March 27, 2006

HDTV Blues

Filed under: Technikwelt - luclog @ 2:56 pm

HDTV über Internet ist eine Gefahr für das gesamte Internet. Wieso ist das so? Es übersteigt die technischen Anforderungen, um es einfach zu produzieren erheblich. Und trotzdem werden HDTV Angebote über das Internet angenommen werden, weil sie eben die Geräte scheinbar besser bedienen. Der einfache Gedanke "grösser und neuer ist immer besser" steckt dahinter – der wurde seit Jahren in die Hirne der Verbraucher geprügelt. Die Wohnzimmergeräte müssen ja irgendwie auch Sinn machen. Nun, ist es aber so, daß HDTV erstmal keinerlei Sinn macht, da fast alle Programme, selbst wenn sie in HDTV ausgestrahlt werden, überhaupt nicht in einem Format hergestellt wurden, welches die Auflösung von HDTV erreicht.

Experimente mit HDTV in Fernsehstudios haben auch ganz neue Probleme aufgeworfen, wie, daß die Schminke nicht mehr reicht und man die billige Studio Ausstattung wirklich sieht – was um es abzuschaffen enorme Kosten verursachen würde.  Es gibt auch kaum Filme oder Medien die in der HDTV Auflösung hergestellt werden, oder wurden, man sieht ausser wenn man die wenigen HDTV Werbe Produktfilmchen sieht, eigentlich nie HDTV. Deswegen laufen in Verkaufsausstellungen auch immer spezielle Bildschirmschoner und kein echtes Programm. Ohne eine echtes HDTV Programm ist kein Unterschied zum normalen Bildschirm zu erkennen.

FlachbildDie technischen Anforderungen aber werden so gesteigert, daß dem Normalverbraucher der mittlerweile einen Fernsehfilm in der Garage herstellen kann, die Möglichkeit wieder entzogen wird.  Ähnlich wie bei den Nachfolge Formaten von MP3, diese bieten keine grosse Verbesserungen, aber eine bessere Möglichkeit diese Medien zu kontrollieren.

Über das Format HDTV kann letztlich wieder das gesamte wildwuchernde Internet eingeschränkt werden. Erst werden dadurch spezielle Zugänge zum Internet interessant, und dann können die normalen Wege wie wir sie jetzt noch kennen langsam wieder gesperrt werden, wie es ja schon mit dem Usenet vorgemacht worden ist.

Man bekommt also erst die Breitband Superformate im Paket, wobei Hauptmedien des Internet wie Online Zeitungen und Zeitschriften mitgeliefert werden, aber das eigentliche (Dann alte) WWW wird langsam über Filter entkoppelt. Irgendwann kommt man nur noch über spezielle Bezahlzugänge an das alte Internet, und dessen Umfang und Quellen werden auch immer schlechter. Das wäre ein Szenario um das Internet wieder unter Kontrolle zu bekommen und alle Trottel wären dabei glücklich und keiner merkt was. Man sieht ja jetzt an der Kopiergesetz Geschichte wie gering de Widerstand ist, wenn man nur ein bisschen mit den Formaten und Ausdrücken wirbelt. Die Masse versteht gar nicht was da passiert und hat dann einen neuen Fernseher plus Zeitung und zahlt mehr als zuvor.

Medien: Flickr, Youtube, Evoca

Filed under: Technikwelt - luclog @ 1:07 pm

Nach Flickr dem Internet zugänglichen Bildverteiler, und Youtube dem öffentlichen Videoverteiler, gibt es nun auch Evoca einen reinen Audioverteiler. Damit ist jetzt die komplette Bandbreite abgedeck. Weltweite Bereitstellung von Textdaten war der Anfang des Internets, und und nun folgen immer stärker die anderen Formate. Jeder Mensch ist eine Sender.

Obwohl ich den Verdacht nicht los werde, daß die Gründe dahinter kommerzieller Natur sind. Und das all dies deswegen momentan massiv von der Industrie (I-Pod/Podcasting, z.B) gefördert wird. Denn es werden ja händeringend Verkaufsargumente für noch schnellere Computer und grösser Bandbreiten gesucht und das funktioniert nur wenn die Anforderungen grösser werden. Lange Zeit war dabei die Spielindustrie die treibende Kraft, aber auch die steckt – nachdem sie immer stärker durch kommerzialisiert wurde – in der Krise. Wer will schon den 18ten uninspirierte Egoshooter, mit noch grüneren Monstern (Ausser ein paar Langweilern).

Es muss etwas Neues her, und das Internet in eine andere Sorte Fernseher zu verwandeln, ist da eine gute Alternative. Erst werden diese Formate dann massiv unterstützt und gesponsert, und nach einer Weile, können dann Profis den dadurch technologisch vorbereitet Markt aufrollen. Ähnlich wie bei der Spielindustrie werden dann alle Freien, über kurz oder lang verschwinden und die quasi Monopolstruktur (Ca. drei grosse Firmen) kann wieder hergestellt werden. Es wird gegeben um zu nehmen. Der Computer war ja auch lange Zeit eine Möglichkeit sich Medien zu beschaffen, und auch das wird ja im Moment rechtlich immer stärker eingeschränkt. Irgendwann sind die Zeiten freier Umtriebigkeit im Internet dann völlig vorbei. Die dafür nötigen Mittel sind längst installiert. Die Industrie hat nie etwas zu verschenken.Ecoca

Deutschland entwickelt China.

Filed under: Zeitgeist - luclog @ 1:10 am

Heidemarie Wieczorek-Zeul meint zwar es liegt in unserem Interesse, aber das Deutschland an das Riesenland China Entwicklungshife zahlt ist doch merkwürdig.

Aus dem Bundesetat werden 68 Millionen Euro Entwicklungshilfe nach China gezahlt. China ist damit eines der meist gefördertsten Empfängerländer. Zusätzlich lassen wir uns dann bei Projekten wie dem Transrapid in unserem Interesse Technologie abschauen. Die 68 Millionen könnten sicher auch in Deutschland in einigen Gegenden gut gebraucht werden. Aber hier in die Zukunft zu investieren, ist scheinbar kein Anliegen der Politik.