August 17, 2006

Wörter mit Hülle gehören Apple.

Filed under: Technikwelt - luclog @ 2:56 pm

Apple will den Begriff für Schale und Hülle für sich. TightPods ein Hersteller der Schalen und Hüllen anbietet wird schon von Apple aufgefordert seinen Namen zu ändern.

Pod bedeutet: Behälter (Technisch), Delfinschule, Befestigungsfuss, Gehäuse (Technisch), Gondel, Hülse, Schale, Schote, Schotenpfeffer, Schwarm, Verkleidung (Instrumente), Werbeblock.

Man sieht an der Aufreihung schon, daß fast alles was im technischen Bereich mit einer Hülle zusammenhängt, ganz natürlich mit Pod bezeichnet wird. Nun, das hindert Apple aber nicht direkt Firmen zu verklagen, die diese üblichen Bezeichnung genau in diesem Sinn benutzen. Hier heisst es, Vorwärts bei der Strafbewehrung von Sprachbenutzung. Was im Internet geht muss doch im wirklichen Leben auch funktionieren.

Am meisten kann man wohl damit gewinnen besonders übliche Begriffe zu schützen. Hier ist es Hülle, demnächst ist es Auto (Mercedes), Haus (Immo-irgendwas), Bank (Deutsche Bank). Irgendwann muss man dann Teile des Dudens mieten um sich überhaupt zu äussern. Das Geschäftsmodell ist auch schon klar, man mietet Sprache 1.0 als Kind und später wird dann je nach Geldbeutel upgedatet. Wer eine spezielle Karriere plant, kauft sich dann das Journalismuspaket dazu, oder das Wissenschaftspaket, so bleiben auch alle immer schön unter sich und die gesellschaftliche Diskussion überschaubar und leicht zu steuern. Vorwärts zur neomittelalterlichen Sprachkastengesellschaft.

(Golem)TightPods, ein Unternehmen das eine Schutzhülle für Notebooks anbietet, soll ebenfalls einen Brief von Apple bekommen haben. Apple soll beide Unternehmen darum gebeten habe, ihre Produkte umzubenennen, da sie das iPod-Markenzeichen verletzen würden.

Ausländerpolitik in Italien

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 12:45 am

Paduas Mauer

Die Ausländerpolitik innerhalb von Europa führt mittlerweile zu manch Merkwürdigkeit. Nun hat Padua auch eine Mauer. Und zwar und das ist für Europa völlig neu: Eine Mauer um ein Ausländerghetto vom Rest der Stadt abzutrennen, weil man der Krimialität innerhalb des Ghettos nicht mehr Herr wird. Ein ganzes Viertel, umgeben von einer unüberwindlichen dreimeter hohen Stahlmauer mit Stacheldraht, weil scheinbar auch die Polizei sich nicht mehr zutraut dort für Ordnung zu sorgen.  Ein rechtsfreier Raum inmitten von Italien.

(Die Presse)

Vor zwei Wochen kam es gar zu einer Massenschlägerei mit Macheten und Äxten: Maghrebiner Tunesier, Marokkaner und Nigerianer gingen aufeinander los.

Interessanterweise steckt ein linker Bürgermeister hinter der Idee:

Da war es dann genug: Flavio Zanonato, der langgediente, linke Bürgermeister, hatte sich immer gegen Ghettos verwahrt, jetzt hält er die Stahlwand aber für den letzten Ausweg: Alles dichtmachen, und einen betonierten Polizei-Checkpoint an den einzigen verbleibenden Zugang. Und dann? Bisher keine Antwort.