Der ist im Ruhestand. Aber seine letzte grosse Tat bleibt unvergessen: Eine Schlägerei an einer Busshaltestelle wurde zur Gefahr für die gesamte Nation. Wegen der Gefährdung der inneren Sicherheit der Bundesrepublik musste der Bundestaatsanwalt Nehm eingreifen, das war zwingend. Die Justiz erregte sich wie sonst nur die Bildzeitung. Die gesamte Presse eiferte mit, Blogs forderten Standgerichte, in Internetdebatten wurden Strafmaßnahmen gegen Ostdeutschland erdacht. Der damalige Hauptverdächtige Björn L. ist nun aber nach monatelanger Untersuchungshaft wieder in Freiheit, und wartet auf den Prozess. Die Vorwürfe gegen ihn haben sich schon im Vorfeld auf Körperverletzung und Beleidigung(!) reduziert. Es ist immer wieder interessant wie schnell sich in Deutschland ein Gesinnungsmob bilden kann. Und wehe dem, der dabei auf der falschen Seite steht. Auf der richtigen Seite stehen nur immer Sozialisten mit N oder oder ohne N; Das ist der Vorteil ideologischer Verzücktheit. In diesem Fall war der Sog des Mobs so stark und die Vorurteile so mächtig, daß auch fast die gesamte ansonsten vermeintlich liberale Fraktion mit einstimmte. Man kann nur immer warnen: Aufregung, wenn sie die Masse erfasst, ist immer schlecht und gefährlich. Wenn alle anfangen das Selbe zu erzählen und die Stimmen dabei die Tonlage ändern, immer eine kleine Auszeit nehmen und die Sache nochmal aus einem Blickwinkel betrachten, der so weit entfernt ist wie möglich.
Hier eine Zusammenfassung des Hintergrundes bei den Potsdamer Neuen Nachrichten.
Zum nachstöbern hier die internen Verweise.