwickelt sich alle Religion und auch alle Ideologie. Es geht um den Sinn. Und dieser Sinn ist dann niemals in sich selbst schlüssig und gesetzt, sondern er muss immer auf etwas Höheres abzielen.

Aber da der Mensch nun nicht sehr fantasiebegabt ist (besonders wenn es um größere Zahlen von Menschen geht), wirken immer nur die ganz einfachen Ideen. Und bei den Ideen gibt es dann kaum Entwicklung. Die meisten Ideen entwickeln sich nur formal. Die größten Denker des 19ten und 20ten Jahrhunderts, bieten meist nicht mehr an, als neue Terminologie und sprachliche ausufernde individuelle Konstruktion, während sich die Inhalte oft auf kaum mehr erkennbare, aber eigentlich simple, allgemeine Erkenntnisse beziehen. Die wahre Entwicklung geht daran völlig vorbei und ist nie eine theoretische, sondern immer eine technische. Und die technische Errungenschaft, und jeder technische Fortschritt, wird und wurde zu jeder Zeit verachtet und beklagt. Gleichzeitig wird er aber auch immer sofort und gern genutzt. Aber obwohl wir Dinge wie das elektrische Licht gerne und sofort nutzen, finden wir es zuallererst schrecklich in einer Welt Leben zu müssen, in der man die Sterne nicht mehr so gut sieht, und ausserdem war es doch früher mit den Kerzen viel gemütlicher - auch wenn das mit den Bränden die ganze Städte verwüsteten schon ein bisschen lästig war.

Kirchen wie die Katholische Kirche saugen alle Ideen, der Wissensgeschichte auf und verdichten sie zu einem nicht mehr zu entwirrendem Knäul, in dem letztlich jede Wahrheit enthalten ist, auch der völlige Widerspruch zu dem was eigentlich die Aussage der eigenen Religion ist. Aber dies betrifft nicht nur die Katholische Kirche auch alle anderen religiösen und auch areligiösen Weltvorstellungen haben dieses Problem. Und in der Zeit ändern sie sich immer so sehr hin zum Zeitgeist, daß ihr Wahrheitsanspruch auch immer dem zeitgemässem Wahrheitsempfinden gerecht wird. Das Wahrheitsempfinden ist dann aber immer ein Massenempfinden und nichts ist der Wahrheit ein grösserer Feind als die Masse.

Ideen sind immer nur insofern auf die Zukunft gerichtet, daß sie die Zukunft einem der Vergangenheit entnommenem Ideal angleichen wollen. Das ist eigentlich auch so in der Physik, auch die Physik kennt eigentlich nur die Berechnung der Vergangenheit, selbst wenn sie vorgibt die Zukunft zu berechnen. Auch wenn der Mensch plant, greift er nur auf die Vergangenheit zurück, das was sich in der Vergangenheit als richtig erwiesen hat, wird als Muster genommen um sich Zukunft zu erdenken.

Wenn wir uns aber den heutigen Zeitgeist anschauen, dann sehen wir zwei größere Komplexe die aufeinander prallen und beide sind theologischer Natur. Der eine ist der Glaube an die Soziale Idee der Gleichheit, der andere ist der Glaube an die soziale Idee Gottes. Beide Ideenwelten sind obwohl sie es ablehnen, im Kern zum verwechseln ähnlich. Denn beide haben ein Paradies der Gleichheit zum Ziel. Beide sehen das eigentlich unerträgliche Ideal der Egalität als erstrebenswert an. Und beide Ideen wollen es nicht etwa in einer abstrakten Gegenwelt realisieren, sondern das Ziel soll schon auf Erden Realität sein. Herausragen sollen immer nur die Verkünder und die Hüter des reinen Glaubens. Priester und Parteioffiziere.

Schon bei Marx ist die eigentliche Idee einer säkularen Kirche, klar ausgebildet. Ein Kirche die ihre eigenen Ideen als Gesetz verkündet und zwar als ein Gesetz der Geschichte, bei dem das ideale Endziel wie immer schon eine geträumte paradiesische Welt ist. Eine Welt die er nicht etwas aus der Moderne und dem technischen Fortschritt ableitet, sondern ganz und gar maschinenstürmerisch aus einem frei gedachtem "Guten Wilden" heraus dekliniert. Der Prozess der Geschichte läuft bei Marx erstmal in die falsche Richtung, der Steinzeitmensch war frei, dann kam die Unfreiheit durch die Zivilisation die es ermöglichte zu unterdrücken. Die Unterdrückung wird als erstes dadurch möglich, daß der Mensch, Technologie entwickelt. Technologie, das ist der Sündenfall. Die Verarmung der Weber kommt durch die Maschine. Die Maschine ist es, die uns unfrei macht und uns der Natürlichkeit entfremdet. Und dieses Zurück zur Natur zur barbarischen Wildheit, die Verachtung der Maschine, das ist der ideologische Kern fast aller großen politischen Parteien in Europa. Unser Zeitgeist feiert die Barbarei vor der Zivilisation und die Zivilisation ist das, was uns vom Leben abhält.

Die Grüne treffen den religiösen Kern des Marxismus eigentlich viel besser und viel radikaler als die Gruppierungen, die sich nur auf den Sozialismus im Sinne von Lobbyismus für die Arbeiterschaft berufen und auch als die konservativen Parteien die ihren utopischen und sozialrevolutionären Ursprung kaum mehr kennen. Auch macht Technologie die Arbeiterschaft, und die arbeitenden Massen immer mehr zu eine aussterbenden Gruppe, der arbeitenden Minderheit in der Gesellschaft. Eine Gesellschaft, deren Hauptgruppen immer mehr durch moderne Plebejer ersetzt werden, deren eigentlicher Daseinszweck nur noch das funktionieren als Wahlvolk ohne Lebenssinn in irgendeine Richtung ist. Nicht möglichst frei, sondern möglichst ruhig. So wird auch die Demokratie zu einer reinen Kulthandlung ohne Zweck. Das Leben selbst und auch der Staat hat nur noch einen hedonistischen Sinn.

Wenn jetzt aber wieder die alten Ideen der Maschinenstürmerei beschworen werden und immer mehr Menschen durch andauernde Ideologisierung in den Massenmedien vergessen, was sie der Technologie und der Wissenschaft zu verdanken haben, kann es für die Moderne durchaus gefährlich werden. Und, daß die gefährlichen utopischen Ideen in Deutschland mittlerweile nicht nur zum Guten Ton gehören, sondern durchaus in allen Parteien ihre Mehrheiten finden, ist eine gefährliche Entwicklung. Denn wenn man die Bedingungen der sozialen Ruhe all zu sehr angreift, kann es durchaus passieren, daß die Natürlichkeit die geweckt werden soll wirklich erwacht. Denn die meisten die die Natürlichkeit beschwören, haben einfach vergessen, was für ein altes böses Biest die Natur wirklich ist.

Dazu noch ein Leseangebot: Vorwärts Fremder bei Brand Eins. Brand Eins hat im Übrigen ein schöne Bibliothek aller älteren Ausgaben im Netz, es gibt also noch was zu tun falls man alle Netzartikel von heute in deutsch und englisch, alle Leihbibliotheken, Wikipediaartikel, und Gutenbergprojekte schon durch hat.

October 26, 2007

Der neue Harald Schmitd

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 12:36 am

Es gibt scheinbar ganz neue Entwicklungen an der Humorfront. Harald Schmidt reüssiert jetzt mit Naziwitzen. Erst parodiert er wie ein Hartz vier Empfänger sein Kind anschreit: Geh Duschen. Geh jetzt Duschen! Du duscht jetzt!

Dazu assistiert dann Pocher: Gut, daß jetzt das Nazimeter nicht an war.

Nazis und der Befehl: Geh Duschen. Ich hoffe doch, daß alle die Pointe verstanden haben.

Ein echter Lacher. Man wundert sich doch manchmal was im Deutschen Fernsehen so als "Humor" möglich ist.

Die Welt meint dazu: Jungs das muss noch besser werden.

October 25, 2007

Nobelpreisverdächtig

Filed under: Erderwärmung - luclog @ 8:25 pm

Gore Logic:

Falls es zu wenig Stürme gibt, ist es trocken, und es gibt Brände. Schuld ist der Klimawandel

Falls es keine Brände gibt, ist es nass, wegen der Stürme. Schuld ist der Klimawandel.

Ist das schon Religion?

Islamische Genderwissenschaft

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 6:22 pm

Das ist so gut, daß ich es ab jetzt als Schulungsvideo bei häuslichen Diskussionen einsetzen werde.

Der gute Rassismus

Filed under: Zeitgeist, Egalität - luclog @ 2:14 pm

Wie ist es wenn Täter selbst einen "Migrationshintergrund" haben, ist das noch Rassismus? Ähnlich wie bei dem Fall, des Rabbiners Zalman Gurevitch der auf offener Strasse niedergestochen wurde, wird jede Gewalttat, wenn sie von Linksextremen oder von der falschen Ethnie begangen wird, nicht als Rassismus oder Antisemitismus gewertet. Man muss in Deutschland schon als biologisch deutsch erkannt werden, um des Rassismus überhaupt nur verdächtig zu sein. Alle anderen Gruppierungen leben ihren Rassismus und ihre Gewalt aus, ohne mit einem Aufstand der Anständigen rechnen zu müssen. Auch "Tal der Wölfe" ist ein Film der nur im Schutze der modernen Rassismus-Auslegung Rassismus betreiben kann, und dann auch noch in allen Kinos läuft.

Die Reaktion auf den Rassismus, wenn er nicht in der üblichen "Onkel Toms Hütte" Version vorkommt, ist dann immer betretenes Schweigen. Der Täter muss weiß sein, und einer als rassistisch bekannten Rasse zugehören. Der Rassismus der Schwarzen ist ebensowenig Thema, wie der Rassismus von Asiaten, oder der Rassismus von jeglicher Rasse oder Landsmannschaft die nicht europäisch reinrassig weiß ist. Das bedeutet natürlich in erster Linie eins: diese Art den Rassismus auszulegen und zu zelebrieren ist selbst Rassismus.

Man kann tun was man will, immer wenn man mit irgendeiner Landsmannschaft zusammensitzt seien es Griechen, Engländer, Amerikaner, Italiener, Türken, Franzosen oder Koreanern, irgendwann wird die Aufzählung der eigenen Vorzüge Thema. Selbst bei Frauen deren Vorzüge ich eigentlich ganz gut kenne, kommt es oft dazu, daß sie denken mir irgendwann die Vorzüglichkeit von Frauen darlegen zu müssen – obwohl sie dabei eigentlich immer die falschen Argumente anführen.

Es gibt eigentlich nur eine völlig ungeschützte Minderheit in der Realität: Der weiße Mann ohne Sektenzugehörigkeit und ohne Geld.

Der Bundesstaatsanwalt (Siehe Kai Nehm) lässt, im Falle von nicht reinem rassedeutschem Rassimus, dann auch die Täter nicht mit dem Hubschrauber abholen, und der Fall führt auch zu keiner Raserei in den Medien und in den Blogs. Andersherum wäre es sicher so gekommen, z. B. für die TAZ war ohne irgendein Wissen über die näheren Umstände erstmal alles klar – aber jetzt wo es nicht mehr in das eigene dümmliche Raster passt, ist die Reaktion eisiges Schweigen, und das in fast allen Medien. Wäre der Fall aber im Kern rassisch rein gewesen, wäre ein Sturm der Entrüstung losgebrannt. (Und ich bin mir sicher bei den TAZ Lesern, und fast allen anderen Zeitungslesern wird auch nichts anderes als der Inhalt dieses Artikels von der Meldung übrigbleiben)

Der Rassismus Begriff ist längst zu einer Farce geworden. Der Rassismusvorwurf ist nicht s weiter als eine politische Waffe, die wie auch alle anderen Minderheiten Schutzbegriffe nur noch dem Lobbyismus von sich ständig unterdrückt fühlenden aber de Facto völlig gleichberechtigten und eigentlich sogar bevorzugten Gruppen dienen.

Das böse ist immer weiß und männlich, und um das abzuwehren, lässt man sich am besten die Stammestätowierung der Buri-Buri Indianer in den Oberarm ritzen, schätzt die Weisheiten von Medizinmännern aus dem Senegal über denen der europäischen Aufkärung, und verachtet die Segnungen der technische Zivilisation, wenn man mit einem möglichst energiesparendem Auto im Stau auf der Autobahn zum nächsten Weltrevolutionsmeeting steht, und auf CD die Gesänge der weisen Schoschi genießt.

Die Meldung dazu beim Tagesspiegel:

Auch Spandauer Politiker taten sich zunächst schwer damit, den Vorfall als rassistisch zu bewerten. „Zumindest handelte es sich nicht um typische rechtsradikale Schläger“, sagte Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU): „Wie ich gehört habe, sollen zwei der Täter selbst einen Migrationshintergrund haben.“

„Das schließt doch ein rassistisches Motiv nicht aus“, meint hingegen das Opfer Antoine I. „Die Schläger sind Berliner, sie wohnen in Spandau und sie sind auf mich losgegangen, weil ich dunkelhäutig bin.“ Der aus Baltimore im US-Bundesstaat Maryland stammende Barkeeper hatte in der Tatnacht seine Freundin nach Hause begleiten wollen. „Die jungen Männer standen vor einem Haus“, erzählt er, „und waren offenbar auf Randale aus. Sie beleidigten meine Freundin mit unflätigen Ausdrücken, warfen Bierflaschen nach uns und verfolgten mich. Einer – er war ganz in Weiß gekleidet – zog seinen Gürtel aus der Hose und drosch mit den Worten: ,Lasst uns den Nigger fertigmachen’ auf mich ein. Als ich stolperte und mitten auf die Fahrbahn fiel, schlugen und traten sie mich – bis plötzlich ein Auto kam. Ich habe versucht, es anzuhalten, um Hilfe gerufen, aber der Fahrer hat Gas gegeben und ist vorbeigefahren. Dann haben sie wieder auf mich eingedroschen, meine Brille ging kaputt, ich konnte nichts mehr sehen. Und immer beschimpften sie mich als dreckigen Nigger.“

Andere Beiträge zu diesem Thema:

Rettet die Ungleichheit 

Sex und Hitler

Kai Nehm vs Björn Liebscher: 

Auch du bist Kay Nehm 

L und M zwei zerstörte Lebensläufe

Björn Liebscher im Interview 

 

October 24, 2007

Memetik und Ideologie

Filed under: Wissen - luclog @ 3:50 pm

Der Ideologiebegriff in der modernen Diskussion ist eigentlich wertlos. Wenn man in der Geschichte dessen zurückgeht, was Ideologie eigentlich bedeutet, stösst man auf einen unerwarteten Beginn. Zuerst war die Ideologie Ende des 18ten Jahrhunderts der Begriff für etwas, das dem Sensualismus, und damit der Empirik und auch dem Materialismus nahe stand. Der Gegenspieler der auch eigentlich in der Person von Kant gewonnen hat, ist der Idealismus, der seinen Ursprung in der Idee der Gegenwelt hat wie sie auch schon bei Platon auftaucht.

Die Ideologie war etwas, man heute wahrscheinlich Memetik nennen würde* – Idee und Mem stehen sich sowieso als Begriffe sehr nah. Als erster brachte  Destut de Tracy den Begriff des Idealismus auf. Die Schule von Destutt de Tracy war als Gegenströmung zum Rationalismus ein Versuch Ideen als biologischen Prozess zu erklären. Auch war Destutt de Tracy ein Vertreter der Sichtweise des Homo Ökonomikus, den auch Marx so in den "Ökonomisch-philosophische Manuskripten" zitiert. Destutt de Tracy bei Marx: „Die Gesellschaft ist eine Reihe von wechselseitigem Austausch, in dem Commerce liegt des ganze Wesen der Gesellschaft.“ Leider wird dieser Denker von allen anderen Zeitgenossen bis heute überdeckt.

Die Begriffe sind natürlich hier schon verwirrend. So rational, wie rational im allgemeinem Sprachgebrauch benutzt wird, ist der Rationalismus nämlich garnicht, wirklich rational ist eigentlich schon sein Hauptgegner der Empirismus, der sich auf der empirischen Erfahrung gründet. Der Rationalismus hingegen hält alle Sinneseindrücke für wertlos, zweifelhaft, und unzuverlässig. Das ist auch heute der eigentliche idealistische Stand der verbreiteten Meinung. Und er ist eigentlich hochgradig zirkelschlüssig, wie fast alles in der modernen theoretischen Betrachtung und ihrer Literatur. Letztlich baut sich nämlich alles, wirklich alles, aus Ableitung  von Sinneseindrücken auf, und denen den Realitätsgehalt abzusprechen negiert letztlich die Existenz der Welt. Der Rationalismus ist also eine Antithese zu jeglicher Realität, und da er so beliebt ist, leben wir heutzutage in einer von Mystizismus durchdrungen Welt, die die Existenz als solches ablehnt, während sie die Abstraktion zur eigentlichen Wirklichkeit erklärt. Daraus kann man getrost Rückschlüsse auf die allgemeine Situation der modernen Theorien ableiten, und hierin liegt wahrscheinlich begründet, das die Esoterik populärer ist als die Wissenschaft. Denn fast jede Wissenschaft begründet sich heutzutage auf im Grunde weltverneinender Philosophie.

Folgerichtig lehnt auch der der Marxismus die Ideologie auch ab. Das nun aber der Idealist und der der Ideologe sich gerade beim Marxismus zuhause fühlt zeigt dann wieder, wie sich ein solche Sache wenn sie durch die Zeiten mäandert verändern kann. Heutzutage sind Idealisten und Ideologen liebend gerne Marxisten und finden gar nichts dabei, nein sie empfinden geradezu wichtig eine Ideologie zu besitzen. Und sie lieben ihre Ideologie den Marxismus.

Aber auch bei allen anderen Ideen die sich zu Ideologien wandeln ließen, und sei es sprachlich, ist es dann geschehen. Der Wandel zur Ideologie geht schnell, man nehme ein beliebiges Wort und hänge "Ismsus" dran,  fertig ist die Ideologie. Es gibt den Konsumismus, den bekannten Kommunismus, den Imperialismus, den Liberalismus, den Anarchismus, den Existentialismus, den Faschismus, die Feminismus, den Ökologismus, und den Alkoholismus, uswusf.

Durch die Vorsilbe Anti haben aber alle Ismusse auch direkt einen Gegenspieler, der meist entsprechend zum Begriff über einen ähnliche Armada an Personal und Literatur verfügt: Den Antikonsumismus, den bekannten Antikommunismus, den Antiimperialisimus, uswusf.

 *(Was ich mal als gewagte These in den Raum werfe, die Grundzüge der Idee finde ich ähnlich - und Destutt de Tracy war auch von der Schule der angelsächsischen Philosophie stark beeinfusst.)