Idomeneo
Leider ist die kulturelle Eintracht beim "Islamgipfel" doch nicht so eingetreten, wie es schon überall zu hören war. Es gibt wohl keinen gemeinsamen Idomeneo Besuch der Teilnehmer. Der Vorsitzende des Islamrats in Deutschland, Ali Kizilkaya, hat wohl keine Lust zusammen mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (Der die Idee hatte) zu sehen wie Religionsgründern, wenn auch nur symbolisch der Kopf abgeschlagen wird. Leider gibt es kaum zeitgenössische Religionsgründer, und selbst wenn, ständen die für solchen Unsinn sicher nicht zur Verfügung.
Ausserdem hat das nun wirklich eigentlich garnichts mit Mozart zu tun, der selbst eigentlich immer für strenge werkgetreue Aufführungen war. Das wurde mal wieder einfach so reingeschrieben, das bitte bedenken liebe Religionsfreunde, damit nicht jetzt irgendwo die Mozartkugeln brennen oder dran glauben müssen. Zwar geht in dem Stück um Väter die ihre Kinder einem Gott opfern sollen, und man könnte von dort aus auch so einfach weiter abstrahieren: Letztlich will der Gott (Hier Poseidon) das aber überhaupt nicht, er prüft nur die Entschlossenheit wie bei Abraham. Also eigentlich nun doch eine ganz andere Geschichte mit einer völlig anderen (Abrahamitischen) didaktischen Zielrichtung. Letztlich wird nämlich dabei der Glaube, der selbst den eigenen Sohn opfern will, belohnt. Also liebe Freunde des Opfertods, das ist eigentlich euer Stück nichts wie rein. Die Entschlossenheit den eigenen Sohn zu opfern wird in diesem Stück belohnt.

Es geht in erster Linie um Publicity:
Die Opern haben rückläufige Besucherzahlen und weniger staatliche Zuschüsse. Daher wird bei modernen Inszenierungen geschockt, um ins Gerede zu kommen und mehr Besucher anzuziehen. Obwohl Mozart nichts davon geschrieben hat, werden abgehackte blutige Köpfe von Jesus, Mohammed, Buddha und Poseidon in die Oper eingebaut.
Die Besucher haben sich aber mittlerweile an Provokationen gewöhnt und bleiben den Opern trotzdem fern. Da normale Skandale nicht mehr funktionieren, inszeniert die Intendantin einen neuartigen Skandal: Absage einer Oper wegen der Gefahr von Anschläge. Auf einmal interessieren sich die Leute doch wieder für die Oper. Und die Oper wird aus Trotz und als Zeichen gegen Appeasement und die “Islamofaschisten” aufgeführt.
Nächsten Monaten werden irgendwelche erfolglosen Künstler irgendwas Skandalöses basteln und dann in der Hoffnung es verkaufen zu können, behaupten, sie hätten von Islamisten Morddrohungen bekommen. So kann man auch Geld machen.
Comment by Atlantiker — September 28, 2006 @ 10:01 pm