Schwedische Polizei mit Kopftuch und Turban
Schweden nimmt religiöse Kleidungsgegenstände in die Dienstbekleidung auf. Hier eine Meldung dazu bei Giga.de:
Das ist neu in Schweden – die Polizisten haben hier seit gestrigem Donnerstag die Möglichkeit, ihre Dienstkleidung um lang umstrittene Kleidungsstücke zu ergänzen: Kopftuch, Turban, Kippa. Wiederholt hatten Menschenrechtsgruppen gegen das entsprechende Verbot protestiert, bezeichneten die vorgeschriebene und einschränkende Wahl der polizeilichen Kopfbedeckung als diskriminierend. Damit ist nun Schluss, Stockholm schickt seine Ordnungshüter ab sofort mit Turban auf Streife.
Die Kopftücher werden aber nicht vom Staat zur Verfügung gestellt, der Beamte muss sie sich, in "angemessener Farbe" selbst besorgen. Schweden folgt damit dem englischen Beispiel, wo eine solche Regelung schon länger gilt.

Wiederholt hatten Menschenrechtsgruppen gegen das entsprechende Verbot protestiert, bezeichneten die vorgeschriebene und einschränkende Wahl der polizeilichen Kopfbedeckung als diskriminierend - Eine Uniform ist das Gegenteil einer individuellen Kleidung, sondern ein Verweis auf die Institution, die repräsentiert werden soll. Bei der Polizei ist das - in einer Demokratie - der neutrale Staat, der alle Bürger gleich behandeln sollte und eben nicht das Individuum mit seinen persönlichen Vorlieben und Neigungen. Lustig wird es, wenn in Grufties in Schweden durchsetzen, dass sie den Dienst nur in Schnableschuhen und mit hochtoupierten Haaren versehen können, oder Nudisten, die sich durch das tragen von Kleidung generell eingeschränkt fühlen (Ausser vielleicht im schwedischen Winter). Oder Punker-Polizisten, oder - ach, man könnte noch so viele Beispiele anfügen.
Comment by Stefan Laurin — March 10, 2006 @ 7:57 pm
Ja, ja. Merkwürdig wie schnell sich die Errungenschaften der säkularen Gesellschaft zurückdrängen lassen. Da wird dann auch mit zweierlei Mass gemessen, denn Gruftis werden nicht als Überzeugung anerkannt.
Comment by luclog — March 10, 2006 @ 8:02 pm