August 21, 2006

Grass gelesen

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 12:26 am

Ich fand ja schon immer, das die menschliche Seite von Grass völlig überbewertet wird. Das wirklich Schlimme an ihm ist die Stilistik. Hier hat es mal jemand kurz und gut zusammengefasst (sueddeutsche)

Grass’ Stil ist nicht cholesterinarm. Man könnte ihn einen verschärften Bauern-Barock nennen: Es wimmelt von Adjektiven. Redundanz ist das oberste Prinzip. Diese Prosa hat etwas Krud-Artifizielles, etwas Ausgeschnitztes, Manieristisches, pedantisch Groteskes (Grimmelshausen hat ihm eben schon an der Wiege gesungen!). Überhaupt gilt für Grass’ Bücher das Mischungsverhältnis: Auf eine Einheit Denken kommen dreißig Einheiten Bilderwust. Die Literaturkritik hat das früher gerne sein überschäumendes Erzähltemperament genannt. In der Welt des Motorsports nennt man das übertourig. Sein Stil besteht fast ausschließlich aus Metaphern, kaum einmal ein normales Wort ist darunter gestreut. Die Lektüre dieser poetischen Essenz ist nur dem Lutschen von Brühwürfeln vergleichbar. 

Benedikt oder Grass

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 12:00 am

Einer lügt. Der Papst leugnet jede Bekanntschaft mit Grass. Wem glaube ich jetzt mehr? Die Wahrheitsliebe von Grass ist ja mittlerweile bekannt. Der andere ist unfehlbar.