Urheberrecht und Kultur
Es gibt das Argument, daß ohne ein Urheberrecht Inhalte nicht hergestellt würden oder die Inhalte an Qualität verlieren. Das ist Augenwischrei und stimmt eigentlich überhaupt nicht. Es gibt keine technische oder kulturelle Errungenschaft die durch das Urheberrecht zustandegekommen oder verbessert worden wäre. Urheberrecht dient nur den Zweitverwertern und der Kapitalisierung von Allgemeingut. Im Grunde genommen immer ein Raub an der Allgemeinheit. Selbst das Auto wäre schon an den Patenten der Pferdewagenindustrie gescheitert.
Mittlerweile werden ja sogar Funde aus der Steinzeit über Urheberrechte geschützt. Über eine solche Rechtsauffassung ist alles schützbar wenn es nur das richtige Gericht findet. Abbildungen der Pyramiden, Abbildungen des weissen Hauses, Abbildungen von Fahnen, einfach alles, zuletzt darf über nichts mehr gesprochen werden, ohne eine Abmahnung zu riskieren. Man befindet sich auf dem Weg in die völlige Perversion, durch Gesetze die nie einen Nutzen hatten.
Aber das Argument ist ja, die Kultur würde abnehmen ohne diesen Schutz. Es gab aber gerade vor dem Schutz durch Urheberrechte die meisten Entwicklungen. Und Wissenschaft wäre ohne den ständigen Bruch der Urheberechte durch Zitation, schlicht unmöglich.
Was haben wir vor dem Urheberecht an Kultur und was danach?:
Ohne Urheberecht entstanden alle antiken Werke, die Ilias, Antigone, alle römische und griechische Kultur die wir bis heute zitieren – die Werke von Bach, Beethoven, Mozart, jegliche Volksmusik, der Blues, der Rock, der Jazz, der Rap; die moderne Zitatemusik wie im House oder der Elektronik ist ein Aufbegehren dagegen und steht völlig im Gegensatz zum Urheberecht – in der Literatur ist alles – Goethe, Schiller, Herder, Kleist, etc. – vor 1900 ohne die heutigen Urheberechte entstanden und erst später duch Zweitverwerter mit solchen Rechten versehen worden.
Selbst die Lutherbibel und damit die Reformation wäre durch ein striktes Urheberecht unmöglich gewesen. Wie eigentlich die gesamte Aufklärung.
Und da geht es mit Patenten wieder hin:
Sir Francis Bacon, der große Wissenschaftler, Philosoph, Staatsmann und Zeitgenosse von Shakespeare, wurde 1621 wegen Bestechung verurteilt. Entgegen seinen eigenen öffentlichen Äußerungen erteilte er als Großsiegelbewahrer und Großkanzler der englischen Krone weiterhin willkürliche Patentprivilegien, die für ihre Inhaber von großem Nutzen, für die Gesellschaft insgesamt aber unerträglich waren. Unter anderem unterlag der Handel mit Johannisbeeren, Salz, Eisen, Pulver, Spielkarten, Kalbshäuten, Segeltuch, Ochsenknochen, Tranöl, Gewebesäumen, Pottasche, Anis, Essig, Kohle, Stahl, Branntwein, Bürsten, Töpfen, Salpeter, Blei, Öl, Glas, Papier, Stärke, Zinn, Schwefel, getrockneten Heringen, die Ausfuhr von Kanonen, Bier, Horn, Leder sowie die Einfuhr spanischer Wolle und irischen Garns sogenannten Patentmonopolen.
