Eskalation in Kabul
Man konnte dem Frieden in Kabul sowieso nie trauen. Jetzt scheint es erstmals zu massiven Gewaltausbrüchen zu kommen. Schon, daß man Abdul Rahman nicht so hinrichten konnte wie gewollt, scheint vielen dort nicht geschmeckt zu haben. Auch die Beleidigungen des Propheten durch Karikaturen haben dort die heilige Wut weiter geschürt. Nun bricht die Gewalt scheinbar offen aus.
Wie lange wird sich die demokratische Besetzung durch internationale und deutsche Truppen, und dem installierten Aushängeschild Karzei dort halten können? Und hat die Demokratisierung in den islamischen Ländern, so wie man sie aus der Ferne plant überhaupt eine Chance?
Wenn man die Kommentar aus Büchern und in der Presse zum militärischen Auftreten auch bei diesem Fall verfolgt, scheint sich zumindest in Deutschland jeder ein scheitern zu wünschen. Denn Gewalt darf nicht angewendet werden und Schuld sind immer die brutalen Besatzer zu denen auch unsere deutschen Truppen zählen. Deren Brutalität beim Lebensmittelverteilen und dem lockeren Hinwegsehen über Mohnfelder ja aus Funk und Fernsehen bekannt ist.
Wer den Opferstatus einmal in der deutschen Presse ereicht hat, der kann auch Menschen in die Luft sprengen Menschen hängen und sich alle Brutalität erlauben die nur denkbar ist. Hauptsache er steht auf der Seite der Guten, gegen Amerika und Demokratie. Das nennt sich dann Kampf für Menschrechte. Und ist Kern aller "Befreiungsrethorik", von Israel, über den Irak, bis nach Afghanistan.
