Immer diese Hybris, "Künftig erhalten die Menschen ihr Weltbild von irgendwelchen irren Bloggern, die aus ihrer Unterwäsche schöpfen", meint Michael Kinslley im Time Magazin. Und. "Na und", denke ich mir. Wo ist denn da der Unterschied? In den Papierprodukten sieht es doch nicht anders aus. Das Leitmedium in Deutschland ist die Bildzeitung, darin sind 80 Prozent der Artikel direkt aus der Unterwäsche geschöpft. Und auch mancherlei Edelfeder, schöpft mehr aus der Unterhose als aus anderen Teilen seiner Umgebung.
Auch die anderen Medien sind da nicht anders, höchstens der formale Anspruch liegt ein bischen höher. Aber auch dabei ist dann jeder Schreiber, bis auf die Rechtschreibung, weitestgehend sich selbst überlassen.
Ein anderer Unterschied der auffällig ist, ist daß Aussagen die nach Zeilengeld bezahlt werden, länger brauchen um auf den Punkt zu kommen. Das führt auch dazu, daß eine redundante und abschweifende Schreibweise, sich gerne mal als guter Stil verkauft. Was auch von Blogs gerne nachgeahmt wird, owohl der aufmerksame Leser bemerkt, daß grosse Teile eines solchen Artikels aus Geschwafel bestehen.
Aber der wichtigste Unterschied ist: Geld und Lohnschreiber, sind bis auf die wenigen Liberos, gesteuerte, unfreie, der Herausgeber- und Redaktionsmeinung verpflichtete, abhängig Beschäftigte.
Der grosse Unterschied ist offensichtlich, daß Meinungsbilder über das System, Redaktion, Lektorierung, gesteuert werden können.
Die Qualität ist keine Argument. Qualität setzt sich durch. Und wenn über Blogs eine grössere Prominenz und damit auch grössere Karrieren möglich wären, würde alleine die Konkurrenz zu grösserer Qualität führen.
Wir leben in einer Pressewelt in der meistenteils vorgefertigte Meldungen, von Pressediensten und -Tickern verarbeitet werden. Echte Berichte aus Brennpunkten des Zeitgeschehens finden sich mittlerweile auch schon viel schneller in Blogs als In Zeitungen. Würde die gesellschaftliche Reputation und damit auch die finanzielle Verwertbarkeit, grösser würde sich das noch mehr verbessern.
Das Geschimpfe auf Internet und Blogs, ist nur das Zeichen der nackten Angst, und der Ruf nach staatlicher Regulierung. Ich bin da aber frohen Mutes, daß die verschiedenen Verlage es schaffen werden das Web über kurz oder lang zu zerstören. Erste Ansätze sind ja längst da. Das Web muss nur gefiltert und als Premium Paket mit Sex und Filmchen verkauft werden, dann klappt das schon. Aus dem alten WWW wird dann eine Minderheiten Veranstaltung wie das Usenet.