Rassismus ist eine Zeichnung aus Frankreich
Lange habe ich beim Rassismus in die völlig falsche Richtung geblickt. Immer hatte ich direkt den Ku-Klux-Klan, den Faschismus oder George Bush im Verdacht. Bis mir der Fall Mister Wong die Augen geöffnet hat.
Rassismus ist ein Meister aus Frankreich. Woher kommen denn diese Stereotypen von Schlitzaugen und dicklippigen Schwarzen? Es ist ein großes und sich über viele Bände erstreckendes Machwerk aus Frankreich, das den Rassismus bis heute direkt in Köpfe und Herzen der Kinder transportiert. Das Zentrum des Bösen in Europa ist Asterix. Ein rassistisches Machwerk von äußerster Brisanz. Dort wird nicht nur der Kapitalismus kritisiert, wie in "Obelix Gmbh&CoKg" "oder die "Trabantenstadt" – es wimmelt geradezu von rassistischen Stereotypen und Witzchen. Man stößt dort auf hakennasige Griechen, wie man sie heute noch in Griechenland finden kann, und auch die Spanier oder Italiener haben dort ihre eigene Physiognomie. Der Deutsche ist ein Trottel der gerne marschiert, und die Belgier essen gerne. In Frankreich werden sogar die einzelnen Landsmannschaften mit ihren Eigenheiten dargestellt. Das entspräche in Deutschland der Karikatur eines Schwaben als sparsam, während der Bayer als Biertrinker dargestellt wird. Und eben diese Stereotypen, die es längst nicht mehr gibt, werden immer noch unschuldigen Kindern trickreich über den Umweg von vordergründig lustigen Zeichnungen in die Köpfe gehämmert.
Eine echte Kultur die diesen Ausdruck auch verdient, würde alle Unterschiede einebnen, so daß ein wunderbares einheitliches Grau entsteht. Und an diesem Ideal waren der Faschismus und auch die DDR eigentlich schon sehr nah dran. Aber der neue moderne Ansatz über "Ismusse", "Rechtsweg" und "Theorie" erscheint mir auch nicht schlecht.

Schwierig wird es immer, wenn sich die Betroffenen (Asiaten od. Schwarze) beleidigt fühlen. Solange nur jemand glaubt, sie könnten sich beleidigt fühlen und deswegen zensiert, ist es albern, aber erfahrungsgemäß können die Aussagen der Betroffenen nicht einfach ignoriert werden.
In diesem Zusammenhang muss auch erwähnt werden, dass diese Art der Political correctness aus den USA kommt und dort auf die Spitze getrieben wurde. Vor allem im Umfeld amerikanischer Unis wird die Political Correctness häufig übertrieben angewandt, aber auch in die Medien und in den Mainstream hat sie es geschafft.
Natürlich gibt es in den USA zu allem auch das Gegenteil, Sender wie FoxNews oder Propaganda, die aufgrund der Meinungsfreiheit kein Blatt vor den Mund nehmen muss (auch in Blogs, vgl. LittleGreenFootballs).
Daher assoziieren manche mit den USA eben nicht Political correctness. Wie bei der Friedensbewegung u.a. politisch relevanten Bewegungen kommt aber meist beides aus den USA zu uns. Die Political correctness und ihr Gegenteil.
Comment by NUB — August 1, 2007 @ 10:08 am
Ich denke das sind in Amerika eher gezielte vorbereitete Angriffe von Juristen und Anwaltskanzleien auf Firmen. Wie sowas läuft kann man, schön überspitzt, bei Boston Legal sehen.
Comment by luclog — August 1, 2007 @ 11:30 am
Nicht nur, an manchen US-Unis herrscht ein Klima, da ist schon das Zeigen einer amerikanischen Flagge ein Akt des Nationalismus. Darüber gibt es auch ein Video im Internet, das amerikanische Konservative erstellt haben, die bedauern, dass der Patriotismus der 50er und 60er tot sei. Im Bereich der geistigen Eliten läuft mehr über Druck, Diffamierung und die Bildung von Netzwerken Gleichgesinnter, die Ketzer ausgrenzen, es ist ganz ähnlich wie in Europa. Der Unterschied liegt einfach darin, dass in den USA keine politische Richtung den Ton für wirklich die gesamte Gesellschaft angeben kann, Deutschland ist da schon überschaubarer, ein gewisser “Konsens” ist möglich.
Comment by NUB — August 1, 2007 @ 12:14 pm
Aber, so schlimm wie in Frankreich wird es doch hoffentlich nicht sein?:)
Und wenn ich mir das Aufkommen der neuen Linken in Deutschland so ansehe, denke ich, daß der allgemeine Konsens in Deutschland auch eher daneben ist
Comment by luclog — August 1, 2007 @ 12:37 pm
Aber, so schlimm wie in Frankreich wird es doch hoffentlich nicht sein?
In Amerika hätte Redeker einfach Ausweichmöglichkeiten. In Frankreich oder hypothetisch in Deutschland hat er diese nicht. Wenn Du hier sagen wir bei den Soziologen unten durch bist, gibt es nicht im anderen Bundesland andere Soziologen oder einen Think Tank, der Dir “Asyl” gibt. Das hat einfach mit dem Größenunterschied der Länder zu tun. Oder nehmen wir Ayan Hirsi Ali. Die Linke ist in Europa einflussreicher, linkes Gedankengut teilweise Mainstream. Das heißt aber nicht, dass es in Amerika nicht auch genügend Leute gibt, die Hirsi Alis Meinungsfreiheit ans Messer liefern würden, um die verärgerten Moslems zu beruhigen. Es ist überhaupt viel schwieriger, so etwas wie einen amerikanischen Mainstream zu identifizieren. Anhand der Bush-Befürwortung geht es schon mal nicht, die ist ja seit den Problemen im Irak im Keller.
Comment by NUB — August 1, 2007 @ 12:47 pm
( ich hab mich jetzt auch auf http://luclog.blogsome.com/2007/07/31/eine-tolle-idee/ bezogen, weil die Themen ähnlich sind und auf die Frage hinauslaufen, was man sagen darf und was nicht. )
Comment by NUB — August 1, 2007 @ 12:52 pm
Leider ist der Fall Redeker schnell unter den Teppich gekehrt worden. Auch der Spiegel bringt es nur an einer Stelle, wo sich Fuchs und Hase “Gute Nacht” sagen,
ausserdem verschwinden die Artikel dort zu schnell, so das sich kaum das verlinken lohnt.
Ich denke aber nicht, das es am Größenunterschied der Länder liegt. Hier liegt ganz klar auch ein Unterschied in der Kultur vor. Auch in Amerika kann es zu einer Gleichschaltung in der öffentlichen Meinung kommen und auch zu Hetzjagden, die Beispiele aus der McCarthy-Ära sind ja da auch bekannt.
Nur läuft es im Moment andersrum jetzt laufen mal wieder die Idealisten Amok. Das ganze erinnert eher an Geschichtliche Wellenbewegungen. Wobei alle Ideen und und Bewegungen sich immer so lange extremisieren, bis es eine allgemeinen Aufstand gegen sie gibt. Und das wird dem Postmodernen Idealismus auch so passieren. Es handelt sich hierbei auch nur um einen Kommunismus in gewandelter Maske.
Comment by luclog — August 1, 2007 @ 1:33 pm
Natürlich gibt es kulturelle Unterschiede zwischen den USA und Europa, diese Unterschiede spielen die ganze Zeit auch mit hinein, aber wenn es um Teile der Gesellschaft oder um Individuen geht, hilft einem die allgemeine Kultur nicht weiter. Die Amerikaner haben nämlich teilweise auch Multikultur und das bedeutet bis auf den Einzelnen heruntergebrochen, dass die Kultur eines Amerikaners im Extremfall nichts Amerikanisches hat. Sogar antiamerikanisch sein kann, wie manche Michael Moore-Klischees. Jede Gesellschaft, die extreme Unterschiede in der Kultur der Bürger aufweist und die nicht versucht, alles in einem Einheitsgrau zu ersticken, versucht irgendwelche Wege zu finden, Konsens herzustellen und Anfeindungen zu vermeiden. Jedes Unternehmen ist z.B. bemüht, Diskussionen über heikle Themen unten den Mitarbeitern zu verhindern, um Unfrieden zu vermeiden. Was in einer Firma normal ist, ist in einer Demokratie mit lebendigem Diskurs fragwürdig. Das Problem ist aber eher zeitlos als dem postmodernen Idealismus zuzuschreiben, selbst wenn es in ihm besonders hervortritt. Diplomatie ist ja auch nichts anderes als das Verschweigen von dem, was man eigentlich sagen will.
Comment by NUB — August 1, 2007 @ 1:48 pm