December 19, 2006

300 ein Film über Sparta

Filed under: Fundsachen, Wissen, Zitate - luclog @ 5:06 pm

Vom Film 300, der im antiken Griechenland angesiedelt ist und sich um Sparta dreht, kann man schon ein paar Vorfilmchen im Netz sehen. Die Spartaner selbst sind für ihren "lakonischen"  Humor angesichts des Gefechts bekannt. Der Ausdruck lakonisch selbst verweist noch heute auf diesen speziellen Humor der Spartaner. Eine Form der ich auch immer sehr zugetan war.

Auf die Warnung hin, dass die Pfeile der Perser die Sonne verdunkeln würden, soll der Spartaner Dienekes damals geantwortet haben: Fein, dann kämpfen wir im Schatten.

Bei USA erklärt wird diese Form des Humors in der angelsächsischen Tradition beleuchtet.(Mich würde davon ab aber eher interessieren warum Vorflilmchen, mittlerweile überall Abspann (Trailer) heissen)
Ein anderes Beispiel:  

"Wenn ich euch besiegt habe, werden eure Häuser brennen, eure Städte in Flammen stehen und eure Frauen zu Witwen."

Antwort der Spartaner in der lakonischen Redekunst:

"Wenn."

Interessant ist der Rückgriff auf Sparta in Hollywood, sicher auch im geistesgeschichtlichem Kontext.  Die Spartaner transportieren schon mit ihrem Namen alleine ein stoisches Idealbild. Auf diese Kriegerkultur wurde immer gerne in Bedrohungslagen verwiesen. Auch die NS Kultur griff gerne auf das spartanisch hellinistische Ideal zurück, denen schwebte auch eine sehr ähnlicher Kriegerkult mit ewigem stählendem Kampf vor (Sehr unangenehm, wenn man so leben müsste). Die Nationalsozialisten sahen sich im Rückgriff auf die Antike mehr als Nachfolger Spartas. Die USA haben eigentlich mehr erkennbare traditionelle Bezüge zum antiken Rom.

7 Comments »

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  1. Wenn Du nochmal genau den Blog liest, wirst Du sehen, dass ich nicht gesagt habe, die Spartaner hätten einen angelsächsischen Humor - das wäre wirklich etwas viel. Es geht darum, dass die Angelsachsen ihren Humor bei Dingen im Zusammenhang mit dem Krieg - in Deutschland bestenfalls unüblich - bis dahin zurückverfolgen und damit keine Probleme haben.

    Das mit dem “Trailer” ist eigentlich ziemlich einfach: Die Filmchen wurden früher am Ende gezeigt, aber das klappte nicht so gut, weil die Leute schon nach Hause gingen. Der Name ist geblieben.

    Von 300 kenne ich nur das Comic, das zwar sehr gut ist, aber historisch an einigen Stellen ziemlich daneben greift. Ist das im Film besser?

    Comment by Scot W. Stevenson — December 20, 2006 @ 9:30 am

  2. Nach ausführlichem Zähneputzen glaube ich, dass wir über zwei verschiedene Dinge reden. Du sprichts über Humorarten (lakonisch, sarkastisch, ironisch, etc) während ich bei Humor allgemein bin, unabhängig von der Art. Bei den Beispielen ist daher auch klassischer Galgenhumor, aber auch einfache Wortspiele (”Saw sub, sank same”).

    Lakonisch ist sicherlich nicht rein angelsächsisch, obwohl es das auch heute gibt. Die Figur Oz in Buffy ist ja dafür bekannt …

    T, Dein Scot

    Comment by Scot W. Stevenson — December 20, 2006 @ 9:45 am

  3. Erstmal Danke für die einleuchtende Erklärung des Begriffs Trailer. Die Historie macht es aber eigentlich auch nicht wirklich sinnvoll.

    Ansonsten hatte ich es schon so aufgefasst als wenn Du den lakonischen Humor, völlig den Angelsachsen zuschlagen willst, wo er natürlich zurzeit den grösseren populären Einfuss besitzt, wenn man es bspw. mit Deutschland vergleicht. Andererseits sind uns viele Humorgegenden, auch einfach zu unbekannt. Der Film mit dem schwärzesten Humor den ich gesehen habe, war ein isländischer. Und den Humor in vielen auch dicht bevölkerten Gegenden kann man kaum einschätzen. Auch der japanische Film “Die Familie mit dem umgekehrtem Düsenantrieb” (eine schlechte übersetzung eines geflügelten japanischen Ausdrucks für irre), hat einen sonderbaren tiefschwarzen Humor. Ein deutscher Film mit viel schwarzem, und lakonischem Humor, wäre beispielsweise “Das Boot”. Die öffentliche Rede ist aber in Deutschland weitestgehen Humorbefreit. Manchmal kommen pennälerhafte Ansätze eines Scherzes bei Politikern vor. “Mit Verlaub Herr Präsident sie sind ein Arschloch” ist aber weder wirklich witzig noch gewitzt oder elegant.

    Comment by luclog — December 20, 2006 @ 1:34 pm

  4. Ich habe jetzt zur Sicherheit noch einen Satz hinter Dienekes erklärt, der ausdrücklich sagt, was gemeint ist. Wenn Du es so verstanden hast, werden es auch andere.

    Comment by Scot W. Stevenson — December 21, 2006 @ 10:11 am

  5. Das wäre zwar nicht nötig gewesen, es ist aber nun klarer. Ich hab dann auch meinen Text geändert, und nun weiß niemand mehr worüber wir gesprochen haben. : )

    Comment by luclog — December 21, 2006 @ 1:28 pm

  6. Als Ami, meiner Meinung nach, stehen Amerikaner mehr auf Athens als auf Rom. Wir sehen uns nicht als Imperium, sondern als eine Stadtstaat auf grossem Format.

    Comment by Jabba the Tutt — January 8, 2007 @ 4:16 am

  7. Ich denke schon das die Amerikaner eher Rom nacheifern als Athen. Man betrachte ihre Verfassung und Ihre Architektur. Dennoch gelingt ihnen nur eine byzantinische Kopie.

    Comment by NickFury — March 12, 2008 @ 6:09 pm

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