October 18, 2006

Der Letzte macht das Licht aus

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 4:17 pm

In Meerbusch wird zeitweise die Strassenbeleuchtung abgeschaltet um Energie zu sparen und um die Lebensdauer der Lampen zu erhöhen. Auf den ersten Blick ganz vernünftig, und nicht sehr aufregend, aber da steckt mehr dahinter. Das ist endlich mal wieder ein zukunftsweisender Weg, der hier eingeschlagen wird. Nun man könnte zwar einwenden, daß es noch sparsamer wäre eine solche Beleuchtung erst garnicht zu bauen, aber diese Idee wurde sicher nicht vergessen, ist sie doch in anderen Projekten, bei denen es darum geht Bauvorhaben zu stoppen immer virulent.

Das Problem "Zivilisation" ist aber ein grundsätzliches und muss von allen Seiten angegangen werden. Und Sparen, ist da ein ganz selbstverständlicher guter Ansatz. Was hatten wir damals Spass, bei den Autofreien Wochenenden während der Energiekrise. Sowas könnten wir ruhig mal wieder machen, auch öfter. Und wenn wir es richtig oft machen, scheint dann vielleicht auch die Sonne etwas weniger und wir bekommen wieder mehr Schneematsch, den wir dann mit unseren, von Mallorca-Hunden gezogenen Transportschlitten, als natürliche logistische  Ressource nutzen können. Diese Erderwärmung ist doch grauenhaft. Überall steigt das Meer und wenn wir nicht jetzt aufpassen sind bald alle Hamburger ertrunken.

Diese Sparidee ist gut. Sie ist noch besser als Umweltauflagen und Verweise auf alternative Lebensentwürfe, Möglichkeiten, etc. Sie ist modern und populär, entspricht sie doch ganz dem allgemeinen "Geiz ist Geil" Trend. Zu sparen finden alle gut – darauf wurde man schon in der Grundschule mittels Sparschweinchen von Sparkassen geeicht. So innovativ wie das Konzept ist, so ausbaufähig ist es auch. Ich sehe überall ungenutzte Sparpotentiale. Warmes Kochen zum Beispiel: Darauf zu verzichten wäre doch geradezu Rohkostgesund. Wenn 4 Tage in der Woche der Herd kalt bleibt, kann man das autofreie Wochenende erst richtig geniessen. Und was passt da besser als Kerzenbeleuchtung von selbst- und handgeschöpftem Bienenwachs. Flugzeuge die nicht fliegen, können auch nicht von Terroristen gekapert werden. Statt vergiftetem Genfood aus dem Supermarkt können wir  uns besser und gesünder von Pilzen aus dem Wald ernähren.

Das Bildungsproblem wäre auch gelöst, denn Bildung braucht man nicht mehr, für ein solch schönes Hobbitleben. Die Bucheckern des deutschen Waldes allein können mindesten eine 120 Millionen "Bevölkerung" ernähren. Besonders, da die Verbotsschilder an den Eingängen zu den Wäldern, die meisten von uns, vor allzu ressourcenschädigendem Gesammel abhalten werden. Abschalten, sparen, oder garnicht erst bauen: Das sind die wirklich zukunftsträchtigen innovativen Ideen aus Deutschland. Absolut exportfähig für die gesamte Welt.