Auch Du bist Kay Nehm
Es stand schon seit dem 28. April eigentlich fest. Der Vorfall in Potsdam, bei dem zwei "mutmaßliche Täter" mit Hubschraubern und unter persönlicher Oberaufsicht des Bundesstaatsanwaltes (K. Nehm) als rassistische Volksbedrohung in Haft gesetzt worden sind, hat sich nun als normale Schlägerei herausgestellt. Wobei die beiden Tatverdächtigen nicht mal Täter sein konnten, da ja nur ein Schlag ausgeführt wurde. Wer in die Hände des Gesinnungs-Mobs gerät hat wirklich nichts zu lachen. Also aufgepasst, was lernt man daraus: Wenn Dich mal irgendjemand angreift, oder Tritt, oder beleidigt, oder auch bestiehlt (Alles egal) der nicht blond ist (Blond und männlich darf man auch erschiessen, das ist immer Notwehr), nimm es hin wie Jesus es getan hätte. Notwehr kann in einem solchen Fall jeden ins Gefängniss bringen. Von der Haftentschädigung (Kurzer Lacher) können die sich nun ein Eis Kaufen. Die Beschädigung der Familie und des persönlichen Umfeldes war wahrscheinlich massiv . Solche Leute werden dann ja auch immer gerne entlassen. Arbeitgeber mögen keine Scherereien. (Was keinen Interessiert)
Und was sagen die Kommentatoren dazu, denen kein Vorurteil gegen Ostdeutsche und überhaupt alle die nicht sofort in Habachtstellung mitgeschrien haben massiv genug war?
Ja aber.
Ja aber, eigentlich.
Ja aber: "Es gibt ja noch die anderen Fälle" – und eigentlich: "Eigentlich ist es richtig, denn der gute Wille ist das was zählt."
Der Gute Wille eines Mobs, der sich bezeiten dann wohl auch mit Fackeln sammelt, der ist hier gemeint – die Dialektik der Dummheit, des Pöbels der sich zum Fackelzug formiert: Das ist es was bleibt – wie eine ewige deutsche Wahrheit. Wer wagt es da noch aus der Reihe zu treten? Das ist der ungute Nachgeschmack dieses Vorfalls. Es war mal wieder ein deutscher Pressevorfall, ein Propagandathema. Und sowas ist viel gefährlicher als ein paar Schläger. Darüber sollte man nachdenken, was aber keiner tut. Aber zum Glück sind aber auch alle in den deutschen Medien mit einem kurzem Gedächnis gesegnet. Und den immer gleichen Fehlern verhaftet zu sein verbindet ja auch, besonders wenn man es über "richtige Moral" und "richtige Einstellung" verkittet.
Wie glaubhaft ist das Auftreten dieses Gesinnungsmobs mittlerweile? Wie ist das mit denen die immer "Feuer! Feuer!" rufen und dabei dann auch noch so unangenehm nach Benzin riechen?
Die Zeit bei der immer noch zwei Täter einen Schlag ausführen schreibt dazu dann auch in bester Bildzeitungsmanier, wie aber alle anderen Quellen auch:
Allerdings habe die dunkle Hautfarbe des Opfers wohl dazu beigetragen, dass die Täter deutlich stärker zugeschlagen hätten.
Die DNA Anlalyse hat zwar auch nichts gebracht. Aber für die Entlassung aus der U-Haft spiele "insbesondere eine Rolle, daß der Geschädigte sich bislang nicht an die Tat erinnern kann", meint der Generalbundesanwalt (N24).
An diesem Mittwoch wolle Generalbundesanwalt Kay Nehm entscheiden, ob er Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundesgerichtshofs einlegt. (Der feste Wille zur Wichtigkeit)
Denn: Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA gingen die Ermittler zuletzt eher von einer Schlägerei als von einem gezielten Überfall auf den Deutsch-Äthiopier aus. Allerdings habe: "die Hautfarbe des Opfers wohl bewirkt, dass die Täter stärker zugeschlagen hätten" !!!. Mutmassung und Vorurteil wird zum Prinzip. Aber kein Angst, wer immer auf der richtigen Seite steht, den kann es gar nicht erwischen.
Ach ja, es gibt dabei keinen "guten Willen" es gab und gibt nur "richtige Gesinnung" auch bekannt als "Betroffenheit der richtigen Art im richtigen Moment".
(Hier ein Kommentar dazu aus der Welt. Der Rest der Presse ist nichtmal zur Selbstkritik fähig. Das ist nicht nur eine Blamage für die Bundesstaatsanwaltschaft, wie die Welt titelt, sondern auch und gerade für die Presse. Dabei ist ein Schaden für das Bild Deutschlands im Ausland entstanden den die Fussballweltmeisterschaft wohl kaum noch überdecken kann. Sowas kostet Milliarden und ist durch Werbemassnahmen im Ausland überhaupt nicht wieder gutzumachen. Aber da haftet ja dann keiner.)
