July 28, 2007

Die Klimakultur

Filed under: Erderwärmung - luclog @ 2:36 pm

Wir haben unsere Unschuld verloren, und das ist eigentlich der schlimmste Effekt den die Umweltbewegung ausgelöst hat. Eine tiefergehende Entfremdung von der Natur wie durch den Ökologismus hat es in der Geschichte der Menschheit nicht gegeben. Die Freude am Sonnenschein ist genauso "nachhaltig" zerstört worden wie die Freude an Regen oder Schnee. Ganz allgemein ist die Naturbetrachtung nur noch eine depressive. Heutzutage gehen die Menschen in den Garten und bemerken Artenschwund und Ökoschaden.

Statt sich an der Natur zu erfreuen ist jeder Baum ein Auslöser für Depression, Weltuntergangsangst und Furcht. Jeder Sturm zeigt den erwachten Zorn der Umweltgötter. Und alle fühlen sich in einem Ausmaß schuldig, wie es nichtmal die katholische Kirche geschafft hat. Auch Sex ist von Übel, kann er doch dazu führen, daß weitere Umweltschädlinge in den Industrieländern den Planeten bevölkern – wobei dies auch ein rassisches Argument ist , denn es ist beispielsweise hierzulande nur die Vermehrung der indigenen Urbevölkerung die diese Schäden verursacht.

Hitzefrei ist mittlerweile für Schüler ein Vorbote der Apokalypse. Was Rudi Carell noch über den Sommer gesungen hat, steht mittlerweile auf dem Index der verbotenen Gedanken, und sei der noch so verregnet wie zur Zeit. Sein Hit von 1975: "Wann wird es endlich wieder Sommer" , äussert den Wunsch, nach "schönem Wetter", einer Sache die es heute nicht mehr gibt. An jedem Sangria den man trinkt hängen neuerdings die Leben von tausenden von unschuldigen Klimatoten. Die logische Kette die dabei genutzt wird ist so einfach wie bizarr; ein westlicher Mensch lebt und konsumiert, deswegen sterben woanders Menschen.

Jedes Wetter, egal wie es kommt, ist nur noch ein Beweis für Schuld der weißen, westlichen Europäer und ihrer teuflischen Technologie. Der hassenswerten Technologie, die uns solche Dinge wie das tausendfach zu verfluchende Auto und den grauenhaften Computer – zur Ausspähung und Kontrolle der Menschen die eigentlich viel glücklicher in der Steinzeit waren – aufgezwungen hat. Der Technolgie die unglaublich böse verhindert, daß wir hungern und im Winter frieren. Die Technologie die ermöglicht, daß wir nach Einbruch der Dunkelheit noch lesen können, oder, daß wir fernsehen, Radio hören oder Filme schauen. Das Wetter ist immer schlecht (und gewandeltes Klima) – Beweis einer direkten Schuld des Einzelnen, des verdammenswerten westlichen Menschen am drohenden Weltuntergang. Und da spielt es auch  keine Rolle, daß die oftmals kolportierte Wirkung des CO2 immer noch fraglich ist, und selbst wenn dies Wunder-CO2 eine Wirkung hätte, die Emissionen Europas – auf die Welt bezogen – völlig unbedeutend, und die Emissionen Deutschlands, die darin enthalten sind, noch unbedeutender sind.

Befreien aus dieser Schuld kann uns nichts, nur eine Ablasszahlung an diejenigen die dafür zuständig sind oder das erklären – und die sich bekanntermassen auf ihren Flugreisen um die Welt nur von Nüssen und Beeren ernähren – kann die Schmerzen der Urwaldindianer, der Wale oder der Eisbärbabys lindern.

Es gilt: Ob es regnet oder schneit, der Klimawandel ist nicht weit, besonders wenn die Sonne scheint.

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