May 8, 2006

Götz Werner

Filed under: Zeitgeist, Automatisation - luclog @ 10:34 am

Radikale Probleme brauchen radikale Lösungen. Die Automatisierung wird mehr und mehr als Problem für unser altes Wirtschaftssystem erkannt. Die Debatte dazu ist eigentlich aber schon älter. Zu dem Problem der Automatisierung erschien schon 1995 ein Buch von Jeremy Rifkin, "Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft". Und die Debatte dazu ist noch älter, aber jetzt nach über zehn Jahren erreicht sie auch die politische Elite in Deutschland. Für unsere Verhältnisse war das eigentlich sogar schnell.

Leider steht eine starke Fraktion dagegen, die hier im Staat und in den Parteien den Lobbyismus verteidigen. Es ist auch schwer etwas durchzusetzen was die Steuerberater und Steuerbeamten arbeitslos macht wenn die halbe Parteienlandschaft aus eben solchen besteht.

Götz WernerGötz Werner seines Zeichens erfolgreicher Kapitalist und Erfinder der Drogeriemarktketten mit seiner Firma DM, bietet eine Querdenker Lösung, die wirklich radikal erscheint. Aber im Grunde hat er Recht, das verschwinden der Arbeit auf breiter Front erfordert ein Umdenken. Auch eine noch so prosperierende libertäre Wirtschaft wird die Massenarbeitsplätze nicht mehr zurück bringen. Und davon das einer Haare schneidet und der nächste diesem die Steuererklärung macht kann eine Gesellschaft nicht leben.

Selbst auf auf Platz 78 der Liste der reichsten Deutschen, plädiert Götz Werner für ein bedingungsloses Grundeinkommen, das über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 48% finanziert werden soll. gleichzeitig sollen fast alle anderen Steuern abgeschafft werden. Dazu hat er die Initiative "Unternimm die Zukunft" ins Leben gerufen.

Das wäre natürlich auch ein harter Schlag gegen diejenigen, deren  Lebenssinn es ist andere zu verwalten. Und gerade hier sehe ich den Hauptwiderstand gegen ein solches Konzept. Damit werden auf einen Schlag auch ganze Armeen von Menschen ihres verwaltenden Lebenssinnes beraubt.

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