November 10, 2006

Sex und Hitler

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 5:20 pm

Nazi PrinzDie populärhistorische Fakultät wird es freuen, daß ich nun auch dieses heisse Thema anpacke. Eva Braun, Sex im Führerbunker, und animalische Verführungskraft dank kleiner Oberlippenbärtchen.

Es ist ja nicht nur so, daß die gesamte Werbebranche ihre moderne Groteskschriftradition aus der goebbelschen Naturschule bezieht, es ist auch eine tieferliegende Faszination des Bösen zu vermerken. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit, was uns auch die merkwürdigen Verkleidungen englischer Prinzen gezeigt haben. Und gerade in vorgeblich satirischer Verniedlichungsabsicht und böser Verballhornung wird immer weiter, stilisierende Verehrung transportiert. Es ist heutzutage einfach leicht über Hitler Witze zu machen. Und wenn man ehrlich ist, sind viele Witze die man heute über Hitler macht keine Witze über Hitler, sondern Witze über den dummen Deutschen an sich.

"Der Deutsche" ist ein Rassismusobjekt erster Güte: Ein Neger, der sich dazu noch selbst beschimpft, der sich sogar freut wenn er dafür gelobt und getätschelt wird, daß er selbst mitmacht. Er ist dann, der gute Deutsche, ein Internationalist, der nicht merkt wie lächerlich er in dieser Pose eigentlich wirkt und daß genau diese Willfährigkeit von aussen gesehen, nur als urdeutsche brave Dummheit registriert wird.

Wie "Der Deutsche" ja irgendwie genetisch immer noch einen gehörigen Anteil Hitler in sich trägt, was immer dann zum Vorschein kommt, wenn gerade von Deutschland aus mal wieder die Welt gerettet werden soll. Ein guter Ansatzpunkt ist da immer der Naturschutz, der Schutz von kleinen Tieren wie auch Weltrettung durch idealistisch wie sozialistische Ansätze. Themen, die auch dem schnauzbärtigem Heerführer am Herzen lagen, und dem Menschenmaterial seinen Platz in der Welt zuweist. Alles bleibt eigentlich gleich, nichtmal die Stossrichtung des immer noch grassierenden alles besser wissenden deutschen Idealismus fluktuiert.

Bush HitlerUm irgendwen zu diskreditieren wird immer gerne der Hitler und Nazivergleich genommen, auch wenn er völlig abwegig ist. Hitlerwitze, Gechichtsreportagen, etc. sind immer billig, jeder weiß schon vorher was drin steht und man richtet sich dabei ja mutig gegen eine Figur und Bewegung die längst Tod ist. Da wird einen keiner verklagen, anders als bei Islamisten, Firmen und Politikern – wo Witze noch gefährlich sind, besonders wenn man nicht die Macht einer Zeitung oder eines Fernsehsenders hinter sich hat. Aber selbst diejenigen die eine solche Macht hinter sich haben trauen sich immer weniger bis fast garnichts. Beim Karikaturenstreit hat sich auch keine mutige entschlossene Front für Meinungs- und Pressefreiheit entwickelt.

In der expandierende Nazilustig-Industrie - beliebt ist der Führer in Nah und Fern, auch in Fernost, – ist längst die modernen Mickymous Version des dritten Reiches angekommen. Nazideutschland als irgendwie grotesk charmantes Idyll. Und es gibt die expandierende geschichtspornographische Begleitmusik dazu in den deutschen Medien. Das ist bei Presse und TV immer das Gleiche und altbekannt: Es wird nicht eine einzige voyeuristische Sauerei ausgelassen, wenn sie irgendwie die Leser oder Einschaltzahlen erhöhen könnte. Die Bildzeitung das deutsche Leitmedium macht es vor, die anderen machen es mit gespieltem intellektuellem Abstand genauso, oder nach (Wie ich hier auch mal exemplarisch). Sex sells – Eva Braun, sells – Hitler in Reizwäsche ist Kulturgut - Hitler in Führerpose ist unerlässliches Motiv. Hitlersex ist ein Renner – in den Geschichtssendungen des Fernsehens und den nachfolgenden bestsellernden Büchern ala Guido Knopp. Früher mal Mahnung, nun bald Folklore. Auch Betroffenheits-Folklore.

Drei Kreuze

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 2:23 pm

Heute kam wie so oft mal wieder eine Lieferung mit der Post, ausgeliefert vom DPD, dort gibt man ja mittlerweile seine Unterschrift, in ein elektronisches Gerät ein. Leider ist das, was man da Einträgt nicht im mindesten eine Unterschrift und ähnelte meiner Unterschrift, obwohl selbst und konzentriert gefertigt, eigentlich überhaupt nicht. Das Gerät das mir heute hingehalten wurde war wohl besonders defekt, auch bei mehreren Versuchen habe ich es nicht geschafft meinen Namen zu schreiben. Nichtmal etwas halbwegs ähnliches, nur wirres Gekrakel. Aber egal, der DPD Mann war mit allem zufrieden. Nächstesmal mache ich direkt die einfachen drei Kreuze, das reicht sicher auch.