April 28, 2006

Cohn Bendit

Filed under: Fundsachen - luclog @ 12:22 pm

Da ist man auf der Suche nach Zitaten zum Fall Ermyas, weil man sich erinnert, daß einige Bekanntheiten sich da besonders hervorgetan haben und dann findet man sowas:

1975 schrieb der spätere Europaparlamentarier Daniel Cohn-Bendit über seine Zeit als Kindergärtner: «Es ist mehrmals passiert, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln. Ich habe je nach den Umständen unterschiedlich reagiert, aber ihr Wunsch stellte mich vor Probleme. Ich habe sie gefragt: ‹Warum spielt ihr nicht untereinander, warum habt ihr mich ausgewählt und nicht andere Kinder?› Aber wenn sie darauf bestanden, habe ich sie dennoch gestreichelt» («Der grosse Basar»). Erst Anfang dieses Jahrtausends, mehr als 25 Jahre später, brach ein Sturm der Entrüstung aus. Cohn-Bendit wurde als Pädophiler bezeichnet. Er sprach von einer «Menschenjagd» auf ihn und rechtfertigte diese Passage kleinlaut mit dem «Delirium der Epoche», die ihn geprägt habe.

Überhaupt: "Kindergärtner", interessant.

Hier noch ein Link dazu: Bettina Röhl hat sich auch damit beschäftigt (Orginal Quelle).

Lustige Provokationen

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 12:01 pm

Das finde ich mal richtig lustig

Die Thomas M. Verwechslung

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 10:18 am

Ich hoffe ja, daß allen die vorschnell ihre Schubladen aufmachen, sowas mal selber passiert. Aber dazu ist wahrscheinlich das eigene Verhalten zu aalglatt der Masse angepasst. Nun hat sich im Fall Ermyas M.die Verbindung zur Rechtsextremen Szene bei dem mutmasslichen Täter Thomas M. in Luft aufgelöst. Man muss natürlich dazu bemerken, daß die beiden die zur Zeit als Täter gehandelt werden, auch noch nicht als Täter feststehen. Sie werden ja bisher nur durch Indizien mit der Tat in Verbindung gebracht. Nur gut, daß Leute die so schnell urteilen, wie man es in diesem Fall erleben durfte, in den Momenten ihrer heiligen Wut keine Holzscheite und Feuerzeuge zur Hand haben.

Dazu noch ein vertiefender Artikel der Rheinischen Post:

(RP)Derweil gerät such das Opfer Ermyas M. immer mehr in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Nach Zeugenaussagen soll das Opfer mit der körperlichen Auseinandersetzung angefangen haben, wie die "Berliner Morgenpost" unter Berufung auf sichere Quellen berichtet. 

Berliner Morgenpost:

Zwei Männer "mitteleuropäischen" Aussehens hätten sich auf dem gleichen Weg befunden, seien aber schneller gegangen als Ermyas M. Auf gleicher Höhe entwickelte sich zwischen ihnen und dem 37jährigen offenbar ein Gespräch. Die Zeugen sollen ausgesagt haben, daß die beiden Männer kurze Zeit später weitergegangen sind. In diesem Moment soll Ermyas M. einem von ihnen von hinten in das Gesäß getreten haben. Daraufhin habe einer der beiden Männer sich umgedreht und einmal zugeschlagen.

Zwei Männer "mitteleuropäischen Aussehens", jetzt wird es aber kompliziert. Welcher Täterkreis wird üblicherweise denn so beschrieben? Und: "Einmal zugeschlagen". Warum für "einmal zugeschlagen" zwei Leute in Haft sitzen ist dabei auch erklärungbedürftig. Aber aus einmal zugeschlagen als Abwehrreaktion, wird wohl kaum mehr ein Fall von gezielter ideologisch motivierter Gewalt.

Aus dem Fall wird wohl doch noch etwas ganz anderes. Aber Lichterketten gegen ideologisch gespeiste Dummheit wird es in Deutschland nicht so schnell geben. 

Update:

Auch der NZZ fällt auf das manches in den deutschen Medien merkwürdig behandelt wird (Via:PI)