Jeder zweite will Hitler
Rechte Gefahr ist sicher etwas auf das man nicht oft genug hinweisen kann: Nur gut, daß wir die Friedrich Ebert Stiftung haben. Denn rechtsextremes Gedankengut findet man überall. Besonders in der fast schon gleichgeschalteten rechten Presse und der rechten Medienlandschaft, keine Frage.
Spass beiseite: Ich bin erschüttert, aber nicht über, das was bei dieser Umfrage herausdestilliert wurde, sondern mal wieder über die Medien. Wir leben ja alle in der gleichen Welt und einige wie ich tummeln sich auch noch in Blogs und Diskussionen. Und merkwürdigerweise ist von einem Rechtsruck nirgends auch nur ansatzweise etwas zu spüren oder zu sehen. Ausgesprochen linke Medien dominieren, das geschehen, genauso wie Linke Parteien die Wahlen dominieren. Wenn in der Studie nach einem starken Mann gefragt wurde, bin ich mir ziemlich sicher das jedem ersten von jedem vierten sowas wie Fidel Castro vorgeschwebt hat.
Selbst diese Umfrage ist dafür ein Beweis, wäre es anders, würde der Skandal lauten, jeder vierte will den Kommunismus. In einer nach rechtsgerückten Gesellschaft, wäre ein Ruck nach rechts kein Skandal – es wäre eine Hurra-Meldung, denn die Realität ist beim Linksruck längst viel weiter, und selbst wenn jeder zweite so denkt, ist hier überhaupt keine Gefahr zu erkennen. Lenin war ja ein netter Mann und nur wegen des grossen gutem idealistischem Zieles zu so mancherlei Untat gezwungen.
Diese Frage wird aber nicht gestellt, sie wäre ja auch kein Skandal, in einer politischen Landschaft die überwiegend, sozialistisch dominiert wird. Die Jugend läuft mit Che Guevara T-Schirts durch die Gegend und diese sieht man auch öfter mal gerne bei allerhand Fernsehauftritten, von der nun älter gewordenen Jugend lockerer Prominenz, die sich damit bei Jugendlichkeit anbiedert. Was nicht funktionieren würde, wenn die Jugend das nicht immer noch positiv antizipieren würde.
Ich persönlich kenne überhaupt keine Rechten, in meinem gesamten Umkreis, kommen selbst Liberale gegenüber den Sozialisten nur als Minderheit vor, und die allermeisten sind einfach politisch desinteressiert, und plappern ansonsten das nach was das Fernsehen, so vorplappert (Kennen wir: Bush ist doof, die Amerikaner, die Juden ("Die Juden" ist mittlerweile ein ausgesprochen linkes Thema und verweist auf Palästina und die USA)]
Warum wurde nicht die Frage nach dem Sozialismus dafür verwandt? Dann hätte man herausbekommen, daß fast alle die Deutschen wie im dritten Reich und davor mehrheitlich Parteien bevorzugen die den Term "Sozialistisch" im Namen führen.
Der Kern der Studie ist aber auch ein ganz anderer, denn schnell wird der eigentliche Punkt auf den hingewiesen werden soll klar: Es geht um "Fremdenfeindlichkeit". Die Fremdenfeindlichkeit wird als Phänomen hinein addiert und damit zum Bestandteil des rechten Gedankengutes gemacht. Fremdenfeindlichkeit ist aber als Begriff nur unzureichend definiert, sicher ist nicht gemeint, daß die Leute auf Italiener (Berlusconi), Pizza oder Amerikaner schimpfen. Hier handelt es wohl mehr sich um Begriffe die im Hintergrund längst umgeprägt worden sind, damit man sie gegen Meinungen richten kann, die sich eigentlich innerhalb der demokratischen Mitte befinden. Die Besorgtheit vor religiösem Fanatismus, eines Fanatismus der gerade erst einen blutigen Anschlag auf Nahverkehr in Deutschland geplant hat, soll zur dumpfen "Fremdenfeindlichkeit" umgedeutet werden. Das ist der Kern dieser Meldung und die Daten sind um diese Botschaft zu transportieren zusammengestellt worden.
Resümierend haben wir es hier mit einem Rückzugsgefecht der Linken in der Debatte zu tun, nach dem Niedergang des Kommunismus droht hier die nächste grosse Niederlage des weltfremdem idealistischen linken Gedankengutes. Und bevor es knallt wird nochmal darauf hingewiesen, daß man diesen Mist ja nur erzählen musste, weil eine imaginierte faschistische Rechte ansonsten davon profitieren würde.
Die Wahrheit ist: Die Sozialisten haben in gütiger Eintracht mit den Konservativen, von Schmidt bis Kohl, eine völlig falsche Einwanderungs- und Wirtschaftspolitik getrieben – eine Politik der vollen Taschen – und jetzt wo es offensichtlich wird, sollen die Stimmen aus der Mitte der Bevölkerung die das auch schon vor Jahren gesagt und erkannt haben, weiter diffamiert werden. Das richtet sich gegen die wenigen die die andauernden Säuberungsaktionen im politischen Diskurs überhaupt überstanden haben, in den Parteien selbst sind davon so gut wie keine mehr übrig. Und die "faschistische Rechte" hat wenn überhaupt, genau von dieser Politik profitiert und wird weiter profitieren – wenn jeder, der ohne Rosarote Brille die Wirklichkeit in unserem Land betrachtet, in die Rechte Ecke gestellt wird.
