Zum Glück behalten die Juden einen einigermassen kühlen Kopf nach dem Anschlag. Die Reaktionen aus Israel entsprechen mal wieder garnicht dem blutrünstigen Feindbild Israel, wie es auch hierzulande gerne mal an Wände und in Artikel geschmiert wird. Aber wird es ihnen gedankt werden? Von Leuten die schon Schutzmauern zum Akt der Aggression erklären? Abwarten.
(Reuters) Auch Baruch Margalit bewegte sich vorsichtiger durch die engen Gassen: "Alles kann jetzt passieren", sagte der 40-Jährige, der regelmäßig hier einkauft.
Aber selbst unter den Passanten wurde kein Militärschlag befürwortet: "Ich zweifle daran, dass ein militärisches Eingreifen die Welle der Gewalt stoppen kann", sagte Amran ben Ajun, der in einem Jerusalemer Cafe saß. Die liberale Tageszeitung "Haaretz" kommentierte, eine hysterische militärische Antwort müsse vermieden werden.
Seit Abbas und der damalige israelische Ministerpräsident Ariel Scharon im Februar vergangenen Jahres eine Waffenruhe verkündet haben, hat die Gewalt deutlich nachgelassen. Unter den palästinensischen Extremisten hat sich keine Gruppe so strikt an die Vereinbarung gehalten wie die Hamas. Die Bewegung unterstützt aber Verbündete wie den Islamischen Dschihad, der sich zu dem Attentat am Montag bekannt hat.
Auch schreitet ihre Regierung bislang nicht gegen Angreifer ein, die vom nördlichen Gaza-Streifen aus verstärkt Raketen auf israelisches Gebiet abfeuern. Israel hat seine militärische Reaktion darauf in jüngste Zeit verschärft und die angeblichen Abschussgebiete wiederholt beschossen. Allein in diesem Monat sind dabei 20 Palästinenser getötet worden, darunter auch Zivilisten. Dan Williams