Rettet die Ungleichheit.
Es gibt nichts Schlimmeres, als die Propaganda, daß alle Menschen gleich sind. Das ist absolut falsch. Menschen sind nicht gleich, nichtmal vor dem Gesetz. Selbst als Ideal ist Gleichheit eine fürchterliche Sache. Niemand will gleich sein, jeder ist auf seine Individualität aus. Jeder stellt seine ganz besondere Persönlichkeit in den Vordergrund, seine Fähigkeiten, seinen Geschmack oder seine Frisur – was nicht immer gut ist.
Gleich, wird er dann in der Masse, als Fan einer Rockband oder als Wagnerianer,
als Hip-Hopper verliert er dann jede Individualität. Und alle Charakteristika lassen sich sprachlich fassen. Der Wagnerfreund spricht: Hiphopper sind doof. Das ist erstmal korrekt, denn der Wagnerhörer hat wie jeder entschiedene Musikhörer eine Wahl. Ausserdem ist der Wagnerfreund, ein Anpasser und süchtig nach Beifall, und von daher viel dümmer und kann dem Hiphopper so leicht zum Opfer werden – von der körperlichen Verfasstheit will ich hier garnicht erst anfangen; oder hat schon mal jemand einen Wagnerhörer breakdancen sehen? Alles fette Schwuchteln, um auch noch eine dritte Randgruppe einzubringen.
Rollstuhlfahrer sind doof, wäre hingegen eine bedenkliche Verbindung zwischen einem Gebrechen, das jeden treffen kann und dem Grad der Intelligenz. Wenn man aber viele schlechte Erfahrungen mit Rollstuhlfahrern gemacht hat, sollte selbst das im Rahmen der Freien Rede erlaubt sein. Bestimmte Bezeichnungen zur Unterscheidung changieren auch: Der Neger, was ja Schwarzer bedeutet, wechselt z.B seine Bezeichnung häufig, seit er die Bezeichnungshoheit über sich selbst erlangt hat – eine Sache die der dumme Weisse (Weißbrot) nie schaffen wird. Hier sieht man einen klaren intellektuellen Vorteil im Diskurs. Das böse ist weiß männlich und heisst Georg Bush. Frauen sind dahingegen schon mehr gut, auch wenn sie z.B Bush heissen.
Diese Vorteilsposition wollen auch manche Religionen erlangen, indem sie jede Kritik an Glaubensgenossen als Rassismus deklarieren. Das ist der katholischen Kirche in noch nicht eingefallen, hier hängt sie hinterher, aber es gibt durchaus ein paar zaghafte Versuche auf die Seite der Verfolgten zu wechseln. Ist ja auch eigentlich eine ureigene christliche Position, worauf nur nicht rechtzeitig Patent angemeldet wurde – aber das Argument einer katholischen, evangelischen oder (noch mehr erweitert) buddhistischen Rasse erscheint wohl doch zu absurd.
Nun ist es aber so, daß der Mensch sich genetisch unterscheidet und daß dies auch zu Klassifizierungen führt. Was erstmal wissenschaftlich korrekt ist. Der Gleichheitsvertreter sagt dann zwar: "Ja aber, 99 Prozent des genetischen Codes sind gleich", aber das bringt nichts, denn es kommt immer auf die Unterschiede an die in dem letzten Prozent versteckt sind. 99 % des genetischen Codes sind auch bei einer Stubenfliege zum Menschen hin gleich. Und 99,999 % sind dann gleich mit der Frau am Kaffeetisch neben mir, trotzdem bekommt sie Kinder und ich nicht. Und die verschiedenen ethnischen Gruppen unterscheiden sich so sehr, daß mittlerweile ethnospezifische Medikamente hergestellt werden.
Das mit der Gleichheit ist eine unausrottbare Mär. Die Dinge – wie auch Menschen – sind immer nur gleich, wenn man die Ansicht vergröbert. Gleichheit ist Grobheit. Dann hat man Äpfel und Birnen in einem Korb, das bekannte Obst. Alle Menschen fallen unter den Sammelbegriff Mensch. Keiner ist blöd, keiner hat eine grosse Nase. Aber auf dieser groben Ebene lässt sich eben keinerlei Aussage treffen, man kann so auch keine Witze machen und keine Bücher schreiben, erst die feinen und feinsten Unterscheidungen machen die Rede interessant. Nur ist dieses freie Reden mittlerweile in eine arge Bedrängnis gekommen, da mittlerweile jeder Volltrottel gelernt hat, bestimmte Unworte und verbotene Worte zu kennzeichen, besonders wirkungsvoll in Deutschland, denn da kommt dann direkt der Faschismusvorwurf hinterher; ausser im kleinen Kreis, da reden die Leute dann anders, da wird mir dann Angst und Bange während diejenigen die nach aussen die Maske des Gutmenschen tragen nach zwei Bier, bedenklich mutieren.
