TV und Blogs
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Ein wichtiger Unterschied zwischen TV und Blogs:
Wenn man umschaltet, merkt es jemand.
Denn Grundlage für die Erhebung der Einschaltquote sind über 5.600 repräsentativ ausgewählte Haushalte. Diese Haushalte werden mit einem speziellen Messgerät ausgestattet, das die TV-Nutzung im Sekundentakt misst. Und man kann davon ausgehen, daß bei jedem, der ein solches verblombtes Gerät im Haus stehen hat, sich das Fernsehverhalten schlagartig ändert. (Bei 5.600, lohnen sich aber auch schon Blickkäufe) Wenn ich ein solcher Testseher wäre, würde ich natürlich sofort den Fernseher immer ausgeschaltet lassen. Das zählt dann aber nicht; einem solchen Verweigerer wird dann sicher die Verblombung gezogen. Die Daten aus den Testhaushalten werden dann von der GfK-Zentrale in Nürnberg abgerufen und in ein Auswertungssystem eingegeben auf das alle Sender Zugriff haben. Da werden die Herren Marketingmanager genauso für dumm verkauft, wie die Zuschauer. Das wird nur noch geschlagen durch die völlig verfälschten Wahl-Hochrechnungen, die grundlegend nur, von der letzten Wahl auf die nächste Wahl, Pi mal Daumen, Abschätzungen sind. Zeitungsleser entstehen dann über Drückerkolonnen, Arztpraxen und Geschenkeabos.

Ich kenne jemanden, der mal eine Weile zu den entsprechenden Haushalten gehört hat. Das System ist noch weitaus komplexer, als du glaubst - es werden nämlich drei bis vier Mal so viele Haushalte mit Messgeräten ausgestattet, wie letztendlich in die Wertung eingehen. Auf diese Art und Weise weiß man selbst, wenn man ein Gerät hat, nicht, ob man überhaupt die Quoten mitbestimmt oder nicht. Eine Art Doppelblindtest.
Comment by Karsten — March 20, 2006 @ 12:51 pm
Danke für die Information. Trotzdem wird sich, das Verhalten des Zuschauers ändern wenn er einen solchen Kasten im Zimmer hat. Und die Grundaussage, daß durch diese Hochrechnung massiv verfälschte Zahlen in Umlauf sind bleibt bestehen.
Comment by luclog — March 20, 2006 @ 1:47 pm