50% Anteil von Migranten in den deutschen Ballungsgebiete 2010 – diese Zahlen sind eigentlich schon lange bekannt (Hedwig Birg/ vertiefend: PDF). Das hat die Politik wie die Presse aber durch die Bank weg, nicht daran gehindert diese Probleme über Jahre zu bemänteln. Man ist aber positiv überascht wenn sowas nach 10 Jahren mal im öffentlichem politischen Diskurs auftaucht. Trotzdem ändert sich bei der Haltung zum Thema immer noch nichts, es soll weiterhin am besten nicht thematisiert werden. "Nur nicht thematisieren" ist immer noch die Hauptüberschrift des Themas. Der Ausdruck dafür ist nun Gelassenheit. Wenn wir von einer Sache wirklich genug haben in Deutschland, dann ist es Gelassenheit. Wir sind dermassen lässig: Da sind wir Spitze. Wir sind sogar fahr-lässig, wenn es denn sein muss. Nicht nur bei dem Thema Integration. Auch bei Arbeit und Sozialem, Rente und Krankenkassen. Was die Lässigkeit angeht, da macht uns so schnell keiner was vor. Erinnern wir uns nur, wie wir das mit dem Mautsystem gedeichselt haben. "Lässigkeit" – da sind wir weltweit eine Nummer. Ey, krasse Politik, echt cool.
N-TV:
14 Millionen mit Migrationshintergrund
Die Ausländerbeauftragte Böhmer wies in der "Bild"-Zeitung darauf hin, dass in Deutschland derzeit 14 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben. Sieben Millionen seien Ausländer, sieben Millionen hätten schon einen deutschen Pass. "Im Jahr 2010 wird in vielen großen deutschen Städten der Anteil der unter 40-Jährigen mit Zuwanderungshintergrund schon bei 50 Prozent liegen."
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Ebenso wie Schäuble mahnte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) zu Gelassenheit. Dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte sie: "Manche Beiträge in dieser Debatte sind nicht nur nicht durchdacht, sondern schlicht populistisch."