Kunden sind Verbrecher
Deutschland ist ein schönes Land. Und um unseren hart erarbeiteten technologischen Vorsprung bei Computern und Internet auch längerfristig zu sichern, wird der Bevölkerung vermittelt, daß man mit einem Bein im Gefängnis steht wenn man einen Internetzugang plus pubertierender Kinder besitzt. Abmahnungen von bis zu hunderttausend Euro pro Person, oder gleich 42 Jahre Gefängnis, drohen nun bei jedem familiären Breitbandzugang. Die Angst geht um. Die Angst vor jedem Radio im Haushalt wird ja schon lange durch die GEZ geschürt. Wir brauchen aber noch mehr Angst. Angst vor der Steuer reicht auch nicht. Angst vor Technologie wird helfen den Morgenthau-Plan verspätet umzusetzen und Deutschland in ein Agrarland umzuwandeln, in dem Wölfe und Bären endlich glücklich leben können. Der Rest verklagt sich, bis alles was Beine hat bis hinter hinter die Mongolei flüchtet. Die Bevölkerung von drei Bauern und 6 Wölfen, zwei Bären und 18 Juristen übernimmt dann die Restschulden.
Das geht aber alles viel zu langsam und deswegen sollt die Musikindustrie da zuschlagen wo es die Musikverbrecher wirklich trifft. Wozu werden den Ipods, transportable Festplatten und Mp3-Player eigentlich genutzt? Das sind Werkzeuge des Verbrechens und des Raubes. Ganz einfache Kontrollen am Wegesrand und auf den Schulhöfen könnten das Ausmass der Kriminalität in Deutschland ans Licht bringen. Das Tauschen im Internet ist doch nur minimal. Die eigentlichen Musikdatenbanken sind in den Wohnungen der Musikhörer. Und da die CD ein Verfallsdatum besitzt, müssen die Leute entweder neu kaufen oder kopieren.
Ich kenne Leute die haben hochgerechnet mehr als 80 tausend Euro in ihre CD Sammlung investiert, die absolut nichts wert ist. Denn jede CD hat nur eine kurze Lebenszeit. Ins Auto oder auf Reisen sollte man sie eigentlich gar nicht mitnehmen, dann wird die Lebensdauer noch kürzer. Wofür haben die Leute also Geld bezahlt? Für ein kurzes Vergnügen. Ihre Sammlungen sind trotz gegenteiliger Behauptungen nichts wert. Und sie haben auch keine Rechte erworben. Und das ist richtig so, denn gerade diese Käufer sind ja diejenigen die die Musikindustrie stützen und sich für das kaufen und Sammeln von CDs einsetzen. Wer sich so verarschen lässt, dem geschieht es recht.
Aber um wirklich gegen die tauschenden Verbrecher vorzugehen, muss man da zuschlagen wo die Masse tauscht. Man muss endlich die tragbaren Massenspeicher kontrollieren. Der Zoll übernimmt das sicher gerne. Stichproben an den Grenzen und bei Flugreisen würden das ganze Ausmass des Verbrechens erst ans Licht bringen – und die Kopierverbrecher mittels Schnellgericht dann hoffentlich direkt ins Gefängnis. Und wenn man erst die Schulhöfe und Privathaushalte kontrolliert, kann man sicher noch mehr erwischen. Grund zur Hausdurchsuchung sollte der Besitz eines Mp3-Players oder Computers sein. Wir erwischen sie dann alle.

Treffer… versenkt.
Rettet die Musikindustrie - Krieg den Schulhöfen!
Comment by Biènne Majá — May 24, 2006 @ 1:31 pm
Am besten eine Zwangsabgabe wie die GEZ bloß für Musik. Also quasi voraussetzen: Wer ein Musikabspielgerät hat, hört auch. So. Die GEZ-Schnüffler übernehmen das Fahnden nach Konsumenten-Verbrechern gleich noch mit. Dann sind die Buben wenigstens ausgelastet. Vielleicht sollte man mal die Ex-Stasi-Leute jemanden fragen, der sich damit auskennt.
Comment by euroneuzeit — May 26, 2006 @ 10:54 am
Die Deutschen wollen Angst haben und in Hysterie verfallen. Das war schon immer so, lediglich die Themen ändern sich. Ein tolles Buch dazu ist Die deutschen Ängste. Ein Volk in Moll.
PS: Das Design des Blogs ist unter Opera nicht erkennbar.
Comment by Trafo — May 29, 2006 @ 2:46 pm
Zu Opera: Ich weiß, es wäre von meiner Seite aus aber nur mit viel Aufwand zu beheben, wenn überhaupt. Denn Opera verhält sich diametral zum Explorer. Einfacher ist es für Opera User auf die reine Html Ansicht umzustellen (ein Knopfdruck), dann ist es lesbar oder sich einen Browser zu installieren der alles vernünftig anzeigt. Da der Prozentsatz von Opera Nutzern sehr klein ist, lohnt sich der Aufwand eigentlich nicht. Wenn ich eine einfache Lösung dafür finde werde ich sie aber umsetzen. Aber wahrscheinlich wird das nächste Opera Update das sowieso ändern und von daher besteht sowieso kein Handlungsbedarf.
Comment by luclog — May 29, 2006 @ 3:01 pm