Gute Aussichten(FAZ). Die Alten werden älter und die gebildeten Jungen nehmen Reißaus. Und wenn man ehrlich ist, man kann diese Entscheidung verstehen. Nur die die nicht flexibel genug sind, sind auf Dauer die Angeschmierten.
In Deutschland ist über Jahrzehnte eine Politik gegen die wirtschaftliche Autonomie des Individuums gemacht worden. Der Mensch wird immer mehr eingezwängt in ein Bürokratie, die sich bis in die letzten Lebensbereiche einmischt.
Und was dabei entstanden ist, ist eine gesellschaftliche Realität, die letztlich jede Form des individuellen Lebensentwurfs zu unterdrücken gedenkt, obwohl sie sich vordergründig der Individualität verschreibt. Und das funktioniert über die Masse der kleinen Nadelstiche, der eigentlich immer unscheinbaren Stolpersteine einer staatlichen Überregulierung, die in ihrer Masse dann zu einem unüberwindlichem Berg werden.
Zukunftsfähigkeit und Planungssicherheit für den Einzelnen ist längst Vergangenheit. Dennoch soll er bei Berufsantritt, eine absurde Person sein, die am besten in drei Jahren das Studium durchlaufen hat, wobei er zwei Jahre im Ausland verbrachte, mit Berufserfahrung und Managementqualitäten, sowie einer funktionierenden Familie mit drei Kindern, lockere tägliche sechs Stunden Autobahn (Ohne Geschwindigkeitsüberschreitung) plus Flexibilität beim Wohnort kommen als Selbstverständlichkeit hinzu, das Fahrtenbuch wegen der Steuer macht man links nebenher – in einem Abwasch mit dem Sammeln und Sortieren der Belege, nebenbei wird noch fleissig Müll getrennt, gejoggt wegen der Gesundheit, weitergebildet, und soziales Networking betrieben, dazu kommen Kompetenzen in neuen Medien, freundliches Wesen, Gesundheit, Unterordnungfähigkeit plus Durchsetzungsvermögen, Markenbewusstsein beim Einkauf wie auch Sparsamkeit; Esprit ja, aber bitte ohne Humor.
Der realexistierende Mensch sieht leider anders aus, und das hat nichts mehr der GZSZ-Realität der Fernseh und Politikerwirklichkeit, zu tun. Es gibt haufenweise Menschen die kaum sprechen können, geschweige denn komplizierte Aufgaben bewältigen. Was ist mit denen? Die wollen auch einen Platz in dieser Gesellschaft und wenn das nur noch über Lottospielen gehen soll reicht es nicht. Und da kommen dann die Integrationsprobleme anderer Sorte erst noch oben drauf.
Pech für Leute die sich in Frauen verlieben, die ihre alte Mutter pflegen – überhaupt ist Freundschaft und Liebe eine schlimme Sache, das macht unflexibel. Wie schön das die Gesellschaft etwas dagegen tut und gleichzeitig Kinderlosigkeit als Egosimus verdammt. Und wenn es dann den Menschen in verwirrte hundertausend Stücke zerissen hat, wird auch das bemängelt.