Das Wetter in Berlin
Manche wird es wundern, aber es gab auch schon früher Wetter, es gab aber noch kein Klima, das musst erst zur Verbesserung des rhetorischen Arsenals für allgemeinen Verwirrung hinzuerfunden werden. Klima wird dementsprechend auch für alles mögliche verwendet, bis hin zum Gesprächsklima, und da merkt man schon, daß mit dem Wort nichts gemeint ist was sich auf einen längeren Zeitraum bezieht, obwohl die meisten erkärenden Quellen so tun als wäre dies der Unterschied von Klima zu Wetter.
Dem zum Trotz wird es in der Literatur und in meisten Gesprächen so verwandt, als würde das Wort "Klima" einfach nur eine örtliche Entkoppelung vom Wetter bedeuten – das ja wie wir alle wissen ortsgebunden ist. Wer Klima sagt denkt gross, und hat damit dann die Verwirrung auf seiner Seite. Er denkt so gross, daß er der Realität schon leicht entschwebt und mit diesem Begriff soviel rabulistischen Unfug treiben kann, daß es für eine Menge Leute dann sehr gebildet klingt. Die übernehmen es dann, und benutzen es genauso quer Beet, wie alle anderen auch. Hier steht was Klima eigentlich bedeutet.
Aber ich wollte eigentlich nur auf ein paar Wetterereignisse die auf der gleichen Seite gelistet sind hinweisen, und die so sensationell sind, daß unsere klimahysterische Presse, hätte es sie da schon gegeben, Purzelbäume schlagen würde:
»Berliner Morgenpost« am 6. Januar 1953: »Katastrophen ohne Ende. Fast die ganze Welt wird gegenwärtig von Unwettern heimgesucht.«
Schwere Wolkenbrüche beendeten Ende Mai 1953 eine tropische Hitzewelle in Deutschland. Von Skandinavien bis zur Riviera gab es Schneefälle und Hagelstürme. Holland erlebte am 4. Juni 1953 den kältesten Junitag seit 100 Jahren.
1950
Mit 32 °C wird der heißeste 21. Mai seit 100 Jahren gemessen.
1954
16. Mai: Eine Windhose mit einem etwa 25 m hohen Wirbeltrichter versetzt gegen 14 Uhr die Besucher des Strandbades Wannsee in Schrecken. Auf einer Strecke von etwa 150 m werden Sand und Kleider aufgewirbelt, ehe die Windhose nach einigen Minuten über dem Wasser zusammenbricht.
September: Drei schwere Gewitter toben binnen fünf Tagen. Dabei werden am 5. September zwei Männer beim Kartenspielen vor einer Laube im Grunewald vom Blitz getroffen. Durch die heftigen Regengüsse kommen in der Kanalisation Zehntausende von Wanderratten ums Leben. Ihre Kadaver werden in die Spree und in die Kanäle gespült, wo sie Aufräumtrupps mit Keschern herausfischen. Das ist, so heißt es, das größte Rattensterben in der Berliner Geschichte gewesen.
14. April: Während eines heftigen Gewitters mit Hagelkörnern bis zu 5 cm Durchmesser beschädigt ein gewaltiger Kugelblitz ein Haus in Heiligensee.
1956
24. Dezember: Seit 16 Jahren gibt es wieder »Weiße Weihnachten«.
1957
Eine ungewöhnliche Warmwetterperiode lässt Jasmin und Krokusse erblühen. Mit 12,1 °C gilt der 4. Februar als »Hitzerekord« seit 1830.
11. Juni: Während des ersten Tropentages (heute: heißer Tag) des Jahres bei einer Temperatur über 31 °C bildet sich um 14 Uhr im Freibad Humboldthain eine Windhose, die mit orkanartiger Geschwindigkeit Textilien und Utensilien der Badegäste bis zu 30 m hoch und über 700 m im Umkreis verwirbelt.
1. Juli: Zum offiziellen Beginn des Geophysikalischen Jahres gibt es auf der Sonne gewaltige Eruptionen, die den Funkverkehr auf der Erde lahm legen.
1958
11. Februar: Zwischen 3 und 4 Uhr morgens zeigt sich am Himmel über Berlin - wie schon im Januar und September 1957 - ein außergewöhnlich prachtvolles Nordlicht.
