Judas Evangelium als Text
Es gibt ein Update bei Radikalkritik zum Judasevangelium. Der vertiefende Text dort ist sehr umfangreich und lesenswert. Besonders hervorzuheben ist der einleuchtende Schluss bei Radikalkritik, daß der Judasbrief die frühkatholische Antwort auf das bis jetzt verschollene Judasevangelium ist und damit im Zusammenhang gelesen werden muss. Es werden aber auch einige Verbindungen zur gnostischen Lehre nun klarer:
"Ich weiß, wer du [=Jesus] bist und von wo du gekommen bist. Du kommst aus dem ewigen Reich Barbelos, und ich bin es nicht wert, den Namen dessen, der dich gesandt hat, auszusprechen" (35.17ff).
Jesus wird als Gesandter aus dem Reiche Baals (Auch Barbelo) bezeichnet. Barbelo ist der Name der weiblichen fernen Gottheit im Gnostizismus. Dies wäre ein Hinweis auf eine stärkere Hinwendung zur weiblichen Seite innerhalb dieser frühchristlichen Religionsvorstellung (Barbelgnostik). Ein Übertrag der auch innerhalb des Katholizismus – nur verdeckter – im Marienkult enthalten ist.
Diesem richtigen Bekenntnis steht das falsche, von Jesus verspottete Bekenntnis der Zwölf gegenüber, die Jesus für den Sohn "unseres" Gottes, d.h. weiterhin für den Sohn ihres jüdischen Gottes halten (34.13ff). Anders als Judas erweisen sich die Zwölf gegenüber Jesus als nicht "standhaft" genug (35.1ff).
Das Judasevangelium als vollständiger Text findet sich nun bei National Geographic als PDF in englischer Übersetzung.
Siehe auch Experten im Interview bei NG.
