March 15, 2006

Angst vor dem Abstieg

Filed under: Zeitgeist, Automatisation - luclog @ 7:29 pm

Mal wieder steht Deutschland eine düstere Zukunft bevor. Als hätte ich es nicht geahnt. Nachdem der saure Regen uns die Wälder wegeätzt hat und die Erderwärmung die Menschen, Strassen und Häuser unter Schnee begräbt, kommt jetzt der dicke Bevölkerungshammer: Deutschland überaltert. Na, neu ist das nicht gerade. Und es ist auch Unsinn. Eine ständig wachsende Bevölkerung, bei der es ständig mehr junge als alte Menschen gibt, wäre auch grauenvoll. Und wenn man sich Deutschland mal genau anschaut ist es hoffnungslos übervölkert. Es gibt hier kaum mal eine freie Wiese, überall strömen Massen, kaum das die Sonne scheint. Wälder müssen in Sperrgebiete umgewandelt werden, damit überhaupt noch etwas Grünes übrig bleibt. So gesehen sind Enklaven mit etwas weniger Menschen wenn auch nur im Osten etwas durchaus positives. Auch verbrauchen weniger Menschen weniger Ressourcen, und das ist sparsam und somit gut für diese Ressourcen, sie bleiben länger erhalten.

BevölkerungDer Mensch als Selbstzweck oder als wichtiges Seelengefäss von dem es nicht genug geben kann, wäre eher eine religiöse Variante: Wachset und mehret euch. Das geht wirklich nur bis zu einem bestimmten Grad, dann treten sich alle auf die Füsse und die Tierwelt kommt dabei auch unter die Räder. Also war und ist die Idee von endlosem Wachstum immer zum Scheitern verurteilt.

Deutschland ist eines der dicht bevölkertsten Länder der Erde. Hier in dieser Liste Platz 35, wobei die ersten 5 (Vatikanstaat, Monaco, noch stark die Statistik verzerren).

Und eine grosse Bevölkerungsdichte bedeutet für den Einzelnen immer ein Verlust an Lebensqualität, und das ist vielleicht auch ein Grund für die Vermehrungsunlust, der aufeinander gedrängten Bevölkerung. Neben den anderen bekannten Faktoren, wie sozialer und finanzieller  Unsicherheit, die viele dazu bringt ihren Kinderwunsch immer weiter hinauszuzögern bis es nicht mehr geht. Letztlich ist aber das Setzen auf immer weiteres fortlaufendes Wachstum ein Pyramidenspiel (die Form von verbotenen Glücksspiel bei dem es immer mehr Einzahler braucht um den Gewinn für die Spitze der Pyramide zu decken). Das muss scheitern und wird auch immer scheitern.

Was passiert aber, wenn es immer weniger Junge gibt? Wird sich die Jugend auf Dauer durch einen überalterten Staat, dazu erpressen lassen erdrückende Lasten zu tragen, Schulden die weit vor ihrer Geburt erwirtschaftet worden sind abzutragen, und das wo es für sie selbst dann kein Versprechen für die Zukunft mehr gibt? Was, wenn die staatlichen Zuwendungen immer mehr abgebaut werden, und die Infrastruktur bei Schulen und Kindergärten, noch schlechter und noch teurer wird, wie auch die gesamte andere Infrastruktur? Wenn die Arbeit noch weniger wird? Wenn es dabei immer mehr Junge gibt, Junge die die überhaupt nicht in die Arbeitswelt integriert werden können. Weil sie keine Chancen sehen und keine Perspektive? Weder mit noch ohne Arbeit. Und wenn die welche Arbeit haben zu der noch kleineren Minderheit gehören, die dann alles bezahlen soll, und die Masse völlig ausrangiert daneben steht und als nutzlos gilt? Was dann?

Ich denke das Bevölkerungswachstum, ist dabei das kleinste Problem. Das zögert die Probleme eher heraus. Die Arbeitslosenzahlen bei einer noch grösseren Bevölkerung wären erschreckend. Der Pillenknick ist hier der Freund der Politik, dadurch wird kaschiert wie wenig Arbeit überhaupt da ist. Und bei weitergehender Automatisierung und Abgängen in Billiglohnländer wird es noch schlimmer. Das jammern der Wirtschaft das Kunden wegfallen, ist zu ertragen, Arbeitslose sind sowieso keine guten Kunden. Das es mehr freie Natur gibt ist auch nicht schlecht. Das Wohnungsmieten fallen, ärgert nur den Hausbesitzer. Das eigentliche Problem ist, daß die Technik die gesamte traditionelle Wirtschaft langfristig bedroht. Die moderne Welt schafft den Menschen als Arbeiter ab aber braucht ihn als Kunden. Und hier wird die Wirtschaft paradox.

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