Hier ein Link auf die europäische Antwort auf Google. Der Vorläufer Exalead des gleichnamigen Quaero-Projekts: Ein europäisches Projekt welches am stärksten von der französischen Seite voran getrieben wird. Das Ding hat aber einige interessante Suchfeatures. Warum das in Europa aber eine eher staatliche Angelegenheit ist, ist auch bemerkenswert. Es erinnert an China und zeigt, daß von Europa aus damit scheinbar kein Geld verdient werden kann. Bei den Betriebssystemen ist es ja noch schlimmer, da rangieren wir ja noch hinter den Chinesen und Japanern. Auch ein Effekt der klugen europäischen Patentpolitik, man lässt sich die Butter vom Brot klauen und sagt brav danke. Siehe MP3. Im Bereich Embleme auf Maschinen pappen sind wir aber immer noch spitze. Die unaussprechlichen Namen (Exalead/Quaero) sind aber rein marketingtechnisch auch super.
March 16, 2006
VIIV
Da hat sich Microsoft ja wieder was feines ausgedacht. Der Name erinnert verdächtig an die hitlersche Geheimwaffe V2. Und man weiß auch nicht ob es Wuff ausgesprochen wird. Wenn man aber darüber nachdenkt was Microsoft hier vorhat, ist es doch bedenklich. Über ein paar Vorteile und Gimmiks wie, daß der Rechner weniger Strom verbraucht, und schnelleres Hochfahren (eigentlich eine Selbstverständlichkeit dies für alle Nutzer zu implimentieren), soll dem Anwender ein verstärktes "Digital Rights Management" aufgezwungen werden. Es geht weiter im Kampf, dem Verbraucher das Nutzungsrecht seiner digitalen Peripherie zu entziehen.
Goethes Farbenlehre
Ein lesenswerter Text zum Streit zwischen Goethe und Newton bezüglich der Farbenlehre und des Spektrums. Goethe hat in dem bekannten Farbkreis die Farben an ihren Enden wieder ineinander übergehen lassen. Eine Vorstellung die bis heute der Vorstellung von elektromagnetischen Wellen widerspricht. Das newtonsche Wellenbild ist bekanntlich an beiden Enden offen. Nun, Goethes Argumentation ist natürlich auch gnostisch inspiriert. Aber trotzdem lesenswert:
Für einen Naturwissenschaftler sollte es einsehbar sein, daß Wellenlängen und Farben zwei völlig verschiedenen Wirklichkeitsbereichen angehören und es unzulässig ist, Begriffe und Prinzipien, die für den einen Bereich Gültigkeit besitzen, auf den anderen Bereich übertragen zu wollen. Die zum materiellen Wirklichkeitsbereich gehörenden elektromagnetischen Schwingungen gibt es, seit die Welt besteht. Farben gibt es als Empfindung aber erst, seit die Evolution Tiere mit Augen und Gehirnen hervorgebracht hat und der Begriff "Farbe" schließlich ist erst mit dem Menschen in die Welt gekommen. Goethe hat sich immer strikt dagegen verwahrt, daß Farbempfindungen "vom Menschen abgesondert" werden. Die Unsinnigkeit der Newtonschen Behauptung, daß Weiß aus allen Farben zusammengesetzt ist, wird vielleicht deutlicher, wenn man sich anstelle des Physikers und Farbenlehrers Newton einen Chemiker und Geschmackslehrer Newton vorstellt, der behauptet, daß der Geschmack von Kochsalz sich aus Natrium- und Chlorgeschmack zusammensetzen müsse, da ja Kochsalz eine chemische Verbindung von Natrium und Chlor sei.
Im polemischen Teil seiner Farbenlehre hat Goethe die Lehre Newtons auf dem Farbengebiet, die er eine "Irrlehre" nannte, leidenschaftlich angegriffen. Man kann dort lesen, daß Newtons `Optik’ "baren Unsinn" enthalte [5], daß Newtons "Sinn ganz vom Vorurteil umnebelt sein" müsse [6]; die Zerlegung des Sonnenlichts in Farben wird als "Gespenst" bezeichnet [7], von "Hokuspokus" ist die Rede [8]. Die Auseinandersetzung mit Newton ist für Goethe ein Glaubenskampf; die herrschende Naturwissenschaft bezeichnet er als "herrschende Kirche" [9], und Newton als "Inquisitor" [10]. Goethe hoffte, es werde "eine Zeit kommen, wo man … alle jene Spiegelfechtereien ans Tageslicht bringt, welche den Verstand hintergehen" und wo die "Phänomene … ein für allemal aus der düstern empirisch-mechanisch-dogmatischen Marterkammer vor die Jury des gemeinen Menschenverstandes gebracht werden" [11].
