Kabul demonstriert
Nein. Natürlich, nicht für Freiheit und Demokratie. Man ist aufgebracht darüber das Abdul Rhaman freigelassen werden soll. Man wurde um eine Hinrichtung betrogen. Im langweiligem und an Gewalt armen Afghanisten sehr verständlich. Diese böse Tat ist mal wieder ein Grund mehr für Hass auf den Westen. Die Mithäftlinge wollten im Sinne Allahs die Beseitigung des Konvertiten scheinbar auch schon besorgen.
Rund 700 aufgebrachte Afghanen haben gegen die Entscheidung der Justiz protestiert, den zum Christentum konvertierten Abdul Rahman freizulassen. Unter den Demonstranten befanden sich auch zahlreiche islamistische Geistliche. Es wurden antiwestliche Parolen skandiert.
Er (Abdul Rahman) war am Freitag nach Todesdrohungen von Mithäftlingen aus einem überfüllten Untersuchungsgefängnis in eine Hochsicherheitsanlage bei Kabul verlegt worden.

SPIEGEL-Zitat: “Wichtig waren offenbar auch medizinische Dokumente aus Pakistan, die von erheblichen mentalen Problemen bei Abdul Rahman zeugten. So war er mehrmals in Pakistan in Behandlung, teils auch in einem Krankenhaus. Diplomaten sagten, er leide unter einer Art Verfolgungswahn und fürchte stets, dass man ihn umbringen wolle.” Ich weiß nicht, ob man unbedingt ein Psychologie-Studium braucht, um den Eindruck zu gewinnen, dass Wahn und Wirklichkeit nur wenig voneinander entfernt sind.
Comment by Sisi Habsburg — March 28, 2006 @ 9:49 am
er leide unter einer Art Verfolgungswahn und fürchte stets, dass man ihn umbringen wolle.
Völlig abwegiger Gedanke… Wo doch eine ganze Reihe Afghanen genau dafür demonstriert, zum Christentum konvertierte Leute wie Rhaman umzubringen. In einer von Barbarei und Verlogenheit geprägten Umgebung kann man so gesehen gar nicht gesund sein.
Comment by euroneuzeit — March 28, 2006 @ 11:49 am